Monatsarchiv für Februar 2011

Fakt – Potenz

Donnerstag, 24. Februar 2011

Als Aristoteles sich fragte, was den nun eigentlich Bewegung sei, kam er darauf, das alles Wirkliche zwei Momente hat:

  1. Das Moment des Aktuellseins (gr. enérgia), auf Grund dessen das Wirkliche das ist, was aktuell ist; auch “Akt” genannt.
  2. Das Moment des Möglichseins (gr. dýnamis), auf Grund dessen sich Wirklichkeit verändern kann; auch “Potenz” genannt.

Ein ruhender Ball (Akt) hat also z.B. die Möglichkeit (Potenz) in ein Tor geschossen zu werden.
Im Rollenspiel müssen diese Momente am Spieltisch simuliert werden, um einen spassigen Abend zu haben. Dabei reicht es anscheinend nicht, einfach nur zusammen in einer Runde zu sitzen und gemütlich daherzufantasieren: Regeln, Spielwelt, der Meister und die Spieler müssen zum einen Aktuelles und zum anderen Mögliches in der Spielwelt begrenzen und benennen, damit das Spiel überhaupt Sinn macht.
Die Art und Weise dieser Begrenzung wird nun zur Zeit in einigen Blogs diskutiert, und hier mal kurz die bisherigen Positionen:
Zornhaus möchte anhand verschiedener Definitionen von Spielweltrealitäten – Fakten, FAKTEN und “Fakten” nominiert – und dem Umgang mit ihnen vermitteln, wie man Spielleiterische Tugenden fördern kann.

  1. Fakten sind dabei Outgamefakten, also das was wir unter Fakten verstehen.
  2. FAKTEN sind am Spieltisch bereits gespielte/ erlebte Realitäten – z.B. ein NSC, mit dem man interagierte, ein Tier das man durch eine erfolgreichen Plattschuss erlegte etc. – egal wie diese nun ins Spiel gelangten. Sie wurden von Spielern erlebt, sind deshalb etabliert worden.
  3. “Fakten” sind Hintergrundsmaterial, Ideen und in der Spielwelt vom Spieleverlag oder dem Meister, die allerdings noch nicht konkret am Spieltisch zum einsatz kamen. Es sind also rein potentielle Realitäten. Informationen in Quellenbüchern sind also “Fakten”, so sie denn noch nicht zum einsatz kamen.

Wie andere auch bemängle ich die verwirrende Nomenklatur, vorallem da nur 2. und 3. tatsächlich relevant sind, und werde im folgenden 2. FAKTEN in anlehn ung an Karstens Blog als “etablierte Fakten” und 3. “Fakten” als “potentielle Fakten” titulieren, jeweils ohne “ “

Karsten möchte verschiedene Fakten ausdifferenzieren, und unterscheidet folgendermassen:

  1. Genrekonvention Zitat: “Mit Genrekonvention meine ich bestimmte Verhaltensmuster, die genretypisch sind”
  2. Settingfakt: eine ausformulierte Beschreibung aus mehr oder weniger kanonischen Quellenmaterial (also eigentlich ein kanonischer potentieller Fakt)
  3. Etablierter Fakt, Zorhaus “FAKT” – mMn ein treffenderer Name
  4. Geplanter Fakt: ein potentieller Fakt, vom Spielleiter geplante Vorkommnisse.

mMn magelt es auch dieser Nomenklatur an Klarheit, zudem ist die Genrekonvention eher etwas, was man mit den Tugenden des Spieleiters von Zornhau diskutieren sollte, verwirrt aber eher wenn man ersteinmal umreissen will von was man überhaupt spricht. Will man weiter unterscheiden, sollte man zu Zornhaus Unterscheidung noch hinzufügen, wer diesen Fakt generiert hat. Vorallem bei potentiellen Fakten (“Fakten”) macht da mMn eine Unterscheidung Sinn. Vorallem potentielle Fakten aus kanonisierter Verlagsquelle sollte man in Diskussionen von dem eigens erstellten Material abgrenzen. Mein Vorschlag: Man gesellt eben noch ein kanonisiert bzw. spielrundenspezifisch hinzu, also:

  1. Spielrundenspezifische etablierte Fakten (seF)
  2. Kanonisierte etablierte Fakten (keF)
  3. Spielrundenspezifische potentielle Fakten (spoF)
  4. Kanonisierte potentielle Fakten (kpoF)

Der Einfachkeit halber kann man auch schlicht bei kanonisierten potentiellen Fakten bei “Kanon” bleiben, und das am Spieltisch tatsächlich präsentierte als “etablierte Fakten” oder “etablierter Spielrundenfakt” gewissermassen als den “Hauskanon” der offiziellen Welt gegenüberstellen. Die restlichen Ausdrücke werden wohl in Chats und Unterhaltungen kaum Anwendung finden, da zu theoretisch.

