Amhas (Stadt)

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Amhas, die Ewige, die Alt-Ehrwürdige, die Güldene, prächtigste aller Städte unter rakshazars Sonne. Aber auch die Verdammte, die Nachtschwarze, das Herz der Dekadenz und Ewigfaulende, eiterschwärende Wunde im Antlitz Deres. Die mächtige Stadt, die Herz und Zentrum der Republik von Amhas ist wird von ihren Bewohnern, wie von ihren Feinden mit einer Vielzahl von Beinamen und Bezeichnungen bedacht.

Schon von weitem kann man die wunderbaren, mit Ornamenten und Glyphen überzogenen Kuppeln, welche die Gebäude der Stadt Amhas krönen, in der Sonne glänzen sehen. Es ist ein wahrhaft erhebender Anblick, den dennoch die meisten Menschen, die zu dieser Stadt reisen, nicht angemessen würdigen können, unternehmen sie diese Reise doch nicht aus freien Stücken. Amhas ist nicht nur als Stadt der Kuppeln bekannt, sondern auch als die Stadt der Sklavenjäger. Tagtäglich kehren die in unheimliche, schwarze Rüstungen gehüllten, auf bösartigen Raubechsen reitenden Sklavenjäger der Amhasim mit reicher Beute in die Nachtschwarze zurück. Begleitet werden sie dabei vom übelsten, skrupellosesten Abschaum ganz Rakshazars, der ihnen als Handlanger zur Seite steht und von großen Wagen mit Sklavenkäfigen, in denen all die Unglücklichen eingepfercht sind, die in die Fänge der eisäugigen Jäger geraten sind. So etwas wie Hoffnung gibt es für die meisten dieser armen Seelen nicht mehr.

Die Zivilisation der Amhasim ruht auf den Schultern von abertausenden Sklaven, die in der Stadt zu härtester Schufterei gezwungen werden. Das wirklich Seltsame daran ist, dass viele der amhasischen Sklaven dies auch noch mit freudigem Eifer tun. Vor allem diejenigen, deren Familien schon seit Generationen in Amhas leben sind zutiefst vom Glauben an die "Philosophie der kosmischen Ordnung" durchdrungen, die ihnen von ihren Herren von Kind auf eingetrichtert wird, und verehren die Amhasim als höhere Wesen. Sie sind davon überzeugt, dass es eine besondere Ehre ist für ihre bleichhäutigen, hochgewachsenen Herren arbeiten zu dürfen. Probleme bereiten da eher die Neuankömmlinge. Hier versuchen die Amhasim, mit einer Mischung aus gezielter Missionierung, Gehirnwäsche, dem Einsatz geheimnisvoller Drogen und brutaler Gewalt die Sklaven zu loyalen Arbeitern "umzuerziehen".

Die strikte Hierarchie, nach der die Gesellschaft der Stadt aufgebaut ist, spiegelt sich auch in der Bauweise von Amhas wieder. In den Außenbezirken, gleich hinter den titanischen Stadtmauern, finden sich die Indoktrinationslager für die frisch gefangenen Sklaven und die Eisenhütten. Die qualvollen Schreie der Gefolterten sind in der Nähe der Stadtmauer allgegenwärtig. In den Lagern werden die frischen Sklaven auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet. Die weitaus Meisten der Neuankömmlinge wandern dann irgendwann weiter in die gefürchteten Eisenminen.

