Rimtheym

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Eis, Schnee und die endlosen Weiten der Taiga bestimmen das Landschaftsbild im hohen Norden Rakshazars. Sporadisch wird die monotone Weite von kleinen Schonungen aus Nadelbäumen durchbrochen. Mitten in dieser Ödnis liegt die Stadt Rimtheym, die den letzten Außenposten der "Zivilisation" vor der endlosen Weite des hohen Nordens darstellt. Als wäre die Wildnis rings um die Stadt nicht schon abschreckend genug, macht das Wetter den Aufenthalt in Rimtheym zu einer besonders unangenehmen Erfahrung. Das man tagsüber den Himmel sehen kann hat Seltenheitswert. Die bleigraue Farbe des dicht bewölkten Firmaments über Rimtheym gehört, wie auch die in Frühling und Herbst häufig auftretenden Graupelschauer, zum normalen Stadtbild einfach dazu.

Die Sanskitaren nennen Rimtheym nicht umsonst die "Stadt der 1000 kranken Lungen". Wann im Gebiet von Rimtheym erstmals Siedlungen gegründet wurden, ist unbekannt. Der Slachkaren-Stamm der Kurotan lebte scheinbar schon ewig in dieser Gegend und errichtet seit Urzeiten seine Hütten auf den Hügeln von Rimtheym. Schon bevor die heutige Stadt entstanden war, waren die Hügel ein ausgezeichneter Orientierungspunkt, denn in ihnen steckt eine bemerkenswerte Hinterlassenschaft aus der Zeit vor dem Kataklysmus.

Schief, verwittert und bis zur Hüfte in gefrorener Erde eingesunken ragt eine, ursprünglich wohl einmal fast 80 Schritt hohe, gigantische Kriegerstatue in den bleigrauen Himmel. Der Steingigant hält in seinen hoch über den Kopf gestreckten Händen eine riesige Feuerschale und hat das zerklüftete Gesicht mit dem weit aufgerissenen Mund zu einer Grimasse des Hasses verzerrt. Würde man dem Blick seiner leeren Augen folgen, käme man, so wie die Krähe fliegt, direkt zum Götterwall. Warum die Statue hier in der Einöde errichtet wurde und wozu er einstmals diente bleibt ein Mysterium. Die Slachkaren und die Brokthar des Nordens gehen davon aus, dass es sich um ein gigantisches Abbild von Ingror dem Sternenschleuderer handelt, während die Nedermannen glauben, es handele sich um den in Stein verwandelten Urvater aller Riesen. Einige pragmatisch veranlagte Orks wiederum glauben, die Statue hätte einst zu einer Kette von ähnlich gebauten Signaltürmen gehört. Auf jeden Fall war der Koloss von Rimtheym lange Zeit das Objekt kultischer Verehrung und zog eine Menge Menschen an. Im Laufe der Jahrhunderte wurde neben der großen Statue immer mehr Handel getrieben, bis sich schließlich ein permanenter Markt entwickelte, der vermutlich der Grundstein für das heutige Rimtheym war. In letzter Zeit hat der Nimbus des Göttlichen die Statue etwas verlassen, aber sie beherrscht die kleine Stadt weiterhin wie ein Fanal. Immer zur Wintersonnenwende wird in der Feuerschale ein großes Sonnwendfeuer entzündet, dass in manchen Jahren bis zu 70 Meilen weit gesehen werden kann. Seit die kultischen Rituale um die Statue abgenommen haben, reichen Wohnhäuser bis an den Giganten heran und an seinem Rücken sind sogar etliche Holzhütten in die Falten seines Umhangs hineingebaut worden. Die Feuerschale kann über wackelige Plattformen, Holzgerüste und Strickleitern erreicht werden, die krude und wenig vertrauenerweckend am Nacken und an den Armen des Riesen befestigt sind.

