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Oktober 21, 2019, 21:15:52
Rakshazar - Forum  |  Rakshazar  |  Hinter dem Schwert (Moderatoren: Thorus84, Yanken)  |  Thema: Multikulturen 0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Multikulturen  (Gelesen 22329 mal)
Mæglin
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« Antworten #150 am: November 02, 2009, 14:03:11 »

Als wahre Helden unter den unfreien Legiten werden die Schmuggler und Kontaktleute verehrt, denen es vergönnt ist Nachrichten und Waren mit der Außenwelt auszutauschen. Auch Diebe die den Mut haben von ihren Herren zu stehlen - und womöglich auch noch ihre Beute mit den Mitgefangenen teilen - stehen hoch im Ansehen. Nicht selten nehmen diese Leute, die wohl in der freien Welt als krimineller Abschaum verschrien gewesen wären, in den Lagern entscheidende und führende Positionen innerhalb der Sklavengesellschaft ein. Direkt unter ihnen stehen diejenigen die in der Unfreiheit eines Sklavenlagers geboren wurden oder mit einer hohen Lebenszeit in Gefangenschaft aufwarten können. Ganz unten stehen die Neulinge, sowie diejenigen die sich nicht integrieren wollen. Sie sind in den Augen der Anderen auf einer Ebene mit verräterischen Spionen ihrer Herren oder Versagern, wegen deren Unfähigkeit mitunter alle Mitglieder des Lagers gleichermaßen bestraft werden. Solche Leute haben bei entsprechendem Fehlverhalten nicht selten sogar den Tod durch hinterhältigen Meuchelmord zu erwarten, den die einflussreichsten Sklaven zur "Wahrung der Verhältnisse" in Auftrag geben.
Die Zentren dieser Kultur finden sich in den Sklavenghettos, wie sie z.B. in Yal-Mordai, Teruldan oder Xhoulajambo vorzufinden sind. Waren diese Stadtteile einst noch als bequeme Lösung für die einfache Unterbringung der Sklaven gedacht, stellte sich schon bald Ernüchterung ein. Die Anzahl der Gefangenen wuchs übermäßig im Vergleich zu ihren wenigen Bewachern. Die einflussreichsten Sklaven nutzten diese Chance und übernahmen im Untergrund mit ihren Banden die Kontrolle über große Teile der Ghettos. Nur noch tagsüber trauen sich die Wächter in diese abgesperrten, von hohen Mauern umgebenen Stadtviertel, da schon viele ihrer Kollegen hier ihr Leben lassen mussten. So begnügen sich die Herren damit, dass sie mit regelmäßigen Machtdemonstrationen durch öffentliche Hinrichtungen , Folterungen, peniblen und schickanierenden Kontrollen, (Dafür müsste man ja wieder ins ghetto rein...und das will man doch möglichst vermeiden... Roll Eyes) oder Verweigerung von Nahrungslieferungen an Arbeitsverweigerer (Die werden wohl kaum die Nahrung einzeln an die Sklaven verteilen...dafür müsste man sich ja wieder in den Hexhekessel ghetto wagen...ich denke mal mann karrt das Zeug rein und überlässt den Sklaven die verteilung...wenn leute nicht arbeiten wollen dann wird halt die gemeinschaft aller sklaven bestraft, indem das ganze ghetto keine Nahrung kriegt und darauf gebau, dass die sklaven sich schon gegenseitig "erziehen"... Wink), zumindest den Großteil der Sklaven auch weiterhin zur Arbeit zwingen können. Dennoch gibt es nicht wenige die sich dessen entziehen, darunter natürlich auch die einflussreichen Machthaber des Sklavenviertels und deren engster Kreis. Mit diesem prekären Umstand können die Sklavenhalter dennoch besser leben als mit einem Aufstand oder längerfristigen Arbeitsausfällen. Hier in den Ghottos weht ein anderer Wind als in den kleineren, leicht kontrollierbaren Sklavenlagern - die Stimmung kann schnell kippen und Waffen für einen Aufstand sind in der Regel schon längst in ausreichender Menge hineingeschmuggelt worden. Es gab sogar schon Gerüchte, dass die "Sklavenkönige" mit den Sklavenhaltern oder auch den Wächtern gemeinsame Sache machen um jeweils ihre Positionen zu erhalten und weiter zu verbessern.
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Yanken
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« Antworten #151 am: November 12, 2009, 10:02:01 »

@Jens: Sollen wir den Text der "Freien Lager" und "Sklavenlager" noch in die "Unfreien Legiten" reinwursten... oder möchtest du einen eigenen Abschnitt für die "Sklaven der Schwefelklippen" schreiben?

Ich denke man könnte schon einen weiteren Abschnitt daraus machen.



Troll-Sklavenlager / Sklavenlager

Flufftext
Lita schnaufte, als sie den schweren Holzeimer mit Geröll endlich absetzen und die Schöpfkelle zur Hand nehmen konnte. Gierig trank die ausgemergelte Gestalt von dem schalem Wasser und reichte sie dann an Fegg weiter. Sie versuchte den Blick von den Speeren abzuwenden, die den Pfad säumten. Köpfe von Ungehorsamen und Flüchtlingen steckten auf jeder der rostigen Spitzen. Lita beachtete sie nicht. Lita beachtete die Schädel nie. "Bleibt es dabei?" flüsterte sie und ließ sich, immer noch außer Atem, auf einem der staubigen Felsen nieder. Lita leckte den Salzgeschmack von ihren rissigen Lippen und schloss erschöpft die Augen. "Heute Nacht ist der Zeitpunkt günstig. Der Mond ist jung, sein Licht ist schwach. Wir sollten trotzdem nicht ohne Harett gehen." Keuchend massierte die junge Frau ihre geschwollenen nackten Füße. "Er kommt nicht wieder. Er hätte längst wieder hier sein müssen. Wahrscheinlich wurde er entdeckt oder verpfiffen. Ich habe Angst, Fegg." Der große Sklave blickte sich vorsichtig um, bevor er sich neben Lita setzte und einen Arm um ihre Schultern legte. "Angst vor der Freiheit? Was haben wir schon zu verlieren? Warte auf das Zeichen das ich dir geben werde und dann kriechst du in die Öffnung. Oben angekommen rennst du so schnell du kannst in Richtung Sonnenaufgang und bleibst nicht eher stehen bis du auf 12 Steinwürfe vom Lager entfernt bist. Dort wartest du bis zum Morgen auf mich. Sollte ich nicht kommen, dann suche allein dein Glück. Sage dem Propheten das sein Diener Fegg nicht kommen wird." Fegg erhob sich und wuchtete den schweren Eimer mühsam auf seine Schulter. "Geh jetzt, bevor jemand neugierig wird wo du bleibst." Lita rappelte sich auf und lief ohne ein weiteres Wort zu den anderen zurück. "Rondra mit dir, meine Schwester in Ketten. Möge dir ein besseres Schicksal beschieden sein als deinem Bruder Gorgen." Als der Abend kam packte der Hüne seine Habe und schlich zum Ausgang des Talkessels. Das Feuer brannte nur noch schwach und so konnte er sich unbemerkt von einem Schatten zum nächsten stehlen bis er den baufälligen Palisadenwall erreichte. Er formte die Hände zu einem Kegel und stieß den leisen Ruf des Nebelkäuzchens aus, bevor er sich unter dem Tor hindurchzwängte. "Wen haben wir denn da?" rief eine wohlvertraute Stimme und Fegg fuhr der Schreck in die müden Knochen. "Da will doch nicht einer stiften gehen?" Der bullige Aufseher hatte sich mit seinen Schindern in einem Halbkreis vor dem Tor postiert und wiegte seine stachelbewehrte Keule in beiden Händen. "Da hat sich wohl einer eine extra Ration feinsten Gurjus verdient, meint ihr nicht auch Jungs?" Mit Entsetzen registrierte er die schlanke Gestalt Litas, die beschämt zu Boden blickend hinter den lachenden Männern stand. "Geh nun zurück ins Lager, Sklavenhure und hole dir deinen Lohn beim Proviantmeister ab." Lita wagte es nicht den sich nun erhebenden Fegg in die Augen zu blicken und ging schlurfend an ihm vorbei. "Tut mir Leid", sagte sie leise "Sie haben meinen Bruder." Fegg versuchte ihren Blick einzufangen und schrie sie an: "Dein Bruder ist tot, du verräterische Schlampe! Mögen die Götter dich strafen! Dich und deine ganze Sippe!"Da ging die Sklavin und ließ die Männer alleine. Herausfordernd blickte er die Schinder an. "Ihr könnt mich töten, doch es werden andere kommen. Und dann werdet ihr für eure Schandtaten zur Rechenschaft gezogen, bei Rondra!" In der Ferne gab es ein Wetterleuchten und legte für einen kurzen Augenblick ein geisterhaftes Licht auf die Züge des pervers grinsenden Aufsehers. "Lass sie kommen!" grölte er und holte zum Schlag aus. Als die Sonne aufging steckte ein weiterer Schädel am Wegrand des Minenpfades. Lita beachtete ihn nicht. Lita beachtete die Schädel nie.


In abgeschiedenen Tälern, zwischen deren berghohen Klippen es keinen Ausweg gibt, leben viele Menschen, Orks, Zwerge und Echsen als Sklaven und müssen Trollen Erz aus den für sie zum Teil viel zu schmalen Spalten holen. Sie werden dabei selbstorganisiert der Arbeit überlassen, schauen die Trolle doch oft nur wöchentlich vorbei, um sich ihr Erz abzuholen. Manche Sklaven sind sogar so treu, dass sie mit schwer beschützten Konvois das Erz zum Troll bringen. Dennoch gibt es kein Entkommen: Selbst wer einem Troll entkommt, läuft bald einem anderen in die Arme oder geht an der grausamen Wildnis zugrunde...

Lebensraum
Die Sklaven dürfen kleine Täler ohne nennenswerte Nahrungsquellen in der Nähe bewohnen; alle Monster hält der Troll von ihnen fern – aber auch viel jagdbares Wild. Hier in den kargen, heißen Klüften der oberen Berge dürfen sie vor sich hin vegetieren.

Lebensweise
Meist haben die Bewohner recht gut ausgebaute Wohnstätten, gefertigt von kundiger Trollhand, und auch Essen, Werkzeug und manchmal sogar Wasser beziehen sie, genau wie Schutz, vom Troll.

