Übersicht | Hilfe | Suche | Einloggen | Registrieren

Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Dezember 12, 2019, 11:23:54
Rakshazar - Forum  |  Rakshazar  |  Buch der dunklen Künste  |  Magische Traditionen  |  Thema: Neuer Ansatz für eine umfassende Beschreibung der Magie: Teil 1 Zeloten 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] 2 3 ... 5 | Nach unten Drucken
Autor Thema: Neuer Ansatz für eine umfassende Beschreibung der Magie: Teil 1 Zeloten  (Gelesen 14290 mal)
Barbarengentleman
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 802



« am: April 19, 2010, 23:33:28 »

Hallo,
ich war bisher eher sporadisch im Forum aktiv und wollte mich jetzt verstärkt meinem Lieblingsthema widmen: Magie. Ich sehe ein, dass Magie ein schwieriges Thema ist und will deshalb nach und nach einzlne Abschnitte posten und zur Diskusson stellen. Ich werde mich dabei soweit wie möglich an bereits gesetzten Fakten entlanghangeln, aber auch Lücken füllen, wo sie mir begegnen. Meine Grundidee der Magie ist, dass jede Tradition etwas hat, was ihnen hilft, die kritische Essenz zu vermeiden, was aber dadurch ihre Magie auch jeweils einschränkt. Bei den Zeloten ist diese Beschränkeung die Angewiesenheit auf dämonisch offenbartes Wissen. Bei den Amhassim ist es die Verwendung der eigenen Lebensenergie (Ram genannt), bei den Ipexco die Nutzung von Opfern. Ich werde zuerst eine theoretische EInführung in die Tradition geben, also ihre Weltsicht und ihre Geschichte, dann kommt die konkrete Ausgestaltung dieser Tradition in Abenteuern, inklusive dem Lebensstil und den Sitten der Tradition und letzen Endes die Regeln. Ich werde ausdrücklich keine Spruchsammlung anlegen, das würde den Rahmen doch sprengen. Aber Rituale, die die spezielle Herangehensweise der Tradition vermitteln, werde ich ausführen.
Beginnen möchte ich meinen Rundumschlag mit dem Entstehungsmythos der Zeloten, die momentan anscheinend nicht weiter bearbeitet werden.

Magie der Zeloten
„Ich bin der Öffner der Pforten, der Wegweisen in der Fremde. Ich bin der Zerteiler des Schleiers, die Stimme in der Wüste“
Litanei an Amazth, den Gott der Zeloten

Die Zeloten sind eine Gruppe von verschiedenen Bruderschaften innerhalb der sanskitarischen Gesellschaft. Sie glauben, dass die wahrnehmbare Welt nur ein Kerker ist, in dem mindere Götter versuchen, die Seelen der Menschen von der reinen Welt der Seele fernzuhalten. Durch spirituelle Einsicht in die Gesetze dieser körperlichen Welt kann der Geist eines Menschen die Schranken des Leibes überwinden und in immer höhere Sphären des Seins übergehen. Amazth ist eine Mittlergestalt, die den Seelen der Menschen den Übergang zwischen den Sphären ermöglicht.
Diese exotische Lehre alleine macht die Zeloten allerdings noch nicht bemerkenswert, denn in den bunten Städten der Sanskitaren existiert eine unüberschaubare Anzahl an Kulten, die mal mehr mal weniger geheimniskrämerisch sind und sich kryptischen Ansichten über die Natur der Welt hingeben. Aber ihre unbestreitbare magische Macht bringt den Zeloten zähneknirschenden Respekt unter den Sanskitaren ein, und der große Reichtum dieser Bruderschaften gründet sich vor allem auf ruchlose Machthaber, die jeden Preis zahlen um ihre Feinde mit allen Mitteln besiegen zu können. Diese Macht liegt in der Kenntnis darüber, wie man in einer Welt der unberechenbaren magischen Ströme scheinbar sorgenfrei und problemlos zaubern kann. Diese Macht, die in Rakshazar einmalig ist, rührt von der Kenntnis der Wahren Namen her. Dieser Begriff ist vieldeutig und nur eine von unzähligen Übersetzungsmöglichkeiten des Wortes „Xama“ aus dem Zha‘yad, der heiligen Sprache der Zeloten. Xama meint das vollkommene Wissen über ein Objekts, das es erlaubt, dieses Objekt durch seine Gedanken nach Gutdünken zu manipulieren. Das Xama kann nicht durch Studium der weltlichen Eigenschaften eines Objekt entschlüsselt werden, sondern ist nur durch Offenbarung eines höheren Wesens möglich, in den Augen der Zeloten also durch die personifizierte Allwissenheit namens Amazth.
Das Weltbild der Zeloten:
In einer Zeit vor der Zeit existierte Der Eine Gott, auch Sultan der Ewigkeit genannt. Er war vollkommen und unendlich. Er brachte acht Kinder hervor, die mit ihm eines Namens (Xama) waren und seinen göttlichen Eigenschaften Gestalt gaben: Allwissenheit (Amazth), vollkommene Schönheit (Asaphal), vollkommene Gerechtigkeit (Blak`hor), vollkommener Mut (Xaraphal), vollkommene Güte (Avaphal), Allgegenwärtigkeit (Lol‘gor), vollkommenes Glück (Xolophal), Unsterblichkeit (Targuniphal) und Allmacht. Diese acht wurden später die Alten Götter genannt, denn andere folgten ihnen nach, von denen später berichtet wird. Der achte unter den Alten Göttern, genannt Allmacht, erhob sich wider seinen Vater den Sultan und erschlug ihn, um an seiner statt vollkommen und unendlich zu sein. Denn die Allmacht konnte nicht dulden, durch die Anwesenheit des Vaters beschränkt zu werden. Als Der Sultan im Sterben lag, war auch sein Name dem Vergessen geweiht. Da jedoch sein Mörder eines Namens war mit seinem Vater, schwand auch sein Name und ebenso der der anderen 7 Kinder. Es wurden die Kinder des Einen schwächer und so war die Zeit geboren, deren letztes Maß das Fortschreiten des Sterbens der Alten Götter ist. Die Allmacht trachtete danach ein Gefäß für seinen Namen zu bauen. Er wandte sich an Amazth, die Allwissenheit: „Sage mir wie ich ein Behältnis schaffen kann um meinen Namen vor dem sicheren Untergang zu bewahren?“ Amazth lächelte und sagte: „Gebe mir ein Stück deiner Allmacht und gebe mir deinen Namen, so will ich ein solches Haus für ihn bauen.“ Die Allmacht tat wie ihr geheißen, sie gab ihren Namen und ein Stück  seiner Allmacht selber. Der Gott, der nun namenlos war, fiel deshalb in eine Lähmung und Ohnmacht. Amazth nahm nun den Namen des Namenlosen Gottes und schuf aus ihm die Welt, die dem Menschen jetzt vor Augen liegt mitsamt allen Göttern, die abergläubige Menschen anstelle der Alten Götter verehren. Doch er nahm auch den Namen des toten Allvaters, an den er sich als Allwissenheit vollständig erinnerte und versteckte ihn hinter dem Namen des Namenlosen Gottes. Als der Namenlose sein Auge auftat, als sein Name gesichert war, sprach er: „Kraftlos bin ich nun, nicht Allmacht kann ich mehr heißen. Doch solange die Welt existiert, die ich schuf, werde ich als einizger leben, während meine Geschwister dem Tode anheimfallen müßen.“ „Triumphiere nicht zu früh, den der Name unseres Vaters ist verborgen in der Welt, die ich aus dir schuf. Sein Name wird in der Welt erwachen und sich in meinem Schoß sammeln. Menschliche Seelen sind die Teile seines Namens. Die Seelen werden mit Hilfe der Magie, die aus dem Namen aufsteigen durch die Sphären deiner Welt.  Unser Vater wird wieder leben, während du für immer in der Welt, die ich für dich schuf, gebunden sein wirst!“ Da verfluchte der Namenlose Gott seine Welt und wies seine Diener, die Neuen Götter an, die Menschen zu schwächen und ihnen ihre magische Kraft zu rauben. So kommt es dass nur wenige das Wort des Vaters in sich tragen und zu Amazth‘ Schoß aufsteigen können. Jeder magische Mensch muss sich nun entscheiden, ob er seine Seele dem Tyrannen ohne Namen widmet, der über diese Welt herrscht oder Amazth, der als einziger das Bruchstück des Wahren Namens der Sultans der Ewigkeit befreien kann.
Gespeichert
Jarn
Vollzeitautor
*****
Offline