Aus aventurischer oder gar sanskitarischer Sicht hätte Rimtheym den Namen Stadt kaum verdient, denn nur knapp 7000 Leute leben hier in einer von einem massiven Palisadenzaun umgebenen Ansammlung aus Blockhäusern, primitiven Steingebäuden und Torfhütten. Allerdings ist die Stadt meistens wesentlich voller, denn so ziemlich jede Jagdexpedition, Mammutkarawane oder Kriegerrotte macht auf ihren Reisen durch den riesländischen Norden hier halt. Charakteristisch für Rimtheym sind die seltsam geschwungenen Giebel aus Riet, die man an beinahe jedem Haus finden kann. Diese Bauweise soll angeblich einstmals von Orksiedlern aus dem fernen Osten mitgebracht worden sein. Die Stadtbevölkerung ist eine Mischung aus Slachkaren, Steppen-Orks, einigen Nedermannen und Brokthar die hier in relativ friedlichen Verhältnissen (es bleibt bei kleineren Schlägereien die meistens ohne allzu viel Blutvergießen ablaufen) zusammenleben. Die handfesten Auseinandersetzungen konzentrieren sich meistens auf die stets überfüllten Schenken der Stadt, besonders auf eines der Wahrzeichen Rimtheyms: Bratzgorgs Immerneue Schenke. Der Name ist kein Etikettenschwindel - denn diese Spelunke ist tatsächlich immer neu. Hier eskalieren die üblichen Gewaltorgien mindestens einmal im Monat derartig stark, dass die Schenke danach vollkommen renoviert oder gar von Grund auf neu aufgebaut werden muss. Ihr Besitzer, der Ork Bratzgorg hat es geschafft, daraus sogar Kapital zu schlagen - denn wer nach Rimtheym kommt will meistens auch, mindestens einmal, an einer der berühmten Schlägereien in Bratzgorgs Etablissement teilnehmen, kehrt in der Immerneuen Schenke ein und lässt klingende Münzen oder Elfenbein dort!

So etwas wie eine Regierung oder Verwaltung hat die Stadt nicht. Es gilt das Recht des Stärkeren. Einige der Handwerker und Händler bilden eine Art Stadtrat, der sich aber eher um die Außendarstellung der Stadt als um Regierungsgeschäfte kümmert. In Rimtheym leben die meisten Bewohner praktisch für sich allein. Nur bei Angriffen von Außen demonstrieren die Rimtheymer so etwas wie Geschlossenheit. Verbrechen jeder Art sind in Rimtheym folglich legal, sofern sich niemand findet, der stärker ist als derjenige der das Verbrechen verübt hat und etwas dagegen hat. Bei Gewalttaten gegen die allerorts in der Stadt verhassten Nedermannen, die wie Ungeziefer in den Gossen Rimtheyms vegetieren, kann es sein, dass dem Täter sogar zugejubelt wird. In Folge der fehlenden Obrigkeit hat sich so etwas wie eine natürliche Hackordnung herausgebildet, in der besonders starke Krieger Banden von Gesellen um sich scharen und ihre Territorien abstecken. Normalerweise bleibt es an den Grenzen der Bandengebiete bei Drohgebärden und der einen oder anderen Maulschelle, manchmal können Bandenkriege jedoch auch sehr blutig werden, etwa wenn vorschnell Messer oder Äxte gezogen werden. Der mächtigste Bandenanführer ist der Kriegsherr Gortschak-Sul "Der Axtschlächter". Man nennt ihn insgeheim sogar schon "König von Rimtheym", obwohl er auf derartige Titel keinen Wert legt. Der von unzähligen Brandnarben gezeichnete, unheimliche, schweigsame Brokthar, der sein Gesicht fast immer hinter einer Ledermaske verbirgt, ist der unbestrittene Champion des Streitaxtkampfes vom Eisschelf bis zum Rand der Aschenwüste. Er residiert in einem palastartigen Langhaus auf einem Hügel am Rande der Stadt.

Zwischen Gortschak-Suls Anwesen und dem Koloss liegt, beinahe in der Mitte der Stadt die berüchtigte Arena von Rimtheym, ein in den Boden gebuddelter Krater mit einem Holzgerüst darum, auf das die Zuschauer klettern können. Rimtheymer lieben Wetten jeder Art; vor allem auf Kämpfer. So finden hier fast täglich blutige Kampfspiele statt, die einen Krieger schnell entweder sehr reich oder sehr tot machen können.

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