Weltsicht und Glaube
Götter werden allgemein nicht verehrt. Der Troll zeigt den Sklaven, dass es ihr Schicksal aufgrund früherer Verfehlungen ist, sich ihm zu fügen, wobei viele das nicht wirklich glauben. Sie sind eher schwach im Glauben, so dass sie sich von charismatischen Sektenführern jederzeit abwerben lassen würden, und so entstehen auch die meisten Aufstände, freien Lager und Anhänger Myrokars. Nichtsdestotrotz braucht es einige Überzeugungskraft, sie zu bekehren, denn die Angst vor den Trollen wiegt oft schwerer als warme Worte.

Magie
In den Sklavenlagern werden magiebegabte Wesen von den Trollen aussortiert und fortgebracht, um ihre Ausbildung bei einem Gnarra-Knock zu absolvieren und anschließend magischer Sklave zu sein oder, sollte das Wesen bereits eine Tradition erlernt haben, geopfert zu werden. Magische Sklaven gelten als Unglücksbringer (was sie oft auch sind), weshalb sie auch bei ihren Mitsklaven oft schlecht angesehen
sind.

Tracht und Bewaffnung
Den Sklaven ist das Tragen von Waffen verboten, und Rüstungen bekommen sie erst gar nicht. Das heißt aber nicht, dass sich nicht eine blühende Improvisationskultur entwickeln konnte. Gefundenes Vulkanglas kann zu tödlich scharfen Einwegmessern geschlagen werden, Fesselseile aus manchen Geflechten in den Höhlen sind sehr beliebt, und eine der gefährlichsten Waffen ist die „Seilklinge“, ein einfaches Vulkanglasprojektil an einem kurzen Seil, das gefährlich gewirbelt werden kann und oft kampfentscheidend wirkt.
Rüstungen kennen nur die wenigsten Sklaven. Sie kleiden zumeist sich in Felle, die ihnen der Troll bringt oder stellen sich selbst ihre Dinge aus vorhandenen Materialien her: Geflechte, Felle, Leder. Da es allerdings ziemlich warm ist, tragen die meisten Sklaven nur wenig am Körper. Handwerkskunst: Hier lebt man von dem, was der Troll einem gibt. Oft sind dies Werkzeuge der späten Steinzeit, welche die Sklaven teils selbst herstellen können, teils aber auch Dinge aus Bronze, von deren Herstellung sie keinen blassen Schimmer haben.

Sitten und Bräuche
Da sie sich selbst organisieren dürfen, haben sie, ähnlich wie die freien Lager, eine Gemeinschaft aufgebaut, in der die Stärkeren über die Schwächeren herrschen. Da die Trolle aber darauf achten, dass ihre Sklaven sich nicht gegenseitig umbringen, bestehen Strafen und Entscheidungen häufig aus Entstellungen.

Darstellung
Sklaven sind ein hartes, kurzes Leben gewöhnt und fürchten Trolle wie nichts anderes – denn sie haben bisher fast ausschließlich ihren Zorn zu spüren bekommen. Helden aus einem Sklavenlager sind entweder Visionäre mit Träumen von Freiheit und Glück oder Opportunisten, die das Beste aus ihrem Leben machen wollen. Sie leben mehr für den Augenblick als alle anderen und haben einen, auf Trolle bezogen, großen Aberglauben,.

Was denken die Sklavenlager über…
Riesen: „Die Trolle schützen uns vor ihnen – und das ist gut so!”
Trolle: „Sie sind unsere Herren und sorgen gut für uns...”
Slachkaren: „Manchmal bringen die Trolle Neulinge aus ihren Stämmen zu uns – dann bringen wir ihnen bei, wie sie ihren neuen Herren zu dienen haben. Sie passen sich erstaunlich gut an.”
Sanskitaren: „Diese seltsamen Menschen fluchen in einer merkwürdigen Zunge – sie sind viel zu jähzornig, und das ist nicht gut für sie.”
Yetis: „Die Trolle sagen, ihre Brüder leben oben auf den eisigen Spitzen der Berge. Es ist verbotenes Land, nur manchmal gehen manche von uns mit den Trollen dorthin – doch unsere Leute kehren nie zurück.”
Brokthar: „Krieger die versuchen, die Trolle zu töten. Wir beschützen die Trolle gegen sie mit aller Macht”!



(Un)Freies Lager

Diejenigen, die in „Freiheit“ aufgewachsen sind oder gar geboren wurden, kennen ein hartes und entbehrungsreiches, nichtsdestotrotz selbstbestimmtes Leben und die Einigkeit ihrer Gemeinschaft – egal welcher Rasse sie angehören.

Lebensraum
In den Schwefelklippen oft in versteckten Klippen, gut zu schützenden Höhlen, ehemaligen Trolllagern, aber fast immer in der Nähe einer guten Nahrungsquelle – entweder einem fischreichen Gewässer, guten Jagdgründen oder reicher Vegetation (am seltensten). Die Lager sind etwa auf halber Berghöhe, wo die Bewohner nicht immer der glühenden Lava ausgesetzt sind.

Lebensweise
Den Lebensstil bestimmt das Niveau der Baukunst, welche die wenigen Dutzend Bewohner beherrschen. Oft sind die Gebäude nur Häuser und Palisaden aus Holz, manchmal aus Stein, selten haben sie Metallverstärkungen. Stahl an sich ist recht begrenzt verfügbar, da die meisten Lager ihn nicht selbst herstellen können, sondern sich aus den Vorräten der getöteten Trolle, aus Raubzügen oder Zusammenschlüssen mit anderen Lagern bedienen. Das Lager ist für den Bewohner der engste Bezugspunkt in seinem Leben.

Weltsicht und Glaube
Oft sterben Lager schon früh aus, ohne dass sich eine besondere, zentrale oder auch nur gut durchdachte Lebensphilosophie bilden könnte – doch selbst wenn sich etwas offenbart, sind sie große Zweifler. Sie leben von der Hand in den Mund, und es hängt ganz von der Moral des Lagers ab, ob man friedliche Koexistenz mit anderen Lagern anstrebt oder blinde Zerstörungswut die Mitglieder beherrscht.

Magie
In den freien Lagern werden Magier selten gerne gesehen, aber oft kurzzeitig toleriert, wenn ein Magier das Lager überzeugen konnte, dass man seine Kraft braucht. Wesen, die magisches Talent zeigen, werden entweder getötet, ausgestoßen, ihrer Magie irgendwie beraubt oder von einem Fremden fortgebracht, um bei ihm die Kunst der Magie zu erlernen. Niemals jedoch hat ein Lager eine magische Lehrtätigkeit
lange überlebt.

Tracht und Bewaffnung
Die Bewohner kleiden sich in das, was sie kriegen können, und das sind meist Felle. Nur Eingeweihten ist es möglich, anhand des Fells, des Leders oder Metallteilen, der Form und der Farbe zu unterscheiden, zu welchem Lager ein spezieller Bewohner gehört. Manchmal tragen die Lagerbewohner auch Tuch- bzw. Leder- oder gar Metallrüstungen, wobei dieses dann den Anführern vorbehalten ist. Waffen sind oft Speere und grobe Äxte aus Stein, wenn gerade nichts Besseres da ist. Ansonsten bestimmen die Dinge, die vom Troll mitgenommen wurden, die Ausrüstung – das können auch schon mal grobe Schwerter, Streitkolben oder andere Klingen (lies: noch größere Schwerter) sein. Wenn sich gar ein Schmied im Lager findet, kann es sein, dass ein komplettes Lager mit groben und scharfen Schwertern ausgestattet ist. Beliebt sind auch Speere mit Metallspitze und Äxte mit Stahlblatt – wenn man denn an solche herankommt...

Handwerkskunst
Es liegt am Lager selbst, was sich aus ihm entwickelt: Wird es durch den Entzug der Gaben der Trolle in die Steinzeit zurückgeschleudert? Oder kann es noch alte Geheimnisse bewahren, die es teilweise sogar ermöglichen, eisenzeitliche Dinge herzustellen? Das Wissen ist von Lager zu Lager verschieden, die Ressourcen allerdings oft recht großzügig, was bronzezeitliche Dinge angeht.

Sitten und Bräuche
Angeführt werden die Lager meist von demjenigen, der sie aus der Knechtschaft des Trolls befreite. Ist dieser bereits verstorben so gibt es nach Art des Lagers einen Nachkommen, der weiter bestimmt, oder die potenziellen Nachfolger schlagen sich so lange den Schädel ein, bis nur noch einer steht. Patriarchat ist die Regel – wenn innere Zwistigkeiten vorherrschen, schickt man die Streithähne oft in eine „Arena“, in der sie es unter sich ausmachen müssen. Oft darf nur einer die Arena wieder lebend verlassen. Bei eher friedlichen Stämmen ist dies auch die bevorzugte Art der Kriegsführung, um große Verluste bei einer Schlacht zu vermeiden. Dort treffen sich entweder die beiden Anführer oder die stärksten Kämpfer des Lagers, was meist keinen Unterschied macht. Der Kampf bestimmt also auch das Leben innerhalb der freien Lager sehr stark.

Darstellung
Bewohner freier Lager sind hartgesottene Leute, die nichts so leicht aus der Ruhe bringen kann. Sie besitzen ein erstaunliches Talent aus dem Vorhandenen das Beste zu machen und leben nach der Devise „von der Hand in den Mund – und zwar so viel du kriegen kannst“! Bessere Ausrüstung oder gar die Aussicht, so etwas wie Hüttenkunde oder Schmieden zu erlernen, ist für sie Motivation genug, sich teilweise jahrelang vom Lager zu trennen – nur um danach eventuell nur noch Ruinen vorzufinden...

Was denken die freien Lager über…
Riesen: “Möge uns eine solche Katastrophe niemals heimsuchen!”
Trolle: “Verfluchte Sklavenschinder. Vernichtet sie, wo ihr sie seht! RUHM DEN BEFREIERN!”
Slachkaren: “Selten kommen uns wirklich einmal Stämme in die Quere. Wenn es nochmal passiert, sind wir geliefert!”
Sanskitaren: “Wer? Ach die, aus deren Händen wir diese Waffen hier haben? Ja, sie sind tot.”
Yetis: “Manche von ihnen sollen auf den Berggipfeln wohnen, deshalb gehen wir da nicht hin.”
Brokthar: “Miese Räuber, aber wenn man ihre Waffen in die Finger kriegen kann, ist man ein gemachter Mann und hat fast so viel Ruhm wie ein Befreier!”


