Cromor

Aus Rakshazar-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cromor
Cromor2.jpg
Allgemeines
Technologiestand: Späte Bronzezeit
Bevölkerung: 150.000
Herrschaftsform: Patriarchalische Stammeskultur
Rassenverteilung: Brokthar, selten auch Nedermannen, Orks und Nordländer
Wichtige Städte: Keine; Berg Qorom als Heiligtum
Vorherrschender Glaube: Rontja als Muttergöttin mit starkem Totengottaspekt
Magie: Keine eigene Tradition
Helden & Heilige:


Im Süden des Kontinents erzählt man sich düstere Legenden über ein wildes Volk, das im fernen Nordwesten Rakshazars lebt. Ein Volk von brutalen und gnadenlosen Mannweibern, die Blut trinken und ihre männlichen Gefangenen in wüsten Orgien langsam zu Tode foltern und denen man nachsagt, dass sie im Besitz dunkler und weltverändernder Geheimnisse seien, die von jenseits der Drachenberge stammen sollen: Die Cromor! Zumindest berichten dies die Geschichtenerzähler der Sanskitaren in ihren beliebten Gruselgeschichten. Die Wahrheit sieht indes nicht ganz so düster aus. Die Cromor, die sich schon vor vielen Jahrtausenden in den nordwestlichen Firnwäldern ansiedelten, sind ein stolzes, hartnäckiges Broktharenvolk, mit einer übermäßigen Anzahl an tapferen und hünenhaften Weibern.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Die Brokthar vom Volk der Cromor leben schon seit vielen Jahrtausenden in den Firnwäldern des hohen Nordwestens, südlich des großen Eisschildes. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich von den letzten Ausläufern des Götterwalls bis zu den mächtigen Gletschern des eisigen Nordens. Überall in der schützenden Dunkelheit des uralten Firnwaldes findet man ihre kleinen, befestigten Dörfer. Richtige Städte oder gar größere Siedlungen mit mehr als zweihundert Bewohnern sucht man hingegen vergebens.

Lebensweise

Anders als es die Legenden im tiefen Süden behaupten, bringen die Cromor ihre Männer und Jungen nicht um. Die auffällige Überzahl an Frauen rührt schlicht daher, dass die Chance einer Cromor-Frau, ein Mädchen zu gebären, etwa fünfmal höher liegt als die einen Jungen zu bekommen. Der Grund für dieses Phänomen ist unbekannt, doch gezwungenermaßen musste das Volk der Eisbarbaren sich damit arrangieren.

Während zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr zunächst alle Kinder auf den Feldern mitarbeiten, werden die Mädchen schon bald danach von ihren männlichen Stammesmitgliedern getrennt und zu Jägerinnen und Stammeskriegerinnen erzogen. Als diese verteidigen sie eifersüchtig das Stammesgebiet und verweilen nur während Schwangerschaft und Stillzeit für längere Zeit im Dorf. Männern hingegen ist die Ausübung des Kriegshandwerks verboten. Es wäre schlichtweg zu gefährlich zu Riskieren einen der seltenen Männer im Kampf zu verlieren. Vielmehr obliegt es ihnen, handwerkliche Tätigkeiten auszuüben und das Dorf zu verwalten. Auch die Kindeserziehung fällt in ihren Zuständigkeitsbereich.

An der Spitze jeder Sippengemeinschaft steht der Bhrenara, der Rat der Stammväter. Dessen Mitglieder werden - von allen Stammesmitgliedern gemeinsam - aus jenen männlichen Cromor ausgewählt, denen man aufgrund ihres Aussehens, ihrer Statur und ihrer Abstammung höchste sexuelle Potenz nachsagt. Wichtigste Aufgabe der Mitglieder des Bhrenara ist die sorgfältige Planung von geschlechtlichen Verbindungen - mit dem Ziel, dass diesen möglichst vielzähliger, starker und gesunder Nachwuchs entspringen möge. Zu diesem Zweck sprechen zu Beginn der Herbstzeit - beim Sianym-Fest - alle Frauen des Stammes dem Bhrenara vor und künden von den Heldentaten, die sie im Laufe des Jahres vollbracht haben. Sie hoffen so den Rat von ihrer Eignung zu überzeugen. Danach erwählen sich die Mitglieder des Rates die in ihren Augen kräftigsten und gesündesten - aber auch vor den Augen Rontjas würdigsten - der Anwärterinnen zu ihren Partnerinnen. Es ist normal, dass ein Bhrenara mehrere Frauen gleichzeitig erwählt. Auf die Wahl, folgt ein fünftägiges, ausschweifendes Fest. Bei diesem wird Rontja für das vergangene Jahr gedankt und ihr Schutz für den kommenden Winter erbeten. Zum Ende der Feierlichkeiten kommt es schließlich zur sexuellen Vereinigung der Bhrenaras mit ihren Auserwählten.

