Irrogoliten

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Irrogoliten
Irrogoliten.jpg
Allgemeines
Technologiestand: Späte Bronzezeit
Bevölkerung: 6.000
Herrschaftsform: Patriarchalische Sippenverbände, Theokratie
Rassenverteilung: Faulzwerge, selten Flüchtlinge anderer Rassen
Wichtige Städte: Jalkam
Vorherrschender Glaube: Monotheismus: Ankroju
Magie: ablehnende Haltung Magie gegenüber
Helden & Heilige: Irrogolosch


Die Ursprünge des Volkes der Irrogoliten liegen im Drachengebirge, aus dem ihre Stammväter einst unter Führung des Propheten Irrogolosh, der ein Leben in Buße zur Vergebung der Sünden predigte, in die Weiten Rakshazars auszogen. Fernab der Städte ihrer faulenden Vettern und deren lästerlichen Sitten führen sie nun ein schlichtes Leben in Demut und Hingabe an Ankroju, der ihre Bitten erhörte, so dass nur noch wenige Neugeborene am Fluch der Fäule erkranken.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Heimat der Irrogoliten sind die ungezähmten, wilden Hochtäler des Yal-Hamat-Gebirges, die sie von ihren dicht bewaldeten südlichen Grenzen bis hin zu den kargen und trockenen Ausläufern im Norden bewohnen. Zentraler Lebensraum ist das Umland der durch Gletscherwasser gespeisten Gebirgsbäche und -flüsse in den Tälern um den Berg Arakut. Auf dessen Gipfel befindet sich mit der kleinen, aber stark befestigten Stadt Jalkam auch die größte der wenigen festen irrogolitischen Ansiedlungen.

Lebensweise

Das Zentrum seines weltlichen Lebens ist für einen Irrogoliten seine Sippe. Diese Großfamilie, zu der auch jene Knechte und Mägde, die nicht direkt von einer der Sippe zugehörigen Familien abstammen, hinzugezählt werden, umfasst typischerweise zwischen 20 und 50 Personen. Oberhaupt ist der Patriarch, zumeist das älteste, männliche Sippenmitglied, der den Vorsitz und das letzte "Schiedswort" bei Sippenversammlungen innehat und als Wortführer beim Kontakt mit anderen Sippen fungiert.

Das Zentrum des geistlichen Lebens eines Irrogoliten ist das heilige Buch Emshanosh, auf dessen Inhalt nahezu alle Gesetze, Bräuche und Sitten der irrogolitischen Kultur fußen und dessen heilige Steintafeln Irrogolosh einst von Ankroju selbst erhalten haben soll. Der bekannteste Abschnitt des Emshanosh, von dem so gut wie jede Sippe eine vollständige Abschrift besitzt, trägt den Titel "Buch von Rechtschaffenheit und Würde" und enthält eine Großzahl von Sprüchen und Geschichten über die unterschiedlichsten Aspekte des alltäglichen Lebens und ist zudem Quelle für zahlreiche Sprichworte. Über die Auslegung der Worte des Emshanosh wachen die Richtväter im Ankroju-Tempel zu Jalkam, deren Aufgabe darüber hinaus auch die Verwaltung der Stadt und die Klärung sämtlicher Rechtstreitigkeiten zwischen verschiedenen Sippen umfasst. Ihre Richtersprüche werden in der Regel von allen Irrogoliten ohne Widerspruch anerkannt.

Aufgrund des hohen Stellenwerts des Emshanoshs werden schon den Jüngsten im Kreise der Sippe die verschlungenen Glyphen der irrogolitischen Schrift gelehrt, auch wenn nur die wenigsten jemals selber eine Schriftrolle in Händen halten werden. Obwohl es in einigen Tälern feste Siedlungen gibt, leben die meisten Irrogoliten nach wie vor als Halbnomaden, die mit ihren Ziegenherden auf der Suche nach saftigen Weideflächen - verschiedenen uralten Pfaden folgend - von Tal zu Tal ziehen. Nur selten verweilen sie länger als einen Monat an ein und demselben Ort. Die Ziegen liefern den Großteil dessen, was eine Sippe zum Leben benötigt: Milch, Fleisch, Felle, Leder und Sehnen.