Kulturvariante: Splitterlager
Manche Lager haben zu große Furcht vor der Rache der Trolle oder haben zu viel Angst vor der Unwirtlichkeit der Schwefelklippen. Wenn diese dazu noch das große Glück haben, am Rand der Berge zu leben, ziehen sie oft fort, in der Hoffnung, einen Ort zu finden, an dem sie reich und mächtig werden können. Manchmal überleben sie diese Reise und ihre Ankunft tatsächlich und werden dank ihrer überlegenen Technologie und ihrer Anzahl zu einem regionalen Machtfaktor, der andere Barbarenstämme unterdrückt, vereinigt oder schlicht vernichtet. Das Leben in so einem Lager ist härter als in den Schwefelklippen, wenn es sich erst beweisen muss, aber einfacher als dort, wenn es sich erst einmal bewiesen hat.
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Yanken
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« Antworten #152 am: November 12, 2009, 11:18:52 »

Ich denke man könnte die Trollsklaven allgemein beschreiben... also auch die Stadt-Trollsklaven von Gamkaltor mit rein packen...

Ich versuch es mal... auch wenn meine Kreativität zur Zeit erschöpft ist.

Kernaussage: Die Sklaven der Trolle verwalten sich selbst und setzen sich gegenseitig unter Druck und es gibt eigentlich keine oder nur wenige explizite Bewacher.


Trollsklaven

Eine besondere Lebensweise und Geisteshaltung der "Unfreien Legiten" hat sich unter der Trollherrschaft entwickelt. Setzen diese bei der Sklavenhaltung doch eher auf unkonventionelle Methoden. Statt die Sklaven zu verwalten und ständig zu bewachsen oder anzuketten, überlassen sie es den Sklaven selbst, dass Problem mit den Fliehenden oder Aufständischen zu lösen, für Unterhalt zu sorgen und die Arbeit zu erledigen. Ihr Druckmittel ist dabei vor allem schreckliche Gewalt, von Folter bis grausame Hinrichtungen und die Gewissheit, dass die Fliehenden nicht allzu weit kommen und dann irgendwann in den Händen eines anderen Trolles landen oder in der Wildnis verenden. Zudem haben die zurückgebliebenen Sklaven kein Interesse daran, dass die Arbeitskräfte fliehen, da sonst die geforderten Arbeiten niemals erledigt werden können, was wiederum die Angst vor Folter, Qual und Tod antreibt.
Die Lebensumstände der Unfreien in Trollklavenschaft kann man grob in drei Arten einteilen:
Zum einen gibt es die Stadtsklaven. Jene die in einer der vielen Trollsiedlungen oder auch der Trollstadt Gamkaltor leben. Ihnen kommt das beste Los zuteilt. Gilt hier doch das Mittel der Gewaltandrohung als letzte Instanz. Statt dessen werden sie meist pfleglich behandelt, da die Trolle die Erfahrung gemacht haben, dass sich auf diese Weise die beste Arbeitsleistung herausholen lässt. Dennoch hat die gute Sklavenarbeitsleistung auch sicherlich etwas damit zu tun, dass sich die Sklaven in einer Stadt voller Trolle keine üblen Fehltritte erlauben können, denn kaum etwas bleibt unbemerkt. Auch die relativ guten Lebensbedingungen und die Nahrungsversorgung, sowie die moralisch gewachsene und immer wieter verbreitete Verantwortung der Sklaven sich ihren Herren gegenüber loyal zu verhalten, tragen enorm zum guten Ruf der städtischen Trollsklaven bei. Gelten doch auf dem Sklavenmarkt von Gamkaltor die hier in der Stadt aufgewachsenen Sklaven als beste Ware in ganz Rakshazar. Zur Unterscheidung wem welche Sklaven gehörten oder ob es sich um Sklaven im Dienst der Trollkönigs handelt, erkennt man brauenen Jutesack und der darauf gemalten persönlichen Rune, den die Sklaven stets zu tragen haben.
Die zweite und größte Gruppierung sind die Bewohner der selbstorganisierten Sklavenlager. Diese sind eigentlich überall dort zu finden, wo es mit Feldarbeit oder vor allem Bergbau etwas kostbares zu holen gibt. Dies kann überall im Tal der Klagen, im Ödlandt, im Ödlandtwall oder auch in den Schwefelklippen sein. Die berüchtigste und häufig anzutreffenste Gattung ist aber das Sklavenlager in den rohstoffreichen, berüchtigten und gefährlichen und unwirklichen Bergregionen der Schwefelklippen. Diese Lager liegen meist in den Hängen, Tälern und Kuppen, meist etwa auf halber Berghöhe in der Nähe einer "guten" Nahrungsquelle und damit tief in der Wildnis, womit eine Flucht keine allzu zukunftsträchtige Option ist. In fast allen Fällen werden die Lager sich selbst überlassen, schauen die Trolle doch oft nur alle paar Tage vorbei, um sich ihr Erz abzuholen. Alles, vom Bau der Siedlung, über die Nahrungsbeschaffung, bis Schutz der Siedlung gegen Faulzwerge, Weißpelzorks oder die Bestien der Schwefelklippen erledigen die Sklaven in Eigeninitiative. Wie sie sich dabei untereinander organisieren, wer Entscheidungen trifft oder in welchem Stil die Häuser errichtet werden, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten, Charakteren und kulturellen Hintergrunden der Unfreien ab. Wichtig ist den Trollen nur, dass die Arbeit erledigt wird und das keine auf die Idee kommt abzuhauen.
Die dritte Art der Trollskalven, hat die ironische Besonderheit das es sich hierbei eigentlich um befreite oder geflohene, ehemalige Sklaven handelt, die aber auf Grund ihrer Kultur - die viele von Kindesbeinen verinnerlicht haben - keine andere Lebensweise kennen, als sich in Lagern irgendwo in den Schwefelklippen zu organisieren. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diesen "freien" Lager meist schon nach kurzer Zeit wiederum Despoten und Unterdrücker vorstehen, die einfach die Rolle der nichtvorhandenen Trollherren übernehmen. Dieser Umstand ist sogar die Regel. Freie oder unfreie (Skalven-)Lager unterscheiden sich also kaum, abgesehen von Kleinigkeiten und der Tatsache, dass es in gut der Hälfte aller "freien" Lager erlaubt ist die Gemeinschaft zu verlassen.

Hab jetzt nicht nochmal drüber gelesen... es wird so wohl noch so einiges sehr komisch lesen.


Was vielleicht noch erwähnenswert ist:
- Magiebegabte Sklaven werden von Gnarra-Knock zu "magischen Sklaven" ausgebildet, welche allerdings verhasst sind und als unglücksbringer gelten. Magier anderer Traditionen werden erschlagen.
- Es gibt hier viele Sekten.
- Einige sehnen sich nach der Gemeinschaft und dem Glauben von Myrokar und hoffen, dass dessen Tross hier eines Tages vorbei zieht.
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« Antworten #153 am: November 12, 2009, 13:18:04 »

Troll-Sklavenlager / Sklavenlager

Flufftext
Lita schnaufte, als sie den schweren Holzeimer mit Geröll endlich absetzen und die Schöpfkelle zur Hand nehmen konnte. Gierig trank die ausgemergelte Gestalt von dem schalem Wasser und reichte es dann an Fegg weiter. Sie versuchte den Blick von den Speeren abzuwenden, die den Pfad säumten. Köpfe von Ungehorsamen und Flüchtlingen steckten auf jeder der rostigen Spitzen. Lita beachtete sie nicht. Lita beachtete die Schädel nie. "Bleibt es dabei?" flüsterte sie und ließ sich, immer noch außer Atem, auf einem der staubigen Felsen nieder. Lita leckte den Salzgeschmack von ihren rissigen Lippen und schloss erschöpft die Augen. "Heute Nacht ist der Zeitpunkt günstig. Der Mond ist jung, sein Licht ist schwach. Wir sollten trotzdem nicht ohne Harett gehen." Keuchend massierte die junge Frau ihre geschwollenen nackten Füße. "Er kommt nicht wieder. Er hätte längst wieder hier sein müssen. Wahrscheinlich wurde er entdeckt oder verpfiffen. Ich habe Angst, Fegg." Der große Sklave blickte sich vorsichtig um, bevor er sich neben Lita setzte und einen Arm um ihre Schultern legte. "Angst vor der Freiheit? Was haben wir schon zu verlieren? Warte auf das Zeichen das ich dir geben werde und dann kriechst du in die Öffnung. Oben angekommen rennst du so schnell du kannst in Richtung Sonnenaufgang und bleibst nicht eher stehen bis du auf 12 Steinwürfe vom Lager entfernt bist. Dort wartest du bis zum Morgen auf mich. Sollte ich nicht kommen, dann suche allein dein Glück. Sage dem Propheten das sein Diener Fegg nicht kommen wird." Fegg erhob sich und wuchtete den schweren Eimer mühsam auf seine Schulter. "Geh jetzt, bevor jemand neugierig wird wo du bleibst." Lita rappelte sich auf und lief ohne ein weiteres Wort zu den anderen zurück. "Rondra mit dir, meine Schwester in Ketten. Möge dir ein besseres Schicksal beschieden sein als deinem Bruder Gorgen." Als der Abend kam packte der Hüne seine Habe und schlich zum Ausgang des Talkessels. Das Feuer brannte nur noch schwach und so konnte er sich unbemerkt von einem Schatten zum nächsten stehlen bis er den baufälligen Palisadenwall erreichte. Er formte die Hände zu einem Kegel und stieß den leisen Ruf des Nebelkäuzchens aus, bevor er sich unter dem Tor hindurchzwängte. "Wen haben wir denn da?" rief eine wohlvertraute Stimme und Fegg fuhr der Schreck in die müden Knochen. "Da will doch nicht einer stiften gehen?" Der bullige Aufseher hatte sich mit seinen Schindern in einem Halbkreis vor dem Tor postiert und wiegte seine stachelbewehrte Keule in beiden Händen. "Da hat sich wohl einer eine extra Ration feinsten Gurjus verdient, meint ihr nicht auch Jungs?" Mit Entsetzen registrierte er die schlanke Gestalt Litas, die beschämt zu Boden blickend hinter den lachenden Männern stand. "Geh nun zurück ins Lager, Sklavenhure und hole dir deinen Lohn beim Proviantmeister ab." Lita wagte es nicht den sich nun erhebenden Fegg in die Augen zu blicken und ging schlurfend an ihm vorbei. "Tut mir Leid", sagte sie leise "Sie haben meinen Bruder." Fegg versuchte ihren Blick einzufangen und schrie sie an: "Dein Bruder ist tot, du verräterische Schlampe! Mögen die Götter dich strafen! Dich und deine ganze räudige Sippe!" Da ging die Sklavin und ließ die Männer alleine. Herausfordernd blickte er die Schinder an. "Ihr könnt mich töten, doch es werden andere kommen. Und dann werdet ihr für eure Schandtaten zur Rechenschaft gezogen, bei Rondra!" In der Ferne gab es ein Wetterleuchten und legte für einen kurzen Augenblick ein geisterhaftes Licht auf die Züge des pervers grinsenden Aufsehers. "Lass sie kommen!" grölte er und holte zum Schlag aus. Als die Sonne aufging steckte ein weiterer Schädel am Wegrand des Minenpfades. Lita beachtete ihn nicht. Lita beachtete die Schädel nie.


