Brachtão

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Brachtão-Schamane

Schon seit Jahrhunderten leben die Brachtão in direkter Nachbarschaft zu den Sanskitaren Teruldans und der Vielvölkerregion Kurotan. Sie stützen ihren beachtlichen Einfluss in der Region, vor allem auf die Kontrolle der umliegenden Handelswege. Die Brachtão sind bekannt für ihre Kraft und Ausdauer, wirklich berühmt wurden sie aber durch ihre Geschäftstüchtigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Die Siedlungsgebiete der größten Brachtão-Stämme erstrecken sich über die weitläufigen Steppengebiete südlich und östlich des großen Artach-Massivs und konzentrieren sich dabei vor allem auf die fruchtbaren Niederungen des Flusses Artachi. Des Weiteren existieren zahlreiche kleine Siedlungen entlang des vielbefahrenen Seidenstraßen-Handelsweges gen Osten, wie auch die berüchtigte Brachtão-Zeltstadt KhurKezKão. Vor allem im Süden reicht ihr Einflussgebiet tief in die Wüste Lath hinein, bis hin zu den Oasen und Handelspfaden nahe der Wüstenstadt Xhoulajambo und der Sanskitarenstadt Teruldan. Und auch im Westen, von der Ebene Kurotans bis hin zur gleichnamigen Handelsstadt finden sich vereinzelt Brachtão-Siedler, -Sippen und -Händler.

Lebensweise

Die Brachtão sind größtenteils Hirten, die eine primitive Tierzucht betreiben. Jedoch kommt seit einigen Jahrzehnten vermehrt auch Ackerbau hinzu. Die Nahrungsgrundlage ihrer Stämme bilden verschiedene Arten von Fleischvieh, scharfe Gugranknollen sowie gelegentlich auch Fisch.

Die meisten Zweck- und Siedlergemeinschaften der Brachtão - von den Orken auch Keshiks genannt - sind nahwandernde Halbnomaden. Die zeitweise niedergelassen lebenden Keshiks sichern dabei ihre Zelte mit Anhäufungen von krudem Geröll und einfachen Steinwällen, die gegen die beständig drohende Gefahr eines Reiterangriffs mit Spießen verteidigt werden können, so dass regelrechte kleine, befestigte Siedlungen entstehen. Wie lange solche Dörfer bestand haben hängt vom Ertrag der jeweiligen Region ab. Ist die Versorgung der Viehherden oder der Gewinn aus den lokalen Handelsrouten nicht mehr gegeben, reißt man das Dorf kurzerhand ab und zieht weiter. An den traditionellen Handelsrouten ist dies allerdings nur selten nötig, weshalb sich an diesen dauerhafte Wehrdörfer entwickelt haben, die dem reisenden Händler gegen einen gesalzenen Obolus Rastmöglichkeiten und Schutz anbieten.

Innerhalb des Keshik übernehmen verschiedene spezialisierte keshik-übergreifenden Orkenclans, die auf orkisch Khez genannt wird, die jeweiligen Alltagsaufgaben: Hirtenkhez kümmern sich um das Vieh, Händlerkhez bestellen die Lagerstatt für Karawanen und erfeilschen Waren, die das Keshik selbst nicht erwirtschaften kann, Handwerkerkhez fertigen Gebrauchsgegenstände, Kleidung und Waffen. Die Geschicke der Keshik-Gemeinschaften werden von den Vertretern der jeweiligen Khez gemeinsam gelenkt, wobei man versucht Meinungsverschiedenheiten durch Entschädigungszahlungen zu lösen. Das gelingt bei Weitem nicht immer, weswegen es oft zu Fehden innerhalb der Keshiks kommt, aus denen gelegentlich auch despotische Kriegsherren hervorgehen. In den einzelnen Khez wird bei wichtigen Entscheidungen Rat gehalten. Dabei sind es die Worte des Ältesten, der zuvor meist schweigend den oft hitzigen Wortgefechten zugehört hat, die den abschließenden Ratsspruch verkünden.