Alltäglich anfallende Arbeiten werden von allen Sippenmitgliedern gemeinsam erledigt, wobei den irrogolitischen Frauen traditionell die Führung des Zelthaushalts obliegt, während die Männer meist das Hüten der Ziegen übernehmen oder Handwerkstätigkeiten ausüben.

Landwirtschaftliche Produkte stammen meist aus den fruchtbaren Tälern am Fuße des Arakut. Hier bauen etliche dauerhaft sesshafte Irrogolitensippen neben Hirse, Weizen, Wein und Oliven auch noch eine ganze Reihe weiterer Nutzpflanzen an. Gelegentlich werden aber auch Waren im Handel mit dem Dreistromland erstanden. Stets sind die Wanderungen einer Sippe daher so eingerichtet, dass man zumindest zum Sommerende in der Nähe Jalkams lagert, zumal kein Irrogolit das alljährlich zu dieser Zeit stattfindende Dokrah-Fest verpassen will, bei dem die heiligen Steintafeln, auf denen Irrogolosh einst selbst die Worte des Emshanosh eingraviert haben soll, den Gläubigen präsentiert werden.

Weltsicht und Glaube

Nach den Lehren der Irrogoliten ist Ankroju, der "unumstößlich Eine", der einzige und wirklich wahre Gott, der Weltenhirte, der ihnen den Fluch der Fäule nahm und sie in ihre jetzige Heimat führte. Alle von anderen Völkern verehrte "Götter" stellen ihrer Vorstellung nach entweder Teilaspekte Ankrojus dar, sind frei erfunden oder entspringen gar den Einflüsterungen böser, zerstörerischer Geister und Dämonen.

Ankroju wird im alltäglichen Sprachgebrauch nur sehr selten bei seinem Namen genannt, denn dieser ist den Irrogoliten zu heilig, um ihn leichtfertig oder gar bei profanen, alltäglichen Anlässen auszusprechen. Irrogoliten wählen deshalb meist blumige Umschreibungen wie der Herr, das Licht oder der Wahre, wenn sie von ihrem Gott reden. Sehr oft wird auch das Wort Gott wie ein Eigenname Ankrojus verwendet, was auf Nicht-Irrogoliten meist etwas irritierend wirkt.

Sehr viel eher als an den Einen selbst richten betende Irrogoliten jedoch ihre Bitten an den Propheten Irrogolosh oder einen seiner heiligen Gefolgsleute, denen nachgesagt wird, besonders nahe an Ankrojus Ohr zu sein. Der Gott selbst erscheint vielen als zu heilig, zu mächtig und in letzter Konsequenz auch zu reizbar, als dass man es wagen würde, ihn direkt mit irgendwelchen alltäglichen Banalitäten zu behelligen.

Dennoch prägen Gebete das irrogolitische Alltagsleben und nahezu für jeden Anlass werden zumindest ein paar wenige passende Worte gesprochen, von denen die wichtigsten die Dank- und Abendgebete sind, die die gesamte Sippe gemeinsam im großen Versammlungszelt oder am Lagerfeuer singt. Neben dem Propheten und den Heiligen stehen Ankroju dem irrogolitischen Glauben nach noch eine Reihe geisterhafter Diener zur Seite, die Semoshim. Diese treten als Mittler zwischen den Geschöpfen der Welt und Ankroju auf und überbringen in seinem Namen Botschaften oder führen seine Anweisungen aus.

Heiligster Ort ist der Tempel in Jalkam, in dem wie nach alter Vorväter Sitte die ewige Flamme als Zeichen für Ankrojus nie verlöschendes Licht brennt. Die Tempelanlage wird von einer halb in den Fels des Berges geschlagenen Höhle gebildet, zu Ehren von Ankrojus Heimstatt Sholoshtan, die die Irrogoliten tief im Inneren der Berge vermuten.