In abgeschiedenen Tälern, zwischen deren berghohen Klippen es keinen Ausweg gibt, leben viele Menschen, Orks, Zwerge und Echsen als Sklaven und müssen für die Trolle Erz aus den für sie zum Teil viel zu schmalen Spalten holen. Sie werden dabei in der Regel gänzlich sich selbst und ihrer Arbeit überlassen, schauen die Trolle doch oft nur wöchentlich vorbei, um sich ihr Erz abzuholen. Manche Sklaven sind sogar so treu, dass sie mit schwer beschützten Konvois das Erz zu den Trollen bringen. Dennoch gibt es kein Entkommen: Selbst wem es gelingt aus einem der Lager zufliehen, läuft bald einem anderen Troll in die Arme oder geht in der grausamen Wildnis zugrunde...

Lebensraum
Die Sklaven dürfen kleine Täler ohne nennenswerte Nahrungsquellen in der Nähe bewohnen; alle Monster hält ihr Troll von ihnen fern – aber auch viel jagdbares Wild. Hier in den kargen, heißen Klüften der oberen Berge vegetieren sie vor sich hin. (Soll es wirklich immer nur ein Troll sein?...Darüber würden sich meine Spiueler glaub ich totlachen...Trolle sinddstrk und gut ausgerüstet ok...aber trotzdem...ein Troll gegen 100 Menschen? keine chance... Undecided)

Lebensweise
Meist haben die Bewohner recht gut ausgebaute Wohnstätten, gefertigt von kundiger Trollhand, und auch Essen, Werkzeug und manchmal sogar Wasser beziehen sie, genau wie Schutz, vom Troll.

Weltsicht und Glaube
Götter werden allgemein nicht verehrt. Der Troll zeigt den Sklaven, dass es aufgrund früherer Verfehlungen ihr Schicksal ist, sich ihm zu fügen. Gelegentlich jedoch lassen sich auch einige Sklaven von charismatischen Sektenführern bekehren, und so entstehen auch die meisten Aufstände.

Magie
In den Sklavenlagern werden magiebegabte Wesen von den Trollen aussortiert und fortgebracht, um ihre Ausbildung bei einem Gnarra-Knock zu absolvieren und anschließend magischer Sklave zu sein oder, sollte das Wesen bereits eine Tradition erlernt haben, geopfert zu werden. Magische Sklaven gelten (oftmals zurecht) als Unglücksbringer, weshalb sie bei ihren Mitsklaven oft schlecht angesehen sind.

Tracht und Bewaffnung
Den Sklaven ist das Tragen von Waffen und Rüstungen verboten. Das heißt aber nicht, dass sich nicht eine blühende Improvisationskultur entwickeln konnte. Gefundenes Vulkanglas kann zu tödlich scharfen Einwegmessern geschlagen werden, Fesselseile aus manchen Geflechten in den Höhlen sind sehr beliebt, und eine der gefährlichsten Waffen ist die „Seilklinge“, ein einfaches Vulkanglasprojektil an einem kurzen Seil, das gefährlich gewirbelt werden kann und oft kampfentscheidend wirkt.
Rüstungen kennen nur die wenigsten Sklaven. Sie kleiden zumeist sich in Felle, die ihnen der Troll bringt oder stellen sich selbst ihre Dinge aus vorhandenen Materialien her: Geflechte, Felle, Leder. Da es allerdings ziemlich warm ist, tragen die meisten Sklaven nur wenig am Körper.

Handwerkskunst
Hier nutzt man von dem, was der Troll einem gibt. Oft sind dies Werkzeuge der späten Steinzeit, welche die Sklaven teils selbst herstellen können (wenn sie sie selber herstellen können, warum muss der troll ihnen die sachen dann geben?  Huh?), teils aber auch Dinge aus Bronze, von deren Herstellung sie keinen blassen Schimmer haben.

Sitten und Bräuche
Da sie sich selbst organisieren dürfen, haben sie, ähnlich wie die freien Lager, eine Gemeinschaft aufgebaut, in der die Stärkeren über die Schwächeren herrschen (Klingt so als wenn das die logische schlussfolgerung aus selbstorganisation ist... das stimmt aber nunmal nicht... Roll Eyes). Da die Trolle aber darauf achten, dass ihre Sklaven sich nicht gegenseitig umbringen, bestehen Strafen häufig aus Entstellungen.

Darstellung
Sklaven sind ein hartes, kurzes Leben gewöhnt und fürchten ihre Trollherren wie nichts anderes – denn sie haben bisher fast ausschließlich ihren Zorn zu spüren bekommen. Helden aus einem Sklavenlager sind entweder Visionäre mit Träumen von Freiheit und Glück oder Opportunisten, die das Beste aus ihrem Leben machen wollen. Sie leben mehr für den Augenblick als alle anderen und haben einen, auf Trolle bezogen, großen Aberglauben,.

Was denken die Sklavenlager über…
Riesen: „Die Trolle schützen uns vor ihnen – und das ist gut so!”
Trolle: „Sie sind unsere Herren und sorgen gut für uns...”
Slachkaren: „Manchmal bringen die Trolle Neulinge aus ihren Stämmen zu uns – dann bringen wir ihnen bei, wie sie ihren neuen Herren zu dienen haben. Sie passen sich erstaunlich gut an.”
Sanskitaren: „Diese seltsamen Menschen fluchen in einer merkwürdigen Zunge – sie sind viel zu jähzornig, und das ist nicht gut für sie.”
Yetis: „Die Trolle sagen, ihre Brüder leben oben auf den eisigen Spitzen der Berge. Es ist verbotenes Land, nur manchmal gehen einige von uns mit den Trollen dorthin – doch nur die Trolle kehren zurück.”
Brokthar: „Krieger die versuchen, die Trolle zu töten. Wir beschützen unsere Herren gegen sie mit aller Macht”!



(Un)Freies Lager

Diejenigen, die in „Freiheit“ aufgewachsen sind oder gar geboren wurden, kennen ein hartes und entbehrungsreiches, nichtsdestotrotz selbstbestimmtes Leben und die Einigkeit ihrer Gemeinschaft – egal welcher Rasse sie angehören.

Lebensraum
In den Schwefelklippen oft in versteckten Klippen, gut zu schützenden Höhlen, ehemaligen Trolllagern, aber fast immer in der Nähe einer guten Nahrungsquelle – entweder einem fischreichen Gewässer, guten Jagdgründen oder reicher Vegetation (am seltensten). (Der Satz ist a) lang und verwirrend und b) kein Satz denn da fehlt ein Verb... Roll Eyes) Die Lager sind etwa auf halber Berghöhe gelegen, wo die Bewohner nicht immer der glühenden Lava ausgesetzt sind.

Lebensweise
Der Lebensstil wird maßgeblich durch das Niveau der Baukunst, welche die in der Regel wenigen Dutzend Bewohner beherrschen bestimmt. Oft sind die Gebäude und Palisaden aus Holz, manchmal aus Stein, selten haben sie Metallverstärkungen. Stahl an sich ist nur begrenzt verfügbar, da die meisten Lager ihn nicht selbst herstellen können, sondern sich aus den Vorräten der getöteten Trolle bedienen, oder Raubzügen unternehmen müssen. Das Lager ist für seine Bewohner der engste Bezugspunkt in ihrem Leben.

Weltsicht und Glaube
Oft sterben Lager schon früh aus, ohne dass ihre Bewohner eine besondere, zentrale oder auch nur gut durchdachte Lebensphilosophie entwickeln konnten – doch selbst wenn sich etwas offenbart, sind sie große Zweifler. Sie leben von der Hand in den Mund, und es hängt ganz von der Moral des Lagers ab, ob man friedliche Koexistenz mit anderen Lagern anstrebt oder blinde Zerstörungswut die Mitglieder beherrscht.

Magie
In den freien Lagern werden Magier selten gerne gesehen, aber oft zumindest kurzzeitig toleriert, z.B. wenn ein Magier das Lager überzeugen konnte, dass man seine Kraft braucht. Wesen, die magisches Talent zeigen, werden entweder getötet, ausgestoßen, ihrer Magie beraubt (glaube kaum das diese Wilden dazu die nötigen Kenntnisse/Mittel haben... Roll Eyes) oder von einem Fremden fortgebracht, um bei ihm die Kunst der Magie zu erlernen. Niemals jedoch hat ein Lager eine magische Lehrtätigkeit (Lehrtätigkeit?  Huh? Es ist also gefährlich fürs Lager wenn sich ne Magierakademie dort ansiedelt?!?  Shocked Roll Eyes Huh?) lange überlebt.

Tracht und Bewaffnung
Die Bewohner kleiden sich in das, was sie kriegen können, und das sind meist einfache Felle. Nur Eingeweihten ist es möglich, anhand des Fells, des Leders oder von Metallteilen, zu welchem Lager ein spezieller Bewohner gehört. Die Anführer von Lagern tragen bisweilen auch Tuch- bzw. Leder- oder gar Metallrüstungen. Als Waffen verwendet man normalerweise lediglich Speere und grobe Äxte aus Stein. Ansonsten besteht die Ausrüstung aus den Dingen, die vom Troll mitgenommen wurden – das können auch schon mal grobe Schwerter, Streitkolben oder andere Klingen (lies: noch größere Schwerter) sein. Wenn sich gar ein Schmied im Lager findet, kann es sein, dass ein komplettes Lager mit groben und scharfen Schwertern ausgestattet ist. Beliebt sind auch Speere mit Metallspitze und Äxte mit Stahlblatt – wenn man denn an solche herankommt...

