Donari-Pfadwandler

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Donari-Pfadwandler
Donari.jpg
Allgemeines
Technologiestand: Späte Bronzezeit
Bevölkerung: 8.000
Herrschaftsform: Clanstrukturen
Rassenverteilung: Donari
Wichtige Städte: Die Inneren Säulen (Limubsfesten)
Vorherrschender Glaube: Ahnenverehrung, Ehrenvolle Pflicht; verblasster Götterkult
Magie: Invertiertes Fey; dadurch vollkommene Ünfähigkeit, Magie zu wirken
Helden & Heilige: Die Ahnherren


Die Donari tragen voller Stolz die Last der glorreichen Vergangenheit ihrer hochelfischen Ahnen auf ihren Schultern. In alle Winde zerstreut und von uralten Feinden verfolgt, lebt das Volk der Donari in einer harten und rigiden Gesellschaft, die von Ehre und Pflicht, aber auch Täuschung und Verrat durchdrungen ist.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Zwar kann man Donari fast im gesamten Riesland antreffen, besonders häufig begegnet man ihnen allerdings in der Nähe der Ruinen alter Städte und entlang von starken Kraftlinien. Die eigentliche Heimat der Pfadwandler sind jedoch die Limbuspfade: Archipele im derenahen Limbus, die durch ein Netz von grauen Pfaden miteinander verbunden sind. Sie zu bereisen birgt viele Gefahren, und das nicht nur weil man sich in ihnen - wie in einem stets in Bewegung befindlichen Labyrinth - sehr schnell verirren kann. Nach wie vor trachten Diener des Namenlosen danach, die Donari zu vernichten und versprengte Jenseitige brechen immer wieder in die Pfade ein. Unter den losen Zusammenschlüssen kleinerer Siedlungen der Pfadwandler stechen die sogenannten Inneren Säulen hervor: Sieben große Donarifesten die - durch einigermaßen stabile Limbuspfade miteinander verbunden - so etwas wie die zentrale Achse der Pfadwandlerkultur bilden. Sie gelten als Bruchstücke der einstigen Heimatstadt der Donari – der verschollenen ersten Hochelfenstadt im Riesland namens Callastir - und von dort aus halten die in Trance versunkenen Ahnherren der Donari das komplexe Limbusnetz kraft ihres Willens aufrecht. Außerhalb der Pfade teilen sich die Donari ihren Lebensraum meist mit anderen Kulturen, allen voran den Sanskitaren, und versuchen durch das Wissen um die Pfade und ihrer Nutzung das Wohlwollen der jeweils vor Ort ansässigen Mächtegruppen zu erlangen.

Lebensweise

Die Donari organisieren sich in Stammhäuser, die wiederum aus verschiedenen Familienclans bestehen, welche eine gemeinsame ruhmreiche Vergangenheit, gegenseitige Verpflichtungen und politische Interessen einen. Die einzelnen Familienoberhäupter sind zwar prinzipiell - zumindest ohne anderslautende Abmachungen oder Verträge - gleichberechtigt, ordnen sich gewöhnlich aber dem Oberhaupt des jeweils einflussreichsten Familienclans und seinen Weisungen unter. Auch Männer und Frauen sind gleichberechtigt, obwohl es in manchen Familien Sitte ist, dass nur ein Donari vom gleichen Geschlecht wie der (oder die) jeweilige Ahnherr(in) Familienoberhaupt werden kann.