Jeder Gläubige, - wobei hierbei nicht die Zugehörigkeit zum Volk der Irrogoliten ausschlaggebend ist, sondern allein der Glaube an den einen, wahren Gott - darf nach seinem Tod seine Sünden bei der Durchquerung des (Lava-)Flusses der Läuterung fortwaschen, um anschließend ins güldene Sholoshtan einzugehen, wo Ankroju auf Ewig an der Seite der Gerechten wohnt. Ungläubige Seelen hingegen vergehen nach den Lehren der Emshanosh bei dem Versuch den Fluss zu durchschwimmen. Wessen Wesen im Innersten verdorben und voller Frevel ist, der beginnt jedoch bereits zu Lebzeiten zu vergehen und zu verfaulen. Damit diese seelische Verderbnis, welche sich im Fluch der Fäule auch äußerlich offen zeigt, nicht auf andere Irrogoliten übergeht und sie vom wahren Pfad Ankrojus abbringen kann, müssen die Erkrankten den Überlieferungen zufolge aus der Gemeinschaft getilgt werden. Die wenigen Unglücklichen, denen Ankroju den Fluch der Fäule nicht nahm, gelten somit als Aussätzige und werden bestenfalls aus dem Leben ihrer Sippe ausgeschlossen, weitaus häufiger jedoch öffentlich gesteinigt.

Der irrogolitische Glaube fußt auf den heiligen Steintafeln, deren Inhalt das Buch Emshanosh bildet und dessen Auslegung und Erhaltung den Richtvätern obliegt. Bei religiösen Streitfragen entscheidet der Rat der Richtväter, dem die sieben ältesten Richtväter vorstehen.

Will ein Irrogolit sein Leben ganz Ankroju widmen, so wird er ein Anachoret und lebt fortan in abgeschiedenen Gemeinschaften in einem der vier irrogolitischen Bergklöstern, wo er die meiste Zeit über meditiert und über das Wesen Ankrojus und der Welt nachsinnt. Unter sanskitarischen Schatzjägern geht allerdings das Gerücht um, dass sich in den Klöstern noch weit mehr finden lässt als betende Zwerge.

Sitten und Bräuche

Die Pflege der Familie und damit der Erhalt der Sippe ist für einen Yal-Hamat-Zwerg höchstes Ziel, ist doch einem jeden von ihnen seine Abstammung sehr wichtig; das Emshanosh besteht zu großen Teilen aus ausschweifenden Stammbäumen und Familiengeschichten der wichtigsten Sippen der Vorzeit.

Ein männlicher Irrogolit kann nach den Regeln des Emshanosh so viele Frauen heiraten, wie er möchte. Er muss allerdings zum einen jede Frau, die er heiratet, auch versorgen können und zum anderen muss die erste Ehefrau den weiteren Hochzeiten zustimmen. Ob diese Bedingungen gegeben sind, überprüft der Sippenpatriarch, bei Patriarchen jedoch der Rat der Richterväter. Die zuerst geheiratete Frau nimmt den Rang der Hauptfrau ein und hat daher besondere Privilegien in Bezug auf das Erbrecht und die Namensgebung der Kinder. Außerdem hat sie dieselben Mitspracherechte bei der Sippenversammlung wie ihr Ehemann. Von Nebenfrauen wird erwartet, dass sie den Entscheidungen des Familienvaters bzw. der Hauptfrau folgen. In der Praxis werden Entscheidungen, die die einzelnen Familien betreffen, allerdings möglichst einvernehmlich getroffen, allein schon um den Zeltfrieden zu wahren.

Kinder sind von dieser Rangfolge nicht betroffen. Alle Kinder werden mit derselben Liebe und Sorgfalt behandelt - unabhängig davon, ob sie von der Haupt- oder einer Nebenfrau stammen. Mit der Fäule geschlagene Kinder jedoch werden – wie es das Emshanosh bestimmt - meist direkt nach der Geburt getötet oder ausgesetzt, wobei letzteres in der harten Bergwelt des Yal-Hamat in aller Regel zum selben Endergebnis führt. Ebenso ergeht es der Mutter, die den Fluch der Fäule über die Sippe brachte, wobei dieses Schicksal Haupt- und Nebenfrauen gleichermaßen treffen kann.