Beiträge: 669



« Antworten #1 am: April 19, 2010, 23:48:05 »

Gefällt mir außerordentlich gut!  Sehr schön wie du hier auf die Gnostiker Bezug nimmst und das Ganze mit dem Mythos der großen Alten und der sterbenden Götter verbindest. Das hat Klasse. Genau der Hintergrund, der wie geschaffen für die Zeloten ist und ihnen wirklich noch gefehlt hat!
Von mir: Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
Gespeichert

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebaeren zu koennen. Und ihr habt Chaos in euch. (Friedrich Nietzsche)
Yanken
rakshazarische Exekutive
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 7.208


Der Organisations-Barbar vom Dienst!


« Antworten #2 am: April 19, 2010, 23:52:27 »

Hört sich gut an  Daumen hoch  Daumen hoch
Schön das du dich dem Thema annimmst...  Daumen hoch

Ich hatte nur noch Schwierigkeiten den Text auf Anhieb zu verstehen...

Wie sieht es mit der Verbindung zur Dämonenwelt aus, wie es in Ashariels Konzept angedacht war?

Siehe: http://www.rakshazar.de/forum/index.php?topic=901.0
Gespeichert

Für Kuros und Kurotan!
Nicht mehr aktiv!
Talkim
Oberster Zeugwart
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 3.422



« Antworten #3 am: April 19, 2010, 23:53:11 »

Da wir uns ja auf der Messe ein wenig besprochen haben, bin ich schon gespannt wie es weiter geht!  Wink

Der Hintergrund zu den Zelothen und vor allem die Namelosenverbindung weiß schon mal sehr zu gefallen  Daumen hoch
Gespeichert

To do:
1. Finalisierung Arsenaltexte
2. Ausarbeitung der Blutpriester
3. Ausarbeitung der G?tter der Ipexco
4. Vorbereitung RatCon 2012
5. Versand Belegexemplare
6. Ipexco-Schamanenrituale durchsehen
Mæglin
vollautomatischer Schnelllektor
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 5.411



« Antworten #4 am: April 20, 2010, 08:56:52 »

Sehr schöne Ausarbeitung... Daumen hoch

Da ich gerade Langeweile habe mache ich mich doch mal rasch an ein Lektorat und einige Anmerkungen... Wink

Magie der Zeloten
„Ich bin der Öffner der Pforten, der Wegweisen in der Fremde. Ich bin der Zerteiler des Schleiers, die Stimme in der Wüste“
Litanei an Amazth, den Gott der Zeloten

Die Zeloten sind ein Zusammenschluss von verschiedenen Bruderschaften innerhalb der sanskitarischen Gesellschaft. Sie glauben, dass die wahrnehmbare Welt nur ein Kerker ist, mit dessen Hilfe mindere Götter versuchen, die Seelen der Menschen von der reinen Welt der Seele fernzuhalten. Durch spirituelle Einsicht in die Gesetze dieser körperlichen Welt kann der Geist eines Menschen die Schranken des Leibes überwinden und in immer höhere Sphären des Seins aufsteigen. Amazth ist eine Mittlergestalt, die den Seelen der Menschen den Übergang zwischen den Sphären ermöglicht.
Diese exotische Lehre alleine macht die Zeloten allerdings noch nicht zu etwas Besonderem, denn in den bunten Städten der Sanskitaren existiert eine geradezu unüberschaubare Anzahl von Kulten, die mal mehr mal weniger geheimniskrämerisch sind und sich ähnlich kryptischen Ansichten über die Natur der Welt hingeben. Es ist vielmehr ihre unbestreitbare magische Macht, die den Zeloten zähneknirschenden Respekt unter den Sanskitaren einbringt, und der große Reichtum dieser Bruderschaften gründet sich vor allem auf ruchlose Machthaber, die bereit sind nahezu jeden Preis zu zahlen um ihre Feinde besiegen zu können. Diese Macht liegt in der Kenntnis darüber begründet, wie man in einer Welt der unberechenbaren magischen Ströme scheinbar sorgenfrei und problemlos zaubern kann, welche in Rakshazar einmalig ist, und von der Kenntnis der Wahren Namen herrührt. Dieser Begriff ist vieldeutig und nur eine von unzähligen Übersetzungsmöglichkeiten des Wortes „Xama“, das aus dem Zha‘yad, der heiligen Sprache der Zeloten stammt. Xama meint das vollkommene Wissen über ein Objekts, das es erlaubt, dieses Objekt durch seine Gedanken nach Gutdünken zu manipulieren. Das Xama kann nicht durch Studium der weltlichen Eigenschaften eines Objekt entschlüsselt, sondern nur durch Offenbarung eines höheren Wesens erlangt werden; in den Augen der Zeloten also durch die personifizierte Allwissenheit: Amazth.