Der Alltag der Pfadwandler dreht sich hauptsächlich um die zum Schutz und zur Versorgung ihrer Heimatfestungen notwendigen Verrichtungen. Als äußerst zentral wird dabei der Schutz der Donarikultur - die als Saatkorn Callastirs um jeden Preis weiterbestehen muss - vor äußeren Einflüssen angesehen. Dem hehren Ideal, völlig unabhängig von Nichtdonari zu sein, können sich dabei allerdings nur die wenigsten Festungen annähern: Oftmals reichen die Nahrungsmittel aus den Gärten der Festen gerade einmal für ein Fünftel der Bewohner, während der Rest außerhalb der Pfade erwirtschaftet werden muss. Vorratshaltung und Handel sind dementsprechend stark gewichtet, wobei die Donari für beides ihre Position als Pfadwandler und -führer nutzen: Über die Pfade transportiert man im Riesland - sofern man sich einen Donariführer leisten kann - Waren, die auf konventionellem Weg Monate bis zu ihrem Bestimmungsziel brauchen würden, in nur wenigen Tagen. Zudem wirkt sich die spezielle Beschaffenheit des Limbus konservierend auf Nahrungsmittel aus. Daneben dienen regelmäßig durchgeführte Überfälle auf abgeschiedene Sklavenlager der Trolle und Karawanen der Brokthar dazu, wertvolle Metalle zu erlangen, die gegen hochwertige Waffen und Werkzeuge eingetauscht werden können. Selbst die Amhasim werden gelegentlich von den Pfadwandlern beraubt: Donari aus Chaareth arbeiten hierzu eng mit einigen Totenwasser-Korsaren zusammen.

Prinzipiell sind Donari eher sesshaft; und wenn sie nicht gezwungen wären, würden die Pfadwandler ihre Heimatfestung und die sie umgebenden Limbuspfade auch nicht verlassen. Doch aufgrund der schwierigen Versorgungslage ist dies in der Regel unabdingbar. Die beständige Abwesenheit vieler Donari hat dazu geführt, dass sich als Gegenpol dazu innerhalb der Donarifesten eine Elite herausgebildet hat, deren Mitglieder die Donarifesten nahezu nie verlassen. Wraatal, Verteidiger, nennt man diese ständigen Bewohner der Festen die von manchen rakshazarischen Völkern auch Krieger genannt werden; eine Bezeichnung, die zwar nicht vollständig falsch ist, das Aufgabenfeld der Wraatal aber zu eng umreißt. Nur die Wraatal haben auch im Verteidigungsfall das Anrecht auf einen sicheren Platz innerhalb der schützenden Mauern. Aus diesem Grund ist ihre Anzahl pro Feste auch stark reglementiert und beschränkt sich auf gerade genug Verteidiger um auch in diesem Fall eine halbwegs autonome Versorgung der Anlage zu garantieren. Auch sind die Wraatal die einzigen Donari, die essentielle, administrative oder geistliche Ämter bekleiden dürfen – schließlich kann man im Verteidigungsfall nicht auf die Führungsriege verzichten. Diese besteht aus einem Konzil von herausragenden Verteidigern aus den Reihen der alteingesessenen Familien und den Saheet, den Geistlichen der jeweiligen Ahnherren. Ein Großteil der Wraatal sind jedoch tatsächlich schlicht Krieger, die sich im Alltag manchmal auch als eine Art Garde verstehen. Sie stützen ihre Autorität dabei nicht auf ein offizielles Amt, sondern auf den Ruf ihrer jeweiligen Familie oder Verbündeten im Konzil. Nicht-Wraatal bilden die Mehrheit der Donaribevölkerung, und obgleich auch sie aus noblen Familien entstammen können, fallen ihnen meist nur "niedere" Aufgaben zu, wie z.B. der Handel mit den derischen Barbaren.

Essentiell, aber meist als eine Art Strafe betrachtet, werden die Aufgaben die langen oder gar permanenten Aufenthalt auf Bretai (Dere) erfordern. Spitzel, Unterhändler und Kämpfer der Donariniederlassungen, die in Sanskitarenstädten, an Orkhandelswegen oder in Trolllagern stationiert sind, nennt man Raar Bretaii("Bretailäufer"). Sie haben die undankbare aber dennoch wichtige Aufgabe die Zugänge der Pfade zu schützen. Zwischen Raar Bretaii und Wraatal kann man die Vaar (Hüter) einordnen. Dies sind Nicht-Wraatal, die besonders kundige Pfadwandler sind und oft zwischen verschiedenen Festen pendeln. Ihnen obliegt es Gefahren in den Tiefen der Pfade entgegenzuwirken bzw. die Pfade von Fremdlingen frei zu halten, und sie arbeiten dabei oft mit den Thaalati (siehe Magie) zusammen oder sind gar selber welche. Auch der Schutz der Zugänge zu den Pfaden von der Limbusseite aus wird von den Hütern bewerkstelligt. Einige Niederlassungen in unbedeutenderer Knoten sind durch die herausragenden Fähigkeiten ihrer Vaar zu großen Ehren gelangt, so dass sich junge Donari manchmal lieber dorthin aufmachen um eine geeignete Ausbildung zu erhalten, als sich dem bisweilen desillusionierend korrupten Auswahlprozess der Wraatal zu stellen. Eine ähnliche Aufgabe wie die der Raar Bretaii, allerdings weitaus prestigeträchtiger, haben die Naabal. Sie werden ausgebildet und ausgeschickt, um Feinde des Ahnherren zu vernichten und so das Ansehen und damit den Einfluss des jeweiligen Stammhauses zu erhöhen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass besonders einflussreiche Familien bisweilen auch Naabal ausbilden, die vor allem versuchen Opfer der Naabal anderer Stammhäuser auszumachen und diese vor jenen zu stellen, nur damit deren Mission scheitert.

