Parnhai

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Parnhai
Parnhai.jpg
Allgemeines
Technologiestand: Steinzeit; im Dreistromland frühe Bronzezeit
Bevölkerung: 900.000
Herrschaftsform: Stammesrat und Häuptlinge
Rassenverteilung: Uthurim
Wichtige Städte: keine
Vorherrschender Glaube: Parnhai-Animismus, Geister der Olaodun und Erishu
Magie: Schamanismus (Mondtaucher und Hexendoktoren)
Helden & Heilige: Teoku (legendärer Kenner der Geisterwelt); Loavea (Rebellen-Führerin im Dreistromland), Sheaonan (Wahrer der Geheimnisse der Alten)


Obwohl sie in den Sanskitarenlanden ein alltäglicher Anblick sind, umgibt die Parnhai stets ein Hauch von Andersartigkeit. Dies liegt nicht nur an ihrem ungewöhnlichen Äußeren und ihren sonderbaren Bräuchen, sondern vor allem an der mysteriösen Vergangenheit dieses Volkes, das angeblich schon in der Zeit vor dem Weltenbrand die Felder der alten Herrschervölker bestellte.

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Siedlungen der Parnhai finden sich im Süden Rakshazars, insbesondere auf den Jominischen Inseln, in den sumpfigen Ufergebieten von Kap Parhami, auf der Halbinsel Ribukan und im Dreistromland. Während die Stämme der Olaoduori hauptsächlich die von Mangroven- und Vizrangyiwäldern bedeckten Küsten und Sumpfgebiete bewohnen, siedeln die Sippen der Erishuori in den dichten Dschungeln an den Hängen der Vulkane der Jominischen Inseln und im Regenwald der ribukanischen Halbinsel. Überquert man die Kithoga in Richtung aufgehender Sonne, trifft man allerdings nur noch selten auf eines ihrer Dörfer. Die zahlenmäßig größte Volksgruppe der Parnhai lebt als Nachfahren des ersten sanskitarischen Sklavenvolks im Herrschaftsgebiet der großen Stadtstaaten. Man findet sie im gesamten Dreistromland: Im Landesinneren genauso, wie in der Nähe der zahlreichen Plantagen und an den gebirgigen Grenzen - in unmittelbarer Umgebung der sanskitarischen Bergwerke und Steinbrüche. Weitere Sippen leben im Umland von Yal-Mordai und in der Nähe Ribukans.

Lebensweise

Bedingt durch ihren Lebensraum, ihre Weltsicht und nicht zuletzt ihre wechselvolle Geschichte gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede in der Lebensweise der drei großen Parnhai-Volksgruppen. Das Leben der Olaoduori, die seit Urzeiten der ursprünglichen Lebensweise ihres Volkes folgen, wird vor allem vom Element Wasser bestimmt, dass ihre Lebensgrundlage und zugleich den wichtigsten Bestandteil ihrer Mythologie bildet. Ihre Dörfer bestehend aus Pfahlbauten oder Hütten aus Walbein oder Riesenmuscheln und liegen stets in unmittelbarer Nähe zum Meer, das sie zum Fischfang oder zum Sammeln von Schalentieren und Algen mit kleinen Booten befahren, wobei sie durchaus auch einmal weite, mehrwöchige Fahrten unternehmen. Was ihnen das nasse Element selbst nicht geben kann, holen sich die kriegerischen Olaoduori bei ausgedehnten Raubzügen und Überfällen auf andere Sippen und Völker im gesamten südrakshazarischen Ozean.

Im Gegensatz dazu leben die Sippen der unheimlichen Erishuori in ihren vom Dickicht des Dschungels eingeschlossenen Siedlungen aus Strohhütten und ausgehöhlten Mammutbäumen hauptsächlich vom Anbau des wilden südrakshazarischen Reis und werden ob ihrer Lebensweise von den Parnhai der Küstenstämme verächtlich als Ipekou - Erdmännchen - bezeichnet. Ihre Felder, die sich ringförmig um das eigentliche Dorf gruppieren, von Weitem aber nicht als solche erkennbar sind, legen sie auf selbst geschaffenen, kleinen Lichtungen oder an natürlichen, terrassenartigen Hängen an. Das feuchte Klima des Regenwaldes und die geschickte Anlage von kleinen Gräben ermöglichen ihnen eine gute Bewässerung. Darüber hinaus bietet der Wald den Erishuori alles, was sie zum Leben brauchen, seien es Früchte und Insekten, Vögel oder anderes Dschungelwild. Vereinzelt kommt zwischen den Sippen der Erishuori und den Stämmen der Olaoduori Tauschhandel vor, meistens ist der Kontakt zwischen den Völkern jedoch eher kriegerischer Art, wie etwa wenn die Olaoduori auf ihren Raubzügen die Flüsse hinauffahren.

Vor Jahrhunderten wurden über einen langen Zeitraum hinweg ganze Parnhai-Stämme von Sklavenjägern zur Arbeit auf den zahlreichen Plantagen der Sanskitarischen Stadtstaaten verschleppt, um die Ernährung der großen Städte durch Ackerbau und Viehzucht sicherzustellen. Diese wurden in eigenen Dörfern angesiedelt und durften den Traditionen ihrer Vorfahren weiter folgen, solange sie ihren Herren reiche Ernten einbrachten und nicht gefährlich wurden. In Folge dessen bildete sich aus den Parnhai-Sklaven eine dritte Volksgruppe, die sich zwar einzelne Bräuche aus ihrer alten Heimat bewahren konnte, sich darüber hinaus allerdings auch stark an die neue Lebensweise anpassen musste. Noch heute, 20 Jahre nachdem sie zumindest im Dreistromland offiziell von ihrem Sklavenstatus befreit wurden, leisten sie den Sanskitaren Erntetribute. Diese sind allerdings schon lange nicht mehr in der Lage ihr ehemaliges Dienervolk vollständig unter Kontrolle zu halten - geschweige denn es vor den Feinden an ihren Grenzen zu schützen, so dass sich immer mehr Dörfer finden, die nicht nur der Bezeichnung nach, sondern auch faktisch 'frei' sind. Die Einwohner von Parnhai-Siedlungen im Umland von Yal-Mordai und Ribukan leben allerdings nach wie vor als Sklaven unter dem wachsamen Auge der sanskitarischen Soldaten.

