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Dezember 14, 2019, 06:08:48
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Autor Thema: Stories  (Gelesen 2350 mal)
Thorus84
Redaktion
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Umzugshelfer


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« am: Januar 06, 2008, 22:43:17 »

Ich find den alten Thread nicht mehr... Deshalb hier mal "Die Wildkatze - Teil 2". Ist diesmal nicht von Lotthi, sondern von mir. Wir wechseln uns ab...
Äh, das ist im Übrigen nur das ERSTE Kapitel von "Die Wildkatze - Teil 2". Die Geschichte geht über insgesamt drei Kapitel. Alle drei Kapitel bilden dann zusammen den zweiten Teil der Fortsetzungsgeschichte um Vala, "die Meuchlerin die nicht meuchelt".

***

Zu Gast in einer Krypta...
Nur wenige Kerzenflammen tauchten die massiven Obsidiansäulen in ein diffuses Dämmerlicht und ließen sie wie die Stämme mächtiger Bäume erscheinen. Ihre Wipfel formten Rundbögen, die sich in nachtschwarzem Dunkel verloren.
Frisches Hainkraut, zu Kränzen gebunden, schmückte die kalten Wände der unterirdischen Krypta. Am Eingang wachten ein halbes Dutzend verkniffene Augenpaare über die nahende Entweihung des Ortes. Das Gewand das die Gestalten verhüllte, offenbarte nichts ausser die harten Züge der mit blutroter Farbe geschminkten Gesichter, sowie das lange hellebardenartige Stangenschwert, welches jeder der sechs Wächter spalierartig vor sich ausgestreckt hatte.
Dann krachten schwere Stiefel, klirrten die provisorischen Rüstungen und Waffen der Expedition und zerrissen, gepaart mit den wütenden Rufen der Vorhut, die feierliche Stille.
Ein fackelschwingender Mob drang in das Gewölbe ein, die Keulen und Messer im Anschlag, um sich – überraschend geordnet – gleichmäßig in die Krypta zu ergießen.
Es galt einen toten Amun zu ehren. Der letzte der diesen Titel unbestritten tragen konnte, ohne dass er Opfer seiner eigenen Legitimation wurde.
Und jene, die sich nun anmaßten sein Erbe anzutreten, wurden niemals müde ihm die Aufwartung zu machen.
Drei Tage und drei Nächte hatten die Leute des Amun Dureth die Katakomben durchsucht. Die Gänge auf mögliche Fallen, Hinterhalte, oder Hindernisse durchsucht.
Einen Raum hatten sie vergessen, oder zumindest nicht gründlich genug abgesucht.
Die Krypta selbst. In jeder Ecke sind sie herumgekrochen und jeden dunklen Schatten konnten sie vertreiben und dennoch würde Amun Dureth in wenigen Augenblicken den Raum mit dem großen goldenen Sarg betreten und ihn nicht mehr lebend verlassen.


Zu Gast in einem Sarg...
Dureth war einst überhaupt nicht scharf auf den Thron von Ribukan. Ganz im Gegenteil. Während der Zeit des Erbstreits ließ er sich im Norden der Ribu-Yassafbucht die Sonne auf den Bauch scheinen und wartete zunächst ab bis der immer blutiger gewordene Konflikt schlussendlich zum Bürgerkrieg ausartete und die ersten mächtigen Opfer unter den Thronanwärtern forderte.
Sein ganzes Leben lang war der dicke Prinz den Stadtmauern ferngeblieben. Und nun, nachdem er glaubte alles hätte sich gegenseitig niedergemetzelt, da kommt er mit hunderten ausgehungerten Wilden in die Stadt marschiert und denkt er könnte den Laden übernehmen.
Wie sollte er auch von den Spielregeln wissen, die man hier besser einhalten sollte...
Die erste Regel ist: Halte dich versteckt, wenn du meinst, du müsstest Sultan werden.
Die zweite Regel ist: Lass andere die Drecksarbeit machen und halte dich versteckt.
Die dritte Regel: An dem Punkt wo du denkst das die Stadt dir gehört: Halte dich versteckt.
Die vierte Regel: Versuche niemals dir irgendeine Legitimation einzuholen, sei es durch Gegenstände, Paraden durch die Stadttore; Besuche beim toten Sultan oder auf dem verwaisten Thron im Palast und halte dich versteckt.
Die fünfte Regel, und diese hatte er unwissentlich bruchstückhaft berücksichtigt, bescherte ihm zunächst vielversprechende Anfangserfolge:
Verlass dich auf keinen Ribukaner. Verlass dich auf die Leute die du entweder selbst gezeugt- oder selbst eingekauft hast und lass letztere immer im Wissen, dass du im Zweifel mehr zahlen könntest als ein anderer Amun. Und sorg dafür das jeder weiss das nur du an deine Zahlungsmittel herankommst und halte sie und dich selbst versteckt.