Handwerkskunst
Es liegt am Lager selbst, was sich aus ihm entwickelt: Wird es durch den Entzug der Gaben der Trolle in die Steinzeit zurückgeschleudert oder kann es noch alte Geheimnisse bewahren, die es teilweise sogar ermöglichen, eisenzeitliche Dinge herzustellen? Der Umfang des Wissens ist von Lager zu Lager unterschiedlich, die Ressourcen (zumiallerdings oft recht großzügig.

Sitten und Bräuche
Angeführt werden die Lager meist von demjenigen, der sie aus der Knechtschaft des Trolls befreite. Ist dieser bereits verstorben so gibt es entweder einen Nachkommen, der weiter bestimmt, oder die potenziellen Nachfolger schlagen sich so lange den Schädel ein, bis nur noch einer steht. Patriarchat ist die Regel – wenn innere Zwistigkeiten vorherrschen, schickt man die Streithähne oft in eine „Arena“, in der sie es unter sich ausmachen müssen. Häufig darf nur einer die Arena wieder lebend verlassen. Bei eher friedlichen Lagern ist dies auch die bevorzugte Art der Kriegsführung, um die bei einer Schlacht zu erwartenden großen Verluste möglichst zu vermeiden.

Darstellung
Bewohner freier Lager sind hartgesottene Leute, die nichts so leicht aus der Ruhe bringen kann. Sie besitzen ein erstaunliches Talent aus dem Vorhandenen das Beste zu machen und leben nach der Devise „von der Hand in den Mund – und zwar so viel du kriegen kannst“! Bessere Ausrüstung oder gar die Aussicht, so etwas wie Hüttenkunde oder Schmieden zu erlernen, ist für sie Motivation genug, sich teilweise jahrelang vom Lager zu trennen – nur um danach eventuell nur noch Ruinen vorzufinden...

Was denken die freien Lager über…
Riesen: “Möge uns eine solche Katastrophe niemals heimsuchen!”
Trolle: “Verfluchte Sklavenschinder. Vernichtet sie, wo ihr sie seht! RUHM DEN BEFREIERN!”
Slachkaren: “Zum Glück ist uns bisher nur einmal einer ihrer Stämme in die Quere gekommen. Wenn es nochmal passiert, sind wir geliefert!”
Sanskitaren: “Wer? Ach die, aus deren Händen wir diese Waffen hier haben? Ja, sie sind tot.”
Yetis: “Manche von ihnen sollen auf den Berggipfeln wohnen, deshalb gehen wir da nicht hin.”
Brokthar: “Miese Räuber, aber wenn man ihre Waffen in die Finger kriegen kann, ist man ein gemachter Mann und hat fast so viel Ruhm wie ein Befreier!”


Kulturvariante: Splitterlager
Manche Lager haben zu große Furcht vor der Rache der Trolle oder zu viel Angst vor der Unwirtlichkeit der Schwefelklippen. Wenn diese das große Glück haben, am Rand der Berge zu leben, ziehen sie oft fort, in der Hoffnung, einen Ort zu finden, an dem sie reich und mächtig werden können. Manchmal überleben sie diese Reise und werden dank ihrer überlegenen Technologie und ihrer Anzahl zu einem regionalen Machtfaktor, der andere Barbarenstämme unterdrückt, vereinigt oder schlicht vernichtet. Das Leben in so einem Lager ist härter als in den Schwefelklippen, wenn es sich noch beweisen muss, aber einfacher als dort, wenn es sich erst einmal bewiesen hat.


Diese texte finde ich alle noch ziemlich unasugegoren... Undecided
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Yanken
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« Antworten #154 am: November 12, 2009, 15:05:14 »

Wink

Zum Verständnis:

Die "Sklavenlager" und "Freies Lager"-Texte stammen genau so aus der BETA 2 (habe ich da rauskopiert). Im Zuge der Umstrukturierung, werden diese beiden Texte zusammengefasst und als Unterabschnitt (ohne die kanonische Aufteilung) in die Legiten-Kultur integriert.

Du musst den Sklavenlager- und Freies-Lager-Text also nicht korrigieren. Sie sind blos die Vorlage und somit Ideengeber für den von mir erstellten Abschnitt "Trollsklaven" der Teil der Legitenkultur werden soll.

Mit dem Trollsklaventext können wir auch weiterarbeiten.
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Mæglin
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« Antworten #155 am: November 12, 2009, 16:04:23 »

Mönsch dann kopier den doch nicht hier rein....weißt doch, in meinen Anfällen von Lektorierwut denkich nicht erst lange nach bevor ich nen Text zerpflücke... Grin
Naja, seis drumm...

Trollsklaven

Eine besondere Kulturvariante der "Unfreien Legiten" hat sich unter der Trollherrschaft entwickelt, setzen diese bei der Sklavenhaltung doch eher auf unkonventionelle Methoden. Statt die Sklaven ständig zu bewachsen oder anzuketten, überlassen sie es den Gefangenen selbst, sich um die fristgerechte Erledigung der Arbeit und ihren Unterhalt zu sorgen, ja sogar sich um Fliehende oder Aufständische zu kümmern. Ihre hauptsächlichen Druckmittel sind dabei Gewalt, von Folter bis zu grausamen Hinrichtungen und die sichere Gewissheit ihrer Sklaven, dass die Fliehenden nicht allzu weit kommen, da sie über kurzoder lang einem anderen Troll in die Finger geraten oder schlicht in der lebensfeindlichen Wildnis verenden. Allein die Aussicht, dass aufgrund von entflohenen Mitsklaven Arbeit liegen bleibt und somit das von den Trollen gefortderte Soll womöglich nicht erledigt werden kann, was wiederum entsprechend harte Sanktionen der Trolle zur Folge hat, treibt viele Gefangenen dazu ihre Leidensgenossen schärfer zu bewachen, als es so macher sanskitarische Sklavenaufseher tut.
Die Gruppen der Unfreien in Trollklavenschaft kann man grob in drei Arten einteilen:
Zum einen gibt es die Stadtsklaven. Jene die in einer der vielen Trollsiedlungen oder auch der Trollstadt Gamkaltor leben. Sie haben von allen Sklaven unter Trollherrschaft noch das beste Los gezogen, gilt hier doch die Anwendung von Gewalt gegen Sklaven als letzte Instanz. Statt dessen werden sie meist eher pfleglich behandelt, da die Trolle die Erfahrung gemacht haben, dass sich auf diese Weise die beste Arbeitsleistung herausholen lässt. Dennoch hat die gute Sklavenarbeitsleistung auch sicherlich etwas damit zu tun, dass sich die Sklaven in einer Stadt voller Trolle schlicht keine üblen Fehltritte erlauben können. Die aufrgrund der guten Lebensbedingungen und der hervorragenden Nahrungsversorgung meist kerngesunden Stadtsklaven, welche zudem eine stark ausgeprägte Loyalität ihren Herren gegenüber besitzen, gelten auf dem Sklavenmarkt von Gamkaltor nicht umsonst als beste Ware in ganz Rakshazar. Zur Unterscheidung wem welche Sklaven gehörten oder ob es sich gar um Sklaven im Dienst des Trollkönigs handelt, haben alle Sklaven stets einen brauenen Jutesack mit einer darauf gemalten persönlichen Rune bei sich zu tragen.
Die zweite und größte Gruppierung sind die Bewohner der selbstorganisierten Sklavenlager. Diese sind eigentlich überall dort zu finden, wo es mit Feldarbeit oder Bergbau etwas kostbares zu holen gibt. Dies kann überall im Tal der Klagen, im Ödlandt, im Ödlandtwall oder auch in den Schwefelklippen sein. Am häufigsten sind diese Lager jedoch in den rohstoffreichen, berüchtigten und gefährlichen, unwirklichen Bergregionen der Schwefelklippen anzutreffen. Diese Lager liegen meist an den Hängen, der tief eingeschnittenen Tälern oder auf Kuppen, meist in der Nähe einer "guten" Nahrungsquelle und damit tief in der Wildnis, womit eine Flucht keine allzu zukunftsträchtige Option ist. In fast allen Fällen werden die Lager sich selbst überlassen, schauen die Trolle doch oft nur alle paar Tage vorbei, um sich ihr Erz abzuholen. Alles, vom Bau der Siedlung, über die Nahrungsbeschaffung, bis zum Schutz der Siedlung gegen Faulzwerge, Weißpelzorks oder die Bestien der Schwefelklippen erledigen die Sklaven in Eigeninitiative. Wie sie sich dabei untereinander organisieren, wer Entscheidungen trifft oder in welchem Stil die Häuser errichtet werden, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten, Charakteren und kulturellen Hintergründen der Unfreien ab. Wichtig ist den Trollen nur, dass die Arbeit erledigt wird und das keiner auf die Idee kommt abzuhauen.
Bei der dritten Art von Trollskalven handelt es sich eigentlich um befreite oder geflohene, ehemalige Sklaven, die aber auf Grund ihrer Kultur - die viele von Kindesbeinen verinnerlicht haben - keine andere Lebensweise kennen, als sich in Lagern irgendwo in den Schwefelklippen zu organisieren. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diesen "freien" Lager meist schon nach kurzer Zeit wiederum Despoten und Unterdrücker vorstehen, die einfach die Rolle der nicht (mehr) vorhandenen Trollherren übernehmen. Freie und unfreie (Skalven-)Lager unterscheiden sich also kaum voneinander, abgesehen von Kleinigkeiten und der Tatsache, dass es in gut der Hälfte aller "freien" Lager erlaubt ist die Gemeinschaft zu verlassen.
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« Antworten #156 am: November 13, 2009, 10:13:32 »

Jetzt brauchen wir noch Jens Meinung
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« Antworten #157 am: November 13, 2009, 10:44:32 »

Die wird sich aus Textmenge und Zeitgründen erst nach der nächsten sechsstündigen Bahnfahrt hierher verirren Wink Also ich melde mich dann heute abend oder morgen früh
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Jens_85
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« Antworten #158 am: November 13, 2009, 20:07:03 »

Also meine Rückmeldung: die drei Lagertypen zusammenzufassen ist eine super Idee, auch wenn mir der Text nicht so recht gefallen mag. Ich denke ich werde mir auf der nächsten Bahnfahrt, die ich dann nicht mit irgendwelchen Uniprojekten zukleistere was dazu ausdenken. Die Strukturierung des Textes ist aber schon sehr gut gelungen!
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« Antworten #159 am: November 17, 2009, 11:55:58 »

Also gut... dann bin ich hier auch fertig... Wink

Den Rest macht Jens.
Spielwerte kommen wohl von der Regelfraktion.
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Jens_85
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« Antworten #160 am: November 18, 2009, 17:15:13 »

Ja ich hab an ner Überarbeitung gesessen aber hab leider ne Schreibblockade, bzw. alles was ich schreibe ist schlecht und ich lösch es wieder… blöd.
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Yanken
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« Antworten #161 am: Februar 14, 2010, 00:47:40 »

Da wohl eine neue Diskussion über Sinn und Unsinn der Legiten-Kultur / Mischkultur nötig ist (an der ich aber nicht beteiligen möchte), will nochmal den letzten Stand dieser Kultur hier zusammenfassen, damit alle Diskutanten die gleiche Grundlage haben.