Weltsicht und Glaube

Parnhai 2.jpg

Der Ursprung des Lebens ist im Glauben der Parnhai Noukoaa, die Welt unter den Wellen, Heimstatt der Olaodun, der Geister des Wassers und des Lebens. Die Olaodun bilden eine einzige, große Sippe, deren zahlreiche Mitglieder im Wasser, dessen Bewohnern und in verschiedenen Wetterphänomenen wohnen und wirken. Die Oberhäupter dieser Familie der Wassergeister sind die beiden Schwestern Prahini und Mounun. Während die besonnene Prahini, die Göttin des Süßwassers ist und den Menschen das Leben und das Boot gab, ist ihre aufbrausende Schwester Mounun Herrin über das Salzwasser, das Meer und den Kampf. Die Olaodun werden im täglichen Leben der Stämme der Olaoduori - was sinngemäß mit "Kinder der Olaodun" übersetzt werden könnte - mit Hilfe zahlreicher Geschenke und Opfergaben um Beistand und Rat angefleht. Geschenke an Mounun bestehen dabei ihrem Wesen gemäß eher aus Kriegsbeute, wie etwa abgetrennten Ohren von Feinden oder erbeuteten Waffen, während Prahini vermehrt Blumenkränze oder kunstvoll geschnitzte Figuren dargebracht werden. Obwohl es in den meisten Stammesdörfern für Opfergaben einen ausgewiesenen Ort gibt, an dem jeder Angehöriger seine Gaben selbst darbringt, suchen manche Sippen für größere Anliegen oder für besondere Opfergaben einen Ort auf, der den Olaodun besonders nahe sein soll, wie etwa spezielle Klippen oder Lagunen. Das Darbringen der Opfer ist in diesem Fall meist Aufgabe der Stammesältesten und der geisternahen Mondtaucher. Viele dieser heiligen Plätze liegen in der Nähe von moosüberwachsenen, uralten steinernen Statuen, Stelen oder Bauten, an denen sich die Wassergeister angeblich besonders häufig zeigen, deren Lage und Geheimnisse von den Olaoduori allerdings sorgsam verborgen gehalten werden. Nach dem Tod hoffen sie ins Noujoaa einzugehen, in den „blauen Geistschein unter den Wellen“.

Während die Olaoduori die Olaodun verehren, meiden und fürchten die Erishuori die unsteten Wassergeister ob ihres Wankelmutes und aufgrund der Rachsucht der Mounun, die ihren Zorn auf die Menschen ihrem Glauben nach in heftigen Stürmen an selbigen auslässt. Sie wenden sich lieber an die große Familie der Erishu - der Geister der Erde und der Schattenwelt. Denn obwohl der Ursprung des Lebens auch für die Erishuori im Wasser liegt, findet es seine Vollendung erst in der Erde. Wenn der tote Körper eines Menschen langsam zu Staub zerfällt, so wird er ihrem Glauben nach Teil des Schattenreichs von Großvater Shesal, dem Herren der fruchtbaren Erde und des Todes. Shesal und seine Gemahlin Nartobou, die Alte, die Göttin des Tanzes und Lenkerin des Nebels, brachten den Menschen die Macht über die Geisterwelt und das Feuer. Letzteres spielt daher eine zentrale Rolle in fast allen Zeremonien zu Ehren der Erishu-Familie und viele Ritualplätze finden sich an den Rändern eines der hohen Vulkankrater der Jominischen Inseln. Die in ihnen beheimateten rakshazarischen Feuervögel, aber auch die Feuerbärte (Vulkanschrate) und Himmelhohen (Riesen) werden von den Erishuori als Söhne und Töchter Shesals verehrt und bisweilen - wie auch die zahlreichen anderen Geister - um Hilfe gebeten. Von den vielen weiteren Gaben Shesals an die Menschen hat besonders eine hohe Bedeutung im alltäglichen Leben der Erishuori erlangt. Shesal übergab den Menschen das Geheimnis zur Herstellung von Katshamoa, einem kräftigen Reisschnaps, der seine Freude an Festen ausdrückt, welche die Erishuori nur zu gerne teilen. Nach den Vorstellungen der Parnhai sind die Olaodun und Erishu in den ihnen zugeordneten Elementen, Lebewesen oder Gegenständen heimisch und können diese zeitweise sogar im wahrsten Sinne des Wortes "bewohnen". Einem solchen Tier oder manchmal sogar Menschen wird daher, je nach ihm innewohnendem Geist, entweder mit großer Ehrerbietung oder aber mit offen gezeigter Furcht begegnet.

Der Glaube in den Dörfern des Dreistromlandes dreht sich ebenfalls um die beiden großen Geistersippen. Dabei werden sowohl Prahini, die im Dreistromland auch als Göttin der Reispflanze betrachtet wird, als auch Shesal, als gerechter Begleiter der Toten, in gleichem Maße verehrt und mit Opfergaben bedacht. Darüber hinaus huldigen die Parnhai des Dreistromlandes auch noch zahlreichen sanskitarischen Göttern, Halbgöttern, Geistern und Ahnengeistern, die je nach Dorf als Verwandte der Wassergeister oder Freunde der Erd- und Schattengeister angesehen werden.