Dureth war nämlich schlau genug, dass er vor allem auf das beträchtliche Vermögen seines Clans setzte und ausschließlich Kämpfer aus dem Umland anheuerte. Männer und Frauen denen nichts an Ribukan lag und für die das blutige Leben in den Ruinen der Halbinsel noch sehr viel mehr zu bieten hatte als der tödliche Dschungel und die mageren Ernten der Nördlichen Täler.
Die Meuchlerin lächelte grimmig und schloss angespannt die Augen. Angestrengt versuchte sie sich auf die Geräusche zu konzentrieren. Mit ihrem unfreiwilligen Gastgeber hatte sie sich mittlerweile abgefunden, man war schließlich entfernt verwandt...
„Ehrwürdiger Sabu-Amin, prächtigster der Dynastie Djiassamid-Gkun, ehrwürdigster deines Hauses, verehrungswürdiger Nachfahr der alten Erbauer, allergöttlichster Sproß vom Samen der sieben Haine, Bewahrer der Würde von Prai und Kelotha, Hüter der Waagschale der Fruchtbarkeit und Beschützer des Volkes von Ribukan: Sei gegrüßt im Namen meines Herren, dem nicht minder ehrwürdigen Amun Dureth, deinem Sohn und rechtmäßigen Erben.“
Das Rascheln eines Gewandes war zu vernehmen und Vala konnte vor ihrem inneren Auge förmlich sehen, wie der hagere Leibdiener die gepolsterte Niederwerfungsstätte vor dem Sarg des „Allergöttlichsten Sproß der sieben Haine“ verließ und sich der feiste Möchtegern-Amun angeekelt und unbeholfen auf dem staubigen Stoff niederkniete.
„Oh, Sabu-Amin, höre hier vor all diesen Zeugen, deinen Sohn, Amun Dureth, genannt der Bescheidene, der sich durch Sand und Wüste kämpfte um dir die Aufwartung zu machen...“
Vala verdrehte die Augen. Diesen Prinzen ist nicht zu helfen. Sobald die vor einem Sarg liegen, werden sie plötzlich zu Barden und wortgewandten Speichelleckern.
„... du, der du in deiner allergrößten Vorhersehung und Weisheit...“
Schluss mit dem Gequatsche...