Abseits des Sianym sind sexuelle Vereinigungen unter den Cromor nicht erwünscht und können - abhängig von der Entscheidung des Bhrenara - mitunter sogar mit Strafen - über deren Umfang der Rat von Fall zu Fall entscheidet, und die von Rufschmälerung bis zu dauerhafter Verbannung reichen können - geahndet werden.

Viele junge Cromor umgehen dieses Verbot indem sie sich - statt mit anderen Stammesmitgliedern - ausgiebig mit allen möglichen Fremden vergnügen. Gerade in den Frühlingsmonaten, in denen das Blut der Cromor-Frauen heiß in ihren Adern brodelt, kommt es so manchmal vor, dass unter den jungen Kriegerinnen regelrechte Duelle um junge, männliche Durchreisende ausgetragen werden. Oftmals werden die "Preise" völlig davon überrascht, dass sie der Gewinnerin eines solchen Wettstreits zumindest für eine Nacht "zu Diensten" sein müssen.

Die Männer des Bhrenara treffen sich regelmäßig im sogenannten „Männerhaus“. Dies ist eine Holzhütte, welche nur nackt betreten werden darf und die entweder auf warmen Quellen errichtet wurde, oder von außen durch ein Holzfeuer beheizt wird. Man sagt, dass das Schwitzen den Geist der Cromor öffnet und ihren Körper stärkt. Nur hier diskutieren die Männer unter Abwesenheit der Frauen die wichtigen Angelegenheiten des Stammes.

Die Cromor betreiben aufgrund der kurzen Sommer nur wenig, aber dafür umso intensiveren Ackerbau. Sie beschränken sich auf den Anbau von Einkorn, Buchweizen oder Rüben, während die in der Umgebung des Dorfes wachsenden Obstbäume zwar gepflegt, aber nicht gezielt angepflanzt werden. Einen hohen Stellenwert nimmt die Imkerei ein, da Honig bei den Brokthar des hohen Nordens als besondere Delikatesse gilt. Davon einmal abgesehen ist den Eisbarbaren die Tierzucht nahezu völlig unbekannt, so dass man bei ihnen nur einige als Wachtiere abgerichtete Firnwarge oder zahme Säbelkatzen findet, während die heiligen Riesenadler der Göttin, die von den Wächterinnen von Qorom als Reittiere benutzt werden, eine echte Besonderheit darstellen.

Weltsicht und Glaube

Cromor-Kriegerin

Wie auch die Brokthar des Südens betrachten die Cromor die jugendliche Göttin Rontja nicht nur als Schutzherrin ihres Volkes, sondern auch als - im wahrsten Sinne des Wortes - Muttergöttin ihrer Rasse. Sie soll der Legende nach zusammen mit dem Troll Grothos die ersten Brokthar gezeugt haben. Jedoch blieb das göttliche Liebespaar nicht lange glücklich, denn nach einem Streit versuchte Grothos, seine Kinder zu erschlagen, die in seinen Augen hässliche Missgeburten waren. Er bezahlte den Versuch mit seinem Leben, denn Rontja verteidigte ihre Kinder erbittert und erschlug ihren Gemahl, nur um kurz darauf selbst auf der Spitze des stets schneebedeckten Qorom-Bergs ihren tödlichen Wunden zu erliegen. Von dort aus wacht ihr Geist seitdem in Form ihrer heiligen Tiere – den gewaltigen Qorom-Adlern – über die Wälder von Cromwyn und ihre geliebten Kinder vom Volk der Cromor. In diesem Glauben liegt auch die alte Erbfeindschaft zwischen den Eisbarbaren und den Trollen begründet. Die anderen Götter der südlichen Brokthar finden bei den Cromor keine oder nur geringe Verehrung, was erstere immer wieder zum Grund nehmen, ihre nördlichen Verwandten als übelste Ketzer zu verurteilen.