Sitten und Bräuche

Die Führung eines Stammes oder Dorfs obliegt den Moanuve, dem „Alt-Einen“, einer Art Rat bestehend aus den ältesten Sippenmitgliedern, egal ob Mann oder Frau. Häufig sind für die Zugehörigkeit zu diesem jedoch Lebenserfahrung, Weisheit und Kenntnis der Stammesgeschichte ausschlaggebender als das tatsächliche Lebensalter. Gemeinsam entscheiden die Mitglieder des Moanuve bei Streitigkeiten zwischen Stammesmitgliedern, vertreten die Sippe gegenüber anderen Stämmen und regeln generell alle Belange, die den ganzen Stamm betreffen wie zum Beispiel den Bau von Booten oder die Anbaureihenfolge von Feldfrüchten. Selten besteht der Moanuve eines Stammes aus mehr als fünf Personen.

Legenden und das Wissen aus alter Zeit werden bei den Parnhai in Form von Hautbildern festgehalten und weitergegeben. Wer dabei welchen Teil der Geschichte seines Stammes weiterträgt, wird im Laufe der Kindheit entschieden. Die Sippenältesten und die Mondtaucher, beziehungsweise die Hexendoktoren, beobachten die jungen Parnhai und wählen die Bilder aus, die ihnen nach ihrer Aufnahme in den Kreis der erwachsenen Stammesmitglieder unter die Haut gestochen werden. Dies geschieht bei den Olaoduori üblicherweise nach einer gemeinsamen Jagd mit den Kriegern des Stammes auf einen Raubfisch und wird in einer lang andauernden Zeremonie vollzogen. Bei den Erishuori findet eine solche Aufnahme nach dem Bestehen einer "Feuerprobe" statt, die den Ratschluss der Erishu bezüglich des neu Aufgenommenen deutlich machen soll. Was diese Probe beinhaltet entscheiden die Hexendoktoren und kann von der Jagd auf ein seltenes Tier bis zur eher simplen Anlage eines Reisfeldes reichen. Das Weitertragen der Geschichte der eigenen Sippe ist für jeden Parnhai eine große Ehre und darum pflegt er seine Hautbilder Zeit seines Lebens stets mit großer Sorgfalt. Welche Bilder allerdings die wirkliche Geschichte erzählen und welche nur zur Zier getragen werden, das vermögen nur die Mitglieder des eigenen Stammes zu erkennen.

Jeder erwachsene, männliche Parnhai hat das Recht sich eine Frau zur Gemahlin zu wählen, wobei die Sippenältesten der Wahl zustimmen müssen. Während Partnerschaften bei den Olaoduori häufig wechseln, leben die Erishuori nach dem Vorbild von Shesal und Nartobou solange monogam, bis das erste Kind geboren wurde und ungefähr ein Jahr alt ist. Anschließend werden dem Kind die Namen der Eltern als Schmucknarben auf die Haut gebrannt. Danach steht es den Eltern frei, sich neue Partner zu wählen. Parnhai-Kinder werden in allen Stämmen und Dörfern von der gesamten Sippe gemeinsam aufgezogen. Unterschiede in den Bräuchen ergeben sich bei den traditionellen Parnhai-Stämmen vor Allem aus ihrer andersartigen Sicht auf die Geister. Viele der alltäglichen Riten der Olaoduori drehen sich um die Ehrung der Olaodun und somit um das Wasser. Dazu gehören, neben regelmäßigen Opfergaben, rituelle Waschungen und gemeinschaftliche Zeremonien, die an Riffs, Lagunen oder auf steilen Klippen stattfinden. Stirbt ein Olaoduori, wird sein Leichnam mehrere Tage lang aufs offene Meer hinaus gefahren und dort ins Reich unter dem Wasser entlassen. Ebenso wie das Ende des Lebens, liegt auch dessen Beginn ihrem Glauben nach im Wasser, weshalb schwangere Frauen bei Beginn der Wehen in das seichte Wasser in der Nähe ihrer Dörfer gebracht werden, um das Neugeborene unmittelbar in den Armen der Olaodun zur Welt kommen zu lassen. Die alte Legende zum Ursprung ihres Volkes beginnt mit den Worten: "Bevor die Menschen laufen lernten, konnten sie schwimmen...". Stirbt hingegen ein Erishuori, wird sein Körper entweder auf einem speziellen Ritualplatz der Erde übergeben, also vergraben, oder er wird - was häufiger vorkommt - durch Einäscherung seines Körpers direkt ins Schattenreich geleitet. Sowohl die Geburt eines Kindes als auch eine Bestattung werden von ausschweifenden Festen begleitet, bei denen man die Erishu ehrt und feiert.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Riten und Festtage, die auch noch in vielen Parnhai-Siedlungen des Dreistromlandes begangen werden, wie beispielsweise das Huelanok, ein Fest, bei dem Prahini um eine reiche Ernte angefleht wird und bei dem Opfergaben im Boden vergraben werden. Verbreitet ist auch das Haoloa, bei dem sich der ganze Stamm einer rituellen Waschung im nächstgelegenen Gewässer unterzieht, um den „Geistern zu lauschen“. Manche Rituale sind auch nur bei einzelnen Sippen bekannt und scheinen sogar noch Geheimnisse von vor der Zeit des Weltenbrands in sich zu tragen, deren Bedeutung den Parnhai selbst nicht immer bewusst ist.