Das Handelswesen spielt innerhalb der Brachtão-Kultur eine herausragende Rolle; vor allem nahe der Seidenstraße. Dies führt dazu, dass die Hierarchie in den meisten Khez vor allem auf dem Verhandlungsgeschick und den handwerklichen Fähigkeiten des jeweiligen Individuums beruht, und nicht etwa auf schierer Kampfkraft. So ist die Anzahl der reinen Krieger unter den Brachtão - für einen Orkstamm - verhältnismäßig klein, obwohl natürlich zumindest prinzipiell jedes ausgewachsene Stammesmitglied wehrfähig ist. Den Schutz der Keshik übernehmen meist nur einige wenige, gut ausgerüstete und geschulte Wächter. Bisweilen sieht man in ihren Reihen auch einen der berüchtigten Morgaii, hünenhafte Ork-Einlinge, oder gar fremdländische Söldner.

Das weit verbreitete Gerücht, die männlichen Brachtão würden den Kampf scheuen und stattdessen ihre Frauen für sich kämpfen lassen, entspricht nicht der Wahrheit. Das Gerücht geht auf die Kriegstaktik einiger kleinerer Keshiks zurück, die in ihren Kriegeraufgeboten bisweilen auch Frauen einsetzen, um zahlreicher zu wirken. Echte Kriegerinnen gibt es bei den Brachtão jedoch in der Regel nicht. Außenstehenden mag es darüber hinaus so erscheinen, als ob die Brachtão-Weiber einen besonderen Status im Keshik innehaben, da sie meist äußerst zuvorkommend behandelt werden, dahinter verbirgt sich jedoch eher Respekt gegenüber dem Khez dem sie angehören, als wirkliche Achtung vor der Person. Obwohl Frauen bei den Brachtão theoretisch auch zu Reichtum (und damit Ehre) kommen können, erfüllen sie doch meist nur schlichte Aufgaben und müssen sich ansonsten mit dem Recht auf Kost und Unterkunft zufriedengeben.

Einige größere Keshiks gehen vermehrt dazu über Feldsklaven für den Ackerbau zu halten; deren Lebenserwartung ist allerdings aufgrund der brutalen Behandlung durch die orkischen Herren relativ niedrig. Da zudem die Preise für gute Arbeitssklaven beträchtlich sind, stellt die Sklavenhaltung nicht immer eine lohnende Alternative zur Eigenarbeit dar.

Weltsicht und Glaube

Auch in der Kultur der Brachtão verehrt man, wie es die orkische Tradition gebietet, den herrschaftlichen Sonnenstier RashRagh und den geheimnisvollen Taugrach, den Herren über das Totenreich, die Nacht und den Mond. Daneben wenden sich die Brachtão vor allem dem mächtigen Feuergeist Zochgash zu. Er gilt als Inbegriff des glühenden Essefeuers und Überbringer des Geheimnisses des geschmiedeten Stahls. Man sagt ihm auch nach, Ursprung des inneren Feuers, das das orkische Wesen prägt, zu sein. So gilt sein Beistand den Händlern der Brachtão als Garant für scharfen Verstand, und man opfert ihm, um das "feurige Temperament" beim Feilschen und Handeln im Zaum zu halten. Doch auch viele andere große und kleine Geister und Götter sind den Brachtão bekannt. Vor allem die unzähligen Götter der Sanskitaren und die Naturgeister der Xhul-Völker finden häufig Anhänger in den Reihen der Orks. Wie beim orkischen Animismus allgemein üblich, wird dabei nicht zwischen Göttern, Geistern und Dämonen unterschieden, sondern lediglich zwischen starken und schwachen, verbündeten und feindlichen Geistern. Der durchschnittliche Brachtão-Ork behandelt die Geister in der Regel so, wie er auch mit allen anderen "Vernunftbegabten" umgeht; wenn vielleicht auch ein bisschen vorsichtiger. Man versucht sie zu ignorieren, sie zu besiegen oder durch Bestechung zu Verbündeten zu machen. Denn schließlich ist nichts gefährlicher als ein verärgerter Geist, der einem aus Rachegelüsten das Geschäft verdirbt oder gar Unglück über das Keshik oder das Khez heraufbeschwört. Der Gebrauch von Flüchen und der "unheilvollen" Magie der sanskitarischen Schutzamulette stößt meist auf Ablehnung und sorgt mitunter für ziemliche Aufregung in den Reihen der Brachtão-Orks, da sie fürchten, die eigenen Abmachungen mit den Geistern könnten dadurch gefährdet werden. Für Gäste kann es äußerst unangenehm werden, wenn die Brachtão zu dem Schluss kommen, dass die Geister durch deren tölpelhaftes Benehmen beleidigt wurden - oder schlimmer noch - wenn die Brachtão meinen die Fremdlinge hätten sie durch wertvollere Geschenke an die Geister bei diesen auszustechen versucht. Das Schamanentum der Brachtão tritt im Vergleich zu dem anderer Orkkulturen in den Hintergrund, ist jedoch trotzdem nicht völlig unbedeutend. Der Schamane gilt als wichtiger Berater, wenn Tabus gebrochen wurden oder Verträge mit Keshikfremden abgeschlossen werden müssen. Typisch für das Brachtão-Schamanentum ist der stark verwaschene Ritus, der sich vielerlei Einflüsse aus anderen Kulturen angeeignet und zu dem auch so mancher sanskitarische Mystiker oder charismatische Sektenprediger in den letzten Jahrhunderten seinen Teil beigetragen hat. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass es an manchen Handelsposten möglich ist, gegen einen entsprechenden Obolus den orkischen Schamanen zu konsultieren, der nicht selten das passende Ritual bzw. den richtigen Ratschlag kennt - oder zumindest zu kennen glaubt. Traditionellere Stämme lehnen diesen "Ausverkauf" der Taugrach-Mysterien entschieden ab und verurteilen ihre Brüder dafür hart.