Die Jenseitsvorstellung der Eisbarbaren ist einfach und eingängig: Gute Brokthar kommen in Rontjas Hallen der Seligen - entweder als einfache Seele oder als heilige Valakyr - während schlechte auf ewig allein über die endlosen Eisebenen des hohen Nordens irren. Da Rontja jedoch eine gnädige Göttin ist, erhalten auch die Seelen der Gestrauchelten noch eine letzte Chance. Sie verbleiben so lange im Diesseits, wie das Fleisch des Toten noch nicht völlig verwest ist. Während dieser Zeit haben sie noch einmal die Möglichkeit, sich als Diener der Göttin zu bewähren, indem sie in Traumvisionen den Lebenden wichtige Botschaften übermitteln oder deren Dörfer gegen die Angriffe körperloser Dämonen verteidigen. Sofern sie sich zu Lebzeiten vor Rontja und ihrer Hohepriesterin bewährt haben, bringen die Brokthar der Firnwälder die Leichname ihrer Anverwandten in die tiefen Eiskavernen des Bergs Qorom. Dort werden die Verstorbenen mit verschiedenen Ölen eingerieben und in feinste Tücher eingewickelt, um hier auf die Aufnahme in Rontjas Hallen zu warten. Unwürdige hingegen werden schlichtweg an für Tiere schwer zugänglichen Orten vergraben. Die Verbrennung von Leichen gilt - aufgrund des oben genannten Glaubens - als absolutes Tabu. Lediglich die sterblichen Überreste von getöteten Trollen werden verbrannt, da die Eisbarbaren davon ausgehen, dass diese schwarze Seelen besitzen, die, wenn man ihre Leichen nicht verbrennt, zu Körperlosen werden können.

Religiöse Führerin der Cromor ist Freygar, die blutjunge Hohepriesterin der Rontja. Ihre Aufgabe ist es, die heiligen Gesänge an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben und die niederen Riten zu Rontjas Ehre durchzuführen. Diese Riten bestehen neben dem Rezitieren langer Epen und Heldengesänge, aus komplexen Tänzen und Zeremonien, bei denen Rontjas heiligem Feuer Opfer in Form von Jagdwild und Honig dargebracht werden. Ihre wichtigste Aufgabe ist aber die aktive Kommunikation mit den Seelen der Verstorbenen, die im Qorom aufgebahrt werden. Denn nur einer Hohepriesterin ist es möglich und erlaubt selbst die Tore zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich zu öffnen und die Ahnen um Beistand und Rat zu bitten.

Vor vielen Generationen kamen Flüchtlinge aus dem fernen Land Bornwyn, westlich der Drachenberge in das Gebiet der Cromor. Angeführt wurden sie von einer mächtigen Kämpferin namens Valara, die nach einer Vielzahl von Prüfungen als die "Heilige Valara" von Rontja persönlich zu ihrer Hohepriesterin erwählt wurde und den Grundstein für die Vereinigung der Cromor mit den von ihnen "Bornwyna" genannten Westlingen legte.

Über alle Generationen hinweg wurde ihr Amt immer an die jeweils begabteste Wächterin des heiligen Bergs weitergegeben. Der Bund der Wächterinnen von Qorom weist gewisse Ähnlichkeit zu Tempelgardisten auf. Ihnen obliegt die heilige Aufgabe, Rontjas irdische Heimstadt, den Berg Qorom und die dort residierende Hohepriesterin gegen alle Feinde zu verteidigen. Zudem unterstützen sie die Hohepriesterin bei ihren komplizierten Riten. Im Falle von Trollangriffen, Raubzügen von Eiswürmern oder anderen größeren Gefahren für das Stammesgebiet der Cromor reiten sie außerdem auf den heiligen Qorom-Adlern aus, um die einfachen Stammeskriegerinnen nach Kräften zu unterstützen.