Das Weltbild der Zeloten:
In einer Zeit vor der Zeit existierte Der Eine Gott, auch Sultan der Ewigkeit genannt. Er war vollkommen und unendlich. Er brachte acht Kinder hervor, die mit ihm eines Namens (Xama) waren und seinen göttlichen Eigenschaften Gestalt gaben: Allwissenheit (Amazth), vollkommene Schönheit (Asaphal), vollkommene Gerechtigkeit (Blak`hor), vollkommener Mut (Xaraphal), vollkommene Güte (Avaphal), Allgegenwärtigkeit (Lol‘gor), vollkommenes Glück (Xolophal), Unsterblichkeit (Targuniphal) und Allmacht. Diese neun wurden die Alten Götter genannt, denn andere folgten ihnen nach, von denen später berichtet wird. Der neunte unter den Alten Göttern, genannt Allmacht, erhob sich wider seinen Vater den Sultan und erschlug ihn, um an seiner statt vollkommen und unendlich zu sein. Denn die Allmacht konnte nicht dulden, durch die Anwesenheit des Vaters beschränkt zu werden. Als Der Sultan im Sterben lag, war sein Name dem Vergessen geweiht. Da jedoch sein Mörder eines Namens war mit seinem Vater, schwand auch sein Name und ebenso der der anderen 8 Kinder zusehends. Es wurden die Kinder des Einen schwächer und so war die Zeit geboren, deren letztes Maß das Fortschreiten des Sterbens der Alten Götter ist. Die Allmacht trachtete danach ein Gefäß für ihren Namen zu bauen. Er wandte sich an Amazth, die Allwissenheit: „Sage mir wie ich ein Behältnis schaffen kann um meinen Namen vor dem sicheren Untergang zu bewahren?“ Amazth lächelte und sagte: „Gebe mir ein Stück deiner Allmacht und gebe mir deinen Namen, so will ich ein Haus für ihn bauen.“ Die Allmacht tat wie ihr geheißen, sie gab ihren Namen und ein Stück  seiner Allmacht selber. Der Gott, der nun namenlos war, fiel deshalb in eine Lähmung und Ohnmacht. Amazth nahm den Namen des Namenlosen Gottes und schuf aus ihm die Welt, mitsamt allen Geringeren Göttern, die abergläubische Menschen anstelle der Alten Götter verehren. Doch er nahm auch den Namen des toten Allvaters, an den er sich als Allwissenheit vollständig erinnerte und versteckte ihn hinter dem Namen des Namenlosen Gottes. Als der Namenlose sein Auge auftat, als sein Name gesichert war, sprach er: „Kraftlos bin ich nun, nicht Allmacht kann ich mehr heißen. Doch solange diese Welt existiert, werde ich als einizger leben, während meine Geschwister dem Tode anheimfallen müßen.“ „Triumphiere nicht zu früh, den der Name unseres Vaters ist verborgen in der Welt, die ich aus dir schuf. Sein Name wird in der Welt erwachen und sich in meinem Schoß sammeln. Menschliche Seelen sind die Teile seines Namens. Die Seelen werden mit Hilfe der Magie, die durch den Namenssplitter des Sultans entsteht, aufsteigen durch die Sphären deiner Welt. Unser Vater wird wieder leben, während du für immer in der Welt, die ich für dich schuf, gebunden sein wirst!“ Da verfluchte der Namenlose Gott die Welt und wies seine Diener, die Geringeren Götter an (Wieso sind die plötzlich seine Diener? Amazth hat sie doch geschaffen...müssten sie da nicht seine Diener sein?  Huh?), die Menschen zu schwächen und ihnen ihre magische Kraft zu rauben. So kommt es, dass nur wenige das Wort des Vaters in sich tragen und zu Amazth‘ Schoß aufsteigen können. Jeder magische Mensch muss sich nun entscheiden, ob er seine Seele dem Tyrannen ohne Namen widmet, der über diese Welt herrscht oder Amazth, der als einziger das Bruchstück des Wahren Namens der Sultans der Ewigkeit befreien kann.
« Letzte Änderung: April 21, 2010, 11:37:41 von Mæglin » Gespeichert
Barbarengentleman
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 802



« Antworten #5 am: April 20, 2010, 20:33:03 »

Danke für das Lob. Ja, ich habe mir die Gnostiker als Vorbild genommen, insbesondere in dem Punkt, dass die Welt aus einem bösen Prinzip entstanden ist, hier aus dem Namen des Namenlosen.

Danke auch für das Lektorat! Zu den Fragen: Der Namenlose stirbt nicht, weil sein Name ja auch nicht vernichtet worden ist. Das war ja grade der Grund warum er die Erschaffung der Welt in Auftrag gegeben hat: Um seinen Namen in einer materiellen Form zu retten. Durch die Trennung von seinem Namen wird er aber ohnmächtig (achtung: Doppeldeutigkeit!), weil seine charakterstische Eigenschaft (sein Wahrer Name), die Allmacht also, nicht mehr bei ihm ist. Weil die materielle Welt aus der Substanz des Namenlosen geformt ist, hat eder Namenlose aber immerhin die Macht über die zweite Göttergeneration, die diese materielle Welt beherrscht. Seine Macht ist demnach nicht verloren, sie ist jetzt nur inderkt geworden. Amazth hat für die Erschaffung der Welt nur den Auftrag erhalten. Er brauchte ohnehin die Allmacht für dieses Tat, denn die Allwissenheit selber hat eben keine Schöpferkraft, nur Erkenntniskraft.
Sorry, wegen des unvollständigen Satzes. Er sollte wie folgt heißen: "Die Seelen werden mit Hilfe der Magie, die durch den Namenssplitter des Sultans entsteht, aufsteigen durch die Sphären deiner Welt."