Erneut zu Gast in einer Krypta...
Vala registrierte den ungläubigen Schrecken auf den Gesichtern der mindestens dreissig Männer die sich in die Krypta gequetscht hatten um dem feierlichen Augenblick beizuwohnen. Zwei wurden durch den güldenen  Holzdeckel des Sarges augenblicklich ins Reich der Träume geschickt, als Vala sich mit der katapultartigen Hebelkraft beider Beine dem Kerzenlicht aussetzte und den nächsten Schwung ausnutzte um auf die Beine zu kommen, in der Hand einen vertrockneten Schädel, den sie lächelnd anblickte, bevor sie sich dem fetten Amun zuwandte.
„Der gute Sabu-Amin hier...“, Vala klopfte gegen die Stirn des Schädels, „hat mir in seiner allerehrwürdigsten Vorhersehung prophezeit, dass du ihm heute Nacht die Aufwartung machen würdest. Und er teilte mir ebenso mit, dass er dich nicht leiden kann.“
Valas Blick wurde kalt und fixierte den schwitzenden Bastard des letzten Sultans, während sie den Schädel des Verblichenen in den Sarg zurückplumpsen liess.
Amun Dureth blickte, ob der Situation überfordert, abwechselnd den linken Armstumpf, sowie den zornigen Blick der kahlköpfigen Schönheit an, bevor er in schallendes Gelächter ausbrach.
„Du willst mich töten? Du und welche Armee?“ lachte er und stand langsam von dem Kissen auf.
Vala stimmte in das Lachen ein, während um sie herum die Garde des Amun ihre Waffen auf sie richtete.
„Nun, werter Amun, ich habe überhaupt keine Armee, die ich mein Eigen nenne. Aber dein werter Herr Vater, auf dessen staubigen Gebeinen ich lange genug gelegen habe, war ein sehr sehr sehr sehr sehr sehr wohlhabender Mann.“
Vala setzte ihr verführerischstes Lächeln auf als sie fortfuhr: „Und wenn er eines ganz und gar nicht leiden konnte, dann waren es irgendwelche Leute die ihn störten, wenn er sich ganz und gar den liebreizenden Geschöpfen seiner Stadt widmete.“
Valas schürzte die Lippen, während sie in einer Art und Weise aus dem Sarg stieg, die auf den Betrachter wirken musste, als würde sie sich aus den Kissen eines Harems schälen.
„Und jeder in dieser Stadt, den du in den letzten Tagen mit deinen endlosen Paraden, Plünderungen und Schikanen beglückt hast weiss, dass man den Sultan auch auf dem Totenbett nicht stören sollte und das aus gutem Grund nur Frauen das Grab betreten dürfen.“
Noch während Vala erzählte ließ in einer der hinteren Reihen einer der gedrungenen Schläger seine Klinge scheppernd fallen und der eben noch so wortgewandte Diener des Amuns japste verzweifelt nach Luft.
Vala ließ ihr Gewand fallen.
„Ich bin unbewaffnet, mein Amun. Ich bin nicht hier um dich zu töten. Ich bin deine Kriegsbeute. Komm und nimm mich Du hast doch sonst nie gezögert wenn sich dir eine solche Gelegenheit bot, oder?“
Der Amun sank auf die Knie und keuchte schwer.
„Du...“ krächzte er, während um ihn herum die unglückseligen Kämpfer wild mit den Armen ruderten und versuchten durch die Masse der Leiber den Ausgang zu erreichen.
Schon lagen die ersten ausgestreckt auf dem Boden und verbargen ihre blau angelaufenen Gesichter in der gnädigen Schwärze der Schatten.
„Was ist, mein Amun? Willst du mir Gold und Macht versprechen, damit ich dich rette? Willst du mir teure Kleider schenken oder prächtigen Schmuck?“
„Du...“ versuchte er es erneut. „Wer bist du?“
Die junge Frau setzte eine verzückte Miene auf.
„Welche Ehre, dich interessiert es wer ich bin. Wie schön dass mich einmal ein echter Prinz auf seinem Sterbebett bedenkt.“
Sie tänzelte um ihn herum und ging in die Hocke um ihn verspielt zu massieren, während sie ihm ins Ohr flüsterte: „Ich heisse Vala. Und ich bin eine Meuchlerin. Eine ziemlich gute sogar...“
Vala konnte spüren wie der Leib unter ihr erschlaffte. Zu ärgerlich, der Dicke hat wie der Rest seiner Truppe schlappgemacht. Sie fühlte seinen Puls und lächelte, als sie keinen ausmachen konnte.
Aus dem Augenwinkel bemerkte sie die völlig verängstigte Kriegerin, die inmitten der Leichen ihrer Kameraden an einer Steinwand lehnte und sie panisch anblickte.
„Keine Angst, Schwester. Von dir will ich nichts, genau wie vom Rest deiner Truppe. Bedauerlich das sie sich mit ins Unglück gestürzt haben, aber Sabu ist ein wenig eigensinnig in der Wahl seiner Gäste.“
Die schwarzhaarige und narbenübersäte Veteranin zog sich verängstigt an einer der Säulen auf die Beine.
„Du... wirst mich also nicht töten?“ jammerte die Frau.
Vala warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Wieso sollte ich? Ich habe noch nie eine Waffe in die Hand genommen.“
„Aber du sagtest doch du wärest eine Meuchlerin?!“
Vala streifte sich gelangweilt das verdreckte Gewand über und sprang barfüßig über die Leichen zu der älteren Frau herüber.
„Aber keine Gewöhnliche. Ich suche mir ein Opfer aus und dieses Opfer stirbt. Wann ich will und wo ich will. Du bist eine Kämpferin. Du tötest mit deinem Schwert, das ist dein Werkzeug. Ich hingegen verwende kein Werkzeug. Ich richte lediglich die Gefahr ein, in die sich mein Ziel aus freien Stücke begibt.“
Die Frau zögerte kurz, bevor sie wagte die Klinge wieder aufzuheben und vorsichtig zu verstauen.
„Darf ich jetzt gehen?“
Vala lächelte.
„Hast du was zu Essen dabei? Und zu Trinken?“
Die Frau ignorierte ihre eigene Überraschung ob dieser Frage und begann in ihrem Lederbeutel zu kramen.
„Hier, ein wenig Wurst. Und mein Weinschlauch.“
„Gib mir beides.“ lächelte Vala.
„Glaub mir, ich brauche das nötiger als du.“
Nachdem sie Wurst und Wein mit einem gezielten Wurf in den Sarg geworfen hatte, schlenderte Vala leichtfüßig zur Stirnseite der Krypta hob den Sargdeckel an, während sie interessiert den hastigen Schritten der fliehenden Kriegerin lauschte.