(Die Kultur der Legiten hält sich nicht an das typische, kanonische Schema, da es dort hinein passt)

Legiten
Wenn man in Rakshazar von Legiten spricht, meint man damit all jene Menschen und Humanoiden, deren Lebensweise sich auf Grund vieler unterschiedlicher kultureller Einflüsse keinem bestimmten Volk klar zuordnen lässt. Die meisten Legiten verbrachten ihre Kindheit in einem der zahllosen Sklavenlager oder in einer der von mehreren, unterschiedlichen Völkern bewohnten Ansiedlungen Rakshazars. Sie fühlen sich oftmals weder einer bestimmten Tradition noch einer speziellen Kultur verpflichtet, sondern legen vielmehr ein Verhalten an den Tag das von einer individuellen Vermischung der verschiedenen Lebensweisen unterschiedlichster  Völker geprägt ist. Ihre Ansichten und Glaubesvorstellungen sind dementsprechend so bunt gemischt wie Rimtheymer Eintopfbrei. Gerade deswegen gelten die Legiten als versierte Kenner der verschiedensten kulturellen Eigenheiten und als sozial extrem Anpassungsfähig.
Doch trotz gleichem Umfeldes in der Kindheit, teilt nicht jeder die individuelle Lebenweise eines echten Legiten. So gibt es auch in den typischen Legiten-Städten Gruppierungen die ihre kulturelle Identität tapfer gegen jegliche Einflüsse verteidigen, selbst zum hohen Preis dadurch an den Rand der Gesellschaft zu rücken.

Rimtheymer
Hoch im Norden zwischen den Nebelseen und dem Ewigen Eis, am Remell gelegen und umgeben von weiter Steppe, leben die rauhen und launigen Gesellen Rimtheyms. Rimtheym stellt, als sicherer Zufluchtsort vor den Gefahren der umgebenden Wildniss, Stadt der Freiheit (Anmerkung: Sklavenhandel ist verboten, weshalb Rimtheym Zufluchtsort und erste Anlaufstelle für viele entflohene Sklaven ist), aufstrebender Handelsplatz mit Aussicht auf eine (glo)reiche Zukunft und ruhmversprechende Söldnerheimat, einen Schmelztiegel nahezu aller Kulturen des Nordens und (in geringerem Maße) auch vieler anderer Völker des rakshazarischen Kontinents dar.
Es heißt, das Leben in Rimtheym sei gemächlicher und seine Bewohner genügsamer (manche lästern hinter vorgehaltener Hand auch fauler) als in anderen Städten des Kontinents. Man erledigt meistens nur das, was gerade absolut unabdingbar ist, ohne dabei besondere Kunstfertigkeit oder gar übermäßigen Fleiß an den Tag zu legen. Viel lieber widmet man sich dem Ausleben persönlicher Leidenschaften, dem Müßiggang, Gewalt, Suff und Hurerei. Dieses Lebensgefühl spiegelt sich auch in den verdreckten, mit Dung und verottenden Tierkadavern gespickten Straßen wieder, auf denen die Herumlungernden den Großteil ihres Tages verbringen. Nicht wenige dieser Leute präsentieren sich als ausgeprägte Egositen, denen schlichtweg alles schnuppe ist, was nicht kurzfristig einen persönlichen Vorteil verspricht, ihren Geltungstrieb befriedigt oder einem verhassten Feind schadet. Dieser Egoismus führt auch dazu, dass das Recht des Stärkeren für viele Bewohner der Stadt längst zu ihrer obersten Maxime geworden ist. In In den Straßen Rimtheyms genügt oftmals schon ein falsches Wort oder schlicht ein schlecht gelaunter Gesprächspartner, um das Faustrecht zur Anwendung zu bringen - zum Nachteil vieler Frauen, Kinder, Alten und Gebrechlichen, die davon nicht ausgenommen sind. Geradezu schon traditionell zu nennen sind die obligatorischen Schlägerein in der "Immerneuen Schenke", einer berüchtigten Rimtheymer Taverne, deren Einrichtung ob der Zerstörungswut ihrer Gäste nahezu wöchentlich erneuert werden muss. Alles in allem führt der durchschnittliche Rimtheymer ein einfaches, oftmals von Morallosigkeit geprägtes Leben, gewürzt mit barbarischen Sitten, stets aggresivem Umgangston und phlegmatischer Gleichgültigkeit.
Doch zum Glück folgen nicht alle diesem verruchten Lebenswandel. Gerade das Gerbergewerbe, die Sattler, Fellschneider und Schmiede gelten als fähige und erfolgreiche Handwerker und tragen maßgeblich zum witschaftlichen Erfolg der Stadt bei und auch die Gladiatoren und die weithin geschätzten Rimtheymer Söldner tuen ihr Übriges den Ruhm der Stadt als Anlaufstelle für überdurchschnittlich gute Kämpfer weiter zu mehren.
Das Weltbild vieler Rimtheymer ist wechselhaft und unstet. Aberglauben und Götzentum, Sekten und Spinnern, Predigern und selbsternannten Propheten stehen Tür und Tor offen. Was es in Rimtheym an Sekten und Weltbildern nicht gibt, so sagt man, das findet man höchstens noch in den verwinkelten Gassen und auf den überfüllten Basaren der Sanskitarenstädten. Zu beobachten ist allerdings, dass sich die eher "traditionell" eingestellten Rimtheymer vor allem an den orkischen und slachkarischen Göttern orientieren.
Wer Rimtheym besucht und mit magischen Fähigkeiten gesegnet (oder auch gestraft) ist, sollte sich hüten diesen Umstand kund zu tun oder gar seine Fähigkeiten einzusetzen, denn wenn man dem Pöbel zusprechen will ein bevorzugtes Feindbild zu besitzen, dann sind das Magiebegabte im allgemeinen und "ausländische" Magiebegabte im besonderen. Sicherer scheint es da schon, seine Fähigkeiten hinter der Fassade eines Göttergesandten oder Schamanen zu verbergen.

Kurotaner
Das legendäre Kurotan - auch Land der tausend Herrscher genannt - liegt im geographischen, militärischen und kulturellen Zentrum des Kontinents, zwischen Amhas, Aschewüste, Sanskitarenlande, Orksteppe und der Wüste Lath. Das Land das in seiner langen Geschichte viele Herrscher gesehen hat und Ort zahlreicher geschichtsträchtiger Ereignisse war beherbergt auch heute noch unzählige Volksgruppen und Stämme aller Kulturen und Rassen - und mindestens ebensoviele Könige, Anführer und Kriegsherren. Schon immer lebten hier Freund und Feind Seite an Seite. Ob als Nomadenstämme in den abgeschotteten Dörfern der kargen Steppen, oder als ständig umherziehende, plündernde und brandschatzende Reiterhorden und Banditen. Sie alle sind der ewige Garant dafür, dass die Ländereien von Kurotan bleiben was sie sind: Ein unüberschaubares, zerrissenes, barbarisches Land, in dessen Mitte sich die gleichnamige Stadt Kurotan befindet: Eine Pilgerstätte für Helden, Abenteuer und Raffgierige.
Kurotan gilt den Amhas als Musterbeispiel der negativ zu sehenden, barbarischen Lebensweise. So wundert es die zahllosen Bewohner der Ruinen Kurotans nicht einmal, wenn auf dem örtlichen Marktplatz urplötzlich ein Gemetzel losbricht, oder ein neuer Herrscher nicht einmal die erste Woche seiner Regentschaft überlebt. Schließlich ist dies Alltag und die abgebrühten Bewohner Kurotans kann kaum noch etwas schockieren. Hier währe niemand so dumm ohne geschärfte Waffe sein Haus zu verlassen, denn alle wissen, dass jeder Tag ihr letzter sein kann. Gewalt ist allgegenwärtig; der Pöbel launenhaft und die Herrscher und Kriegsherren der Stadt von einer Machtgier ohne gleichen.
Doch anders als man vermuten könnte, sind die Kurotaner keine sozialen oder emotionalen Krüppel. Obwohl kaum zu glauben, gibt es hier sogar so etwas wie ein tief verwurzeltes Gemeinschaftsgefühl. Dessen Ursprung liegt im Kult um den Halbgott Kuros, dem legendären Gründer dieses Ortes. Der Glaube an Kuros stellt zwar lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner auf den sich die Bewohner Kurotans einigen können dar, aber er sichert dennoch der Stadt und all ihren Einwohnern das Überleben. Fünf Priester predigen tagtäglich von Kuros Tugenden, sorgen sich um den Zusammenhalt der Stadt, veranstalten wilde Feste und Feiern, tragen Wettbewerbe aus und pflegen einen aufwändigen Heldenkult. Denn ein jeder große Held der seinen Mut bewiesen und heroische Taten vollbracht hat, wird hier euphorisch wie ein Gott gefeiert und mit einer imposanten Statue auf der Allee der Helden verewigt. So gelten Heldenmut, Bereitschaft zum stetigen Wettkampf und Zähigkeit den Kurotanern als höchste Tugenden. Fast jeder möchte sich selber dereinst als Held verewigt sehen. Da mag es kaum verwundern, dass andere Religionen und Weltvorstellungen hier nur ihn Minderzahl vertreten sind.
Neben Kuros Tugenden und Werten haben eigentlich nur noch das Meisterhandwerk und (obwohl kaum zu glauben) die Schönen Künste einen hohen Stellenwert. So finden sich in Kurotan neben einigen der besten Handwerker, Waffen- und Rüstungsschmiede des Kontinents auch einige seiner größten Künstler. Im Zentrum der Stadt, auf dem schwarzen Platz, einem Ort der Inspiration und Muse, wurden etliche der berühmtesten Dichtungen und Legenden von Krieg, Kampf, Ruhm, Heldentum und unerschütterlichem Mut geschrieben, gedichtet und gesungen - bisweilen auch leibhaftig "aufgeführt" und mit dem Blut des jeweiligen Gegners in den Straßenstaub gemalt. Erwähnenswert bleiben noch die Steinmetze, die auf Grund der hohen Nachfrage nach Heldenstatuen und Gedenkstelen, zu den besten Rakshazars zählen und dies durch viele Meisterwerke (manche von geradezu grotesker und erschreckender Schönheit) zur Schau stellen. Diese widersprüchliche Mischung aus Gewalt, Kunst und Kultur ist es die den gemeinen, oftmals nur auf den ersten Blick so barbarisch erscheinenden, Kurotaner ausmachen.