Sitten und Bräuche

Ein unausgesprochenes Gesetz der Brachtão ist der Lagerfeuerfrieden, um den herum sich viele Gebräuche der Brachtão entwickelt haben. So werden z.B. Händler verschont, solange sie des Nachts ein stets sichtbares Lagerfeuer brennen lassen. Das soll natürlich nicht heißen, dass diese deshalb um das Zahlen einer Maut herumkommen: Viele Keshiks nehmen sich das Recht heraus, die Waren Fremder zu durchsuchen und Objekte, für die sie sich interessieren, als „Wegzoll“ einzufordern. Sehr zum Leidwesen mancher Handelsherren gilt das Gastrecht innerhalb der Orklager, so es denn überhaupt eingeräumt wird, traditionell meist nur für die Zeit des gemeinsamen Mahles, so dass man bei zähen Verhandlungen eine Unzahl von orkischen „Spezialitäten“ über sich ergehen lassen muss, wenn man denn mit keinem äußerst verlockenden Angebot aufwarten kann. Es heißt sogar, dass manche Khez ihre Unterhändler mit speziellen Kräutertrünken auf nahezu ungenießbare Gerichte vorbereiten, die bisweilen serviert werden um einen schnelleren Geschäftsabschluss zu forcieren. Einen Handel gänzlich abzulehnen gilt als Affront gegen den Gastgeber: zumindest ein symbolischer Tausch sollte vollzogen oder ein kleines Gastgeschenk überreicht werden, sichert einem dies doch den unbehelligten Rückzug. In der Regel kommen fremde Händler jedoch gar nicht in die Verlegenheit, vollkommen leer - ohne jeden Vertragsabschluss - auszugehen: Zumindest eine sichere Übernachtung im Schutz des Keshiks kann zumeist herausgeschlagen werden.