Eheliche Untreue gilt den Irrogoliten als abscheuliches Verbrechen und wird je nach Schwere der Tat mit Strafzahlungen oder dem Sippenausschluss geahndet, der sowohl den untreuen Mann als auch die untreue Frau trifft. Eheschließungen finden meist im großen Tempel in Jalkam statt und ganz besonders häufig während des Dokrah-Fests, an dem die heiligen Emshanosh-Steintafeln dem Volk enthüllt werden, damit sich jeder von der Richtigkeit der Entscheidungen der Richtväter überzeugen kann. Hierbei blühen die sonst schlichten und pragmatischen Zwerge zu wahren Frohnaturen auf und es wird ausgiebig gefeiert, geschlemmt und getrunken. Besonders beeindruckend sind die vielen Tanzveranstaltungen zur Joblik, einer schnellen, rhythmischen Musik, die auf eigentümlichen Blasinstrumenten gespielt wird. Mit dem Fest geht auch der alljährliche, große Viehmarkt einher, bei dem die Patriarchen neues Zuchtvieh kaufen, eigene Tiere feilbieten oder gar groß angelegte Herdentäusche arrangiert werden.

Handwerkskunst

Grundlage vieler irrogolitischer Erzeugnisse ist die Ziege. Aus Fell und Haut werden Kleidung, Zeltplanen und Pergamente hergestellt. Die Milch wird nur selten frisch getrunken, dafür aber häufig zu einem besonders aromatischen Ziegenkäse verarbeitet. Durch Versetzen mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen entstehen unzählige Varianten, von denen der Knoshkas, der neben Kümmel und Bärlauch eine große Menge Knoblauch enthält, selbst im Dreistromland berühmt und berüchtigt ist. Daneben werden von sesshaften Sippen Gemüse, verschiedene Getreide und Früchte angebaut. Als Exportware bei den umliegenden Völkern besonders begehrt ist der schwere und süße Jalkamer Rotwein, der am Südhang des Arakut kultiviert wird. Bier wird zwar auch gebraut, aber nur rituell beim Dokrah-Fest getrunken. Alltagsgetränk ist hingegen ein alkoholfreier Most, der aus mit Hochgebirgskräutern versetzten Trauben hergestellt wird.

Weitere wichtige Materialien sind der im Arakut-Tal angebaute Flachs und die Wolle der Yal-Hamat-Schafe, deren Zucht aber nur wenigen Sippen gelingt. Bei der Herstellung von Schmiedewaren verstehen sich die Irrogoliten vor Allem auf die Fertigung und Weiterverarbeitung von Bronze, da das Wissen ihrer Vorfahren um die Stahlverhüttung im Dunkel der Geschichte verloren ging. Quelle der Erze sind einige Minen im südlichen und westlichen Yal-Hamat. Das Erbe ihrer Vorväter zeigt sich vor allem bei den wenigen Gelegenheiten, zu denen feste Gebäude errichtet werden müssen; die Stadt Jalkam gilt nicht umsonst als schier uneinnehmbare Festung.

Tracht und Bewaffnung

Die Kleidung der Irrogoliten ist eher zweckdienlich und schlicht als aufwändig und schmuckvoll. Beide Geschlechter tragen weite Kaftane aus Wolle und - wenn sie es sich leisten können - Leinen, die mit schlichten Ledergürteln zusammengehalten werden, dazu Kopftücher und einfache Turbane. Viele ältere, männliche Irrogoliten tragen über dem Kopftuch noch einen hohen, zylinderförmigen Hut, als Ausdruck ihrer Würde. Zur Färbung der Stoffe werden vor allem verschiedene Pflanzen und Erden aus dem Gebirge verwendet, so dass Grün- und Ockertöne vorherrschend sind, bei reichen Sippen selten auch einmal rot oder gelb. Als Fußbekleidung dienen in jedem Falle schlichte, widerstandsfähige Ledersandalen.

Von übertriebenem Schmuck halten Irrogoliten nichts, selten werden zu besonderen Anlässen farbige Bänder in Bärte und Haare geflochten. Eine Ausnahme hiervon bilden die Richtväter, die zu offiziellen, religiösen Feiern einfarbige, smaragdgrüne Prunkroben anlegen, zu denen ein mit Goldborten bestickter, zylindrischer Hut mit dem charakteristischen weißen Nackentuch getragen wird.