So, nach der Zusammenfassung der beiden Artikel und dem Vorschlag einer systematischeren Benennung der Spielrealitäten ist der Artikel ziemlich lang geworden, weswegen ich auf die von uns hier in den Derischen Sphären generierten semikanonisierten potentiellen Fakten, und den Problemen die sich bei der Erstellung solcher Fakten und der Interpretation der kpoF’s ergibt garnicht mehr eingehen kann, bleibt mir nur noch auf den lose themenverwandten Artikel hier von hendrik zu verweisen, in dem es um die Arten und Möglichkeit der Spieler geht, selbst potentielle Fakten im Spiel zu etablieren, und verbleibe erstmal hiermit um im nächsten Artikel ein paar weiterführende Ideen und Fragen zu schreiben.

Size does matter

Sonntag, 20. Februar 2011

Ein heikles Thema, wenn es um die Beschaffenheit gewisser Körperteile geht, ist, in wie fern Größe eine Rolle bei der Funktionalität spielt. Dabei ist jedem natürlich sofort klar, das Größe ohne Leistung wenig bringt – pikant wird das Thema eigentlich erst, wenn die potentielle Leistung, so denn vorhanden, einen durch die Größe determinierten Bestwert haben soll.

Bevor nun einer denkt, er sei in einen Blog geraten, der sich durch ein Missverständnis als “Rollenspiel-Blog” bei rsp-blogs.de anmeldete, kann ich ihn beruhigen (oder enttäuschen) – die Größen-Frage, die hier gestellt werden soll, ist die einer Pen& Paper Spielhilfe; und eigentlich kann man nur bedingt parallelen zu der wohlbekannten und polemischen Frage oben ziehen. Es stimmt zwar, dass auch hier bisweilen je nach Körperlage der Nutznießer  zu große Sachen bisweilen ungemütlich sind, z.B., wenn man einen 400 seitigen DIN-A-4 Wälzer stehen in der U-Bahn lesen möchte, oder gemütlich im Bett. Da hören aber die Gemeinsamkeiten schon auf, denn um ein Regelbuch oder Nachschlagewerk zu nutzen schlägt man es einfach ohne Vorspiel auf, und auf einem Schreibtisch kann man vier fünf ohne wiedernatürliche Verrenkungen gemeinsam nutzen, ruhig vergleichen, Seiten markieren und sogar noch nebenbei ne Tasse kalt gewordener Kaffee schlürfen.

Für ne Spielhilfe gilt: je kompakter desto , besser. Oder anders herum: niemand wird enttäuscht sein, wenn eine Spielhilfe Leistungsfähig, allerding recht dünn oder recht kurz ist.
Deshalb ist es mMn kein Problem, wenn man z.B. nicht alle Informationen zum Riesland in einer Spielhilfe unterbringt, im Gegenteil. Die Idee, die Rakshazar Riesland Spielhilfe “Wege der Helden” wirklich der Heldengenerierung zu widmen, und andere Themen wie z.B. Regionalbeschreibung in einer eigenen Spielhilfe herauszubringen, eigentlich recht gut.

Einstein und die Deadline

Donnerstag, 17. Februar 2011

Wenn  ich mich recht erinnere hat die Relativitästheorie etwas mit der Bewegung der jeweiligen Beobachter zu tun, und durch ein paar Gedankensprünge, die ich wohl nur mit einer doppel eins auf Gedankenakrobatik hier richtig nachvollziehen könnte, kommt man dann dazu das Gravitation eine Krümmung im Raum sein soll, durch Masse verursacht.

Jaja werdet ihr wohl denken … e=mc2, Zunge, whatever physik-nerd-bla; worauf willst du hinaus?

Nun, selbst absolut erscheinende zeitliche Begriffe wie “Deadline” sind eben relativ, vorallem wenn die relative Bewegung sich in einem variablen Bezugsystem, “Freizeit” genannt, stattfindet und eventuelle Raum-Zeit Verschiebungen, Schwarze Löcher etc. eben nicht nur durch interne Bewegung, sondern durch das schrumpfen und expandieren des Bezugssystems “Freizeit” entstehen können.

Streng genommen könnte man sogar behaupten, unsere gesetzte Deadline ist in ihrem Bezugsystem Freizeit absolut, es erscheint dem Beobachter ausserhalb nur so als ob sie relative wäre, da er nicht im selben Bezugssystem ist.

Hä? Wtf labert dieser Schlaubi-Ork GrogT schon wieder daher? Das ist ja schlimmer als der Themenfaden zu der Natur der Trollpfade oder der Donarinegamagie …

kurz und gut: Wir versuchen die gesetzte Deadline ( 20.02.2011) flexibler zu sehen, ohne aber dadurch den Ernst und die Unumstösslichkeit des Begriffs “Deadline”, und dessen motivierenden Effekte, zu untergraben. So, und jetzt zurück an den Desktop… es gilt eine Deadline einzuhalten

Ein “Dankeschön!” an das Moosäffchen und das Team!

