Übersicht | Hilfe | Suche | Einloggen | Registrieren

Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
September 20, 2019, 17:39:30
Rakshazar - Forum  |  Projektboards  |  Weitere Projekte  |  Riesland-Projektbereich  |  Riesland-FU!  |  Thema: Has-Jin-Dhandar, Heimat der Hashashin, auch Gesichtslose genannt 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] | Nach unten Drucken
Autor Thema: Has-Jin-Dhandar, Heimat der Hashashin, auch Gesichtslose genannt  (Gelesen 1279 mal)
borebeutli
Ideengeber
**
Offline

Beiträge: 25


« am: April 17, 2007, 18:57:51 »

"So viel Schönheit mein lieber Yiang, solche Vielfalt, so viel Leben ! Ja, da lächeltst du sanft und stützt erwartungsvoll den kleinen Kopf in deine noch jungen, unbefleckten Hände. Nun gut, ich will Dir von Has-Jin-Dhandar berichten, dem ewigen Dschungel, einem Meer aus Farben, Formen und Gerüchen, voller Geräusche, niemals still, niemals ermüdend, immer wach. Ich will dir berichten von den alten Tempeln der Oni, von den Wunderwerken der Natur, von verlassenen Forts überwucherten Festungen, von Städten hoch oben in den Bäumen und von Kavernen, so tief, dass seine Bewohner das Wort Licht nicht einmal kennen.
Ich war etwa in deinem Alter, mein junger Freund, als ich das erste Mal vom Krieg des Herren Laos gegen die Hashashin hörte. Wie du jetzt hier verstand ich nichts vom Krieg, wusste nicht, wer die Hashashin überhaupt waren und ahnte nur, wer der Herrscher Laos war, der güldene König und Kriegsfürst Sensen Yiang-Cha-Gi. Ich war auf Laos Straßen unterwegs, als ich die frohe Kunde vernahm, dass unser Heer einen prächtigen Sieg gegen die Hashashin errungen hatte, als ich hörte, dass alsbald ein zweites Heer aufbrechen sollte, unsere tapfere aber schwer dezimierte Streitkraft in Has-Jin-Dhandar aufzufüllen und zu verstärken. Von sagenumwobenen Schätzen war die Rede, uralten Schriftrollen, die längst vergessene Künste lehrten, und Zauberwaffen, die mit nur einem Hieb einem Nagah den Wanst aufschneiden konnten.
All dies wartete auf uns, auf unsere Truppen und während ich von unermesslichem Reichtum träumte, bemerkte ich nicht, dass ich den Gerüchten der Straße weiter und weiter nach Tian-Do folgte, dem finstersten Viertel der Stadt Laos, der Heimat der Diebe, Hehler und Mörder. So fand ich mich nun, nachdem ich mit dem Träumen aufgehört hatte, mitten auf dem Alten Markt von Tian-Do wieder, so alt wie du, mit den Hosen gehörig voll und noch dazu vollkommen unwissend,w ie ich denn nun wieder nach Hause gelangen könnte. Während ich nun dort stand und bemerkte, wie mir Tränen der Angst über die Wangen rannen, wurde wohl ein Werber der Armee auf mich aufmerksam.

An das, was nun geschah, kann ich mich nicht mehr gut erinnern, darum will ich dir die Einzelheiten ersparen und lieber damit fortfahren, wie ich in Cheng-Dian das erste Mal die schlafesmüden Augen öffnete. Ich war, was ich damals natürlich nicht wusste, unfreiwillig im Moloch der uns bekannten Welt angekommen, einem der schlimmsten Dreckslöcher des Rieslandes, beinahe so grauenvoll wie Siranga-Purang, doch, den Göttern sei Dank, nicht ganz so groß und verwirrend. Die Stadt, wenn du sie so nennen willst, befand sich in den sumpfigen Brackwassern am östlichsten Ende des Has-Jin-Dhandar und so war es wenig verwunderlich, dass sie eher einer wilden Ansammlung von Bambus- und Holzhütten glich, als einer steinernen, wehrhaften und vor allem vorbildlichen Stadt. Hinter dem Wust von Häusern, Gassen und Rauchsäulen der Garküchen und Brandroder erkannte man diese gewaltige Mauer aus grünem Blattwerk und braunem Holz, mehrere hundert Meilen breit, mehrere Dutzend Schritt hoch und so dicht gewachsen, dass niemand, ja selbst ein Adlerauge nicht, auch nur einen Schritt hätte hineinsehen können. Das Geschrei der Tiere dieses herrschaftlichen Bewuchses überstimmte selbst aus beinahe 200 Schritt Entfernung das Gejohle, Gezeter und Gefluche am Hafen von Cheng-Dian, was übrigens in der Sprache deines Volkes "Stadt am Ende" bedeuten würde, seltsam nicht wahr ? Geisterhafter Nebel und das Blattwerk der Urwaltriesen im Wind machten die Sicht zum Dschungel hin nur noch verwirrender, während mich langsam, einem Sog gleich, der Trubel des Hafenviertels von Cheng-Dian in seinen Bann zog. Die alten Söldner schupsten mich, den neuen Trommler, wie ich nun betitelt wurde, herum wie ein Stück Holz im Brackwasser, in das sie für gewöhnlich ihre Angelruten hielten, Hafenarbeiter, Dirnen (was das ist werde ich dir an anderer, späterer Stelle verraten) und Bauchladenbesitzer begrapschten mich, lockten mich mal hierhin, mal dorthin. Anscheinend war ein sechsjähriger Knabe hier so ungewöhnlich, dass sie sich alle garnicht vorstellen konnten, dass ich noch so jung war. Sie hielten mich wohl für einen Erwachsenen. Der Zugführer unserer Schützeneinheit nahm mich unsanft am Arm und zog mich mitsamt unserer raubeinigen Kumpane zur Schenke "Blauer Oni" hin, wo bereits an einigen eiligst zusammengezimmerten Tischen aus Treibgut und Sperrmüll weiteres Soldvolk rastete, soff und unflätige Spiele und Zoten tat.

Die weiteren Wochen blieben wir noch in Cheng-Dian, rüsteten uns aus und warteten gespannt auf den endgültigen Marschbefehl unseres Herren. Ich hatte mich mitlerweile mit meinem Schicksal arrangiert, vor allem, als ich begriffen hatte, dass Tränen, Flehen und Betteln um Heimfahrt mir nur Schläge, Beschimpfungen oder Schlimmeres einbrachten. 


An anderer Stelle weiter, ich muss jetzt in die Muckebude Grin
Gespeichert

Hail Mary !
Seiten: [1] | Nach oben Drucken 
Rakshazar - Forum  |  Projektboards  |  Weitere Projekte  |  Riesland-Projektbereich  |  Riesland-FU!  |  Thema: Has-Jin-Dhandar, Heimat der Hashashin, auch Gesichtslose genannt « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  
 


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.19 | SMF © 2011, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.061 Sekunden mit 20 Zugriffen.