Aschewüste

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Überall im Riesland hat der Kataklysmus Narben hinterlassen, doch in der Aschenwüste ist auch heute noch am ersichtlichsten, welche Verwüstungen der Weltenbrand tatsächlich angerichtet hat. Viele, die es in diese Gegend verschlägt wähnen sich nicht mehr auf Dere, sondern in irgendeiner scheußlichen Niederhölle. Man mag kaum glauben, dass das Gebiet der heutigen Aschenwüste einmal aus fruchtbaren Ebenen bestand. Die Aschenwüste gehört zu den wohl lebensfeindlichsten Regionen, die man sich nur vorstellen kann. Der schwarzgraue Boden speichert die brennende Hitze der Sonne, so dass Wanderer in diesem unwirtlichen Gebiet kaum Abkühlung finden. Selbst nachts herschen hier noch Temperaturen wie sie in anderen Wüsten des Kontinents sonst nur tagsüber auftreten.

Die Feuer des Weltenbrandes verwandelten alles auf ihrem Weg zu Schlacke. Einstmals fanden sich hier unzählige, kleine Städtchen und Dörfer, denn das Gebiet der heutigen Aschenwüste war die Kornkammer der Könige der alten Zeit. Einige Ruinen existieren auch heute noch, von der Hitze zu bizarren Formen zerschmolzen. Von einigen der unheimlichen, krallenförmigen Felsen, die turmartig aus der grauschwarzen Ebene ragen, vermutet man, dass sie einst Bauwerke der Altvorderen waren. Mindestens ebenso schauerlich ist der Steinerne Wald, der sich im äußersten Norden der Aschenwüste findet. Hier wuchsen vor dem Kataklysmus weitläufige Eichenwälder. Während des Weltenbrandes haben Wolken aus heißer Asche und Schlacke die Bäume geradezu überkrustet. Dicht an dicht stehen grausig anzusehende, steinerne Baumskelette und bilden ein nahezu undurchdringliches Gewirr.

Ursprünglich war das Gelände der heutigen Aschewüste mit Ausnahme der Feuerberge im Süden flach, doch der Kataklysmus hat tiefe Risse entstehen lassen. Die gewaltigen Schluchten, welche die Aschenwüste durchziehen, reichen zum Teil viele hundert Schritt weit in die Tiefe. An ihrem von ewigem Schatten verdunkelten Grund sammelt sich das wenige Wasser, das in dieser Höllenhitze nicht sofort verdunstet.

Will man eine der wenigen Oasen innerhalb der Aschenwüste erreichen, ist man wohl oder übel gezwungen, in eine der Schluchten hinab zu steigen. Auf dem Grund einiger größerer Schluchten gedeiht sogar Vegetation, hauptsächlich fremdartige Pilze, die ohne Sonnenlicht auskommen.

Die offene Wüste teilt sich in drei primäre Landschaftsformen: Vorherrschend sind die schwarzen Schlackefelder, die vor Urzeiten zu einem festen Panzer über der weicheren Asche verbrannt sind. Diese Schlackefelder werden von unzähligen kleinen Rissen durchzogen, welche die Schlacke in kleine, meist sechseckige Segmente brechen lässt. Dort, wo die Hitze des Kataklysmus besonders übel gewütet hat, findet man die tödlichen Obsidianebenen. Hier hat das Feuer den Boden zu härtestem, glatten Vulkanglas geschmolzen. Scharfkantige Bruchstücke durchdringen selbst dicke Stiefelsohlen und wenn die Sonne hoch am Himmel steht, wird das Licht mit voller Stärke reflektiert wie von einem Spiegel. Die eigentlich schwarzen Flächen erstrahlen dann in weißer Glut. Man nennt diese Obsidianebenen daher auch den "gleißenden Tod", denn während der Mittagsstunden wird es in diesen Regionen heiß genug um Wasser zum Verdampfen zu bringen. Fast ebenso tödlich sind die Aschedünen. Was bei oberflächlicher Betrachtung wie grauer Sand erscheindt ist in Wahrheit lockere und sehr leichte Asche, die ein Fortkommen fast unmöglich macht. Unbedingt meiden sollte man die hellsten Flecken in den Tälern zwischen den Dünen. Hier hat sich Asche gesammelt, die so fein und leicht ist, dass sie eine Art Treibsand bildet.