Gespeichert
Barbarengentleman
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 802



« Antworten #6 am: April 20, 2010, 20:50:08 »

Hier also ein weiterer Teil, diesmal, die Geschichte der Zeloten bis kurz vor der Machtergreifung Al-Hrastors. Wenn ihr Widersprüche zu bereits gesetzten Fakten findet, meldet es bitte. Wirklich verändert ist vor allem, dass die einwandernden Tulamiden verbannte Magiermogule waren. 
 
Offenbarungslegende der Zeloten (sehr gekürzt):
Amazth kam vor vielen Jahrhunderten in Menschengestalt in die Stadt Ribukan, um den Menschen das Wissen um ihren gefesselten Zustand zu bringen. Doch die ignoranten Menschen nahmen ihn wegen seiner ketzerischen Behauptungen gefangen und versuchten ihn in der Blutsee zu ertränken, ihn mit einer Axt zu köpfen, ihn auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, ihn zu erwürgen, ihn lebendig zu begraben und ihn schließlich nackt in der kalten Norden zu jagen, wo er erfrieren möge. Aber alle diese Taten waren erfolglos. Stets erschien Amazth erneut und als er sah, dass sein Werk getan war, richtete er sich mit einer Rede an das Volk der Sanskitaren: „Die wogenden Elemente haben keine Macht über mich, denn ich habe sie erkannt. Die Gezeiten des Geistes haben keine Macht über mich, denn ich habe sie erkannt. Die Gebote der Seele haben keine Macht mehr über mich, denn ich habe sie erkannt. Vor aller Zeit sah ich den Kosmos. Ich kehrte das Innerste nach Außen und das Unterste zu Oberst. Ich stieg durch die Sphären hinab um euch die Namen der stofflichen Dinge zu nennen. Wer Ohren hat, der höre! Wer mich suche, der folge mir nach!“ Mit diesen Worten verschwand Amazth ohne je wieder auf Dere gesehen zu werden.

Ältere Geschichte der Zeloten:
Obwohl die Zeloten von einer Stiftung ihres Kultes durch eine Inkarnation Amazth selber glauben, gibt es doch keine Hinterlassenschaften, die eindeutig auf diese Geschehnisse hindeuten. Gesichert ist jedoch, dass die Magie der Zeloten durch den Zusammenschluss des nomadischen Volkes der Remshen und eingewanderten Tulamiden entstanden ist. Die Abneigung gegen den Namenlosen hat ihren Ursprung dabei im den Legenden der Remshen. Hier hat sich eine Erinnerung an das Reich der Marhinier erhalten, deren Feinde die Remshen stets waren. Ebenfalls bei den Remshen grundgelegt ist die Vorstellung, die Welt sei ein prinzipiell schlechter Ort, der von böswilligen Göttern beherrscht wird. Die Tulamiden, die sich hauptsächlich aus verbannten Untertanen der Magiermogule zusammensetzen, haben hingegen das Wissen um die Magie eingebracht. Ihre Magie, die sich hauptsächlich auf Dämonenbeschwörung und der Anfertigung magischer Zeichen konzentrierte, wurde schnell zu einem Machtfaktor und jene Stämme der Remshen, die ihre traditionellen Weisen zugunsten der tulamidischen Magier verbannten, gewannen schnell an Macht und Einfluss. Die genauen Konflikte dieser Zeit liegen im Dunkel, allerdings dürfte sich bereits damals die Spaltung in die städtischen, tulamidisierten Proto-Sanskitaren und die konservativen Nomadenstämmen abgezeichnet haben.
Im Kampf gegen die Marus wurden die konservativen Remshen endgültig marginalisiert als König Sanskitar die nun als Zammoris bekannten Tulamidenmagier rituell in sein neu zusammengschlossenes Volk aufnahm. Die Zeloten würden diese Magier aber noch nicht als Ihresgleichen betrachten, denn die Inkarnation des Amazth datieren sie erst in die Spätphase des Sanskitarenreiches, wo die Zentralgewalt zu Bröckeln begann und wahrscheinlich eine geistige Verunsicherung herrschte.
Es ist zu vermuten, dass sich das heutige Weltbild der Zeloten unter der Herrschaft der Ipexco entstand, denn in vielen der ältesten Texte der Zeloten sind gegenüber den naturverbundenen und diesseitigen Riten der Ipexco erstmals Passagen wie diese zu finden: „Was ist die Natur (sansk. Sumul)? Eine Ungerechtigkeit, eine Unreinheit, eine Fessel. Das Blut ist nicht das Leben, das Blut ist der Tod der Seele. Die Natur ist eine gierige Riesin, die euch verschlingt und einen jeden in den Tod reißt. Je mehr ihr sie füttert, umso hungriger wird sie, einem Schwein gleich, dass umso fetter und gieriger wird, je mehr ihr es mästet. Verschließt eure Augen vor der endlichen Welt und ihr werdet die Ewigkeit durch die Gnade Amazth sehen. Hungert die Natur aus, um sie abzutöten. Schlagt sie tot, in euch wie außer euch, um eure Fesseln abzustreifen.“ In der Chronik von der Befreiung der Sanskitaren durch Abu-Malak lesen wir jedenfalls zum ersten Mal den Namen „Zelothim“, die hier als Weise und Hüter von Amazth vollkommenem Wissen gepriesen werden. Als ihr Oberhaupt wird ein gewisser Gargon genannt, der unter den heutigen Zeloten besondere Verehrung genießt. Der Legende nach war er ein ungeschlechtliches, altersloses Wesen, das keinerlei Begierden kannte und auch keinen körperlichen Bedürfnissen unterlag. Andere Quellen sprechen von ihm schlicht als Abu-Malaks jüngerem Bruder.
Die nächsten 400 Jahre floriert das zweite Reich der Sanskitaren wirtschaflich, aber die religiösen Spannungen nahmen von Generation zu Generation zu. Die Überlieferungen des ersten Reichs waren von den Ipexco ausgemerzt worden, einzig die Vorfahren der Zeloten konnten ihr esoterisches Wissen im Verborgenen weiter pflegen. Der Mangel an tradierter Religion wurde durch viele selbsternannte Weise und Propheten ausgeglichen, die das bunte Durcheinander an Geboten, Vorraussagungen und Götzen begründeten, das heute so typisch für die Sanskitaren ist. Sultan Cerunnos, der Gesetzgeber, formulierte erst 150 Jahre nach Abu-Malak die heute noch bekannte Lehre von Payishna und seinem Diener Amazth, in der vergeblichen Hoffnung sein Volk so geistig einen zu können. Die Zeloten mußten diese untergeordnete Stellung natürlich als Frevel an ihrer Gottheit ansehen und auch die übrigen Untertanen hatten sich längst unzähligen anderen Göttern zugewandt.
Gespeichert
Talkim
Oberster Zeugwart
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 3.422



« Antworten #7 am: April 20, 2010, 21:34:42 »

Was ich sehr schön finde sind die Verbindungen zwischen Remshen, Tulamiden, Ipexco und Marus. Genau solche Verknüpfungen brauchen wir, um unseren Traditionen und Völkern Leben und Glaubwürdigkeit zu verleihen, damit die Leser sehen, dass diese nicht einfach plätzlich da waren  Daumen hoch

Ob es Unstimmigkeiten mit bisherigen Texten gibt, kann ich leider nicht sagen, da ich bei den Zelothim nicht auf dem Laufenden bin...