Handwerkskunst

Die traditionellen Stämme der Parnhai befinden sich auf dem Stand der hochentwickelten Steinzeit, wobei ein nordrakshazarischer Beobachter den Erishuori größere handwerkliche Kunstfertigkeit unterstellen würde als den Olaoduori. Alles, was sie herstellen, besteht aus dem, was ihnen das Meer, die Küstenwälder und der Dschungel hierfür zur Verfügung stellen. Für den Bau ihrer dreirümpfigen Boote und ihrer Hütten nutzen die Olaoduori Palmblätter, die auch für allerlei andere Flechtarbeiten verwendet werden, und leichte Hölzer, die mit den Schalen großer Nüsse, sowie den Panzern von Meeresschildkröten und großen Schalentieren kombiniert werden. Darüber hinaus sind sie in der Lage das nachtschwarze Vizrangyi-Holz zu verarbeiten, das an den Küsten des Südens bisweilen vorkommt und das sich aufgrund seiner Wasserfestigkeit und seines geringen Gewichts hervorragend zum Bau von Booten eignet. Da es jedoch zusätzlich das härteste den Parnhai bekannte Holz ist, findet es auch im Waffen- und Rüstungsbau bevorzugte Verwendung. Nach den Erzählungen sanskitarischer Seefahrer sollen in dem Holz noch weitere (magische) Kräfte schlummern, die allerdings nur bei kundiger Verarbeitung zu Tage treten. Taue und Seile werden aus verschiedenen Pflanzenfasern gedreht. Darüber hinaus bestehen viele Erzeugnisse der Parnhai aus Knochen, Walbein, Haifischzähnen und Muscheln. Die Erishuori verwenden neben dem riesländischen Uferrohr und Reisstroh, die zum Bau ihrer Siedlungen eingesetzt werden, vor Allem verschiedene Harthölzer zur Fertigung von Waffen und Werkzeugen. Sie verfügen zwar ebenfalls über kleine, einbaumartige Boote, die aber eher selten genutzt werden. Weitere häufig verwendete Materialien sind Knochen, Horn, die Haut von Dschungelechsen und die Chitinpanzer größerer Insekten. Geschnitzte oder gemalte Verzierungen sind bei allen Parnhai weit verbreitet, wobei meist stilisierte Tiermotive gewählt werden. Manchmal ist auch ein ganzer Gegenstand von seiner Form her einem Tier nachempfunden. Federn dienen als Schmuck und werden direkt im Haar getragen oder in Bänder oder Körbe eingeflochten.

Wichtigstes und meist verwendetes Werkzeug für einen Olaoduori ist das Fischmesser, eine kleine, scharfe Klinge aus Knochen oder gehärtetem Holz, die mit dem Bild eines Olaodun versehen ist und mit welcher der tägliche Fang ebenso verarbeitet wird, wie Muscheln geöffnet oder Reparaturen am Flechtwerk des Bootes durchgeführt werden. Viele Stämme verwenden auch einfache Reusen zum Fangen von Krebsen und anderen Meerestieren. Einige isoliert lebende Olaoduorisippen verfügen auf einzelnen Gebieten über überraschendes handwerkliches Können und Wissen, das über dem anderer Stämme liegt und dessen Ursprung weit in die Vergangenheit zurückreicht. Fast immer sind sie Steinmetze, die kolossale, steinerne Statuen errichten, die einem von ihnen wohl gehüteten und für Außenstehende unergründlichen Zweck dienen.

Wichtigste Alltagswerkzeuge der Erishuori ist das Hartholzhackmesser zum Zerlegen von Beute und Reparaturen sowie eine Art Grabstock mit Steinspitze zur Bearbeitung des Bodens. Sie haben Kenntnisse über den Anbau verschiedener Feldfrüchte, die Anlage von Bewässerungsgräben und die kontrollierte Rodung kleinerer Waldflächen. Der auch im nördlicheren Rakshazar geschätzte Katshamoa, dessen verhältnismäßig komplexes Herstellungsverfahren besonders im Dreistromland perfektioniert wurde und der in dessen Städten reißenden Absatz findet, wird aus Reis unter der Zugabe verschiedenster Kräuterzusätze gewonnen. Im Vergleich zu den traditionellen Sippen der Küsten und Dschungel erlernten die Dreistromland-Parnhai zahlreiche Techniken der Sanskitaren, die sich besonders auf die Verwendung von Holz und Stoffen, sowie die Fertigung von Werkzeugen beziehen. Nach wie vor ist den Parnhai im Dreistromland die Herstellung metallener Gegenstände oder die Verhüttung von Erzen untersagt. Im Umland von Yal-Mordai oder Ribukan ist ihnen sogar der Besitz metallener Gegenstände verboten und wird mit dem Tod bestraft.

Tracht und Bewaffnung

Parnhai sind zwar selten hochmütig, aber oft sehr eitel. Ihre Körper verzieren sie gerne mit in die Haut gestochenem Schmuck oder pastellfarbenen Hautbildern, die durch den Kontrast zu ihrer kupferfarbenen Hautfarbe besonders stark zur Geltung kommen. Die Erishuori verwenden dabei in der Regel dunklere Erdtöne und umgeben die Bilder gerne noch mit verschiedenen Ziernarben, welche in die Haut gebrannt werden. Es geht das Gerücht um, dass Parnhaischmuck manchmal mehr ist, als nur Zier, doch konnte bisher kein noch so gelehrter sanskitarischer Zeloth auch nur das geringste Zeichen magischen Wirkens entdecken. Allerdings konnte bisher auch kaum einer einen Olaoduori in seinem ureigenen Element, dem Wasser, untersuchen. Oder einen Erishuori dabei beobachten, wie er sich zur Vorbereitung auf die Jagd mit der Asche von Knochen derjenigen Tierart einreibt, die er jagen möchte. Nichtsdestotrotz sind Hautbilder magischer Natur eher selten. Das für jedermann auffälligste Merkmal eines Parnhai hingegen, sind seine grünen Haare. Bereits kurz nach der Geburt wird ein getrocknetes Pulver aus Parnhaihaar unter der Verwendung verschiedenster Laugen in die Haare einmassiert, damit die Haarflechte, die der Ursprung der grünen Farbe ist, auch im Haar der nächsten Generation wieder wächst. Die Kleidung der Olaoduori besteht meist aus einfachen Lendenschürzen aus Pflanzenfasern oder Leder, die die Beweglichkeit im Wasser oder im Dschungel nicht beeinträchtigen. Die Erishuori färben diese mit Hilfe eines besonderen Wurzelabsuds tiefschwarz. Teilweise wird bei der Jagd oder bei bestimmten Stammesritualen sowohl an der Küste als auch im Regenwald auch ganz auf Kleidung verzichtet. Dafür wird der Körper mit verschiedenen Pflanzenextrakten eingerieben, die den Körpergeruch verdecken und einen leichten Schutz gegen Insekten und Parasiten gewähren. Die Parnhai des Dreistromlandes hingegen kleiden sich sanskitarisch, tragen schmucklose Kaftane und feste Ledersandalen sowie den Diener-Lendenschurz.