Sitten und Bräuche

Weibliche Cromor ziehen an ihrem 16. Geburtstag aus, um ihre Mündigkeit zu erringen. Voraussetzung hierfür ist das erfolgreiche Bestehen einer Reifeprüfung. Jede junge Eisbarbarin muss sich zu diesem Zweck auf eine persönliche Queste begeben, mit dem Ziel ihre Lebensaufgabe, ihr Innerstes, zu erkennen. Die Starken und Tapferen kehren geläutert in die Gemeinschaft zurück, um ihren Platz in ihr einzunehmen. Die Allerwürdigsten vollbringen gar wahre Wundertaten im Namen ihrer Göttin, sterben einen Heldentod und werden dafür von Rontja als "Valakyr" an die lange Tafel der Kriegerinnen geholt. Dort verweilen diese "streitbaren Geister", bis sie am Ende aller Tage wieder von ihrem Volk gebraucht werden, und als gleißende Heerschar ihrer Göttin in die Schlacht folgen. Von jungen Männern wird keine besondere Prüfung erwartet, doch drängt es viele von ihnen dennoch dazu, sich zu beweisen. So versuchen viele Einsicht und Inspiration in den Eiskavernen des Qorom zu erhalten. Von Wächterinnen beschützt meditieren die jungen Männer dort mehrere Wochen lang und versuchen ihren Geist mit Hilfe von leisen Gesängen für die Einflüsterungen der Verstorbenen zu öffnen. Nur die Wenigsten werden von den Ahnengeistern für Höheres erwählt und verlassen die Höhlen mit neuen Erkenntnissen oder Fähigkeiten. Jene, denen es dennoch gelingt, werden von ihrem Volk wie Helden gefeiert.

Wahrhafte Berühmtheit noch weit über seinen eigenen Stamm hinweg erlangte zum Beispiel Adalri, Sohn der Rhyam. Man sagt, dass er der schönste Cromor sei, der jemals durch die Firnwälder wanderte, das seine klare, markante Stimme selbst Berge zum Einsturz bringen könne, und dass er die Gabe besitze in den Augen seines Gegenübers dessen innerste Wünsche zu erkennen. Fakt ist, dass Adalri mit seinen über 60 Sommern bereits auf einige Bhrenara-Treffen zurückblicken kann und viele Cromor des westlichen Cromwyn-Walds aus seinen Lenden entsprungen sind.

Weibliche Cromor bestreiten die Jagd traditionell als Gruppe und formieren sich hierbei zu lockeren Kampfverbänden, die ihre Gegner mit äußerst brutalen Attacken aus dem Hinterhalt überraschen. Im Konflikt mit ehrenhafteren Gegnern wie Orks oder anderen Brokthar einigt man sich zuweilen auch darauf, den Streit durch einen Zweikampf zwischen den Anführern aus der Welt zu schaffen. Während ihrer Freizeit widmen sich jüngere Eisbarbarinnen neben der Vervollkommnung ihrer Kampf- und Jagdfertigkeiten gerne dem Müßiggang: Essen, Trinken oder Schlafen.

Handwerkskunst

Die Brokthar der Firnwälder verwenden vor allem Bronze für die Herstellung ihrer Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände und stellen somit eine klassische bronzezeitliche Kultur dar. Durch die Überlieferungen der Westländer lernten sie allerdings auch einige hochentwickelte Eisenverarbeitungstechniken kennen, die sie in der Vergangenheit aus Mangel an entsprechenden Rohstoffen allerdings fast ausschließlich für die Anfertigung besonderer Waffen und Rüstungen einsetzten. Ihre Verarbeitungstechnik reicht zwar nicht an die Schmiedekunst der Amhasim heran, in den Händen der Wächterinnen von Qorom, die nahezu ausschließlich mit solchen Waffen ausgestattet werden, stellen sie aber die aber dennoch fürchterliche Werkzeuge dar.

Als erfahrene Jäger nutzen sie nahezu jeden Bestandteil ihrer Beute und so besteht ein Großteil ihrer Kleidung und Rüstungen aus Fell und Leder, verziert mit den Knochen und Zähnen mächtiger Raubtiere.

Tracht und Bewaffnung

Schwerter sind bei den Cromor sehr selten, und als Jägerinnen verwenden sie lieber Speere oder schwere Jagdbögen. Mit diesen Waffen können sie enorm gut umgehen – was auch bitter notwendig ist, da die Eisbarbaren stets von Riesen und Trollen aus den nahen Bergen bedroht werden, Stämme der Nedermannen immer wieder in ihren Jagdgründen wildern und große Raubtiere durch die Wälder von Cromor streifen. Ob ein Brokthar aus südlicheren Gefilden oder aus dem hohen Norden stammt, kann man relativ leicht an seinem Äußeren feststellen. Die Cromor bevorzugen zwar, wie alle Brokthar, spärliche Kleidung aus Leder, verwenden aber aufgrund des wesentlich kälteren Klimas auch viel Pelz, etwa für die Fertigung von Umhängen oder gefütterten Stiefeln. Besonders die älteren, männlichen Cromor verzieren ihre verhornten Hautpartien gerne mit kunstvoll verschnörkelten Brandmalen, was ihnen neben dem meist lang und offen getragenem Haar - bei dem rote und blonde Farbtöne vorherrschen -, und das allenfalls mit Stirnbändern oder metallenen Stirnreifen gebändigt wird, ein wildes, kriegerisches Aussehen verleiht.