Gilt es, die Weidegründe oder die Sippe zu verteidigen, zeigt sich auch bei den ansonsten eher besonnenen Irrogoliten ihr wildes, zorniges Zwergenerbe. So findet man im gesamten Yal-Hamat-Gebirge großzügig auf Bergkuppen und in Hochtälern verteilte Speerschleudern, die einst in den Zeiten der ersten irrogolitischen Siedler Drachen und anderes Geschmeiß vom Himmel holten. Die meisten dieser mannshohen Ungetüme werden allerdings nur noch im Kerngebiet um den Arakut instand gehalten, so dass sich in den südlichen und nördlichen Gebirgsausläufern immer wieder überwucherte und von Wind und Wetter halb zerstörte Anlagen finden lassen.

Im Nahkampf nutzen die Irrogoliten ihre Hirtenstäbe oder den Grondarosh, einen wuchtigen, mit langen, spitzen Metallnieten gespickten Streitkolben, der ob der etwas ungestümen Kampfesweise der Irrogoliten und der dabei lautstark gesungenen Kampfgebete bei den räuberischen Nomaden der südlichen Lath mal angstvoll mal spöttisch auch als "heiliger Prügel" bezeichnet wird. Auf die Distanz greift ein Irrogolit gerne zu schweren Wurfspeeren, die er mit Hilfe spezieller Speerschleudern erstaunlich weit zu schleudern weiß.

Irrogolitische Krieger haben sich einen Ruf als besonders zähe Gegner erarbeitet, sind allerdings mitunter auch als ungelenk und eher "direkt" bekannt. Einzige stehende "Einheit" sind die Truppen von Jalkam, die in bronzenen Plattenrüstungen die Pässe und Routen rund um den Arakut sowie die Stadt selbst sichern. Ansonsten werden in Kriegszeiten Kämpfer aus den verschiedenen Sippen zusammengerufen, die, je nach dem Reichtum ihrer Familien, unterschiedlich gut gerüstet sind.

Magie

Irrogoliten lehnen jegliche Form von Magie als "Hexerei" ab, da die mit ihrem Wirken verbundenen Gefahren, den Weg der Buße - und damit Ankrojus Nähe - zu verlassen, ihrer Ansicht nach immens groß sind. Aus diesem Grund existiert in der Kultur der Irrogoliten auch keine eigene magische Tradition. Bei den umliegenden Völkern allerdings erzählt man von den Richtervätern, dass sie übernatürliche Mittel und Wege kennen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Zudem sollen die Anachoreten der Klöster "heilige Formeln" kennen, die den Urgrund der Schöpfung bilden und mit denen sie Fels und Wasser sowie Mensch und Tier beeinflussen können. Irrogoliten selbst betrachten derlei Geschichten allerdings mehr als Belege dafür, dass Ankroju besonders gottesfürchtige Heilige mit speziellen Gaben und Fähigkeiten ausstattet und nicht etwa als Beweis für magisches Wirken.

Darstellung

Ein Irrogolit ist aufrecht und voll guten Willens. Er sieht sich als Auserwählten Ankrojus und ist dank seiner Vorliebe für die schönen Seiten des Lebens ein durchaus angenehmer Reisepartner. Fremden gegenüber sind Irrogoliten meist relativ offen eingestellt, so dass man gut mit ihnen auskommt, solange man sich nicht auf theologische Diskussionen einlässt, die schnell in Streitgespräche ausarten können. Bei der ersten Begegnung kann es passieren, dass die Yal-Hamat-Zwerge zunächst misstrauisch und distanziert wirken, was sich jedoch nur solange hält, bis geklärt ist, ob ein Fremder freundlich oder feindlich gesinnt ist; Feinde bekommen schnell den Hirtenstab zu spüren. Leider gehört der Irrogolit trotz aller Erfahrung meist nicht zu den herausragenden Kämpfern einer Gruppe, aber seine Zuversicht und praktische Veranlagung gereichen seinen Begleitern dennoch oft zum Nutzen. Es gibt im mittleren Riesland kaum einen Ort, an den es nicht schon mal einen irrogolitischen Weinhändler verschlagen hat. Selbst im fernen Rimtheym wird gelegentlich der schwere Jalkamer aufgetischt.