Die Ausbildung der jungen Orklinge wird von den älteren Mitgliedern des jeweiligen Khez übernommen, die sich so ihr „Gnadenbrot“ verdienen und nicht gegen Jüngere in Initiationsritualen antreten müssen, solange sie die Jugend noch im Zaum halten und das restliche Khez dadurch von ihrem Nutzen für die Gemeinschaft überzeugen können. Die Verteilung der Orklinge auf die Khez verläuft ähnlich wie bei einer Viehauktion, bei der das meistbietende Khez den jeweils zum Angebot stehenden Orkling erwirbt. Die zu entrichtende „Bezahlung“ wird anschließend auf die übrigen Khez im Keshik verteilt. Eine weitere weit verbreitete Sitte der traditionelleren Sippen ist die Kämpferklausur. Besonders vielversprechende, vom jeweiligen Khez ausgewählte, männliche Orklinge begeben sich für ein bis zwei Jahre in eine Art rituelle Gefangenschaft, aus der sie nur kurzzeitig zu Kulttänzen entlassen werden. Mit einer speziellen Fleisch- und Wurzelmast bauen diese Orklinge in dieser Zeit massiv Körpermasse auf. Mentale und physische Resistenz werden durch die Isolation und die dabei praktizierte, fortwährende Selbstkasteiung gestärkt. Ziel dieser Klausur ist nicht etwa die Entwicklung überlegener Kampfeskraft - es geht vielmehr darum, durch Isolation und beständige, körperliche Desensibilisierung eine generell überlegene, geistige und körperliche Stamina zu entwickeln. Die so gestählten Kämpen stellen schließlich so etwas wie die Garde des jeweiligen Khez dar. Sie sind es auch, die - beispielsweise bei unüberbrückbaren Streitigkeiten - durch zähe, blutige Ringkämpfe als "Champions" zweier Konfliktparteien eine Entscheidung herbeiführen. Der Schutz der Brachtão-Lager wird zudem von den freien Kriegerkhez der Region gewährleistet. Die Mitglieder dieser "Söldnerhaufen" sind nahezu allesamt Krieger und versorgen sich vornehmlich durch Jagd, Raub und die Abgaben der von ihnen geschützten Keshiks. Mangels Orkfrauen rekrutieren sie ihren Nachwuchs aus den regulären Brachtão-Lagern, die ihre Söhne als Tribut an sie entrichten.

Handwerkskunst

Die Brachtão sind veritable Schmiede mit einem breitgefächerten Schatz an metallurgischen Kenntnissen und handwerklichen Techniken. Ihre Metallerzeugnisse sind solide und praktisch – Zangen, Hämmer, Hacken und ähnliche Werkzeuge aus den Brachtão-Schmieden sind gefragte Handelsgüter. Die Handwerker der Brachtão sind dafür bekannt, dass sie fremde Handwerkstechniken und -konzepte recht schnell zu übernehmen wissen. Begnadete Schmiede werden geachtet und als Begünstigte des Feuergeistes gesehen. Trotz des relativ hohen Anteils an Handwerkern erzeugen die Brachtão kaum Kunsthandwerk, und das obwohl man sich gerne mit Schmuckstücken fremder Kulturen ziert. Schmuck wird traditionell nur mit erwirtschaftetem Überschuss erhandelt. Gerüchten zufolge haben es einige Khez der Brachtão sogar geschafft, Spezialisten der Stahlherstellung in ihre Gewalt zu bekommen. Das zweite Standbein ihres Handwerks ist die Fertigung von allerlei Gebrauchsgegenständen aus Horn, gewonnen aus den Klauen, Stoßzähnen und Hörnern der verschiedensten Tiere und Bestien der Steppe; allen voran aus den großen Eckzähnen der Mugusch und den Stoßzähnen der riesigen Mammutons. Dieser Werkstoff ist sowohl Bestandteil vieler Werkzeuge, Zeltgerüste, Schmuckstücke und Einrichtungsgegenstände, als auch Grundmaterial für die Herstellung von Talismanen und nicht zuletzt beliebtes Handelsgut.