Weltsicht und Glaube

Die Donaris sehen sich als von äußeren Mächten bedroht und um ihr Erbe betrogen. Sie wurden mit der Entrückung Callastirs ihrer Heimat beraubt. Ein Zustand den es in ihren Augen mit der Rückgewinnung eben dieser zu überwinden gilt. Diese Vorstellung ist den Anhängern nahezu aller Strömungen innerhalb der Pfadwandlerkultur gemein und sie bildet somit so etwas wie den spirituellen Kern ihrer Gesellschaft, wohingegen die Legenden um die Ahnherren und die glorifizierte Vergangenheit, Schöpfungsmythen sowie die Wünsche für die Zukunft des Donarivolkes bisweilen von Feste zu Feste stark variieren können. So kommt es auch, dass man zwar den Göttern der Ahnherren Nurti, Zerzal, Pyr’Dak und Orima noch gedenkt, sie jedoch im alltäglichen Leben häufig hinter den physisch weitaus präsenteren Ahnherren verblassen. Diese werden zwar nicht als leibhaftige Götter gesehen, man verehrt sie aber als lebende Idole und heilige Schutzpatrone praktisch wie Gottgesandte oder Götterkinder. Im Alltag spiegeln sich diese Vorstellungen im Prinzip der sogenannten Ehrenvollen Pflicht wieder, einem der Kernelemente des Donaripfades zum Seelenheil. Die ehrenvolle Pflicht stellt Taten zur Sicherung der Ahnherren und zur Rückgewinnung der verschollenen Heimat Callastir an oberste Stelle und ordnet ihnen alles andere unter. Auf Außenstehende wirken Pfadwandler deshalb bisweilen als zutiefst unmoralisch und kaltherzig, da Tugenden wie z.B. Freundschaft, Treue oder Mitleid häufig hinter der Ehrenvollen Pflicht zurückstehen müssen. Zumindest in den Inneren Säulen ist die stete Erfüllung der Ehrenvollen Pflicht oberstes Gebot und ein Zeichen von tiefer Treue zum jeweiligen Ahnherren.

Die Saheet hüten als Geistlichkeit des Ahnherren Rituale, die es ihnen erlauben mit dem visionären Bewusstsein der Ahnherren in Kontakt zu treten und dafür zu sorgen, dass der - von ihnen selbst gedeutete - Wille der Ahnherren verkündet wird. In manchen Festen dienen sie auch als Traumdeuter, denn im Traum, so ein weit verbreiteter Glaube, nähert man sich der Weisheit – dem lichten Traum der Ahnherren –, die wegweisend für die Ehrenvolle Pflicht ist, an.