Das Wetter ist in der Aschenwüste eine stete Gefahr. Meistens ist der Himmel wolkenlos und die Sonne heizt den schwarzen Boden erbarmungslos auf. Der stete Aschengehalt der Luft lässt den Himmel in einem blutigen Rot erscheinen. Kommt auch nur der leiseste Wind auf, steigt sofort Asche in die Luft und füllt den roten Himmel mit schlierigen, schwarzen Wirbeln. So wie es in anderen Wüsten Sandstürme gibt, so gibt es in der Aschenwüste Staubstürme, die fast noch mörderischer sind, denn die Asche ist giftig und wer zu viel davon einatmet, der wird von fiebrigen Halluzinationen geplagt. Alchemistisch raffiniert ergibt die Asche eine in den Stadtstaaten des Südens beliebte Traumdroge. Es heißt sogar, das Hexenmeister aus der Asche Zauberkräfte ziehen können, wenn sie gewisse dunkle Rituale damit vollziehen. Obwohl man es nicht erwarten würde, fällt in der Aschenwüste tatsächlich mehrmals im Jahr Regen. Allerdings sind diese Wolkenbrüche eine reichlich perverse Angelegenheit, denn Leben spenden sie nicht. Da der verbrannte Boden das Wasser kaum aufnimmt kommt es nach heftigen Wolkenbrüchen lediglich zu lebensgefährlichen, reißenden Schlammflüssen die ebenso schnell in Spalten und Ritzen versickern wie sie entstehen. Die Reste des Wassers verdunsten mit erschreckender Geschwindigkeit, sobald die Sonne wieder am Himmel steht.

Man sollte glauben, dass eine solche Umgebung absolut lebensfeindlich ist. Doch trotz aller Widrigkeiten gibt es Leben in der Aschenwüste. Am Boden der Schluchten wachsen nicht nur Pilzwälder, sondern hier tummeln sich auch eigentümliche, asselartige Kreaturen und die seltsamen Feuerkrebse. Überhaupt sollte man, wenn man hier nach Leben sucht, am ehesten in den Felsschluchten Ausschau halten. Eine aus der Wüste Lath eingewanderte Gigantoguanrasse hat sogar gelernt, an den steilen, zerklüfteten Wänden der Schluchten zu klettern um sich an den großen Asseln und Würmern am Grund schadlos zu halten. Je näher man dem berüchtigten Feuermeer kommt, umso lebensfeindlicher wird die Umgebung.

Die allgemeine Wetterlage und die Windrichtung wechseln hier manchmal in Sekundenschnelle und ohne jede Vorwarnung. Noch gefährlicher sind allerdings die magischen Anomalien, die ebenfalls zunehmen je näher man dem Lavameer kommt. Teilweise variiert sogar die Schwerkraft und Felsen schweben frei in der Luft. Unabhängig von Tages oder Nachtzeit erscheinen seltsame Trugbilder, die weit entfernte oder zeitlich lange zurückliegende Dinge zeigen. Einige dieser Trugbilder sind geradezu erschreckend real und so kann man nn dieser Zone der Wüste niemals völlig sicher sein, was Trugbild und was Realität ist. Am intensivsten werden die seltsamen Phänomene von magisch begabten Personen wahrgenommen. Schon mehr als ein Magier hat die Aschenwüste als sabbernder Irrer wieder verlassen.

Auch Kulturschaffende haben sich in der Aschewüste angesiedelt. Die Bewohner der Wüste sind Verwandte der Xhul, die Tagsüber in eingegrabenen Igluzelten unter der Asche schlafen und nachts an den Obsidianebenen das kostbare Obsidian abbauen, um es an Händler aus Teruldan zu verkaufen. Oft bereiten sie auch Asche auf, um sie als Droge an den Mann zu bringen. Und diese Xhul sind nicht die einzigen, die in der Aschenwüste eine Heimat gefunden haben. In den Schluchten gibt es einige Stämme von Trogglingen, die tief unten, über den Pilzwäldern an den Felswänden leben. Ihre Kultur unterscheidet sich nur marginal von der anderer Trogglinge, allerdings ist ihre Lebensweise durchaus erstaunlich. Ihre Behausungen fertigen sie aus getrocknetem Schlamm und Pilzstengeln und kleben sie, Schwalbennestern gleich, an die Wände der Schluchten. Zwischen den einzelnen Hütten sind Kletterseile und Hängebrücken gespannt an denen die Bewohner sich fortbewegen können.

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