Männliche Eisbarbaren in reiferem Alter lassen sich, anders als alte Süd-Brokthar, lange Bärte stehen. Ein langer, gepflegter Bart wird von weiblichen Cromor als männliches Schönheitsideal und Zeichen der Vaterwürde angesehen. Auch wird bei ihnen das Barthaar schon früh gepflegt und massiert, um sein Wachstum zu stimulieren. Rüstungen tragen die Cromor nur in den seltensten Fällen, denn die Techniken des Plättnerns sind nach dem Versterben der letzten Bornwyna schnell in Vergessenheit geraten. Das rare, als Geschenk der Göttin angesehene Metall verwenden sie lieber für die Herstellung von Waffen. Tief im Inneren des Qorom werden sieben geheiligte Stahlwaffen aufbewahrt, die noch aus den Händen der letzten, stattlichsten Bornwyna stammen und nur in äußersten Notfällen von der Hohepriesterin an erfahrene Kämpferinnen herausgegeben werden. Man sagt, dass jede dieser Waffen unzählige Schlachten miterlebt hat und einen eigenen Willen besitzt, der ihre Trägerin im Kampf unterstützt.

Heilige Gegenstände

Flammenschwinge – Die heilige Waffe der Hohepriesterin. Ehemals geweihte Schwertlanze von Valara von Anshag. Selbst nach über sechs Jahrhunderten noch ohne Kerbe und mit makellosem Glanz. Besonders leicht und mit leicht rötlich-metallenem Schein. Enthält Insignien eines geflügelten Kriegers.

Die Waffen der Ahnen – Sechs Stahlwaffen verschiedener Klassen, die ursprünglich den Rittern des Theaterordens gehörten. Es sind die letzten Reste der großen Waffensammlung - allesamt stark verbessert und der Göttin Rondra geweiht.
Mythraslir – Die heilige Kopfzierde der Hohepriesterin. Während der ersten Jahre nach der Ankunft der Ritter entstandenes Diadem, welches mehrfach geweiht wurde und seitdem traditionell von der Hohepriesterin getragen wurde. Während eines Trollangriffs auf den Qorom spurlos verschwunden.


Magie

Eine eigene magische Tradition besitzen die Cromor nicht. Die wenigen Nordlandbrokthar, die mit einer magischen Begabung geboren werden, betrachtet man in der Regel nicht als Zauberer, sondern vielmehr als von Rontja gesegnet und sieht sie - sofern sie weiblichen Geschlechts sind - für die Aufgabe einer Qorom-Wächterin vor. Jungen Cromor-Männern mit einer solchen Begabung fällt keine gesonderte Aufgabe zu, und so verkümmern ihre Fähigkeiten im Laufe der Jahre fast gänzlich. Je nachdem, wie sich die Begabung äußert, kann es in seltenen Fällen aber auch einmal passieren, dass das "von bösen Geistern besessene Kind" ausgesetzt wird. Cromor verabscheuen Magie zwar nicht prinzipiell, begegnen fremden Magieanwendern aber stets vorsichtig und wachsam. Magier haben es deshalb schwerer als alle Anderen, sich das Vertrauen der Eisbarbaren zu erarbeiten. Trollschamanen hingegen ist ein schneller Tod sicher.