Neben der Philosophie der Ehrenvollen Pflicht existiert auch noch die der Schicksalsbruderschaft. Die Anhänger dieser Gruppierung sehen ihren Lebensweg als vorherbestimmt an und glauben, dass das persönliche Schicksal mitunter mit dem einer anderen Person verbunden sein kann. Selten einmal hat ein Donari das Glück, einen solchen Schicksalsbruder auf seinem Lebensweg zu begegnen, und noch seltener erkennt er ihn auch als solchen. Geschieht es jedoch doch einmal und schließt er daraufhin mit diesem eine Schicksalsbruderschaft - die durchaus auch zwischen Mann und Frau bestehen kann - so wiegt dieser Bund schwerer noch als die Ehrenvolle Pflicht. Schicksalsbruderschaften sind selten, und da man sich durch sie der völligen Hingabe an die Ehrenvollen Pflicht entziehen kann, ohne einen Gesichtsverlust in der Donarigesellschaft zu riskieren, nicht nur von spiritueller, sondern auch politischer Bedeutung. Allein, Schicksalsbruderschaften lassen sich nicht erzwingen, weshalb sie sich dem Zugriff der Mächtigen entziehen, auch wenn manche Denkschulen der Ahnherren lehren, dass auch bestimmte Ehrenschwüre zwei Einzelschicksale miteinander verbinden können.

Sitten und Bräuche

Das skurrile Brauchtum der Donari steht im Gegensatz zu der von ihnen gelebten, praxisorientierten Ehrenvollen Pflicht. Einzelne Bräuche entstanden meist um längst vergessene Riten oder Traditionen der Ahnen herum, und entwickelten sich in den von der Außenwelt abgekapselten Donarifestungen auf gänzlich eigene Weise weiter. Die Schrecken aus den Tiefen des Limbus, die fremdartigen Phänomene in den Pfaden und nicht zuletzt die körperlichen Veränderungen, denen die Donari ausgesetzt waren, taten ihr übriges, um eine facettenreiche Kultur voller scheinbar sinnloser Tabus und unverständlicher Sitten zu gestalten. Die Zahl der unterschiedlichen Umgangsformen und Bräuche ist derart hoch, dass hier nur einige der Verbreitetsten kurz umrissen werden können.

Ein Donari wird schon von Kindesbeinen an auf seine zukünftige Aufgabe als Bewahrer der Pfadwandlerkultur vorbereitet. Schon früh von ihren Eltern getrennt werden sie in sogenannten Saal Mandraas|Saal Mandra]] (Lehrgruppen) von alten Wraatal in den Traditionen ihrer Festen unterrichtet. Der Inhalt der Lehren unterscheidet sich von Festung zu Festung. Sie umfassen jedoch stets Meditationsübungen, bei denen die Heranwachsenden lernen sollen ihre eigenen Gefühle aus den Belangen der Gruppe herauszuhalten, beziehungsweise in diesen Aufgehen zu lassen. In den Saal Mandraas werden auch die ersten Weichen auf dem möglichen Weg zum Wraatal gestellt. Dazu gehört neben dem Erlernen grundlegender Kriegerfertigkeiten vor allem auch die Kenntnis von traditionellen Schlachtensängen und den Ahnenbaladen der jeweiligen Donarifestung. Der Weg hin zum Wraatal ist so fordernd und steinig, dass selbst kleinste Unachtsamkeiten, Schwächen oder Leichtsinn den jugendlichen Donari schnell die Chance auf eine Aufnahme in die Reihen der Wächter der Festen verbauen kann.

Die Begriffe "Heim" und "Familie" reduzieren sich während der Ausbildung recht früh auf "Ort der Erholung" und "Essensgruppe", so dass manche Familien versuchen der damit einhergehenden Entfremdung vom Familienleben gezielt entgegenzuwirken und durch gemeinsame Aktionen und Wettbewerbe wenigstens ein gewisses Maß an familiärer Einheit zu bewahren. Diesem Wunsch entspringt auch der Brauch, dass verschiedene Familien - meistens einem gemeinsamen Stammeshaus entstammend - so genannte Pfadhatzen veranstalten. Dabei verbergen sich die besten Vaar, einzelne auserkorene Naabal und hoffnungsvolle Wraatal-Anwärter jeder Altersstufe einer Familie in den Pfaden vor ihren Gegenspielern. Deren Aufgabe ist es, die Versteckten in einem zuvor festgelegten Zeitraum zu finden und zu stellen. Begnadete Spieler erhalten aus exzellenten Hatzpartien gar ehrenvolle Beinamen - genauso wie hinter vorgehaltener Hand Spottnamen für besonders plumpe Spieler kursieren.