Im Kampf verwenden die Krieger der Olaoduori entweder die Fischerlanze, einen harpunenartigen Dreizack, der auch beim Fischen Verwendung findet, das Haizahnholzmesser oder das Tschubacq, eine mit den Dornen von Seeigeln oder den Zähnen von Raubfischen besetze Keule. Erishuori-Krieger verwenden einen kurzen Jagdspeer oder ebenfalls Tschubacqs, die aber mit Steinsplittern oder Insektenstacheln versehen sind. Gelegentlich trifft man auch auf Kämpfer mit dem Tschu-Tschubacq, einem Kampfstab aus Hartholz mit keulenähnlichen Verdickungen an den Enden. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen legen die Krieger beider Stämme beinlange, rockartige Schürze aus geflochtenen Pflanzenfasern und zum Schutz von Brust und Rücken mattenähnliche Rüstungen an. Bei Stämmen, die fast nur von Raubzügen leben, werden auch Brustplatten aus im Feuer gehärtetem, geschwärztem Holz verwendet. Erishuori tragen darüber hinaus eine dunkle aus Holzkohle hergestellte Bemalung auf, die den Krieger unter den Schutz der Erishu stellt. Im Dreistromland war es den Parnhai lange Zeit nicht erlaubt, andere Waffen als einen Stab zur Verteidigung vor wilden Tieren zu tragen, weshalb er dort auch heute noch die bevorzugte Bewaffnung darstellt. Darüber hinaus nutzen sie dieselben Waffen, die auch von sanskitarischen Kämpfern getragen werden, sofern sie denn ihrer habhaft werden können. Rüstungen tragen sie kaum, was allerdings eher an ihrer Seltenheit als an den Vorlieben der Dreistromland-Krieger liegt.

Magie

Die traditionellen Zauberwirker der Parnhai sind die Maenuloani ("Freund-Schwimmer im Schoße des Wassers") und die Paioderishu ("tanzender Gevatter der Erdschatten"), wobei bei den übrigen Völkern des südlichen Rakshazar allerdings eher die Bezeichnungen Mondtaucher und Hexendoktoren gebräuchlich sind. Erstere finden sich bei den Stämmen der meeresnahen Olaoduori und Zweitere bei den erdverbundenen Erishuori-Sippen. Aufgrund der starken Verfolgung und Aussonderung von magisch begabten Sklaven durch die Sanskitaren gibt es unter den Parnhai des Dreistromlandes nur wenige Männer und Frauen, die eine der beiden Zaubertraditionen ihres Volkes ausüben. Zwar konnten vereinzelt sowohl verschleppte Mondtaucher als auch Hexendoktoren ihr Wissen bewahren und es sogar heimlich ausüben und weitergeben, allerdings halten sich ihre Schüler auch heute noch eher bedeckt und zeigen sich vielmehr als einfache Medizinmänner und Ratgeber und weniger als mächtige Kenner der Geisterwelt. Sehr selten kommt es auch einmal vor, dass ein Parnhai einer sanskitarischen Magietradition folgt.

Bei Mondtauchern handelt es sich um magisch begabte Zeichenstecher, die den Kontakt zu den Wassergeistern suchen und sie im Namen ihrer Sippe um Rat und Beistand ersuchen. Sie kennen zahlreiche Rituale für verschiedenste Belange des Stammeslebens: Von der Segnung eines Bootes und der Fischer für einen reichen Fang, über die Linderung von Geburtsschmerzen bis zum Herbeirufen der Hilfe der Meeresgeister im Kampf gegen verfeindete Stämme. Die Magie der Mondtaucher verknüpft dabei in geschickter Weise die Kräfte der Geister mit der Wirkung verschiedenster Pflanzen- und Tierextrakte. Beinahe allen Ritualen ist gemein, dass sich der Mondtaucher für ihre Durchführung in die Nähe der Olaodun, also ins Wasser, begeben muss. Die Zeit, die Dauer und der Ort variieren hierbei je nach Art und Umfang der Bitte an die Geister, wobei insbesondere der Stand des Mondes einen großen Einfluss darauf zu haben scheint, ob und in welcher Form die Geister der an sie gerichteten Bitte nachgeben. Viele Mondtaucher bevorzugen es daher, ihre Rituale nachts durchzuführen, wenn die Gestalt des Mondes in all ihren Facetten sichtbar ist. Weitere Bestandteile aller Rituale sind magische Bilder, die mit besonderen Farben auf Gegenstände, Orte und Personen gemalt oder unter die Haut gestochen werden, und Geschenke, die je nach angerufenem Geist unterschiedlich ausfallen mögen: Von den Schuppen eines Fisches über die wertvolle Spitze einer Harpune bis hin zum Blut eines erschlagenen Feindes.