Ratten von Sumutul
In der Stadt Sumutul hoch oben am Götterwall haben sich nicht nur Riesen angesiedelt; zwischen ihren Häusern und Füßen leben auch die "Ratten" - so nennen die Riesen das Gemisch aus Menschen, Orks, Tharai und unzähligen anderen Völkern, die dort ein Leben im Verborgenen führen, immer in der Angst, dass ihr "Nest" womöglich morgen schon von den Riesen entdeckt und "ausgehoben" wird. Die meisten dieser Ratten sind Verrückte, Geflohene oder Geächtete: Wesen ohne Zukunft, denen das sich Verstecken und Weglaufen bereits vertrauter ist, als die Hoffnung auf ein anderes Leben, weshalb es ihnen auch schon längst in Fleisch und Blut übergegangen ist. Man sagt Sumutul übe eine magische Anziehungskraft auf Verzweifelte und Hoffnungslose aus und manche der Einwohner berichten in der Tat von einer Art magischem Ruf, der sie einst hierher lotste. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich unter den Ratten erstaunlich viele Magiebegabte finden.
Die heimlichen Untermieter der Riesen sind so sehr an ihre verborgene Lebensweise angepasst, dass sie keine Probleme mit dem Überleben zwischen den "umhertrampelnden Giganten" haben - und mancher empfinden diesen Zustand gar als bequem. Es gibt zwar nicht allzu viel zu beißen, aber das wenige reicht dennoch meist für eine karge Lebensweise aus. Man muss nur flink und geschickt genug sein um das zu stehlen, was die Riesen liegen lassen. Niemand weiß genau, wie viele Ratten Sumutul hat, es mögen einige Hundert, vielleicht sogar Tausende sein, doch ihr Kontakt untereinander ist so lose, dass dies niemand wirklich abschätzen kann. Die meisten wollen hier auch einfach nur ihre Ruhe haben.
Aufwiegler gibt es dennoch immer wieder und auch Leute die ihnen folgen, selbst wenn sie dafür riskieren ihre "Wahlheimat" eventuell verlassen zu müssen. Tiefergehende Beziehungen zwischen den Bewohnern abseits der Familie sind selten. Je nach Charakter beschränkt man sich entweder auf oberflächliches Austauschen von Neuigkeiten - oder aber auf das gezielte Streuen von Täuschungen und Falschinformationen, die jemand anderen in den sicheren Tod laufen lassen. Aus diesem Grund müssen die Ratten auch eine recht hohe Menschenkenntnis entwickeln, wollen sie in diesem Umfeld überleben. Eine besondere Stellung unter den Ratten nimmt ein eleganter Nordländer unbekannter Herkunft namens Sirek ein, von dem viele behaupten, dass er auf Dauer womöglich zu so etwas, wie dem inoffiziellen Anführer der Ratten avancieren könnte, denn er hat bereits eine recht große Anhängerschaft um sich scharen können. Er bietet den Leuten unter seiner Führung ein neues Leitbild, eine Hoffnung und ein Ziel; etwas das die meisten Leute hier längst verloren oder aber nie besessen hatten. Unter seiner Führung erhoffen sich die Ratten dereinst vom gejagten Abschaum zu den wahren Herren Sumutuuls aufsteigen zu können. Diese Hoffnung fußt ganz auf Sireks angeblicher Macht, Riesen beherrschen zu können. Sie ist es auch, die mehr und mehr Menschen verführt ihm zu folgen und es heißt, er habe dereinst sogar einen Riesen zwingen können, ihm eine Klinge zu schmieden: das "heilige Schwert" Nazgaril, von dem behauptet wird, es gebe Sirek genau jene Stärke, die es seinem Gegner nimmt.
Gelegentlich kommt es auch einmal vor, dass eine Ratte in aller Heimlichkeit die Stadt verlässt, um in der Ferne ihr Glück zu versuchen. Manche von ihnen fliehen, weil sie sich in der Stadt Probleme mit Sireks Kult eingehandelt haben. Viele dieser "Flüchtlinge" erscheinen den anderen Bewohnern Rakshazars dort wo sie auftauchen allein durch ihre ständige heimliche und um Unauffälligkeit bemühte Art verdächtig. Brabbeln sie dazu womöglich noch gelegentlich für andere unverständliches Zeug, so tragen sie nur dazu bei, dass sich der Ruf von Sumutul als Stadt die wahnsinnig macht weiter festigt. Kluge Ratten erwähnen ihren früheren Aufenthalt dort deshalb lieber nicht und nutzen stattdessen ihre dort gesammelten Erfahrungen für ihre Ziele - als Meister der Heimlichkeit und Täuschung.
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« Antworten #162 am: Februar 14, 2010, 00:48:14 »

Freie Legiten
Als (freie) Legiten bezeichnet man gemeinhin die Mitglieder all jener versprengt lebenden Klein- und Kleinst-Lebensgemeinschaften, die kulturell stark durchmischt sind und sich deshalb keiner anderen Stammeskultur klar zuordnen lassen. So fallen unter diesen Oberbegriff die Nachkommen all jener die ihrer ursprünglichen Kultur entflohen: Ausgestoßene und Aussteiger, Freiheitskämpfer, entflohene Sklaven, Gesetzlose, Banditen, Piraten und Rebellen, unabhängige Siedler entlegener Siedlungen und unbekannter Kleinstädte, nimmermüde Wanderer, heimatlose Einzelgänger und mutige Einsiedler die in der tiefsten Wildnis ihren Lebensunterhalt bestreiten. Ihre Siedlungsgebiete erstrecken sich über nahezu alle Regionen und Klimazonen Rakshazars: Ob auf den höchsten Gipfeln der Berge oder den Wogen des endlosen Meeres, ob in den Tiefen der Wälder, den dampfenden Dschungeln des Südens oder in den endlosen Weiten der Steppen, ja selbst  am Rande des ewigen Eises; überall findet man die Spuren ihrer unabhängigen Lebensweise. In den nördlichen Wäldern und den Steppen um Rimtheym kennt man sie vor allem als berittene Banditen, Bewohner der vielen, kurzlebigen Kleinkönigreiche und als freie Kriegsverbände die sich mit den dort ansässigen Slachkaren-, Ork- und Nedermannenstämmen anlegen. Ähnlich ergeht es auch den Legiten Kurotans und der Sanskitarenlande, welche sich als bunt gemischte Gruppen zusammengeschlossen haben um sich gegen eine Vielzahl von Gegnern zu behaupten. Im Süden auf den Meeren, hingegen trifft man sie vor allem als Seenomaden oder Piraten an. Selbst fernab des bekannten Rieslandes - im fernen Osten -, findet man diese mutigen Gesellen. So unterschiedlich wie die von ihnen bewohnten Lebensräume sind auch ihre Lebensweisen, Ansichten, Bräuche und Religionen. Wie sollte es auch anders sein, besitzen die "Mischlinge" wie sie mancherorts auch genannt werden doch in der Regel keine gemeinsame Herkunft noch eine darauf beruhende einheitliche Tradition. So mag  es auch nicht verwundern, dass die freien Legiten in den Augen vieler rakshazarischer Gelehrten und Völkerkundler überhaupt keine eigenständige Kultur darstellen, ja in vielen ihrer Aufzählungen sogar schlicht keine Erwähnung finden. Und doch gibt es Dinge, die diese Gruppe von ausgesprochen wandlungsfähigen Individualisten und Überlebenskünstlern eint, fernab von jeder Herkunft, Hautfarbe oder Rassenzugehörigkeit: Zum einen das Schicksal als Fremde, Ausgestoßene und Mischlinge zwischen den großen Rakshazarischen Völkergruppen zu leben und nur wenig Akzeptanz oder Wahrnehmung von diesen zu erfahren.  Zum anderen die Idee von einem Leben in Freiheit und Unabhängigkeit.

