Amhalashal

Aus Rakshazar-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche


An den stürmischen Gestaden des unbezwingbaren Ozeans, schroffe Klippen an der Seeseite und die öde Geistersteppe an der Landseite, erhebt sich, hart und Abweisend, ein uralter, kantiger Festungsbau über die Mündung des verdammten Flusses Byrastes: Amhalashal. In früheren Zeiten kontrollierten die Marus das verwitterte Gemäuer, später versuchten sanskitarische Kriegsherren hier ihr Glück. Heute ist die Festung in den Händen der Amhasim, die dem Ort auch seinen jetzigen Namen gaben. Von hier aus kontrollieren sie den einzigen Zugang vom Ozean zum Totenwasser. Amhalashal ist die erste und wichtigste Zwischenstation der berüchtigten amhasischem Sklavenschiffe. Da die Amhasim die Profitgier der „niederen Rassen“ leidlich auszunutzen verstehen, finden sich in Amhalashal nicht nur amhasische Sklavenjäger. Abschaum aus dem gesamten südlichen Riesland versammelt sich in dem elenden, verrufenen Kaff zu Füßen der Festung. Kopfgeldjäger, Piraten, Abtrünnige, Hexer und Sklavenhändler jeder Couleur finden sich dort in windschiefen Hütten und baufälligen, hastig errichteten Lehmziegel-Pueblos zusammen. Den amhasischen Herren der Stadt ist egal, was für Geschmeiß sich dort unten ansammelt, so lange nur genügend Sklaven den Byrastes hinauf nach Amhas transportiert werden.

Offiziell gilt Amhalashal das selbe Recht wie auch in Amhas selber, allerdings wird es sehr viel seltener durchgesetzt. Der, in den Augen der amhasischen Herren, primitive Abschaum kann die meiste Zeit des Jahres unten in seinen Hütten tun und lassen was er will. Messerstechereien, wüste Gelage, übelster Drogenmissbrauch, Mord und Totschlag – all das interessiert die Herren der Festung wenig, so lange die niederen Rassen diese Dinge allein unter sich ausmachen. Ist jedoch einmal ein Amhasim bedroht, rückt die Schwarze Garde aus. Eine Hundertschaft im Chutram-Kampf geschulter und in Eisen gerüsteter Amhasimkrieger, die mit so ziemlich jedem Gelichter das sich ihr in den Weg stellt kurzen Prozess macht. In diesem Fall werden auch schon mal kurzerhand ein paar Stadtbewohner zur Abschreckung hingerichtet, wobei diese nicht zwangsläufig etwas mit dem "Aufruhr" zu tun gehabt haben müssen.