Tracht und Bewaffnung

Zwischen ritueller Tracht und alltäglicher Bekleidung machen die Brachtão, abgesehen von den Schamanen, für gewöhnlich keinerlei Unterschied und auch die verschiedenen Geschlechter kleiden sich meist relativ ähnlich. Ihre Kleidung ist simpel: Ein Lendenschurz und nötige Werkzeuge und Talismane, die an verschiedenen Gurten getragen werden. Viele Khez tragen außerdem spezifische Erkennungszeichen und typisches Beiwerk, das meist aus Werkzeugen ihres jeweiligen Aufgabenbereichs hervorgegangen ist. So sieht man beispielsweise archaisch bemalte Faustkeile an Halsketten von Khezwachen, kurze Schmiedeschürzen mit symmetrischen Brandmarken bei den Schmieden oder spezielle Federgestecke an den Armen, die Pfeilfederungen bei den Bognern andeuten. Oftmals sind diese Dinge kaum noch funktional; da sie jedoch einen starken Bezug zu der Geschichte und damit der Identität des jeweiligen Khez haben, gehören sie zu den wenigen Dingen, die ein Brachtão zwar selbst herstellt, aber niemals verkaufen würde. Kann es sich ein männlicher Brachtão gesellschaftlich leisten, trotz Neidern als „reich“ zu gelten ziert er sich mit allem möglichen Prunk. Wenn sich allerdings Frauen über die Maße schmücken und herausputzen, wie es bei anderen Völkern häufig vorkommt, erscheint das den Brachtão als geradezu obszön prunksüchtig und wirkt wie eine Herausforderung an das jeweilige Gegenüber, sich seinen Teil dieses Reichtums anzueignen. In der Nähe von Teruldan gibt es auch Keshiks, bei denen sich menschliche Kleidung wie etwa sanskitarische Turbane und Xhulschmuck finden lassen. Die Bewaffnung der Brachtão ist äußerst vielfältig, basiert jedoch größtenteils auf Waffen des Fußvolkes, da sie der Reiterei keinen großen Wert beimessen. Neben Hackbärten und zweihändig zu führenden Kriegshämmern tragen ihre Kämpfer auch teruldanische Sturmsensen und andere Waffen sanskitarischer Herkunft. Als Rüstung besitzt der Brachtão-Krieger meist nur einen einfachen Lendenschurz, einen Lederhelm und eine Kreuzgürtung am Oberleib, die neben ihrer Funktion als Waffengehänge bisweilen auch als Haltegurt für eine metallene Brustplatte dient.

Magie

Die Brachtão bringen vor allem Schamanen, die auch als Pfadmagier bezeichnet werden, hervor. Hierbei stellen die Taugrachschamanen den Löwenanteil. Als Feilscher und Unterhändler mit der unsichtbaren Geisterwelt nehmen diese eine wichtige Aufgabe wahr, die ihnen allerdings - anders als bei vielen anderen Stammeskulturen - keinen religiösen Status verleiht. Hat man ein Problem, dessen Ursache man nicht genau kennt, schreibt man es gerne der Geisterwelt zu und konsultiert den Schamanen um Abhilfe zu schaffen, der natürlich für seine Dienste eine angemessene Entlohnung erwartet; wie jeder andere "Handwerker" auch. Die Riten der Brachtão-Schamanen sind teilweise von der Symbolik der benachbarten Xhul und Sanskitaren geprägt, weisen allerdings auch gänzlich fremdartige Elemente einer Blut und Knochenmagie auf, die sich zur Deutung des Willens der Geister vornehmlich auf das Lesen in den Eingeweiden tierischer Opfer und das Werfen primitiv geritzter Schicksalsrunen verlässt. So verwundert es nicht, dass die Rituale der Brachtão selbst für andere Pfadmagier unverständlich sind, scheinen sie doch oberflächlich betrachtet Scharlatanerie mit tiefem Mystizismus zu verknüpfen. Auch heißt es, dass manche Riten der Brachtão von geheimem Wissen aus den Zissmen, monumentalen Gruftanlagen eines vergessenen Urvolkes, beeinflusst sind. Tatsächlich scheinen die Schamanen der Brachtão mächtige Verständigungs- und Beherrschungsrituale zu kennen, die den Sicherungszaubern dieser Zissmen ähneln. Zudem waren sie es, die das Geheimnis der sprechenden Knochen entdeckten und dem Schwarzen Zelt in KhurKezKão zugänglich machten. Obwohl Blut und Knochen an sich nichts Anstößiges in den Augen anderer Schamanen sind, ahnen einige doch, dass viele Taugrachschamanen der Brachtão in Wahrheit bereits nicht mehr ihrem Gott, sondern einem weitaus finstererem Herrn dienen. Die magische Ausbildung verläuft wie bei vielen Stammeskulturen über eine enge Mentor-Schüler-Beziehung. Da hierzu jedoch erstens immer ein magiebegabter Mentor und zweitens die Fähigkeit magiebegabte Schüler zu erkennen von Nöten ist, verteilt sich der Nachwuchs immer auf dieselben, wenigen Khez, die bereits über Zauberer in ihren Reihen verfügen. Reine Schamanenkhez existieren nicht, da der Einfluss der Schamanen auf die alltäglichen Belange relativ gering ist, so dass man Schamanen in etwa mit wichtigen, teuren und hochspezialisierten Handwerkern vergleichen kann.