Unfreie Legiten
Sklaverei ist allgegenwärtig auf dem verfluchten Kontinent. Viele hochstehende Kulturen erbauten und betreiben ihre Reiche auf den Rücken einer Unzahl von Sklaven. Aber auch viele Barbarenvölker bestehen auf das ihrer Meinung nach naturgegebe Recht besiegte Feinde zu versklaven. Das Schicksal dieser Sklaven und das ihrer in Gefangenschaft geborenen Nachkommen hängt in erster Linie von der Gnade ihrer Herren und ihrer Aufgabe ab. So können die Haussklaven und Unfreien in den Städten, sowie deren Nachkommen ein ungemein besseres Leben (in der Kultur ihrer Herren) führen, als die einfachen Zwangsarbeiter auf den Feldern, oder gar die hart schuftenden Minensklaven in den Steinbrüchen und Stollen. Als "Unfreie Legiten" oder "Sklavenlegiten" bezeichnet man all jene, die in den in Sklavenlagern oder Sklavenghettos Rakshazars als Unfreie geboren werden und dort aufwachsen.
Dabei entwickelte sich die Kultur der Sklavenlegiten mehrfach unabhängig voneinander, weist aber dennoch, allein durch Austausch und Weiterverkauf der Sklaven, fast überall auf dem Kontinent eine ähnliche Struktur auf. Basieren doch viele Eigenheiten auf einer Durchmischung kultureller Einflüsse unterschiedlicher Sklaven. Doch wurden in diesem Schmelztiegel der Kulturen nicht nur Bekanntes neu kombiniert, sondern auch neue Dinge geschaffen. Etwa die Ideen und Grundlagen für die großen, freien Legitenkulturen oder auch die universelle Sklavensprache Gmer, als Mischung vieler raksharischer Sprachfamilien. All dies war völlig unabhängig davon, ob ihre Herren nun Amhasim, Ipexco, Nagah, Sanskitaren, Slachkaren, Orks oder Xhul hießen.
Doch aller Errungenschaften zum Trotz, das Leben der Unfreien ist jeder Kreatur zutiefst unwürdig. Die Körper dieser Leute sind geschungen, ihre Seelen verletzt und der Wille nicht selten gebrochen. Ihre einzige kleine Hoffnung gilt dem Wunsch nach Freiheit. Und immer wieder wird diese, durch abenteurliche Geschichten und Berichte über angeblich erfolgreiche Aufstände und Ausbrüche, neu entfacht.
Als wahre Helden unter den unfreien Legiten werden die Schmuggler und Kontaktleute verehrt, denen es vergönnt ist Nachrichten und Waren mit der Außenwelt auszutauschen. Auch Diebe die den Mut haben von ihren Herren zu stehlen - und womöglich auch noch ihre Beute mit den Mitgefangenen teilen - stehen hoch im Ansehen. Nicht selten nehmen diese Leute, die wohl in der freien Welt als krimineller Abschaum verschrien gewesen wären, in den Lagern entscheidende und führende Positionen innerhalb der Sklavengesellschaft ein. Direkt unter ihnen stehen diejenigen die in der Unfreiheit eines Sklavenlagers geboren wurden oder mit einer hohen Lebenszeit in Gefangenschaft aufwarten können. Ganz unten stehen die Neulinge, sowie diejenigen die sich nicht integrieren wollen. Sie sind in den Augen der Anderen auf einer Ebene mit verräterischen Spionen ihrer Herren oder Versagern, wegen deren Unfähigkeit mitunter alle Mitglieder des Lagers gleichermaßen bestraft werden. Solche Leute haben bei entsprechendem Fehlverhalten nicht selten sogar den Tod durch hinterhältigen Meuchelmord zu erwarten, den die einflussreichsten Sklaven zur "Wahrung der Verhältnisse" in Auftrag geben.
Die Zentren dieser Kultur finden sich in den Sklavenghettos, wie sie z.B. in Yal-Mordai, Teruldan oder Xhoulajambo vorzufinden sind. Waren diese Stadtteile einst noch als bequeme Lösung für die einfache Unterbringung der Sklaven gedacht, stellte sich schon bald Ernüchterung ein. Die Anzahl der Gefangenen wuchs übermäßig im Vergleich zu ihren wenigen Bewachern. Die einflussreichsten Sklaven nutzten diese Chance und übernahmen im Untergrund mit ihren Banden die Kontrolle über große Teile der Ghettos. Nur noch tagsüber trauen sich die Wächter in diese abgesperrten, von hohen Mauern umgebenen Stadtviertel, da schon viele ihrer Kollegen hier ihr Leben lassen mussten. So begnügen sich die Herren damit, dass sie mit regelmäßigen Machtdemonstrationen durch öffentliche Hinrichtungen, Folterungen oder Verweigerung von Nahrungslieferungen, zumindest den Großteil der Sklaven auch weiterhin zur Arbeit zwingen können. Dennoch gibt es nicht wenige die sich dessen entziehen, darunter natürlich auch die einflussreichen Machthaber des Sklavenviertels und deren engster Kreis. Mit diesem prekären Umstand können die Sklavenhalter dennoch besser leben als mit einem Aufstand oder längerfristigen Arbeitsausfällen. Hier in den Ghottos weht ein anderer Wind als in den kleineren, leicht kontrollierbaren Sklavenlagern - die Stimmung kann schnell kippen und Waffen für einen Aufstand sind in der Regel schon längst in ausreichender Menge hineingeschmuggelt worden. Es gab sogar schon Gerüchte, dass die "Sklavenkönige" mit den Sklavenhaltern oder auch den Wächtern gemeinsame Sache machen um jeweils ihre Positionen zu erhalten und weiter zu verbessern.

Trollsklaven
(noch von Jens in Bearbeitung)
Eine besondere Kulturvariante der "Unfreien Legiten" hat sich unter der Trollherrschaft entwickelt, setzen diese bei der Sklavenhaltung doch eher auf unkonventionelle Methoden. Statt die Sklaven ständig zu bewachsen oder anzuketten, überlassen sie es den Gefangenen selbst, sich um die fristgerechte Erledigung der Arbeit und ihren Unterhalt zu sorgen, ja sogar sich um Fliehende oder Aufständische zu kümmern. Ihre hauptsächlichen Druckmittel sind dabei Gewalt, von Folter bis zu grausamen Hinrichtungen und die sichere Gewissheit ihrer Sklaven, dass die Fliehenden nicht allzu weit kommen, da sie über kurzoder lang einem anderen Troll in die Finger geraten oder schlicht in der lebensfeindlichen Wildnis verenden. Allein die Aussicht, dass aufgrund von entflohenen Mitsklaven Arbeit liegen bleibt und somit das von den Trollen gefortderte Soll womöglich nicht erledigt werden kann, was wiederum entsprechend harte Sanktionen der Trolle zur Folge hat, treibt viele Gefangenen dazu ihre Leidensgenossen schärfer zu bewachen, als es so macher sanskitarische Sklavenaufseher tut.
Die Gruppen der Unfreien in Trollklavenschaft kann man grob in drei Arten einteilen:
Zum einen gibt es die Stadtsklaven. Jene die in einer der vielen Trollsiedlungen oder auch der Trollstadt Gamkaltor leben. Sie haben von allen Sklaven unter Trollherrschaft noch das beste Los gezogen, gilt hier doch die Anwendung von Gewalt gegen Sklaven als letzte Instanz. Statt dessen werden sie meist eher pfleglich behandelt, da die Trolle die Erfahrung gemacht haben, dass sich auf diese Weise die beste Arbeitsleistung herausholen lässt. Dennoch hat die gute Sklavenarbeitsleistung auch sicherlich etwas damit zu tun, dass sich die Sklaven in einer Stadt voller Trolle schlicht keine üblen Fehltritte erlauben können. Die aufrgrund der guten Lebensbedingungen und der hervorragenden Nahrungsversorgung meist kerngesunden Stadtsklaven, welche zudem eine stark ausgeprägte Loyalität ihren Herren gegenüber besitzen, gelten auf dem Sklavenmarkt von Gamkaltor nicht umsonst als beste Ware in ganz Rakshazar. Zur Unterscheidung wem welche Sklaven gehörten oder ob es sich gar um Sklaven im Dienst des Trollkönigs handelt, haben alle Sklaven stets einen brauenen Jutesack mit einer darauf gemalten persönlichen Rune bei sich zu tragen.
Die zweite und größte Gruppierung sind die Bewohner der selbstorganisierten Sklavenlager. Diese sind eigentlich überall dort zu finden, wo es mit Feldarbeit oder Bergbau etwas kostbares zu holen gibt. Dies kann überall im Tal der Klagen, im Ödlandt, im Ödlandtwall oder auch in den Schwefelklippen sein. Am häufigsten sind diese Lager jedoch in den rohstoffreichen, berüchtigten und gefährlichen, unwirklichen Bergregionen der Schwefelklippen anzutreffen. Diese Lager liegen meist an den Hängen, der tief eingeschnittenen Tälern oder auf Kuppen, meist in der Nähe einer "guten" Nahrungsquelle und damit tief in der Wildnis, womit eine Flucht keine allzu zukunftsträchtige Option ist. In fast allen Fällen werden die Lager sich selbst überlassen, schauen die Trolle doch oft nur alle paar Tage vorbei, um sich ihr Erz abzuholen. Alles, vom Bau der Siedlung, über die Nahrungsbeschaffung, bis zum Schutz der Siedlung gegen Faulzwerge, Weißpelzorks oder die Bestien der Schwefelklippen erledigen die Sklaven in Eigeninitiative. Wie sie sich dabei untereinander organisieren, wer Entscheidungen trifft oder in welchem Stil die Häuser errichtet werden, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten, Charakteren und kulturellen Hintergründen der Unfreien ab. Wichtig ist den Trollen nur, dass die Arbeit erledigt wird und das keiner auf die Idee kommt abzuhauen.
Bei der dritten Art von Trollskalven handelt es sich eigentlich um befreite oder geflohene, ehemalige Sklaven, die aber auf Grund ihrer Kultur - die viele von Kindesbeinen verinnerlicht haben - keine andere Lebensweise kennen, als sich in Lagern irgendwo in den Schwefelklippen zu organisieren. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diesen "freien" Lager meist schon nach kurzer Zeit wiederum Despoten und Unterdrücker vorstehen, die einfach die Rolle der nicht (mehr) vorhandenen Trollherren übernehmen. Freie und unfreie (Skalven-)Lager unterscheiden sich also kaum voneinander, abgesehen von Kleinigkeiten und der Tatsache, dass es in gut der Hälfte aller "freien" Lager erlaubt ist die Gemeinschaft zu verlassen.
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« Antworten #163 am: Februar 17, 2010, 11:20:48 »

Wie gesagt...ich denke die Legitenkulturen sind als Mischkulturen, so wie sie bisher durchdacht waren durchaus richtig...
Allenfalls werde ich sie vor der Veröffentlichung der Beta noch einmal grob überarbeiten und kleinere Unstimmigkeiten, die sich aus der aktuell neu aufgerollten Grundsatzdiskussion ergeben haben "bereinigen"... Wink
Eine etwas (um die Regionalbeschreibungsanteile) gekürzte und umgeschriebene Kurotanerbeschreibung findet sich hier...http://www.rakshazar.de/forum/index.php?topic=2099.30
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« Antworten #164 am: Februar 17, 2010, 23:54:31 »

Werde das auch nochmal studieren. Allerdings schliesse ich mich Maeglin an: Als Beschreibung für Kleinstämme & Mischvölker die etwas gemein haben macht es Sinn. Das habe ich aber auch schon im anderen Threat geschrieben.
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Falls irgendwer irgendwo produzieren will und aus irgendwelchen Gründen nicht kann oder unsicher ist, schreibt mich an und ich lauf dann den verantwortlichen Leuten wenns nötig ist hinterher ...
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