Die zweite Gelegenheit, bei der man als Nicht-Amhasim in Amhalashal extrem vorsichtig sein sollte, ist die alljährliche Festungsinspektion durch den Gesandten des Senats. Dann ziehen Gouverneur Diomekis und seine Garde eine Schau ab, bei der sie dem Inspekteur Amhalashal als Mustereinrichtung präsentieren. Eine Woche lang stromern die Gardisten pflichtbewusst durch die Gassen und verteilen für jede Kleinigkeit Prügel, während oben in der Festung der Gouverneur versucht, den Gesandten mit gefälschten Bilanzen und üppigen Festessen zu blenden. Da der Besuchstermin jedoch immer ein Jahr im Voraus feststeht, richten sich die Bewohner von Amhalashal darauf ein. Das Ganze ist eigentlich ein völlig überflüssiges Tamtam, denn der Senat in Amhas weiß, wie die Festung tatsächlich geführt wird, und Gouverneur Diomekis wiederum weiß, dass der Senat das weiß. Es geht hierbei rein um das Prinzip. Da Amhalashal weit von Amhas entfernt liegt, könnte man denken, dass die hier stationierten Amhasim ihre Rassenideologie etwas lockerer sehen würden, aber das ist weit gefehlt. In Amhalashal kommt es, von Geschäftsverhandlungen und den oft gezahlten, üppig ausfallenden Bestechungsgeldern einmal abgesehen, noch viel weniger zu Kontakten zwischen Amhasim und den so genannten Niederen als in Amhas selber. Die einzige Ausnahme bilden die dem Gouverneur loyal ergebenen, echsischen Kopfgeldjäger, die er benutzt um „delikatere Angelegenheiten“ zu regeln. Die Amhasim in der Festung versuchen krampfhaft, so etwas wie ein „Klein-Amhas“ unter sich und ihren persönlichen Sklaven aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Wo Privatsklaven in Amhas wenigstens im häuslichen Bereich noch relativ ungezwungen mit ihrem Herren umgehen können, so lange sie gewisse Konventionen einhalten, sind sie in der Festung in jeder Hinsicht ganz arm dran. Das verkommene Treiben unten in der Stadt sehen die Amhasim der Festung nur als Bestätigung ihrer enormen, moralischen Überlegenheit. Das ist in diesem Falle weitaus mehr als der übliche amhasische Selbstbetrug, denn wer vom Senat in Amhalashal stationiert wird, hat in Amhas mit Sicherheit etwas ausgefressen. Die Festung ist ein beliebter Abschiebeposten für untragbare Personen. Einzig die Besatzungen der in Amhalashal stationierten, amhasischen Schiffe ist in der Regel unbescholten. Das führt im Übrigen auch dazu, dass die Festungsbesatzung und die Schiffsbesatzungen sich gegenseitig nicht gerade gut leiden können. Die Schiffer verabscheuen den Gouverneur und die Schwarze Garde hingebungsvoll für ihre Korruption und Schlamperei, während es die Festungsbesatzung den Schiffern bitter übel nimmt, dass sie, im Gegensatz zu ihnen selber, nach einjähriger Frist wieder hier weg können.

Was die Untragbarkeit der stationierten Amhasim angeht, so geht Gouverneur Diomekis mit gutem Beispiel voran: Er gilt als vollkommen unberechenbarer Soziopath und Sadist. In Amhas atmeten mehrere Würdenträger auf, als er nach Amhalashal versetzt wurde und insgeheim wünschten einige von ihnen, seine Barke möge unterwegs im Byrastes versinken. Unbeliebt war Diomekis schon immer, doch den Vogel schoss er angeblich ab, als er vor dem Senat eine neue Hinrichtungsmethode für aufmüpfige Sklaven präsentierte. Was genau vorgefallen ist, hat bisher kein Außenstehender in Erfahrung bringen können, aber diese Technik muss selbst für die, was Folter und Sadismus angeht, nicht gerade zimperlichen Senatoren zu viel gewesen sein. Man spricht über den Vorfall nur hinter vorgehaltener Hand und selbst dann nur als „Diese ekelerregende Schweinerei damals...“. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen dabei eine Art Dusche und ein Eimer schwarzen Schlicks aus dem Totenwasser eine Rolle gespielt haben. Tatsache ist, dass etlichen Senatoren nach der halbstündigen Vorführung speiübel und Diomekis gesellschaftlich unten durch war. Die Existenz von Amhalashal oder besser die Tatsache, dass die Amhasim es jetzt kontrollieren, ist Sultan Arkamin von Shahana schon lange ein Dorn im Auge. Die amhalashalischen Sklavenjäger fallen des öfteren in abgelegene Dörfer des Dreistromlandes ein und schaden der shahanäischen Wirtschaft nachhaltig. Schon mehrmals gab es kleinere Gefechte zwischen amhasischen und shahanäischen Schiffen. Niemand zweifelt daran, dass sich die Sache bald zu einem größeren Seekrieg ausweiten wird. Berichten amhasischer Spione zufolge, soll die Kshatria Sultan Arkamin sogar schon konkrete Eroberungspläne vorgelegt haben.

Meine Werkzeuge