Darstellung

Menschen gegenüber sind die Cromor zwar vorsichtig, aber auch neugierig und keinesfalls etwa die mordgierigen Bestien, zu denen die Legenden der Sanskitaren sie gerne machen. Da die Eisbarbaren wie alle Broktharen einen ausgeprägten Sexualtrieb haben, kann es einem männlichen Menschen gar passieren, dass eine Jägerin ganz besonderes Interesse an ihm zeigt (womit wohl auch die Legende über das wollüstige Foltern erklärt wäre – Cromor gehen beim Liebesakt nämlich recht rabiat vor). Haben einen die Nordlandbrokthar jedoch erst einmal als Freund akzeptiert, kann man davon ausgehen, warmherzige und verlässliche Verbündete gewonnen zu haben. Macht man sich hingegen eine Eisbarbarin zur Feindin, so wird sie einen hasserfüllt bis ans Ende der Welt verfolgen. Ganz ähnlich wie ihre südlichen Verwandten sind Cromor äußerst emotional und geben ihren Gefühlen stets brachial Ausdruck. Mädchenhafte Verhaltensweisen sucht man selbst bei den sanftesten Nordlandbrokthar vergebens. Meistens legen sie ein recht burschikoses Benehmen an den Tag – zumindest in den Augen anderer Völker. Würde man eine Eisbarbarin etwa mit dem ausgeklügelten Verhaltenscodex sanskitarischer Adeliger konfrontieren, würde man vermutlich lediglich verständnislose Blicke, wenn nicht gar schallendes Gelächter ernten.

Typische Namen

Viele Namen der Cromor sind durch die Sprache der Bornwyn-Ritter unter der heiligen Valara inspiriert und wurden nach Jahrhunderten in die Sprache der Brokthar integriert. Als Nachname wird stets der Name der Mutter mit einem „Sohn / Tochter der....“ angehängt.

  • Männlich: Arawn, Arwys, Bedwyr, Braith, Cadfan, Carwyn, Drystan, Forwen, Glynn, Goronwy, Lyall, Mostyn, Randan, Tyrell, Valri
  • Weiblich: Alis, Aerona, Betrys, Bryn, Dylis, Emlin, Enid, Frynga, Gwendolyn, Mairwen, Nia, Ronwen, Siana, Thelma, Ysold

Was denken die Cromor über

  • Yetis: "Weise Freunde und geduldige Lehrmeister. Nur leider sind sie oft schwer zu verstehen."
  • Nedermannen: "Verfressen, ungeschickt und unglaublich dämlich. Das die immer noch nicht kapieren, dass sie in unseren Jagdgründen nichts zu suchen haben."
  • Menschen allgemein: "Trotz ihrer geringen Körpergröße sind einige von ihnen erstaunlich mutig. Und einige der Jüngeren sind wirklich hübsch anzusehen."
  • Slachkaren: "Sie verhalten sich meistens recht friedlich, können aber auch hinterhältig wie ein Schneewiesel sein. Brauchst du dringend einen Tipp für eine möglichst gemeine Kriegslist, dann frag am besten einen Slachkaren!"
  • Aventurier: "Jenseits der Berge weit im Westen liegt das Land Bornwyn. Dort herrschen ruchlose Sonnenanbeter, die im Krieg liegen mit den redlichen Bewohnern Bornwyns, die wie wir an Rontja glauben."
  • Trolle: "Verräter an Rontja. Tötet jeden von ihnen, der es wagt unseren Wald zu betreten!"
  • Orks: "Wenn sie dort bleiben, wo sie hingehören - nämlich weit weg in ihrer staubigen Steppe - dann kann ich hervorragend mit ihnen leben!"
  • Ronthar: "Eigentlich ganz umgängliche Leute. Nur diese Kuttenträger liegen uns ständig damit in den Ohren, dass wir Ketzerinnen seien."

Startwerte Cromor

  • Generierungskosten: je Variante
  • Modifikationen: KO +1, AuP +4
  • SO-Maximum: 10
  • Automatische Vor- und Nachteile: Keine
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Ausdauernd, Eisern, Hohe Lebenskraft Kampfrausch, Zäher Hund / Aberglauben, Blutrausch, Jähzorn, Rachsucht, Weltfremd
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Glasknochen, Krankheitsanfällig, Kurzatmig, Niedrige Lebenskraft

Verpflichtende Varianten

Eine der folgenden Varianten muss gewählt werden. Die Angaben gelten zusätzlich zu den oben genannten.