Erneut zu Gast in einem Sarg...
Stimmen drangen an ihr Ohr, als sie den Deckel erneut über sich schloss und wenig später hallten Schritte durch den Raum.
Ein Schrei des Entsetzens war zu vernehmen, als sie die Krypta betraten.
Vala vernahm zwei weibliche Stimmen die sich unterhielten.
„Na sowas. Der fette Dureth. Dahingerafft von seiner eigenen Überheblichkeit. Geschieht ihm Recht. Vielleicht kehrt nun wieder etwas Ruhe ein.“
„Was sollen wir mit dieser Söldnerin machen, die wir am Ausgang geschnappt haben, Herrin? Die gehörte offensichtlich zu Dureths Leuten.“
„Was ist denn das für eine Frage, Vrina? Macht das Miststück einen Kopf kürzer. Und dann hol die anderen und entferne diesen Saustall hier. Einige dieser fetten Prinzen schnallen es wohl nie, dass man hier nicht einfach so reinspazieren kann.“


Ein letztes Mal in einer Krypta...
Cazanda war ungern in der alten Krypta und doch hatte sie sich nicht gerade widerwillig Danicas Grableuchten angeschlossen. Die alten Grüfte waren so ziemlich der ruhigste Ort in der ganzen Stadt und außerdem musste man hier nicht die durchaus naheliegende Gefahr von Raub, Mord und Schlimmeren befürchten, da sich die Kontrahenten, wie durch ein unausgesprochenes Gesetz geregelt, von den alten Grabstätten fernhielten. Dennoch war dies kein Ort für ein junges Mädchen, wie sie es war. Ständig spielten einem die Schatten üble Streiche und die unheimlichen Ornamente auf dem Sarg des geliebten Sultans trugen nicht gerade dazu bei ihre Stimmung zu heben.
Als sie die letzte Leiche auf den äußerst porös anmutenden Schubkarren verstaut hatte vermeinte sie gar schmatzende Geräusche aus des Sultans letzter Ruhestatt zu hören.
Nichts wie raus aus dieser unheimlichen Kulisse...
Cazanda und ihr Karren rumpelten in die Dunkelheit.
 
« Letzte Änderung: Januar 06, 2008, 23:15:36 von Dominik » Gespeichert
Thorus84
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Umzugshelfer


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« Antworten #1 am: Januar 12, 2008, 23:49:35 »

Och kommt schon... So ein bisschen Feedback wäre wirklich vorteilhaft bevor ich weiterschreibe.  Embarrassed  Wink
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Jens_85
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Beiträge: 4.596



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« Antworten #2 am: Januar 13, 2008, 11:32:30 »

Momentan habe ich leider keine Zeit un Muße, Geschichten zu lesen. Ich wünschte es... meine Zeit im Forum beschränkt sich auf
=> Überblick verschaffen
=> schnell evtl. etwas Projektbezogenes (Rakshazar) tun
=> Datenbank sichern
=> meine 1000 anderen Aufgaben im RL erledigen.
Im April habe ich wieder freie Luft, einfach mal was zu lesen, denke ich... Undecided
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Zoe Lothíriel
Kometenfee & Kettenbikinihuhn
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Beiträge: 122


Dreamfall Chapters! Ich freue mich drauf!^^


« Antworten #3 am: Januar 13, 2008, 14:54:41 »

Die "Meuchlerin die nicht meuchelt"? Sag mal spinnst du? Na, ich bins ja gewöhnt bei dir...  Grin


Nee, sieht schonmal gut aus. Denk aber bitte noch an den "Kunstgriff" den ich dir auferlegt habe, ja?
Und den nächsten Teil führe dann ich wieder weiter.
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""Da diese Chutram-Variante aber, wie fast alle anderen auch, mit komplizierten akrobatischen Verrenkungen verbunden ist, wird die höhere Extase bei den Sklaven oft durch schmerzhaft überdehnte Gelenke getrübt."

Rakshazar - Hinter dem Schwert
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