Darstellung

Ein Brachtão-Charakter gibt dir die Möglichkeit einen zwar launischen und ungezähmten, aber dennoch gewitzten und zivilisationserfahrenen Barbaren zu spielen. Sie kennen die Wege der Menschlinge und wissen, dass sie trotz aller Unterschiede dieselbe Sprache wie die Brachtão sprechen: Die Sprache des persönlichen Profits. Trotzdem vermeiden sie es, sich als bloße Gierprotze und raffgierige Händler zu geben: Tugenden wie Treue, Zusammenhalt und Mut bilden die Basis ihrer Kultur, und sie wissen, dass man diese Werte nicht kaufen kann. Heißes Orkenblut pulsiert in ihren Adern, trotzdem schaffen sie es meistens sich zu kontrollieren; wenn es aber trotzdem einmal mit ihnen durchgeht, brauchen sie sich nichts vorzuwerfen. Die Flamme eines großen Geistes kann eben nicht immer klein gehalten werden (und verzehrt im Zweifel all jene, die dem Feuer nicht mit dem nötigen Respekt begegnen). Probleme gibt es meist nur mit extrem religiös motivierten oder an besonders strenge Kodizes gebundene Individuen und Institutionen. Da sie es gewohnt sind mit der Geisterwelt auf Augenhöhe zu verhandeln, werden sie starre Dogmen oder Aufopferungsbereitschaft für Geister die sich „Götter“ nennen stets als befremdlich erachten.

Typische Namen

Namen der Brachtão sind weder exklusiv männlich, noch weiblich. Oft verschmelzen sie zwei Namen zu einem, in dem sie z.B. den Anfang des einen Namens mit dem Ende des anderen kombinieren.

  • Männlich: Argtash, Brhaa, Gom, Jugão, Krwall, Kroftash, Kropp, Ogahn, Ogrum, Okrhão, Pak, Paktak, Quogrum, Quoo, Quwutaar
  • Weiblich: Amgri, Famtha, Far, Garga, Gasha, Humi, Jãogi, Kargri, Laki, Paschkra, Pashra, Qwo, Umkreii, Wagra, Walogri

Was denken die Brachtão über

  • Menschen: „Im Kampf, bei Verhandlungen und bei den Orkinnen schneiden sie meist schlecht ab – warum sie sich trotzdem für so wichtig halten, bleibt ein Geheimnis.“
  • Broktharen: „Dem Volk der Einlinge werden wir auch die letzten Geheimnisse der Esse entreißen.“
  • Urgashkão: „Zu fern, um uns zu kontrollieren, zu stark, um sie zu ignorieren.“
  • Jiktachkão: „Die Krieger aus dem Norden sind heißblütig - häng dir eine Hauerkette um den Hals, das beruhigt ihre Ahnengeister und damit auch sie.“
  • Sanskitaren: „Krueg? Ah, du meinst die Terg-Uldani. Ziemliche Schwächlinge. Wie kommen die nur an so viel Reichtum?“
  • Xhul: „Die schwarzen Glatthäute zeigen Rückgrat und sind zähe Verhandlungspartner“

Infotexte

Khez und Keshiks

Khez und Keshiks: Die Institutionen der Orks
Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den orkischen Begriffen Khez und Keshik um äquivalente zu den Begriffen “Clan”(Khez) und “Dorfgemeinschaft” (Keshik). Dabei gibt es jedoch einige besondere Merkmale, die man beachten sollte, will man die Natur dieser orkischen Begriffe verstehen. Der wichtigste Unterschied zwischen einem Khez und einem Clan ist, dass ein Khez sich nicht durch Blutsverwandtschaft definiert, sondern durch gemeinsame Initiationsriten und Traditionen. Teil dieser Traditionen ist die Hinwendung zu speziellen Aufgaben innerhalb des Keshiks - zum Beispiel zum Kriegshandwerk, Hirtentum oder dem Handel - weshalb die entsprechenden Khez der Einfachheit halber auch Kriegskhez, Händlerkhez etc. genannt werden. Auch wenn nicht alle Khezmitglieder eines “Kriegskhez” notgedrungen Krieger sind, so werden doch alle Mitgliedern eine grundlegende kämpferische Ausbildung erhalten und durch den Khezkultus eine kriegerische Geisteshaltung entwickeln. Die meisten Khez verteilen sich auf mehrere Keshiks. So kann man beispielsweise in mehreren, bisweilen weit voneinander entfernt wandernden Keshiks Ableger des “Blutaxt Hüterkhez” antreffen.