Typische Namen

Die Namen der Irrogoliten unterscheiden sich merklich von denen ihrer verfaulten Verwandten. Erwähnenswert ist vor allem der sanskitarische Einfluss auf die meist zwei- bis dreisilbigen Namen. Familiennamen kennen die Irrogoliten nicht. Stattdessen nennt man seinen Vater und den Patriarchen seiner Sippe. Die von Ehud gezeugte Hirtin Geva aus der Sippe des Nehemias würde sich also mit: "Geva, Tochter des Ehud aus Nehemias Sippe" vorstellen. So gut wie jede Sippe ist darüber hinaus - aufgrund der akribisch geführten Stammbäume - in der Lage, ihre Abstammung bis zu einem Stammvater zurückzuverfolgen, der einst Irrogolosh bei seinem Auszug der Buße gefolgt ist. Wenn die Yal-Hamat-Zwerge von unterschiedlichen Sippen sprechen, dann werden diese Stammväter mit einem "seb" – was so viel bedeutet wie "zugehörig" - an den Namen des Sippenpatriarchen und dessen Vater angehängt. Im obigen Beispiel würde man also von „Der Sippe Nehemias, Sohn des Ishnums seb Koriel“ sprechen.

  • Männlich: Aaron, Admon, Dagainosh, Ebenezer, Ehud, Ephraim, Gomer, Hyamosh, Ishmael, Jarudosh, Kaniel, Lemeaosh, Malachias, Nehemias, Phineosh
  • Weiblich: Afraima, Bathya, Chaya, Dayla, Elisha, Esther, Geva, Hadassa, Idhe, Jezreel, Kefira, Naysa, Ofrah, Saloma, Thirza

Was denken Irrogoliten über

  • Angurianer: "Unsere Nachbarn und Freunde! Ein bisschen verwegen schauen sie ja schon aus, aber sie sind grundanständige Leute."
  • Menschen allgemein: "Warum fällt es ihnen eigentlich so schwer, Ankroju als Einheit zu sehen und nicht in seine tausend Fragmente zu zersplittern?"
  • Sanskitaren allgemein: "Da kann man trefflich sehen, wie Gold den Charakter verdirbt."
  • Kalabethi: "Sie sind auf dem richtigen Weg. Hoffen wir, dass ihnen ihr Erfolg nicht zu Kopf steigt."
  • Parnhai: "Frieden und Sanftmut sind Tugenden - aber man muss sich und die Seinen auch verteidigen können!"
  • Brokthar allgemein: „Rahel? Ebeneezer? Holt eure Schwestern ins Zelt. Und versteckt den Wein! Wenn er fragt, sagt ihm wir haben nur Käse und Wasser."
  • Amhasim: "Vermaledeite gottlose Bastarde!!!"
  • Agrim: "Sie sind im Inneren verfault und zu Recht verflucht. Hüte dich vor ihrer Verderbnis und lass dich nicht von ihnen vom wahren Pfad Ankrojus abbringen. Sie müssen aus unserer Mitte getilgt werden."

Beispielssippen

Die Sippe Ebenezers, Sohn von Tomnash seb Maliel

Der Handel mit Wolle und fein gewebten Stoffen hat Ebenezer aus der Linie Maliels zu einem reichen Mann gemacht. Dem Patriarchen gehören gut die Hälfte aller Yal-Hamat-Schafe im Tal des Arakut, sowie der Großteil der Spinn- und Webwerkstätten Jalkams. Seine Sippe führt er mit harter Hand und verlangt sowohl von seinen Knechten als auch von seinen Söhnen eiserne Disziplin und äußerste Anstrengungen bei der Mehrung der Macht und des Einflusses der Familie. Schon seit Jahren versucht er auch die letzten der kostbaren Yal-Hamat-Schafe unter seine Kontrolle zu bringen. Da passt es ihm gut, dass sein ältester Konkurrent Jaret Sohn von Malachias zur ehrenvollen Wahl für den Rat der Richterväter aufgestellt wurde. Denn bisher ahnt dieser noch nicht, dass – trotz aller Geheimhaltung - auch Ebenezer um die Anzeichen der Fäule weiß, die sich bei Jarets geliebtem Sohn gezeigt haben. Und warum sollte ein Patriarch, der nicht einmal in der Lage ist in seiner eigenen Familie für die Einhaltung der Gesetze des Emshanosh zu sorgen, ein guter Richtvater sein? Ebenezer ist sicher, dass er mit Hilfe dieser Informationen die Schafe zu einem guten Preis erhalten wird, schließlich würden sich die übrigen Richtväter sicherlich über den Hinweis eines gottesfürchtigen Irrogoliten freuen, der nur die Reinheit und die Gnade Ankrojus erhalten möchte. Geschäft ist eben Geschäft.