Die Arbeit in den Eisenhütten hingegen ist den privilegierteren Sklaven vorbehalten, die hier unter Anleitung von Amhasim-Alchemisten das größte Geheimnis von Amhas herstellen: Den amhasischen Stahl. Peinlich genau sorgen die Alchemisten dafür, dass keiner der hier arbeitenden Sklaven einen Gesamtüberblick über den Prozess der Stahlherstellung gewinnen kann. Um ganz sicher zu gehen, dass niemand etwas ausplaudert, wurde vielen der Sklaven vorsichtshalber die Zunge herausgeschnitten. Während die Außenbezirke der Stadt noch einer üblen Hölle gleichen, so bessern sich die Lebensbedingungen, je mehr man sich dem Zentrum nähert. Im mittleren Ring leben nur die loyalsten Anhänger der Amhasim. Die Lebensbedingungen der Sklaven sind hier schon weitaus besser als in den Lagern der Neuankömmlinge. Die hier arbeitenden Sklaven sind fest davon überzeugt, dass ihre Herren nur das Beste für sie wollen und das Leben, das sie führen genau das ist, was die Natur für sie vorgesehen hat. Wenn man keinen Amhasim verärgert oder unangenehm auffällt kann man hier relativ gut über die Runden kommen. Die Amhasim ermuntern ihre ergebenen Diener zu sexuellen Aktivitäten und honorieren das Zeugen von Nachwuchs mit gewissen Privilegien. Immerhin sorgt solcher Nachwuchs dafür, dass den Amhasim die Sklaven nicht so schnell ausgehen. Im Normalfall können die Sklaven untereinander Familien bilden, wie sie wollen. Das ist eine der wenigen Freiheiten, die sie wirklich genießen. Im Falle von besonders vielversprechenden Sklaven werden einzelne Individuen allerdings auch schon mal in spezielle Verpaarungsprogramme gesteckt, um neue, bessere, robustere und ergebenere Sklaven zu züchten. Innerhalb des inneren Rings liegt jedoch nicht nur die Hauptmasse der Sklavenunterkünfte, sondern auch die „Verbotene Zone“, ein Gebiet nahe des Totenwassers, das von Zeit zu Zeit überflutet wird. Ablagerungen von schwarzem Schlick machen die Bewegung durch diesen Bereich enorm gefährlich. Eigentlich müssten die Amhasim ihren Sklaven das Betreten der Zone gar nicht verbieten, denn in den Unterkünften kursieren grauenhafte Geschichten darüber. Hinter vorgehaltener Hand erzählt man von wiederlichen Mutanten, Geistern und üblen Rebellen, die dort ihr Unwesen treiben sollen. Nein, dorthin würde sich gewiss kein redlicher Diener der Erhabenen trauen!

Für die meisten Sklaven bleibt der, höher als der Rest der Stadt gelegene, innerste Ring von Amhas ein ewiges Mysterium. Hier haben nur die Amhasim selbst und deren Leibsklaven Zutritt. Die Stellung eines Leibsklaven ist begehrt, denn einem Amhasim direkt zu dienen bedeutet, etwas von dem Luxus ab zu bekommen, in dem sonst nur die Erhabenen schwelgen können. Im Gegenzug ist man aber auch sehr viel eher den Launen seines Herren und Meisters ausgeliefert. Im inneren Ring sieht man nichts mehr von den klaustrophobischen Gassen und düsteren, grauen Wohnblöcken, in denen die normalen Sklaven vegetieren. Die Oberstadt von Amhas ist ein wahrer Hort der schönen Künste und wird geprägt von der gleichsam gigantomanischen wie morbiden Architektur der Amhasim. Vorherrschend sind dabei geradezu riesenhafte Prachtbauten aus schwarzem Marmor mit klassische Säulen und Statuen, die von gewagten Kuppelkonstruktionen überspannt werden, sowie der verschwenderische Umgang mit Gold für Verzierungen und filigrane Einlegearbeiten aller Art. Üppige Gärten, phantastische, filigrane Säulenhallen, Bögen die der Schwerkraft zu spotten scheinen und erhabene goldene Kuppeln erfreuen das Auge. Hier residieren die Amhasim in phantastisch anmutenden, himmelhohen, schwarzen Türmen, luxuriösen Anwesen und weitläufigen Villen, die mit kostbarstem Interieur ausgestattet sind und titanischen Säulenhallen die sich zwischen weitläufigen Gartenanlagen von geradezu traumhafter Schönheit erheben.