Es ist wohl auf das strenge Regiment, welches in den Festen geführt wird und auf die geradlinige Lebensgestaltung der Donari zurückzuführen ist, dass der Hang zu Glücksspiel und Wetten bei ihnen weit verbreitet ist. Selbst hohe Geistliche sind nicht dagegen gefeit, auf diese Weise die Schicksalsgöttin Orima herausfordern zu wollen; sei es das Werfen von Würfelknochen, das Wetten auf Kleintierrennen, oder darauf, welcher Krieger wohl in der nächsten Schlacht auf besonders spektakuläre Weise in das Kampfgeschehen eingreifen wird.

Für Fremde gestaltet sich die Auseinandersetzung mit der Donarietikette wie ein Hürdenlauf über diverse Fettnäpfchen. Es ist schwer zwischen den Vorlieben bestimmter Familien und Stammhäuser und den allgemeinen Bräuchen der jeweiligen Festung zu unterscheiden. Und auch der anscheinend stets kritische Blick der Donari gibt wenige Informationen über das rechte Benehmen preis. Vielleicht ist es das stark ausgeprägte Misstrauen der Pfadwandler gegenüber Fremden, welches in der stetigen Angst vor dämonischen oder gar namenlosen Mächten begründet liegt, das aus dem richtigen Verhalten in den Festen ein solches Mysterium macht. Schon das Betreten einer Feste gestaltet sich für Ortsfremde schwierig bis nahezu unmöglich: Rigide Rituale, die häufig eine (tatsächlich meist nicht übel gemeinte) Demütigung beinhalten, sind gewissermaßen der Auftakt zur Bekanntschaft mit der abweisenden Art der Donari. So wird Fremden vor den Toren der Feste Sáoor schon mal drei Stunden lang - von einem ausgiebigen Frage-und Antwort-Spiel begleitet - der Eintritt verwehrt, während in der Feste Chaareth von Gästen zunächst erwartet wird, dem (drachischen) Ahnherren Respekt zu zeigen, indem man sich den Schädel kahl rasiert. Von diesem Prozedere ist der Donari-Führer der Fremden übrigens nicht ausgenommen, was ein weiterer Grund dafür sein könnte, dass Donari ungern Fremde zu ihren Festungen führen.

Bei den in Rakshazar unausweichlichen, kriegerischen Auseinandersetzungen offenbaren die Pfadwandler, wie sehr bei ihnen das Handeln des Einzelnen und das der Gruppe aufeinander abgestimmt sind. Aufgrund des Fehlens einer eigenen Reiterei verzichten die Donari in der Schlacht auf die im übrigen Riesland weit verbreitete Schlachtordnung der eng gestaffelten Phalanx und setzen lieber auf den Einsatz von losen Plänklerhaufen, die dem unbedarften Betrachter zunächst als ohne innere Führung erscheinen mögen. Der Schein trügt jedoch, denn treffen solche Donariverbände erst einmal auf ihre Feinde, so bietet sich ein grausiges Schauspiel: In einem Totentanz, der dem Angriff eines Vogelschwarms gleicht, fallen die Krieger der Pfadwandler über ihre Gegner her und zeigen dabei keinerlei Gnade. Koordiniert werden die Aktionen der Kampfgruppe mit Hilfe traditioneller Schlachtengesänge, die ein jeder Kämpfer im Geiste mitsingt, sowie durch eine Reihe einfacher Abstands und Bewegungsregeln.

Handwerkskunst

Die handwerklichen Fähigkeiten der Donari sind seit dem Fall Callastirs im kontinuierlichen Niedergang begriffen. Das abrupte Ableben vieler Handwerker während des Falls und die darauf folgende Unfähigkeit Magie einzusetzen, die ein integraler Bestandteil der Kunstfertigkeit der Ahnen war, hinterließen große Wissenslücken, die nicht einmal ansatzweise zu Füllen waren.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Ressourcen in den Pfaden knapp sind und sich den Donari dort schlichtweg kaum die Möglichkeit bietet eine adäquate Infrastruktur für fortschrittliche, metallurgische Techniken aufzubauen. So kommt es auch, dass die Donari zwar noch über einige hochentwickelte Erbstücke wie etwa Stahlwaffen und sogar so esoterische, mechanische Gerätschaften wie Astrolabien verfügen, sich ihr tatsächliches, handwerkliches Niveau jedoch auf dem selben Level wie das der anderen bronzeverarbeitenden Völker Rakshazars befindet; auch wenn einige Saheet noch bestimmte Geheimnisse um den Erhalt und die Funktionsweise mancher Ahnen-Artefakte hüten.