Die Sippe Talmans, Sohn Mordaicheshs seb Admon

Seit sein uralter Vater vor nunmehr über zwanzig Sommern starb, ist Talman aus der Linie Admon der Patriarch seiner Sippe. Wie schon unter seinem Vater folgt seine Sippe mit ihren Ziegen jahrein jahraus denselben Routen durch das Gebirge. Selbst zu Zeiten, wenn die Schneeschmelze ungewöhnlich spät einsetzt und die Wege in die Hochtäler fast unpassierbar macht, geht Talmans Sippe unbeirrt dieselben Wege, anstatt wie die übrigen Familien auf besser gangbare Pfade auszuweichen. Schon sein schweigsamer Vater wurde deshalb für verrückt gehalten und der Apfel fällt ja bekanntlich nicht allzu weit vom Stamm. Andere Irrogoliten erzählen sich, der Vater hätte seinem Sohn eine Aufgabe übertragen, die dieser nun pflichtbewusst fortsetze. Worin diese Aufgabe besteht, darüber ist man sich nicht einig. Sicher ist nur, dass Talmans Weg dabei dicht an den hoch gelegenen, verlassenen Minen im Jemnon-Tal vorbei führt. Und die regelmäßigen Unterredungen, die er zum alljährigen Dokrah-Fest allein mit dem Rat der Richterväter führt, tragen nicht gerade dazu bei, dass die Gerüchte leiser werden.

Startwerte Irrogoliten

  • Generierungskosten: 17 GP
  • Modifikationen: IN +1
  • SO-Maximum: 14
  • Automatische Vor- und Nachteile: Altersresistenz, Autoritätsgläubig 6, Moralkodex (Ankroju), Fäule -5
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Begabung (Handwerkstalent), Soziale Anpassungsfähigkeit, Verbindungen / Aberglaube, Behäbig, Jähzorn, Neugier, Schulden, Vorurteile
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Adeliges Erbe, Kampfrausch / Blutrausch, Nachtblind, Raumangst
  • Talente
    • Kampf: Belagerungswaffen +3, Dolche +1, Hiebwaffen oder Stäbe oder Wurfspeere +2, ein weiteres +1, Raufen +2
    • Körper: Klettern +2, Körperbeherrschung +2, Selbstbeherrschung +2, Tanzen +2, Zechen +3
    • Gesellschaft: Betören +1, Etikette +1, Menschenkenntnis +3, Überreden +3
    • Natur: Orientierung +1, Wildnisleben +1
    • Wissen: Pflanzen- oder Tierkunde+2, Brett-/Kartenspiele +2, Geschichtswissen +3, Götter/Kulte +3, Philosophie +2, Rechtskunde +4, Rechnen +2, Sagen/Legenden +2, Schätzen +2, Sternkunde +2
    • Sprachen/Schriften: Muttersprache Rogorakshi, Sprache Kennen [Angurak oder Gmer oder Sanskitarisch] +4, Lesen/Schreiben [Irrogolosh Glyphen]+4
    • Handwerk: Brauer oder Fahrzeug Lenken oder Malen/Zeichnen oder Musizieren oder Schnaps Brennen oder Töpfern oder Webkunst oder Winzer +2, Ackerbau oder Viehzucht +3, Heilkunde Wunden +1, Holzbearbeitung +1, Kochen +2
  • Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Irrogoliten)

Mögliche Varianten

Die folgende Variante kann gewählt werden:

Aussätzige (-6 GP)

  • Automatische Vor- und Nachteile: Fäule +5, Randgruppe
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