Hintergrundsmaterial, Kreativität und etabliertes am Spieltisch

Ich lies mir etwas Zeit bevor ich diesen Artikel schrieb, um mir eine klare Meinung zu bilden, und so nicht die Zeit der Blogleser zu verschwenden. Im Artikel Fakt – Potenz (inspiriert von Aussagen aus Zornhaus Artikel ) habe ich bereits meine Sicht auf das erläutert, was man verallgemeinert “In Game Realität” nennen könnte. Für alle, die den Artikel nicht lesen wollen: kurzum, “In Game Realität” kann man aufteilen in das, was für den Spieleabend geplant ist (dazu gehören im weiteren Sinne auch Hintergrundsmaterial) und in das, was dann im Spiel tatsächlich IG passiert (etablierte Spielweltfakten).

Nun will ich den nächsten Schritt tun und was zum “Guten Rollespiel tm” beitragen. Dabei gehe ich von der Prämisse aus, dass man sich an einem Rollenspielabend trifft, um Spass zu haben. Keine Angst, kein “Goldene Regel”gesülze, oder zumindest nicht allzusehr. Erstmal ein allgemeine Betrachtung, im nächsten Eintrag drösle ich dann alles weiter auf.

Allgemein geht man davon aus, das Kreativität des Spielleiters etwas positives ist. Ich möchte das relativieren: Kreativität des Spielleiters ist absolut gesehen (!) kein positiver Mehrwert. Vielmehr steht der Spielleiter (mit den Spielern) in der Verantwortung, einen schönen Spielabend zu gestalten. Dies kann, je nach Geschmack, unterschiedliche Qualitäten erfordern.Versteht mich nicht falsch: Vorallem unerfahrenen Spielleitern sollte man denke ich klar machen, das sie nicht “falsch leiten”, wenn sie durch ihre Kreativität Hintergrund schaffen, die nicht mit Verlagsmaterial konform geht. Man leitet falsch, wenn man selbst oder viele der Spielgruppe aufgrund der Spielleitung keinen Spass am Spiel haben. Dies kann aber auch von zuviel Kreativität herrühren die bsw. die Spieler verunsichert oder entmündigt, oder dem konsequenten ignorieren von Regeln die andere als gültig ansehen.

Der Spielleiter ist also kein Künstler, der ein Kunstwerk schafft – genausowenig wie kanonisches Hintergrundsmaterial als Kunst ihre Daseinsberechtigung hat. Kanonisches Hintergrundsmaterial, die Kreativität des Spielmeisters kurzum: alle potentiellen Spielweltfakten sind lediglich Vermittler.

Vermittler für was? Vermittler für das etablieren von Spielweltfakten, die dazu dienen, den Spieleabend zu einem schönen Ereignis im RL zu machen. Denn darauf, Immersionsfetischisten seien mir bitte nicht böse, kommt es beim Rollenspiel tatsächlich an. Durch das Spiel OG miteinander ein schönes RL Erlebnis zu haben.

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3 Antworten zu “Hintergrundsmaterial, Kreativität und etabliertes am Spieltisch”

  1. [...] das Thema angestoßen hat – Antwort bei Richtig Spielleiten – Antwort in den Derische Sphären – Weiterer Beitrag in den Derische Sphären – Anderer Beitrag zum Thema auf Hendriks Blog – Dramaturgische Spielerentscheidungen beim [...]

  2. Heretic sagt:

    Kurzer, aber etwas zu… unscharfer Artikel, wenn auch inhaltlich nicht falsch…

    BTW: Es heisst “Immersion”, kommt vom Eintauchen. ^^

  3. GrogT sagt:

    Danke, der Blog ist auch eher als eine eröffnende Überlegung gedacht, aufbauen auf den vorigen, und selbst Basis eines weiteren Beitrags, den ich schreibe wenn ich mir im Dialog mit den anderen eine klarere Meinung zum Thema gebildet habe.

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