Kurotan (Stadt)

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Als geheimnisvoller Hort der Barbaren, vor Ehrlosigkeit und Gewalt überschäumender, städtischer Moloch und allzeit umkämpfte Stadt der tausend Herrscher hat sich Kurotan einen gleichermaßen ehrfurchtgebietenden wie auch verhassten Namen gemacht. Über die Gründung der Hauptstadt wissen die alten Schriften zu berichten, dass sie angeblich an jenem Ort errichtet wurde, an dem Kuros einst den legendären roten Basilisken erschlagen haben soll. Und wer weiß? Vielleicht stimmt dies sogar. Sicher ist hingegen, dass die Kurotaner hier das Wunder vollbrachten, innerhalb kürzester Zeit eine Metropole aus dem Boden zu stampfen, die in hunderten Meilen Umkreis ihresgleichen sucht. Weiter heißt es, dass die Stadt nach ihrer Gründung 100 Jahre unbeschadet überdauerte. Doch dann, am Tag an dem der Gottkönig verschwand, begann ihr Niedergang. In den Wirren, die auf Kuros‘ Verschwinden folgten, wurden weite Teile der ehemals strahlenden Metropole verwüstet. Bis zum heutigen Tage folgten tausende Herrscher dem Göttersohn auf dem Thron von Kurotan.

Inhaltsverzeichnis

Das Leben in Kurotan

In der Hauptstadt Kurotans findet das Leben vor allem auf den Straßen statt. Zwischen Dung, Kleinvieh, Schmutz und Gestank handeln, trinken, pöbeln und arbeiten die Kurotaner Tag ein Tag aus. Hier tut jeder das, was er gerade für wichtig und richtig hält, ganz ohne Beschränkungen durch eine ordnende Obrigkeit. Händler stellen ihre Stände auf, wo es ihnen gerade passt. Banditen, Hehler, Huren, Rauschmittelhändler und Süchtige sind so allgegenwärtig wie Söldner, Raufbolde, Glücksritter, Götzen-Prediger und andere Halunken. Das Recht des Stärkeren ist gelebtes Gesetz. Wer in dieser Stadt etwas zu sagen haben will, braucht schlagkräftige Argumente oder zumindest passende Druckmittel.

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Alt-Kurotan

Der historische Stadtkern Kurotans wird von einer uralten, stellenweise zerstörten Mauer umgeben. Das Bild dieses Viertels ist geprägt von unzähligen, mehrstöckigen, dicht an dicht errichteten, steinernen Ruinenbauten, deren imposante Türme und brüchige Brücken sich über schmale, schattige Gassen erheben. Streng genommen ist das ganze Viertel eine einzige, riesige Ruine, deren wenige, halbwegs intakte Bauwerke aus alter Zeit nur dank wackeliger Holzkonstruktionen, dürftiger Hilfsmauern und krummer Stützpfeiler einigermaßen bewohnbar bleiben. Doch auch die an den Fingern einer Hand abzählbaren, gänzlich unbeschädigten Häuser aus früheren Jahrhunderten sind selten einmal gerade oder rechtwinklig gebaut, was dem ganzen Viertel ein durchweg schiefes und krudes Aussehen verleiht. Die Altstadt ist den hier lebenden Bevölkerungsmassen kaum gewachsen. Abgesehen von den wichtigsten Straßen sind ihre Gassen so eng, dass teilweise kaum zwei Personen aneinander vorbeipassen. Der Wohnraum ist derart knapp, dass nicht Wenige der bitterarmen Unterschicht in einfachen Hütten leben, die sie auf den Dächern der Stadtgebäude errichten, oder die sich − krumm und windschief − gegen die Mauern der Ruinen lehnen. Sie haben sich (nicht für jeden sofort erkennbar) ein Netzwerk aus Seilen, Hängebrücken und Leitern, welche Dächer, Hinterhöfe und Ruinen miteinander verbinden, geschaffen, das ein regelrechtes zweites «Straßennetz» bildet.

Traditionell gilt die Altstadt als vom aktuellen König Kurotans beherrscht. Auch wenn dies faktisch anders aussieht, haben doch die meisten Herrscher arge Mühe, tatsächlich Macht auf die wild wuchernden Bevölkerungsmassen auszuüben. Als weitaus einflussreicher − wenn auch politisch meist zurückhaltender − gilt die Priesterschaft des Stadtgottes Kuros, welche die zweite, große Machtgruppe der Altstadt darstellt.