Der Begriff Keshik bezeichnet die wandernde Dorfgemeinschaft. Die Orks identifizieren sich kaum mit dem Keshik in dem sie leben, ist sie doch in der Regel eine reine Zweckgemeinschaft. In einem Keshik arbeiten unterschiedliche Khez mit verschiedenen Ausrichtungen zusammen: das Kriegskhez stellt den Schutz und die Kampfkraft des Keshiks sicher, während das Hirtenkhez die Viehherden hütet. In großen Keshiks können manche Khez-Ausrichtungen gar mehrfach vorkommen, also z.B. Ableger von zwei unterschiedlichen Hirtenkhez. Keshiks sind äußerst flexibel in ihrer Zusammensetzung, bisweilen verlassen gar ganze Ableger eines Khez das Keshik und schließen sich anderen Keshiks an. Das Keshik definiert sich also weniger über seine tatsächlichen Mitglieder, als über den gemeinschaftlichen Besitz von Viehherden und seine traditionellen Wanderrouten.


Startwerte Brachtão

  • Generierungskosten: je nach Variante
  • Modifikationen: KO +1, AU +1
  • SO-Maximum: 8
  • Automatische Vor- und Nachteile: -
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Ausdauernd, Gefahreninstinkt, Hohe Lebenskraft, Kampfrausch, Richtungssinn / Aberglaube, Blutrausch, Jähzorn, Raumangst
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Ausrüstungsvorteil, Gutausehend, Prinziepientreue / Einbeinig, Glasknochen, Krankhafte Reinlichkeit, Kurzatmig, Platzangst
  • Talente
    • Kampf: Dolche +1, Hiebwaffen +1, Raufen +1, Ringen +1
    • Körper: Athletik: +1, Körperbeherrschung +1, Selbstbeherrschung +1
    • Gesellschaft: Menschenkenntnis +1, Überreden +1
    • Natur: Orientierung +1, Wettervorhersage +1, Wildnisleben +1
    • Wissen: Geographie +1, Götter/ Kulte +1, Rechnen +1, Sagen/ Legenden +1, Tierkunde +1
    • Schriften/Sprachen: Muttersprache (Olurkha) KL -2, Sprache kennen (Broktharisch oder Gmer oder Jiktisch oder Sanskitarisch oder Slachkarisch oder Uzujuma) +4, Sprache kennen (eine weitere dieser Liste) +2
    • Handwerk: Abrichten oder Handel oder Viehzucht +1, Gerber/Kürschner +1, Holzbearbeitung +1
  • Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Brachtão), Steppenkunde

Mögliche Varianten

Eine der nachfolgenden Varianten kann gewählt werden. Sie können jedoch auch eigene Khez-Werte oder alternative Khez-Werte erfinden. Diese sollten jedoch mit dem Meister besprochen werden und den Umfang von 8 GP nicht überschreiten.

Variante Kriegerkhez (8 GP)

  • Modifikatoren: AU +1, LE +1
  • Talente
    • Kampf: Hiebwaffen +1, Raufen +2, Ringen +1, Zweihandhiebwaffen +2
    • Körper: Körperbeherrschung +1
    • Wissen: Kriegskunst +1
    • Handwerk: Heilkunde Wunden +1, Lederarbeiten +1

Variante Händlerkhez (6 GP)

  • Talente
    • Kampf: Dolche +1
    • Gesellschaft: Menschenkenntnis +1, Überreden +1
    • Wissen: Rechnen +2, Schätzen +2
    • Schriften/Sprachen: eine der beiden gewählten Sprachen +1
    • Handwerk: Handel +2
    • Verbilligte Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Sanskitaren oder Xhul)

Variante Hirtenkhez (7 GP)

  • Modifikatoren: AU +1
  • Talente
    • Kampf: Hiebwaffen +1, Schleuder +2
    • Körper: Athletik +1
    • Natur: Orientierung +1
    • Wissen: Tierkunde +1
    • Handwerk: Gerber/Kürschner +1, Viehzucht +1
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