Kein Amhasim muss sich mit körperlicher Arbeit belasten, denn dafür gibt es ja die Sklaven. Also verbringt man den Tag mit sportlichen Übungen, dem Lesen philosophischer Schriften, anregenden Diskussionen oder dekadenten Ausschweifungen. Für ihre eigene Rasse haben die Amhasim ein demokratisches Utopia verwirklicht, das auf ganz Dere seines Gleichen sucht. Es gibt keinen Mangel, keine Armut, und, dank der weit entwickelten Heilkünste der Amhasim, kaum Krankheiten. Die Amhasim sind wohl das einzige Volk Deres, bei dem die Analphabeten-Rate bei knapp Null Prozent liegt. Zu Schade nur, dass dieses Utopia dank des rassistischen Weltbildes der Amhasim lediglich einer geschlossenen Gesellschaft vorbehalten bleibt. Die Amhasim hätten zu einer Fackel der Weisheit für das Riesland werden können, doch größenwahnsinnig und egoistisch haben sie sich für einen anderen Weg entschieden. Zu ihrer „Philosophie der kosmischen Ordnung“ zählt auch die Kunst des Chutram, die auf die eine oder andere Art von jedem Amhasim praktiziert wird. Chutram dient dazu, durch körperliche Übungen den Geist zu stärken und weiter zu entwickeln. Es gibt Chutram in verschiedenen Ausprägungen – von der spirituellen Kampfsportart, über komplizierte Meditationsübungen bis hin zu körperlich und spirituell fordernden Liebestechniken. Unterrichtet werden die Chutramtechniken an zwölf Akademien, die auch gleichzeitig dafür zuständig sind, jungen Amhasim die Grundprinzipien der kosmischen Ordnung sowie ein gewissen Polster an Allgemeinbildung zu vermitteln. Der Staat hat in Amhas eine enorme Kontrolle über viele Bereiche des alltäglichen Lebens. So obliegt etwa die Kindererziehung komplett staatlichen Organen. Jeder Amhasim bleibt seiner Akademie ein Leben lang treu. Oftmals kommt es zu langwierigen Streitereien zwischen einzelnen Akademien, die derartig esoterisch sind, dass Außenstehende unmöglich verstehen können, worum es überhaupt geht. Man sagt, Chutram kann den Geist so stark erweitern, dass der Chutram-Meister magieähnliche Kräfte entwickelt. Tatsächlich können Chutram-Meister scheinbar Gedanken lesen, Sklaven hypnotisieren, Gegenstände bewegen ohne sie zu berühren oder levitieren. Es ist also nichts Ungewöhnliches, in den Parkanlagen des inneren Rings auf einen entspannt meditierenden Amhasim zu treffen, der im Schneidersitz einen halben Schritt über dem Boden schwebt. Regiert werden die Amhasim von einem auf jeweils fünf Jahre gewählten Senat aus einhundert Senatoren. Jeder volljährige Amhasim darf an den Wahlen teilnehmen oder sich selbst zur Wahl aufstellen lassen. Allerdings kommt es nur selten vor, das ein junger Amhasim in den Senat gewählt wird. Die meisten Senatoren sind ältere, gesetzte Amhasim, die oft auch hochrangige Chutram-Meister sind. Bei Diskussionen im Senat, dem größten Gebäude der Stadt, einer offenen Säulenhalle unter einer riesigen Kuppel hoch über der Stadt, ist es Gang und Gebe, seine Fähigkeiten im Chutram dezent unter Beweis zu stellen. So könnte zum Beispiel ein Senator während einer Rede kurzerhand zwei Schritt in die Höhe schweben „damit man ihn besser hören kann“. Die einzelnen Senatoren vertreten unzählige politische Richtungen, doch momentan sitzen die Militaristen am Ruder. Der Senat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und Repräsentanten, der praktisch so etwas wie das amhasische Staatsoberhaupt ist – den Konsul. Der derzeitige Konsul ist ein radikaler Konservativer namens Arikles, der den alten Krieg mit den Erzfeinden aus Ronthar wiederbelebt hat. Obwohl Arikles nach außen hin den Eindruck eines starken Konsuls erweckt, kann er nicht darüber hinweg täuschen, dass der Senat momentan eine „schwierige Phase“ durchmacht. Interne Streitigkeiten und Intrigen machen den amhasischen Senat momentan nahezu handlungsunfähig.

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