Bei den Ipexco werde ich aber wohl bald eine vernünftige Geschichtsausrarbeitung liefern müssen, um da Schritt halten zu können  Wink
Gespeichert

To do:
1. Finalisierung Arsenaltexte
2. Ausarbeitung der Blutpriester
3. Ausarbeitung der G?tter der Ipexco
4. Vorbereitung RatCon 2012
5. Versand Belegexemplare
6. Ipexco-Schamanenrituale durchsehen
Yanken
rakshazarische Exekutive
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 7.208


Der Organisations-Barbar vom Dienst!


« Antworten #8 am: April 20, 2010, 22:33:27 »

Toll  Daumen hoch

Bezüglich der Geschichtsschreibung steht noch nicht alles fest... ich bin immer noch fleißig am werkeln und Daten zusammentragen. Eine inoffizielle (sind absolut in Arbeit befindende) Zeittafel der Chronik die dir helfen könnte findest du [url0http://www.rakshazar.de/wiki/index.php?title=Inoffizielle_Zeittafel]hier[/url].

Noch eine Bitte:
Wenn du bei deinem Schaffungsprozess neue erwähnenswerte Fakten oder Namen festlegst (wie z.B. Zammori) schreibe diese bitte nochmal extra heraus, damit sie leicht erkennbar sind.

An das Lektorat:
Wir hatten uns mal darauf geeinigt, die Tulamiden in unseren Texten als "Kunkomer" (die Rechtschreibung ist Absicht) zu bezeichnen. Anwendung fand das ganze bei den "Völkern-in-drei-Sätzen" und beim Rassentext der Sanskitaren.
« Letzte Änderung: April 20, 2010, 22:38:10 von Yanken » Gespeichert

Für Kuros und Kurotan!
Nicht mehr aktiv!
Mæglin
vollautomatischer Schnelllektor
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 5.411



« Antworten #9 am: April 21, 2010, 10:36:12 »

Offenbarungslegende der Zeloten (sehr gekürzt):
Amazth kam vor vielen Jahrhunderten in Menschengestalt in die Stadt Ribukan, um den Menschen das Wissen um ihren gefesselten Zustand zu bringen. Doch die ignoranten Menschenkinder nahmen ihn wegen seiner ketzerischen Behauptungen gefangen und versuchten ihn in der Blutsee zu ertränken, ihn mit einer Axt zu köpfen, auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, zu erwürgen, ihn lebendig zu begraben und schließlich ihn nackt in den kalten Norden zu verjagen, wo er erfrieren möge. Aber alle diese Versuche waren erfolglos. Stets erschien Amazth erneut und als er sah, dass sein Werk getan war, richtete er sich mit einer Rede an das Volk der Sanskitaren: „Die wogenden Elemente haben keine Macht über mich, denn ich habe sie erkannt. Die Gezeiten des Geistes haben keine Macht über mich, denn ich habe sie erkannt. Die Gebote der Seele haben keine Macht mehr über mich, denn ich habe sie erkannt. Vor aller Zeit sah ich den Kosmos und ich kehrte sein Innerste nach Außen und das Unterste zu Oberst. Ich stieg durch die Sphären hinab um euch die Namen der stofflichen Dinge zu nennen. Wer Ohren hat, der höre! Wer mich suche, der folge mir nach!“ Mit diesen Worten verschwand Amazth ohne je wieder auf Dere gesehen zu werden.