Mittwoch, 16. Februar 2011

DANKESCHÖN!

Danke, dass du für all meine Texte eingesprungen bist, sie in das Review geführt und sie zu Edelsteinen geschliffen hast! Denn diese orkverfluchte Uni hat mich bis zuletzt (also jetzt) eingespannt und wie ich mit Erstaunen jetzt erst feststelle, ist Sonntag der letzte Tag für die Abgabe der vorläufigen Texte zur Orkenspalter-Review. Vielleicht werde ich mich aus dem Kurzurlaub den ich nun genieße, melden und etwas einbringen aber ich muss sagen, das lief wirklich sehr wunderbar! Solche Leute wie du halten das Projekt am Leben! Das geht auch an all die, die sich in den letzten Tagen nochmal ins Zeug gelegt haben, die Texte fertigzustellen und zum neunundsiebzigsten Mal auf Fehler zu prüfen (Hallo Mæglin :D )!

Danke, Jungs!

Deadline im Tsamond

Mittwoch, 02. Februar 2011

Frevlerisch – wie könnte es, wenn sich um den rauen Kontinent Rakshazar handelt, auch anders sein – haben wir uns eine Deadline für den 20 Tsamond gesetzt. Der Februar wird also heiß. Was soll fertig werden? Die Beta 3 Version, die als Grundlage für die Projektvorstellung bei Orkenspalter-TV ; und wahrscheinlich auch der RPC 2011 ; dienen sollen. Deshalb arbeiten wir gerade volldampf an den Kulturreviews und dem Layout der Beta 3 – und damit einer der Meilensteine des Rakshazar Projekts. Die kleineren Flauten des Projekts in 2009 und 2010 verzögerten die Beta 3 merklich, allerdings haben wir unsere Ansprüche auch merklich angehoben. Ja, Ideen hat man recht schnell auf einen Skizzenblock mit ein paar Wörtern festgehalten, stimmige Ausarbeitung und kritisches Hinterfragen kosten allerdings Zeit und Nerven.

Es spricht für das Projekt, das diese Feuerprobe ohne (großen) Krach nun (beinahe ;) ) bestanden hat. Die Fans können mehrere hundert Seiten Kulturen, Regeln und Artwork rund um den fantastischen Ostkontinent Aventuriens erwarten, und zudem beim Eintritt in die nächste Phase vielleicht auf den fahrenden Zug aufspringen: Magie und Geografie steht an, nebenbei soll das Bestiarium fertig werden und noch vieles mehr … entschlossen, nun auch kleinere Fortschritte Fanbasefreundlich zu veröffentlichen ist der Tsamond vielleicht doch passend, da das Projekt sich wohl erneuern wird :)

Überarbeitungsphase Prophetenlager

Mittwoch, 02. Februar 2011

Momentan liegt auf meinem virtuellen Schreibtisch neben der Administration des Projektes und vielen anderen Dingen auch noch die Überarbeitung des Prophetenlagers und ich wollte mir die neuen Texte zu den Slachkaren und Nedermannen auch einmal ansehen. Das klingt nicht nach viel Arbeit, aber aufmerksam so einen Text durchzusehen ist gar nicht mal so einfach. Man achtet ja nicht nur auf Rechtschreibfehler sondern muss auch immer bedenken “liest sich das einigermaßen gut und flüssig?” Und vor allem “Gibt es Verständnisprobleme?”. Was bleibt offen, was muss noch spezifiziert werden? Als Autor hat man da eine gewisse Brille, mit der man viele Dinge sieht, die nur im eigenen Kopf existieren. Diese Dinge aber muss man zu Papier bringen und kategorisieren, welche wichtiger sind und welche nicht. Wir haben keine direkte Zeichenbegrenzung, aber wenn man 10 Seiten zu einer Kultur schreibt, dann ist klar, dass nur wenige das wirklich aufmerksam durchlesen werden. Ist natürlich auch eine Möglichkeit, auf seine Lieblingskultur aufmerksam zu machen… ;)

Willkommen im Blog der Derischen Sphären!

Mittwoch, 02. Februar 2011

Dieser Blog ist dazu da, neben aktuellen Ankündigungen und allfälliger Werbung für unser wichtigstes Projekt Rakshazar, das barbarische Riesland, auch die Meinungen und Ansichten der Autoren zu verschiedensten Themen zu sammeln. Dazu kommen Gedanken zum Projekt, Fortschritte und einiges mehr:

  • Die neuesten Downloads und Bilder
  • Interviews mit den Autoren aber auch anderen projektbezogenen Leuten
  • Ideen für weitere (Online-)Projekte
  • Spieltheorie

Wir haben uns viel vorgenommen, packen wir’s an!