Die Hexendoktoren sind die mächtigen Hüter der Gaben Shesals und diejenigen, die die Erishu im Namen ihres Stammes um Beistand anrufen. Sie werden gleichermaßen geachtet wie gefürchtet, denn sie sind zugleich Medizinmann und Kenner des Schattenreichs, und scheinen stets von einer düsteren Aura umgeben zu sein. Obwohl ihre Magie für gewöhnlich weit weniger dunkel ist als ihr Ruf, offenbart sie sich ob der Natur ihrer Kraft- und Inspirationsquelle - den Geistern des Schattenreichs - oft in finster anmutenden Ritualen, die erschreckend tiefgreifende Effekte hervorzurufen vermögen. Ihre Zauber sind hierbei weniger von roher astraler Kraft gekennzeichnet, als vielmehr vom Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren. Neben den obligatorischen Geschenken an die Geister - im Falle der Erishu oftmals die Asche eines Toten oder ein kunstvoll bemalter Knochen - beinhalten ihre Rituale das Verbrennen besonderer Kräuter, das Herstellen und Einnehmen von Tränken aus verschiedenen Pflanzen, rituelle Tänze, sowie das Anbringen von verschlungenen Zeichen auf Personen oder Gegenständen. Exemplarisch für die Kräfte der Hexendoktoren mögen an dieser Stelle zwei Rituale genannt werden, die bei Nicht-Parnhai besonders großes Entsetzen auslösen. Ersteres wird unter den Sanskitaren Zombifizierung genannt: ein Ritual, das Menschen in die Nähe des Schattenreichs versetzt und zu gefühls- und willenlosen Geschöpfen von unglaublicher Ausdauer und Resistenz macht, aber auch einen Todkranken von der Schwelle des Todes zu retten vermag. Eine zweite weit über das südriesländische Meer hinaus gefürchtete Hexerei sind die Woderuoa: kleine, puppenartige, einem bestimmten Menschen nachempfundene Figuren, mit denen es den Hexendoktoren möglich ist, den Dargestellten selbst über große Entfernungen hinweg zu verzaubern, zu beherrschen, aber auch zu heilen. Viele weitere Rituale drehen sich um das alltägliche Leben des Stammes, zum Beispiel um die Segnung von Reisfeldern, die Herstellung kräftesteigernder Tees oder das Verfluchen verfeindeter Sippen. In den Städten der Sanskitaren kursieren zahlreiche Geschichten über die unheimlichen Parnhai-Hexer. Dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) sind ihre Zauberpulver, Tinkturen und Schutzamulette teuer gehandelte Waren, sollen sie doch gegen Krankheiten jedweder Art helfen, Schutz vor magischen Angriffen bieten oder Widersacher zuverlässig in den Tod schicken. Vielen gelten die Hexendoktoren gar als die besten Alchimisten Rakshazars. Wie viele dieser Gerüchte der Wahrheit entsprechen, und welche nur dem grenzenlosen, sanskitarischen Aberglauben entspringen, lässt sich nur schwer ausmachen.

Darstellung

Während die ursprünglichen Parnhai der Küsten und des Dschungels für viele Bewohner des Kontinents als ein mystisches, geheimnisvolles Volk erscheinen, sind Mitglieder aus den Stämmen des Dreistromlandes ein alltäglicher Anblick - zumindest im Süden Rakshazars. Orientiere Dich bei der Darstellung eines wilden, traditionellen Parnhai an den Elementen Wasser und Erde, die in ihrer Mythologie eine bedeutende Rolle spielen. Ein Olaoduori ist ein wankelmütiger Charakter. Wie das Wasser selbst reagiert er mal ruhig und besonnen wie die spiegelglatte See, ist dann aber wieder so aufbrausend wie das vom Sturmwind aufgepeitschte Meer. Ein Erishuori-Parnhai ist zurückhaltend, bodenständig und fest, so wie die Erde in den Dschungeln seiner Heimat. Stets umgibt ihn ein kleiner Schatten der Düsternis. Dieser zeigt sich in seinem fast schon zu sorglosen Umgang mit dem Feuer und dem Tod, der teilweise etwas makaber wirken kann. Die Parnhai des Dreistromlandes hingegen haben zwar viele Charakterzüge der sie umgebenden Sanskitaren angenommen, bewahrten sich aber ihr intuitives Gespür für die Geister. Sie wirken oft unsteter als ihre 'wilden' Verwandten, sind allerdings auch besser an das Leben unter Nicht-Parnhai angepasst. Alle Parnhai schätzten ihre Körper und können sie auch gut in Szene setzen. Hierbei kennen sie keine Scham. Der Anblick eines nackten Stammeskriegers ist in der Umgebung der Jominischen Inseln kein ungewöhnlicher Anblick. Auch im Dreistromland zeigen sie sich freizügiger als ihre Nachbarn, haben allerdings ein Gefühl für deren Sitten entwickelt. Jegliche Magie ist für einen Parnhai ein Wirken der Geister und obwohl sie ihr ehrfürchtig begegnen, so ist sie doch in ihren Augen etwas so Natürliches wie das Hereinbrechen der Nacht.

Typische Namen

Die Sprache der Parnhai ist sehr lautmalerisch und hat einen fließenden Klang. Häufig sind zwei- bis dreisilbige Namen mit Vokaldoppelungen wie "uo", "ao", "ea" oder "ia". Den Wortanfang bilden oft öffnende Klänge wie "h", "n" oder "sh". Der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Namen ist weniger an einer bestimmten Endung oder typischen Silben zu erkennen, sondern am allgemeinen "Fluss" der Laute, was für Nicht-Parnhai allerdings nur schwer zu unterscheiden ist. Parnhai im Herrschaftsgebiet der Stadtstaaten tragen zu ihrem "wahren" Namen meist noch einen sanskitarischen Dienernamen.