Ältere Geschichte der Zeloten:
Obwohl die Zeloten von einer Stiftung ihres Kultes durch eine Inkarnation Amazth selber erzählen, gibt es doch keine Hinterlassenschaften, die diese Geschehnisse beweisen würden. Gesichert ist jedoch, dass die Magie der Zeloten aus dem Zusammenschluss der magischen Traditionen des nomadischen Volkes der Remshen und denen der eingewanderten Kunkomer entstanden ist. Die Abneigung gegen den Namenlosen, die allen Zeloten zu eigen ist, hat ihren Ursprung dabei im alten Legenden der Remshen. Hier hat sich eine Erinnerung an das Reich der Altvorderen erhalten, dessen Feinde die Remshen stets waren, und von dem die Sagen der Reiternomaden berichten, dass seine Bewohner dem Gesichtslosen dienten und somit den Zorn der Götter und den Himmelsbrand heraufbeschworen. Ebenfalls auf alte Erzählungen der Remshen geht die Vorstellung zurück, die Welt sei ein prinzipiell schlechter Ort, der von böswilligen Göttern beherrscht wird. Die Kunkomer, die sich hauptsächlich aus verbannten Untertanen der Magiermogule zusammensetzen, haben hingegen das Wissen um die Magie eingebracht. Ihre Zauberkunst, die sich hauptsächlich auf Dämonenbeschwörung und die Anfertigung magischer Zeichen konzentrierte, wurde schnell zu einem Machtfaktor und jene Stämme der Remshen, die ihre traditionellen Weisen zugunsten der Kunkomer Magier verbannten, gewannen schnell an Macht und Einfluss. Die genauen Konflikte dieser Zeit liegen im Dunkel der Vergangenheit verborgen, allerdings dürfte sich bereits damals die Spaltung in die städtischen Proto-Sanskitaren und die konservativen Nomadenstämmen abgezeichnet haben.
Im Kampf gegen die Marus wurden die konservativen Remshen endgültig marginalisiert als König Sanskitar die nun als Zammoris bekannten Kunkomer Magier rituell in sein neu zusammengschlossenes Volk aufnahm. Die Zeloten würden diese Magier aber noch nicht als Ihresgleichen betrachten, denn die Inkarnation des Amazth datieren sie erst in die Spätphase des Sanskitarenreiches, wo die Zentralgewalt bereits wieder zu Bröckeln begann und wahrscheinlich eine geistige Verunsicherung herrschte.
Es ist zu vermuten, dass das heutige Weltbild der Zeloten unter der Herrschaft der Ipexco entstand, denn in vielen der ältesten Texten der Zeloten sind über die naturverbundenen und diesseitigen Riten der Ipexco Passagen wie diese zu finden: „Was ist die Natur (sansk. Sumul)? Eine Ungerechtigkeit, eine Unreinheit, eine Fessel. Das Blut ist nicht das Leben, das Blut ist der Tod der Seele. Die Natur ist eine gierige Riesin, die euch verschlingt und einen jeden in den Tod reißt. Je mehr ihr sie füttert, umso hungriger wird sie, einem Schwein gleich, dass umso fetter und gieriger wird, je mehr ihr es mästet. Verschließt eure Augen vor der endlichen Welt und ihr werdet die Ewigkeit durch die Gnade Amazth sehen. Hungert die Natur aus, um sie abzutöten. Schlagt sie tot, in euch wie außerhalb von euch, um eure Fesseln abzustreifen.“ In der Chronik von der Befreiung der Sanskitaren durch Abu-Malak lesen wir jedenfalls zum ersten Mal den Namen „Zelothim“, die hier als Weise und Hüter von Amazth vollkommenem Wissen gepriesen werden. Als ihr Oberhaupt wird ein gewisser Gargon genannt, der unter den heutigen Zeloten besondere Verehrung genießt. Der Legende nach war er ein ungeschlechtliches, altersloses Wesen, das keinerlei Begierden kannte und auch keinen körperlichen Bedürfnissen unterlag. Andere Quellen sprechen von ihm schlicht als Abu-Malaks jüngerem Bruder.
Die nächsten 400 Jahre floriert das zweite Reich der Sanskitaren wirtschaflich, aber die religiösen Spannungen nahmen von Generation zu Generation zu. Die Überlieferungen des ersten Reichs waren von den Ipexco ausgemerzt worden, einzig die Vorfahren der Zeloten konnten ihr esoterisches Wissen im Verborgenen weiter pflegen. Der Mangel an tradierter Religion wurde durch viele selbsternannte Weise und Propheten ausgeglichen, die das bunte Durcheinander an Geboten, Weissagungen und Götzen begründeten, das noch heute so typisch für die Sanskitaren ist. Sultan Cerunnos, der Gesetzgeber, formulierte erst 150 Jahre nach Abu-Malak die heute noch bekannte Lehre von Payishna und seinem Diener Amazth, in der vergeblichen Hoffnung sein Volk so geistig einen zu können. Die Zeloten mußten diese untergeordnete Stellung natürlich als Frevel an ihrer Gottheit ansehen und auch die übrigen Untertanen hatten sich längst unzähligen anderen Göttern zugewandt.
« Letzte Änderung: April 21, 2010, 11:32:00 von Mæglin » Gespeichert
Sphärenwanderer
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 2.619


Keep it simple!


« Antworten #10 am: April 21, 2010, 11:39:01 »

@Barbarengentleman
Alter, du legst ja echt einen Einstieg hin.  Grin

Die Texte sind nicht BETA 3 relevant oder? Dann lese ich nämlich irgendwann anders korrektur. Das grenzt ja schon an Masochismus, sich so einen Berg auf einmal anzutun. (zu Maeglin schiel  Roll EyesGrin
Gespeichert

Ich bin keine Signatur, ich putz´ hier nur.
Moosäffchen
BdH & BdK Finalisator
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 4.100


Marhynianische Monstrosität


« Antworten #11 am: April 21, 2010, 11:42:38 »

Zitat
Alter, du legst ja echt einen Einstieg hin
Und es wird noch weitergehen. Ich habe hier seine ersten Entwürfe liegen und die sind noch viel länger.  Grin

Die Texte gehören eigentlich in den Magieband, da sie als Beschreibung der Zelothen-Weltsicht dienen. Aber da das ganze Magie-Thema so diffizil und umstritten ist, hat er sich überlegt es vorher hier schon auszubreiten, damit ihr euch ein Bild davon machen könnt.
Regelentwürfe stehen auch schon, aber dafür muss ja erstmal die Forengemeinde einig sein.  Smiley
« Letzte Änderung: April 21, 2010, 11:44:54 von Moosäffchen » Gespeichert
Mæglin
vollautomatischer Schnelllektor
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 5.411



« Antworten #12 am: April 21, 2010, 11:43:16 »

Die Texte sind nicht BETA 3 relevant oder? Dann lese ich nämlich irgendwann anders korrektur. Das grenzt ja schon an Masochismus, sich so einen Berg auf einmal anzutun. (zu Maeglin schiel  Roll EyesGrin

Oh Meister ich war unartig...Ich bitte euch ergebenst, bitte schlagt mich zur Strafe mit einigen DINA4 Seiten Text... Na LOS! Teufel
Gespeichert
Barbarengentleman
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 802



« Antworten #13 am: April 22, 2010, 19:09:49 »

ALso um nochmal auf die neuen Begriffe einzugehen, die ich einführen möchte: Die Zammoris kann ich mir schenken, denn mir ging es nur um einen rakshazarischen Namen für die Tulamiden. Da aber "Kunkomer" schon steht, kann es dabei bleiben. Ansonsten ist da nur Gargon, der erste Zelot der in der Geschichtsschreibung namentlich erwähnt wird (aber auch kaum mehr). Als neues Faktum wird bei mir gesetzt, dass die Kunkomer  exilierte Magiermogule und ihre treuen Untertanen sind. Das würde zum einen erklären, warum sie ihre Heimat überhaupt verlassen mußten, und gibt ihnen Macht (wenn auch durch die chaotische Magie behindert), mit der sie bei den Remshen fußfassen konnten. Zudem ist ja schon in der Beta explizit beschrieben worden, dass in einer riesländischen Stadt Magiermogule lebten (Name ist mir entfallen, eine Untotenstadt im Süden jedenfalls), ich erweitere also nur diese Annahme. Doch jetzt weiter im Text:

Neuere Geschichte der Zeloten:
Nach etwa 400 Jahren errang der nur 12jährige Zelot Al-Hrastor, der Sohn des Stadtfürsten Urlamesh die Macht in Yol-Mordai, indem er seine Eltern im Schlaf ermordete und die Stadtgarde durch Dämonen umbringen ließ. Er rief die Wiedergeburt des alten sanskitarischen Reiches aus, das ja schließlich auch in Yol-Mordai seinen Anfang nahm. Andere Städte waren skeptisch einem offensichtlich wahnsinnigen Kind zu folgen.
In den folgenden Jahren unterstützte Al-Hrastor insgeheim Zirkel der Zeloten in allen Städten der Sanskitaren und darüber hinaus. Er ersetzte Beamte und Würdenträger durch gestaltwandlerische Dämonen und beherrschte die übrigen durch seine Hexerei. Sein Spinnennetz umfasste schließlich alle Städte der Sanskitaren und es war nur noch eine Formalität als am Tage von Al-Hrastors 100. Geburtstag der Sanskitarische Städtebund gegründet wurde. In den folgenden 30 Jahren wurde die Gesellschaft der Sanskitaren in den eroberten Gebieten tiefgehend verändert. Die Verehrung der Götter, insbesondere von naturhaften Göttern wie der leidenschaftlichen Omshivan wurden verboten und Amazth sowie die anderen sterbenden Götter wurde als einziges Pantheon anerkannt.
Schließlich erklärte Al-Hrastor seinen Plan vom, wie er es nannte, „letzten Krieg“: Nicht Verteidigung oder Machterwerb waren die Ziele des Dämonenfürsten, sondern Vernichtung der Schöpfung selbst. Seine dämonischen Horden wurden von den vielen unterstützt, die sich einen Gewinn davon versprachen, an der Seite eines unbesiegbar scheinenden Herrschers zu stehen. Eroberte Städte wurden in diesem Krieg grundsätzlich vernichtet, da sie den Hochmut der Menschen verkörpern und den Menschen wurden Seuchen angehext um sie Demut zu lehren. Das extremste Ereignis im Krieg war vielleicht der große Ährenbrand. Al-Hrastor hatte befohlen, dass alle Bauern seines Reiches ihre Ernte verbrennen sollten, um so durch Verhungern aus dieser sündigen Welt zu scheiden.
Das Volk erhob sich jetzt endlich unter der Bäuerin Ishma. Ipexco und Ronthar gelang es schließlich im Verbund mit den rebellierenden Stadtstaaten, den Ansturm Al-Hrastors zu begrenzen und schnell nachdem sich das Kriegsglück gewendet hatte, zerfiel der durch Angst und Gier zusammengehaltene Bund. Da wiederum die traditionelle Überlieferung zum Großteil von Al-Hrastor unterdrückt worden war, war Platz für eine neue Gottheit: Der Kult der Ishma fasste in den unabhängigen Gebieten schnell Fuß und nach Jahrzehnten der lebensfeindlichen Lehre, kehrte eine eine bunte und verspielte Kultur in den vom Zelotenherrscher unabhängigen Städte ein.
« Letzte Änderung: April 22, 2010, 21:46:15 von Barbarengentleman » Gespeichert
Barbarengentleman
Vorkämpfer Rakshazars
*
Offline

Beiträge: 802



« Antworten #14 am: Mai 03, 2010, 21:02:34 »

Nach einer kleinen Pause geht es jetzt weiter mit den Zeloten. Diesmal wird es etwas konkreter. Demnächst erreichen wir die kritische Stelle, nämlich die Magietheorie der Zeloten und über diesen Weg auch die Regeln. Aber bis dahin...:

Das Leben eines Zeloten
„Das neugeborene Kind ist der größte Sünder. Hunger und Durst und Wollust und Gier sind in ihm. So ihr einen Säugling am leben lassen müßt, so schlagt ihn um ihn zu züchtigen. Wenn er dann weint, wie sie es gerne tun, so schlagt ihn weiter, und beachtet ihn ansonsten nicht. So wird er irgendwann die heilige Verachtung erlangen, von allem was existiert.“
 