Tempel und Kuppelhalle des Kuros

Weithin sichtbar, von archaischer Schönheit und stets von hunderten von Fackeln und Feuerschalen erleuchtet, thront der aus großen Granitsteinen errichtete, festungsartige Tempel des Kuros an der Stirnseite des schwarzen Platzes. Der berühmteste Teil dieses Bauwerks ist die alles überragende Kuppelhalle auf dem Haupt des Gebäudes, welche nur über eine, von unzähligen Schlachten halbzerstörte Brücke, erreichbar ist. Hier steht − von außen offen einsehbar − der Thron des Kuros, der Königsthron Kurotans, braun gefärbt vom Blut unzähliger Herrscher, die auf ihm eines gewaltsamen Todes starben. Die Wände der Halle schmücken unzählige Trophäen aus etlichen Jahrhunderten. Als prachtvollstes Stück dieser Sammlung gilt − neben dem Schädel des Perldrachen «Grumunkur» − der jahrtausendealte Kopf des Roten Basilisken, der angeblich noch von Kuros selbst erlegt wurde. Diese Trophäe ist auf wundersame Weise frei von Alterung und Zerfall. Der Ruf des Gottes Kuros gilt allen Helden des Kontinents, die diesem auch nur zu gerne Folge leisten und hierher pilgern um sich «unsterblichen Ruhm» zu verdienen: Vom kleinsten Möchtegern-Helden bis hin zur echten Legende. Fünf Priester des Halbgottes predigen in der Kuppelhalle und lenken die Geschicke der Kirche des Kuros. Sie besitzen − neben ihrer Aufgabe als Mittler zum Göttersohn − vor allem den weltlichen Auftrag seine Heiligtümer zu schützen und den Zusammenhalt der heiligen Stadt zu wahren. Zwar verpflichten sie sich stets im Dienste dessen zu handeln, der auf dem Thron Kurotans sitzt (sofern er diesen kurosgefällig errungen hat), jedoch gibt es einige Ausnahmefälle, in denen ihr Wort noch mehr gilt, als das des Königs. Dazu gehört zum Beispiel ihr «Hausrecht» auf dem Gebiet der Kuppelhalle, des schwarzen Platzes und der Allee der Helden, was zu der aberwitzigen Situation führt, dass der König Kurotans ausgerechnet in seinem eigenen Thronsaal nicht «Herr im Hause» ist. Die wichtigste Aufgabe der Priesterschaft ist allerdings, die hierher pilgernden Recken auf ihre Heldenhaftigkeit zu prüfen und kurosgefällige Herausforderungen oder Questen auszurufen. Jene die sich über die Jahre in besonderem Maße beweisen, erhalten schließlich irgendwann den Großen Segen des Kuros, sowie eine eigene Statue auf der Allee der Helden. Höhepunkt des Kirchenjahres ist die jedes Jahr stattfindende Festwoche, welche kurosgefällig mit einer großen Queste und allerlei Wettkämpfen aus den Bereichen Kampf, Sport und Spiel gefeiert wird.

Allee der Helden und schwarzer Platz

Die breit angelegte Allee der Helden, die vom südlichen Stadtrand bis in das Zentrum der Stadt führt, ist beidseitig mit unzähligen, weiß- bis schwarzgrauen (meist düster oder bedrohlich dreinblickenden) Statuen «geschmückt», welche die vielen großen und kleinen Helden Kurotans darstellen. Der schwarze Platz − dessen Bodenplatten in Wirklichkeit grau sind − ist ebenfalls von Statuen umrahmt und entspricht, wenn schon nicht der geografischen, so doch zumindest der kulturellen Stadtmitte. Hier finden beinahe alle bedeutenden Ereignisse Kurotans statt. Ob Predigten, kurosgefällige Wettkämpfe, Aufrufe zu großen Questen, Ansprachen des aktuellen Herrschers, Hinrichtungen oder Märkte. Selbst Kämpfe, Duelle und Scharmützel verfeindeter Gruppierungen sind hier nicht selten. Der Platz hat eine bewegte Geschichte, fanden hier doch − so sagt man − mehr Schlachten und Revolutionen statt, als im gesamten Rest des Kontinents zusammen. Ein weiterer Anziehungspunkt des Platzes sind die vielen berühmten Handwerker, Waffenhändler und -schmiede, die zu den Besten ihres Faches gehören.