  • Männlich: Eshuoto, Hirou, Hamanu, Iearou, Kameshuo, Keiko, Maroutuo, Moana, Peashmi, Puon, Shemako, Shionama, Tamatoa, Tapuari, Teiva
  • Weiblich: Ahuolani, Hinuo, Kalakaua, Loushe, Maeva, Maova, Moea, Nukibou, Poema, Shoamuo, Shuea, Teura, Tuouna, Titaua, Vaea

Was denken ...

... Olaoduori-Parnhai über

  • Erishuori: "Ipekou! Sie meiden das Wasser, wühlen im Dreck und verlassen so den Weg des Lebens. Leichte Beute."
  • Ixpeco: "Die Vogelmannen bringen Dunkelheit und färben das Wasser blutrot. Sie sind dem Schattenreich näher als jeder Andere."
  • Nagah: "Sie haben Macht über die Geister und Schatten. Zum Glück folgen sie uns nicht übers Wasser."
  • Sanskitaren: "Sie kommen auf großen Booten und zerreißen unsere Sippen. Komme ihnen zuvor und kämpfe sobald du sie erblickst."
  • Sirdak: "Geister des Waldes? Ja, ich habe diese Geschichten gehört."

... Erishuori-Parnhai über

  • Olaoduori: "Sie sehen nicht den wahren Weg Shesals und bleiben lieber im Wasser. Ohne Ziel und ohne Halt folgen sie den unberechenbaren Wassergeistern und verlieren so sich selbst."
  • Ipexco: "Sie sehen das Schattenreich, aber die Geister der Vogelmannen gieren dennoch nach den Lebenden. Halte deinen Speer bereit, wenn du ihnen begegnest."
  • Nagah: "Diener Shesals wie wir und sie kennen die alten Geschichten. Ihre Gestalt ist gleich einem Schatten, vertraue ihnen nicht zu sehr."
  • Sanskitaren: "Männer und Frauen aus dem Norden, die unsere Kinder und Familien rauben. Verberge dich vor ihnen. Und wenn sie doch das Dorf entdecken, dann zögere nicht sie zu Shesal zu geleiten."
  • Sirdak: "Sie bewohnen die Bäume und sind Kinder der Geister. Ihnen kannst du trauen."

... Dreistromland-Parnhai über

  • Traditionelle Parnhai: "Sie leben wie unsere Vorfahren es schon immer taten. Eines Tages werde auch ich zurückkehren zu den Wassern/zu den Feuerbergen."
  • Sanskitaren: "Sie lassen uns unser Werk tun und schützen unsere Dörfer. Warum sollte ich aufbegehren, sagst du?"
  • Ipexco: "Die Geister der Vogelmannen fordern Blut und sie holen es ihnen. Kämpfe wenn du kannst, fliehe, wenn du musst."
  • Nagah: "Sie sehen mehr, als andere. Ihre Geheimnisse sind auch die Geheimnisse der Geister."
  • Donari: "Ich habe sie in den Städten, in den Geistervierteln gesehen. Sie wandern in den Schatten aber scheinen Shesal nicht zu kennen. Bleib misstrauisch."
  • Angurianer: "Sie wollen uns helfen, reichen uns die Hand und nennen uns doch feige. Ihr Blutvergießen ist oft unnötig, aber solange sie nur die Soldaten aus den Städten überfallen, soll es uns recht sein."
  • Amhasim: "Sie entreißen unserer Sippe die Kinder, so wie die Sklavenjäger der Städte unseren Vorfahren, und halten sich doch für etwas Höheres."
  • Brokthar: "Beeindruckende Gestalten und sie malen ihre Geschichte so wie wir. Auch wenn ihre mit mehr Blut gemalt wird."

Beispielstämme

Die Nokuova-Olaoduori

Vor einigen Götterläufen musste die Pfahlbauten-Siedlung der Nokuova das Schicksal vieler anderer Parnhai-Dörfer teilen, als sie von einem sanskitarischen Sklavenjäger-Schiff überfallen und in Brand gesteckt wurde. Den Kriegern des Stammes gelang es zwar in einem überraschend kurzen Gefecht die Angreifer zurückzuschlagen, doch sie zahlten einen hohen Preis. In den folgenden zwei Wochen erkrankte ein Großteil der männlichen Sippenmitglieder an einer geheimnisvollen Krankheit, die sie trotz aller Bitten der Mondtaucher an die Geister in kurzer Zeit mit hohem Fieber dahinsiechen ließ. Andere Stämme witterten in den ihrer Männer beraubten Nokuova leichte Beute und begannen mit Überfällen auf das Dorf, mussten allerdings feststellen, dass die Nokuova-Frauen mitnichten so wehrlos waren wie erhofft. Zum Entsetzen der von den Raubzügen zurückkehrenden Krieger traf darüber hinaus der "Fluch der Nordmänner" auch sie und verschonte diesmal weder die Frauen noch die Kinder ihrer Sippen, was zur Folge hatte, dass man im weiten Umland der Nokuova-Siedlung auf Küstendörfer stoßen kann, die im wahrsten Sinne des Wortes ausgestorben sind. Seither werden die "von den Geistern erwählten Frauenkrieger" von den übrigen Stämmen gefürchtet und nicht wenige ergreifen beim Anblick eines mit ungewöhnlich vielen Kämpferinnen besetzen Nokuova-Katamarans die Flucht, aus Angst vor ihrer Kampfeswut und davor selbst Opfer des Fluches zu werden. Den "Erwählten" kommt die Furcht und der Aberglaube ihrer Gegner natürlich sehr gelegen, denn auch wenn seit einigen Monden kein Mitglied ihres Stammes mehr erkrankte, so verschafft ihnen ihr Ruf bei den eigenen Raubzügen doch einen ungeheuren Vorteil, ebenso wie die alte Speerschleuder des Sklavenjäger-Schiffes, dass die Nokuova auf einem ihrer Boote anbringen und in Gang setzen konnte.