Zelot wird man nicht von Geburt, denn den Zeloten ist Beischlaf und erst recht die Geburt eine Sünde. Daher rekrutieren sich die Zeloten nur durch Neuanwerbungen. In den Städten der Sanskitaren suchen sie nach magiebegabten Kindern, sei es aus den Palästen der Fürsten oder den Gossen. Würden die Eltern aber wissen, was ihre Kinder in den Klauen der Zeloten erwartet, würden sie sie sicher niemals hergeben. Eine Ausbildung erhält das Kind nämlich nicht. Stattdessen muß es jahrelange Qualen über sich ergehen lassen. Jeder Zirkel besitzt seine eigenen Spezialitäten um die Seele der Neuzugänge zu brechen. Neben unerträglichen körperlichen Schmerzen die sie selbst erleiden, werden die Zöglinge gezwungen selber anderen Leid anzutun, insbesondere solchen die sie in ihrem früheren Leben geliebt haben. Niemals wird mit ihnen gesprochen oder sie auch nur angeschaut, denn die Zeloten tragen im Umgang mit ihren Eleven stets Masken. Elementare Bedürfnisse werden ihnen ferngehalten, ihr Essen müssen sie stehlen, was wiederum strenge Strafen nach sich zieht. Schon bald werden die Kinder entstellt und verstümmelt, um ihnen die Verachtung für den eigenen Körper einzuimpfen. All der ins Groteske übersteigerte Sadismus, dem die Schüler ununterbrochen ausgeliefert sind, hat nur ein Ziel: Alle menschlichen Gefühle sollen ausgelöscht werden, sodass nur eine leere Hülle übrig bleibt, die durch das Licht Amazth gefüllt werden kann. Der einzige Ort, an dem die Schüler sich sicher fühlen können, ist nämlich im Tempel des Amazth, wo ihnen der Allwissende durch seine Visionen die zerstörten weltlichen Gefühle und Gedanken durch seine Weisheit ersetzt. Zu Beginn meiden die Schüler den Tempel, denn er erscheint ihnen unheimlich und sie meinen, von seiner Präsenz verwirrt und geängstigt zu werden. Wenn den Schülern die Niederhöllen irgendwann als Erlösung vor der materiellen Welt erscheinen und sie vor der unerträglichen Welt in die Arme Amazth flüchten wollen, haben die Ausbilder ihre Aufgabe erfüllt.
Am Ende ihrer Ausbildung scheinen die Zeloten für Außenstehende dem Wahnsinn verfallen. Aber es ist ein kalter, methodischer Wahnsinn, die Abwesenheit jeder Art von Liebe oder Mitleid, aber auch von Hass oder Gier. Sie gleichen eher Dämonen, die auch scheinbar vernünftig handeln, aber deren Denken nur auf Zerstörung der Schöpfung abzielt. Ein Zelot muss sein Leben dem Gebet und der Vernichtung der falschen Ordnung der Neuen Götter widmen. Sie planen alles, was mächtig ist, in dieser Welt umzustürzen. Dazu gehören neben Herrschern auch reiche Händler oder einflussreiche Institutionen. Das rätselhafteste ist aber der Kampf der Zeloten gegen so abstrakte Konzepte wie Liebe, Hoffnung oder Mitleid. Oft greifen die Zeloten scheinbar willkürlich in das Leben einzelner Menschen ein, um sie grundlos in größtes Unheil und Leid zu treiben. Ob damit ein großer Plan Amazth verfolgt wird, oder ob hier einfach die Verachtung gegenüber allem was exisitert gefeiert wird, bleibt ungewiss. Dennoch müssen die Zeloten sich neben allen Plänen auch ernähren und müssen eine Wohnstätte haben, und so gibt es einige unter ihnen, die sich mit der sündigen Welt auseinandersetzen und durch abscheuliche Verbrechen Geld und Sklaven beschaffen. Einige werden zu Raubmördern die wohlhabende Familien umbringen, mit einer Selbstverständlichkeit, mit der andere einen Apfel vom Baum pflücken. Einige bauen Verbrechernetzwerke auf und verkaufen Drogen, Sklaven und Gifte. All dies ist jedoch nur Mittel zum Zweck, um den Brüdern ein Leben ohne materielle Sorgen zu ermöglichen. Einige Fürsten gehen das Risiko ein, und verbieten den Zeloten nicht das Leben in ihrer Stadt, denn sie erhoffen sich als Gegenleistung für die Duldung die Dienste dieser Meister der schwarzen Künste. Tatsächlich sind die Zeloten gerne bereit ihre Magie anzubieten, aber es wäre naiv zu glauben, dass die Weltverächter irgendjemandem oder irgendetwas in der materiellen Welt Loyalität entgegenbringen würden.
Wenn ein Zelot einige Jahre im Dienste Amazth gelebt hat, und in einige "Aspekte" der diesseitigen Welt durchschaut hat, wird seine Seele den Weg zu Amazth antreten (zu den sog. "Aspekten" in der zelotischen Philosophie später mehr). Sieben Kreise der Erlösung gibt es in der sich die Seele jeweils mit einem der sieben übriggebliebenen "Aspekte" des Einen Gottes auseinandersetzen muss. Im siebenten Kreis schließlich ist die Seele bei den Alten Göttern angekommen und soweit von materiellen Fesseln gereinigt, dass sie als Mosaikstein im Namen des Urvaters dienen kann. Ein solcher Mitbruder wird von den Zeloten als „Gnadenreicher“ verehrt und sein Urteil ist Gesetz in ihrer Gemeinschaft. Doch auch der vierte Kreis der Erlösung ist bereits eine wichtiger Wegmarke auf dem Weg zu Amazth, er wird als Scheitel bezeichnet, ab dem ein Diener Amazth bereits mehr der jenseitigen Domäne des Sultans der Ewigkeit als dem verdorbenene Reich des Namenlosen angehört.

Kultur der Zeloten
„Alles was ihr Schön nennt, verspotte ich als häßlich. Alles was ihr für wahr haltet, erkläre ich für falsch. Alles was euch gut dünkt, verachte ich als böse.“--- Zelotischer Spion kurz vor seiner Exekution in Yal-Kalabeth

Die Zeloten selber würden wohl abstreiten, dass sie überhaupt so etwas wie Kultur haben, schließlich wäre die Beschäftigung mit Schönem oder weltlicher Weisheit eine Sünde, die nur von der ewigen jenseitigen Welt der Alten Götter ablenkt. Dennoch haben die Zeloten eine Tradition der Anti-Kultur aufgebaut. Ihre Körper verhüllen sie stets, insbesondere das Gesicht muss stets verdeckt sein, vor allem wenn Außenstehende anwesend sind. Schwarz, rot und grau ist die einzigen Farben, die sie gelten lassen. Als Schmuck tragen sie oft Symbole der Vergänglichkeit und des Leids, wie etwa Schädelsymbole oder schmerzverzerrte Fratzen. Ihre Gebäude sind meistens unscheinbar und in schlechtem Zustand, denn Pflege und Prunk würde den Zeloten als übermäßige Betonung des Diesseitigen erscheinen. Ebenso halten sie es mit ihrer eigenen Körperpflege. Ein Sprichwort der Zeloten besagt, dass der Leib nicht die Seife sondern nur die Peitsche verdient hat. Dekoration findet sich allerdings zahlreich in den Häusern der Zirkel. In handwerklicher Vollendung sind die Wände mit Darstellungen von Kriegen, entstellenden Krankheiten, von Folter und Mord übervoll bebildert. Oft durchschreiten die Brüder die so verzierten Gänge um sich Inspiration zu holen. Auch Musik kennen die Zeloten, doch nur atonale Kompositionen erscheint ihnen würdig, gespielt von Dämonen auf Instrumenten aus Menschenknochen.
Um diesen Weg der Erkenntnis zu beschreiten unterzieht sich ein Zelot einer rigiden Askese: Nur Wasser und geschmackloses Brot, der sog. Tränenlaib sind ihnen gestattet. Viele Zeloten sind daher schon in ihrer Jugend körperlich gebrechlich und schwach. Doch sie sehen dies als Auszeichnung und ein Beweis für ihre Geringschätzung weltlicher Stärke. Lachen ist streng verboten, ebenso das Feiern von weltlichen Festen. Obwohl grundsätzlich beide Geschlechter Zeloten werden können, ist eine geschlechtliche Beziehung eine schwere Verfehlung und die weite Kleidung mitsamt Masken und Kapuzen dient dazu die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht zu verbergen. Einige Zeloten verstümmeln ihre Geschlechtorgane um nicht mehr in Versuchung geführt zu werden.
Gespeichert
Seiten: [1] 2 3 ... 5 | Nach oben Drucken 
Rakshazar - Forum  |  Rakshazar  |  Buch der dunklen Künste  |  Magische Traditionen  |  Thema: Neuer Ansatz für eine umfassende Beschreibung der Magie: Teil 1 Zeloten « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  
 


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.19 | SMF © 2011, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.156 Sekunden mit 19 Zugriffen.