So kommt es, dass die meisten handwerklichen Erzeugnisse der Donari doch aus eher einfachen Materialien gefertigt werden: Gebrauchsgegenstände wie Tonkrüge, Leder- und Leinengewänder, einfache Holz- und Horninstrumente wie Flöten und Trommeln und nicht zuletzt bronzener Metallschmuck wie Fibeln und Amulette. Trotz der Schlichtheit der verwendeten Materialien und der einfachen Werkzeuge kann man den Werkstücken der Donari eine einzigartige, ausgeglichene Eleganz nicht absprechen.

Tracht und Bewaffnung

Donari Soldat

Einfache Donari sind meist eher schlicht gewandet. Typisch ist die an der Vorderseite offen getragene, lange Robe - je nach Temperatur in der jeweiligen Festung mit oder ohne die typischen weiten Ärmel -, die in der Bauchgegend mit einer breiten Stoffschärpe geschnürt wird. Außerhalb der Limbuspfade tragen die Donari gerne weite Roben und Kapuzenmäntel, passen sich aber ebenso häufig dezent dem Erscheinungsbild der jeweiligen Kultur und den klimatischen Bedingungen an. So sind z.B. in den Sanskitarenstädten Goldschmuck und Patka (eine etwa drei Finger hohe Kopfbedeckung) wichtige Statussymbole der Unterhändler der Pfadwandler. Die Saheet legen hingegen stets Wert darauf, dass man sie mit ihrem Ahnherren assoziiert und tragen deshalb oft zusätzlich einen reich bestickten langen Umhang aus leichtem Tuch, um eine gebührende "Präsentationsfläche" für die Symbole des Ahnherren und weiterer bekannter Charaktere aus den Legenden um ihn zu haben. In den Pfaden und auf Kriegszügen legen Donarikrieger die traditionelle Wehr ihrer jeweiligen Festen an, die im Allgemeinen eher schlicht ist und deren meist klare, schnörkellose Linienführung durch die typische Symbolik des jeweiligen Ahnherren ergänzt wird. Sie besteht in der Regel aus wenig mehr als einem Lendenschurz, Brustpanzer, Arm und Beinschienen, sowie bisweilen einem Helm. Nur wenige Donarikämpfer verzichten auf den Rundschild, der bei den Wraatal mit Symbolen für bezwungene Gegner und Namenssigillen gefallener Mitstreiter verziert wird.

In den Festungen ist das Tragen von Waffen für Nichtwraatal verboten, was wiederum dazu geführt hat, dass den Wraatal das offene Tragen ihrer Waffen als eine Art Statussymbol gilt. Die Bewaffnung der Nahkämpfer besteht meist aus einem Speer, einem kurzen, zweischneidigen Schwert und natürlich dem traditionellen Rundschild, bisweilen sieht man aber auch Zweihand-Schwertkämpfer in ihren Reihen. Für den Fernkampf nutzen die Donari gelegentlich Kurzbögen, verlassen sich aber meist eher auf die handlichere Schleuder, zumal man in den Pfaden sowieso nicht sonderlich weit sehen kann. Auch stählerne Schleudern aus alter Zeit sind bisweilen noch im Umlauf, genauso wie die Dagaa Suaar Geschosse, die - einmal geschleudert - ein ohrenbetäubendes Heulen von sich geben und angeblich sogar Sphärenwesen verletzten können.

Magie

Es mag überraschen, doch gemeinhin schätzen die Donari Magiewirker fremder Völker nicht besonders hoch. Der unvorhersehbare Einfluss von Madas Knochen auf die magischen Ströme Rakshazars gefährdet oftmals die Stabilität der Pfade, und bisweilen sehen sich die Donari deshalb gezwungen allzu aktive Magierzirkel, vor allem die dämonenbeschwörenden Zelothim, zu bekämpfen.