Trutzberg

Dieses Stadtviertel ist der Sitz fast aller einflussreicher Mächtegruppen Kurotans. Hier reihen sich amhasische und sanskitarische Enklaven, Residenzen verschiedener Kriegsherren, königliche Wehrtürme, Festungen diverser Söldnergruppen, Kämpfergilden, Kasernen, Kriegerschulen und Trutzbauten unterschiedlichster Handelshäuser aneinander. Aufgrund dieser Anballung gegensätzlicher Gruppierungen gleicht das ganze Viertel nahezu ständig einem heftig umkämpften Kriegsgebiet. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich Hundertschaften auf offener Straße bekämpfen, Festungen belagert, erobert oder geschliffen werden und schweres Kriegsgerät durch die Straßen rumpelt. Jeder, der nicht zu einer der hier vertretenen Gruppierungen gehört oder Schutz in einer Festung gefunden hat, sollte dieses Stadtviertel lieber meiden.

Trümmerfeld

Dieser Stadtteil im Osten Kurotans macht seinem Namen alle Ehre, findet sich hier doch kein einziges intaktes Gebäude, dafür aber Unmengen an Kriminellen, Geächteten, Bettlern und Obdachlosen. Auch viele verschiedene Sekten haben in Trümmerfeld ihr Heim gefunden, besitzen doch etliche Ruinen weitläufige, unterirdische Kellergewölbe, die ausreichend Platz für die Durchführung finsterer Rituale und den Götzendienst bieten. Da in diesem Viertel schon abertausende Menschen ihr Leben auf grausame (und mitunter auch dämonische Weise) gelassen haben, gibt es viele ruhelose Seelen und Geister, die durch die Ruinen spuken. Fast täglich kann man in den Trümmern der Außenbezirke verrottende und verstümmelte Leichen finden.

Oberstadt

Die Oberstadt erinnert als einziges Stadtviertel, aufgrund ihres Schutzes durch die Söldner lokaler Mächte, wenigstens einigermaßen an eine funktionierende, wenn auch barbarische Stadt. Hier finden sich − neben den Läden am schwarzen Platz − die einzigen frei für jeden zugänglichen Geschäfte, Herbergen, Tavernen und Handwerker. Im Unterschied zu den anderen Vierteln gibt es hier fast keine Ruinen, dafür aber viele, mehr oder weniger fachmännisch errichtete Neubauten. Bekannt und berüchtigt ist die Oberstadt auch für die hier operierenden Straßenbanden und kriminellen Organisationen aus dem benachbarten Lumpenrott, welche alles daran setzten, die hier Lebenden wenigstens um einen Teil ihres Wohlstandes zu bringen. Erwähnenswert ist auch die große Zahl sanskitarischer Einwanderer.

Lumpenrott

Auch wenn der Moloch Kurotan unzählige heruntergekommene Viertel besitzt, Lumpenrott ist definitiv das schlimmste. Dieser Bezirk gleicht einer Enklave der Niederhöllen auf Dere. Nur mit Mühe können die Scharen von Söldnern und Wächtern aus der benachbarten Oberstadt die Schrecken dieses Ortes eindämmen. Hierher werden all jene geschickt, die keiner mehr haben will. Hier vegetieren Flüchtlinge, Alte, Kranke und Unbrauchbare neben Bergen von Toten und Horden von Ratten und überleben oftmals nur durch Kannibalismus. Kein normaler Mensch würde freiwillig hierher kommen. Mit Angst beobachten die Bewohner der Oberstadt, wie hier allerlei Unheil heranwächst. Zum einen leben hier die Skelkin, seltsame Menschen mit rattenhaften (Wesens)Zügen an Körper und Verstand. Das zweite Übel kriecht in Gestalt der Trogglinge − kleiner, verkümmerter Zwergenwesen − aus dem Dunkel des Untergrundes. In den Höhlen unter der die Stadt umgebenden Steppen- und Felslandschaft sollen tausende Sippen dieser Unwesen leben. Des Nachts drängen sie auf der Suche nach Nahrung an die Oberfläche, um in der Stadt auf Beutezug zu gehen. Bei Anbruch des Morgengrauens verschwinden sie dann wieder in der Wildnis.

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