Frauen (15 GP)

  • Modifikationen: CH +1
  • Talente
    • Kampf: Hiebwaffen oder Speere +2, Bögen oder Wurfspeere +3, das andere oder Wurfbeile +1, Dolche +1, Raufen +2, Ringen +2
    • Körper: Athletik +2, Klettern +2, Körperbeherrschung +2, Selbstbeherrschung +2, Schleichen +1, Tanzen +1, Sich Verstecken +2, Sinnenschärfe +2, Zechen +2
    • Gesellschaft: Betören +2, Menschenkenntnis +1
    • Natur: Orientierung +2, Wildnisleben +2, Fährtensuchen +2
    • Wissen: Götter/Kulte +1, Pflanzenkunde +1, Tierkunde +1, Sagen/Legenden +1
    • Sprachen/Schriften: Muttersprache Cromwyn, Sprache Kennen [Broktarisch oder Nedermanisch oder Slachkarisch] +4
    • Handwerk: Holzbearbeitung oder Kochen oder Lederarbeiten +2, ein weiteres +1, Ackerbau +2, Heilkunde Wunden +1
  • Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Cromor), Waldkundig

Männer (9 GP)

  • Talente
    • Kampf: Hiebwaffen oder Speere +1, Bögen oder Wurfspeere oder Wurfbeile +1, Raufen oder Ringen +1
    • Körper: Athletik +1, Körperbeherrschung +1, Selbstbeherrschung +1, Tanzen +1, Zechen +2
    • Gesellschaft: Betören +1, Menschenkenntnis +2, Überreden +2
    • Natur: Orientierung +1, Wildnisleben +1
    • Wissen: Geschichtswissen +1, Götter/Kulte +2, Pflanzenkunde +2, Sagen/Legenden +2, Sternkunde +1
    • Sprachen/Schriften: Muttersprache Cromwyn, Sprache Kennen [Broktarisch oder Nedermanisch oder Slachkarisch] +4
    • Handwerk: Gerber/Kürschner oder Holzbearbeitung oder Fleischer oder Lederarbeiten oder Töpfer oder Zimmermann +3, ein weiteres +2, Hauswirtschaft oder Kochen +2, Ackerbau +2, Heilkunde Wunden +2
  • Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Cromor), Waldkundig

Hintergrundgeschichte

Hintergrundgeschichte
JdK = Jahr des Kataklysmus
  • 2465 JdK - Caroma, die Stammmutter der Cromor wird mitsamt ihrer Kinder aus einem großen Brokthar-Stamm des Ödlands verstoßen, weil sie angeblich unfähig sei Männer zu gebären. Viele andere Mitglieder des Stammes sind damit nicht einverstanden und begleiten sie auf ihrer Reise.
  • 2471 JdK - Der Stamm der Cromor gründet weitab von anderen Brokthar im Norden eine neue Siedlung.
  • ca. 3000 JdK - Theaterritter unter Führung von Valara von Anshag, einer Geweihten der Rondra, überqueren auf der Flucht vor der Praioskirche das Eherne Schwert. Dabei trennen sie sich von einigen ihrer Weggefährten, die ihr Glück auf dem Seeweg versuchen.
  • 3010 JdK – Die Flüchtlinge verwickeln sich in lange Kämpfe mit den Agrim. Nur gut zwei Dutzend Ritter überleben die Strapazen der Reise. Wenige Jahre später treffen sie auf den Broktharstamm der Cromor.
  • ca. 3000 JdK – Valara besteht verschiedene Prüfungen, die ihr von den Cromor zur Anerkennung durch ihren Stamm auferlegt werden. Auf der Spitze des Bergs Qorom erschlägt sie den Frostwurm Indracor und wird von den Eisbarbaren danach zur ersten Hohepriesterin Rontjas erwählt. Zusammenschluss der beiden Gruppen und Verschmelzung der Glaubensansätze von Rontja, Rondra. Besonders der Glaube an den Erzalveraniar Mythrael findet in der folgenden Zeit unter den Cromor weite Verbreitung.
  • 3212 JdK – Das letzte menschliche Mitglied der Cromor verstirbt. Valaras heilige Schwertlanze Flammenschwinge wird an die neue Hohepriesterin überreicht.
  • 3625 JdK – Die junge Cromor Freygar wird zur neuen Hohepriesterin erwählt. Die genauen Beweggründe ihrer Vorgängerin sind bis heute nebulös, doch Freygar zeigt eine herausragende Begabung im Zwiegespräch mit den Toten.
  • 3627 JdK – Mythraslir, das Diadem der Hohepriesterin verschwindet auf mysteriöse Weise bei einem Angriff durch Trolle auf den Qorom.


Meine Werkzeuge