Die Pfadwandler selbst sind im Gegensatz zu ihren Ahnherren - die sich diese Gaben bewahren konnten, da ihr Wesen und Ursprung seit jeher ein Teil der magischen Welt war und ist - nicht mehr in der Lage selber Magie zu wirken. Die katastrophalen, magischen Erschütterungen des Kataklysmus und der Entrückung Callastirs haben ihre Astralleiber so stark verändert, dass sie nicht mehr in der Lage sind Astralkraft zu speichern, doch nicht nur das: Ihr astrales Selbst wirkt regelrecht abweisend auf magische Einflüsse. Diese Tatsache und die große Gefährlichkeit wilder Magie für die heimatlichen Limbuspfade führten dazu, dass die Donari heutzutage der Meinung sind, dass Magie im Interesse der Sicherheit allein den Ahnherren vorbehalten sein sollte. Doch auch diese greifen nur äußerst selten - dann aber meist mit extremen Auswirkungen - magisch in das Weltgeschehen ein. Einem exklusiven Kreis von Saheet soll es auch möglich sein, die Ahnherren gezielt zu solchen hochmagischen Manifestationen zu bewegen.

Die Donari stehen ihrer magischen Umwelt jedoch nicht völlig passiv gegenüber: In den langen Jahren nach dem Fall Callastirs entdeckten die Donari, dass sie ihre magieabweisenden, antimagischen Fähigkeiten aktiv trainieren, intensivieren und gegen fremde Magie einsetzen können. Thaalati nennt man die Meister dieser Technik der Magiebeeinflussung, deren Reihen schon herausragende Exorzisten, Geisterjäger und Entzauberer hervorgebracht haben. Auch auf die magischen Zusammenflüsse, Wogen und Wirbel der Pfade können die Thaalati gezielt einwirken. Sie werden in einem für die Donari untypischen Mentoren-Adepten-Verhältnis ausgebildet und stehen, wenn sie denn nicht den Saheet angehören, in einer gewissen Rivalität zu eben jenen. Grund dafür ist die Funktion der Thaalati als Bewahrer der Stabilität der Pfade, was schon aus sich heraus stets der Ehrenvollen Pflicht in ihrer reinsten Form dient, weswegen ihr Rat - was die Pfade und deren Erhaltung angeht - gleichwertig mit dem eines hohen Geistlichen der Saheet ist, wenn er nicht gar noch schwerer wiegt.

Darstellung

Das Auftreten der Donari ist im Allgemeinen von tiefen Misstrauen und einer latenten Arroganz gegenüber anderen Völkern geprägt. Diese Charakterzüge treten aber oftmals hinter der Notwendigkeit zur Zusammenarbeit zurück. Sie sind sich darüber im Klaren, dass Loyalität und Wahrung der Etikette wichtige Grundelemente für Geschäftsbeziehungen darstellen, sofern diese auch über längere Zeit Bestand haben sollen.

Donari zeigen Zurückhaltung, wenn es um die Bewertung ethischer Entscheidungen von Nichtdonari geht, wissen sie doch nur zu genau um die großen Differenzen zwischen ihnen selbst und anderen Rassen in diesem Punkt: Entscheidungen auf der Basis der Ehrenvollen Pflicht, so, wie die Donari sie zu treffen gewohnt sind, rufen ihrer Erfahrung nach bei Fremdlingen nämlich bisweilen Empörung oder gar Zorn hervor.

Der Reiz der Donarirolle liegt sicherlich in der widersprüchlichen Stellung, die dieses Volk in Rakshazar inne hat. Zum Einen sind sie Außenseiter und Heimatlose, auf der anderen Seite ist ihr Volk aber bei fast jeder Kultur Rakshazars zumindest bekannt und geduldeter, wenn nicht sogar gern gesehener Gast. Dasselbe gilt auch für ihre Stellung innerhalb einer Abenteuergruppe, da sie einerseits zwar aufgrund der Prägung durch ihre Kultur oft eine scheinbare Selbstsucht an den Tag legen, aber andererseits ihre speziellen Fähigkeiten und ihr Selbstverständnis darauf ausgerichtet sind, ihre Gemeinschaft zu stärken und zu schützen.