Die Shekolao-Erishuori

Bei den übrigen Dschungel-Stämmen von Parhini, einer der südlichen jominischen Inseln, nennt man sie ehrfürchtig Shekolao, was in ihrer Sprache so viel bedeutet wie "Schattenwind", denn kaum jemand hat je wirklich einen der ihren erblickt. Und falls doch einmal jemand lebend aus dem Stammesgebiet dieser Sippe zurückgekehrt ist, spricht er mit zitternder Stimme von Männern mit dem Dunkel der Geisterwelt in ihren blutunterlaufenen Augen und blasser, vergilbter Haut, die jedem, den sie berühren, in Flammen aufgehen lassen. Häufig sind Rückkehrer auch gar nicht mehr in der Lage zu sprechen, sei es, weil wahnsinniger Schrecken sie nur noch wirr und unkontrolliert in Zuckungen ausbrechen lässt, sei es, weil ihm schlicht und ergreifend die Zunge fehlt. Das Dschungel-Hochland am Hang des zentralen Vulkans der Insel, das die Heimat der Shekolao bildet, wird daher von allen übrigen Sippen angstvoll gemieden und bei Streifzügen durch den Regenwald weiträumig umgangen. Laut den Geschichten der Alten sind die Shekolao von Shesal höchstselbst auserwählt worden, Wache zu halten über eine verborgene Stadt der Geister, die so alt wie die Parnhai selbst ist und in der alle Geheimnisse des Todes und des Lebens verborgen sind. Verbreitet durch Schiffe, die die Küsten Südrakshazars durchkreuzen, erzählt man sich in den sanskitarischen Städten Geschichten von unermesslichen Schätzen und magischen Artefakten, die in dieser Stadt verborgen sein sollen und die immer wieder Schiffe voller Schatzjäger und Glücksritter an die Küste Parhinis spülen. Gefunden wurde bisher nichts. Nicht einmal die Knochen der Verschwundenen.

Startwerte Parnhai

  • Generierungskosten: nach Variante
  • Modifikationen: nach Variante
  • Automatische Vor- und Nachteile: Aberglaube 5
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Ausdauernd, Balance, Eisern, Entfernungssinn, Hohe Lebenskraft, Resistenz gegen Gift, Richtungssinn, Schnelle Heilung, Zäher Hund / Höhenangst, Raumangst, Vorurteile
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Ausrüstungsvorteil, Kältereistenz / Angst vor [Spinnen, Reptilien, Insekten], Einbeinig, Glasknochen, Krankhafte Reinlichkeit, Krankheitsanfällig, Kurzatmig, Meeresangst, Niedrige Lebenskraft, Platzangst, Totenangst
  • Talente
    • Kampf: Bogen oder Wurfspeer +1, Dolche +1, Hiebwaffen +1, Raufen +2, Ringen +2, Stäbe oder Speere +1
    • Körper: Körperbeherrschung +2, Schleichen +1, Schwimmen +2, Sich Verstecken +1, Sinnenschärfe +2, Zechen +2
    • Gesellschaft: -
    • Natur: Fährtensuchen +1, Fischen/Angeln +2, Orientierung +2, Wildnisleben +2
    • Wissen: Götter/Kulte +1, Pflanzenkunde +2, Sagen/Legenden +1, Tierkunde +2
    • Schriften/Sprachen: Muttersprache Parnhai
    • Handwerk: Bootefahren +2, Heilkunde Wunden +2, Holzbearbeitung +3, Kochen +1, Lederarbeiten +1
  • Sonderfertigkeiten: Kulturkunde (Parnhai)


Verpflichtende Varianten

Eine der nachfolgenden Varianten muss gewählt werden:

Dreistromland-Parnhai

  • Generierungskosten: 4 GP
  • Modifikationen: MU -1
  • SO-Maximum: 4
  • Talente
    • Kampf: Dolche +1
    • Gesellschaft: Menschenkenntnis +1, Überreden +1
    • Schriften/Sprachen: Zweitsprache (Sanskitarisch)
    • Handwerk: Ackerbau oder Viehzucht +2

Olaoduori-Parnhai

  • Generierungskosten: 14 GP
  • Modifikationen: KO +1
  • SO-Maximum: 6
  • Talente
    • Kampf: Bogen oder Wurfspeer +2 statt +1 , Hiebwaffen +1, Stäbe +1, Speere +1
    • Körper: Schleichen +1, Sich Verstecken +1, Schwimmen +2
    • Natur: Fährtensuchen +1, Fischen/Angeln +2, Orientierung +2, Wettervorhersage +2, Wildnisleben +1
    • Wissen: Götter/Kulte +1, Sagen/Legende +1
    • Schriften/Sprachen: Sprachen kennen [Ipexco oder Sanskitarisch] +4
    • Handwerk: Bootefahren +2, Lederarbeiten +1
  • Sonderfähigkeiten: Meereskundig

Erishuori-Parnhai

  • Generierungskosten: 14 GP
  • Modifikationen: KO +1
  • SO-Maximum: 6
  • Talente
    • Kampf: Bogen oder Wurfspeer +2 statt +1 , Hiebwaffen +1, Stäbe +1, Speere +1
    • Körper: Klettern +2, Schleichen +2, Sich Verstecken +2
    • Natur: Fährtensuchen +2, Fallenstellen +2, Orientierung +1, Wildnisleben +2
    • Wissen: Pflanzenkunde +1, Tierkunde +1
    • Handwerk: Lederarbeiten +1
  • Sonderfähigkeiten: Dschungelkundig
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