Typische Namen

In der Regel tragen Donari Doppelnamen, ihren Eigennamen sowie den Namen eines legendären Helden oder des Heimatortes des Donari. Die Donari neigen dazu, Vokale langzuziehen, was mit einer Verdoppelung dargestellt wird. Nennt man Namen oder Substantive in Zermonien, folgt - beginnend mit der ersten Silbe - ein kurzer Vokal einem langgezogenen, und einem kurzen wiederum ein langgezogener. Beispiel: Koo Daahal würde zeremoniell Koo-dá-Haal ausgesprochen werden.

  • Männlich: Aat, Daahal, Hotaat, Kamaa, Koohal, Lafaal, Nemuur, Onvaal, Ooát, Riëet, Soar, Tiat, Tihaaral, Uhat, Zezaal
  • Weiblich: Ataana, Dimaa, Kashaa, Luuama, Naahaa, Nuurti, Oshaane, Oorshima, Paaduna, Ranaa, Ranaari, Rinamee, Seelan, Simaa, Taasha

Was denken die Donari über

  • Sanskitaren: "Sie spielen nicht nur in den schwelenden Ruinen einer alten Gefahr, sondern rufen auch die Äußeren ohne Sinn und Verstand."
  • Amhasim: "Sie haben einen Sinn für die Ordnung der Dinge, doch fehlt es ihnen am nötigen Geist daraus die rechten Schlüsse für ihr Volk zu ziehen."
  • Xhul: "Es heißt, auch unter den Menschen gibt es Pfadwandler - wenn das stimmt, könnten sie den Schlüssel zu unserer Zukunft in ihren Händen halten..."
  • Nagah: "Ich würde meine Pflicht vernachlässigen, wenn ich mich zu ihnen äußern würde."
  • Ipexco: "Sie wissen ehrenvoll zu sterben, doch die wahre Kunst ist ehrenvoll zu leben."
  • Faulzwerge: "Seltsam vertraute Feinde..."
  • Orks: "Sie halten auch die ältesten Verträge, und es fällt uns leicht unseren Teil der Abmachungen zu erfüllen - schließlich weiß man nicht, ob sie wegen ihrer schnellen Pferde oder unserer Pfade plötzlich irgendwo auftauchen..."

Startwerte Donari-Pfadwandler

  • Generierungskosten: 14 GP
  • Modifikationen: LeP +1, AuP +2
  • SO-Maximum: 10
  • Automatische Vor- und Nachteile: Magiegespür +2
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Breitgefächterter Bildung, Eisern, Flink, Richtungssinn, Veteran, Wohlklang / Arroganz, Autoritätsgläubig, Vorurteile, Weltfremd
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Affinität zu Geistern/Elementaren/Dämonen, Feenfreund, Guter Ruf, Kampfrausch, Koboldfreund, Zeitgefühl / Behäbig, Blutdurst, Blutrausch, Einhändig, Glasknochen, Impulsiv, Platzangst, Schlechter Ruf, Stubenhocker, Verwöhnt
  • Talente
    • Kampf: Anderthalbhänder oder Fechtwaffen oder Hiebwaffen oder Säbel oder Schwerter oder Speere oder Stäbe +2, ein weiteres +1, Bogen oder Schleuder oder Wurfspeer +3, Dolche +2, Raufen +1, Ringen +1
    • Körper: Athletik +2, Körperbeherrschung +2, Sich Verstecken +2, Schleichen +2, Selbstbeherrschung +3, Singen +2
    • Gesellschaft: Überreden +2, Etikette +1
    • Natur: -
    • Wissen: Geschichtswissen +3, Magiekunde +3, Rechnen +2, Rechtskunde +1
    • Schriften/Sprachen: Muttersprache: Isdar'Rakshi, Sprachen Kennen [Sanskitarisch oder Olurkha] +4, Sprachen Kennen [Esidharia] +2, Lesen/Schreiben [Esidharia] +2
    • Handwerk: Heilkunde Wunden +2
  • Sonderfähigkeiten: Kulturkunde (Donari Pfadwandler), Ortskenntnis (Heimatfeste), Pfadgespür
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