Ronthar

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Achtung! Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Neben der hier behandelten Kultur existiert noch die gleichnamige Stadt Ronthar.

Ronthar
Rontharkoenig.jpg
Allgemeines
Technologiestand: Späte Bronzezeit
Bevölkerung: 100.000
Herrschaftsform: Hochkönig und Rat der zwölf Stämme
Rassenverteilung: Brokthar, sehr selten andere Rassen
Wichtige Städte: Ronthar
Vorherrschender Glaube: Tetralos-Pantheon: Ingror, Ronthja, Teithros, Korthros
Magie: ablehnende Haltung Magie gegenüber
Helden & Heilige: König Cordros, Gründerväter der zwölf Stämme


Einst aus einer mythischen Vereinigung zwischen Mensch und Troll entstanden, haben die Ronthar ihr Reich im Herzen des Kontinent errichtet: An den Ufern des Feuersees. Ihre Kampfkunst und Stärke sind weithin berühmt und berüchtigt. Man sagt, dass die wilden Krieger vom Feuersee vor keinem Feind zurückweichen und nahezu unbesiegbar sind. Überraschend ist, dass sich dieses Volk trotz aller Brutalität und Kampfeslust einen gewissen Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit bewahrt hat – vielleicht das Wirken ihrer tapferen und aufrechten Göttin?

Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Das Königreich Ronthar, Heimat des gleichnamigen Volkes, liegt an der Nordküste des Feuermeeres, in den südlichen Ausläufern der feuchtwarmen Wälder der Nebelseen. Im Süden begrenzt durch das immer glühende Meer und die trostlosen Weiten der Aschewüste erstreckt es sich - von der Hauptstadt Ronthar ausgehend - über die grasbewachsenen Ebenen im Osten und Teile des Vaestenfoggs im Norden und Westen mehrere hundert Meilen weit ins Umland.

Die Stadt selbst erhebt sich majestätisch an den Hängen eines erloschenen Vulkanes am Rand der Klippen des Feuermeers. Am stets in blutiges Rot getauchten Himmel kreisen Flugechsen und nisten auf zwei aus titanischen Felsbrocken erbauten Wällen, welche die Stadt umgeben. Die Elemente Feuer und Wasser wetteifern um die Vorherrschaft über das Klima, was sich in häufigen Witterungsumschwüngen - von feucht-schwülem Nebel bis hin zu beißender Trockenheit - äußert. Die größten und prächtigsten Bauten der Stadt sind direkt aus dem Fels geschlagen und mit archaischen Ornamenten von einer merkwürdigen, erhabenen Schönheit übersät. Als Zeugen einer Geschichte, die bis zu den mythischen Ursprüngen ihres Volkes zurückreicht, sind sie es, die die Stadt zum spirituellen Zentrum der Ronthar und auch vieler freier Broktharstämme machen.

Lebensweise

Die meisten Ronthar siedeln in ihrer stolzen Hauptstadt oder in einem der ihr vorgelagerten Dörfer, welche die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Baumaterialien sicherstellen. Einen Großteil dessen, was die Ronthar zum Leben brauchen, liefern ihnen die Treirak, massige Echsen mit charakteristischen drei Hörnern auf der Stirnplatte, die sie in großen Herden auf den sumpfigen Wiesen im nordöstlichen Teil ihres Reiches züchten. Was ihnen die Echsen nicht geben können, sammeln sie in den immergrünen Wäldern der Nebelseen: essbare Wurzeln, Süßholz, Beeren und Früchte, die sie trocknen und so lange haltbar machen. Landwirtschaft wird nur von wenigen Ronthar betrieben, stattdessen schicken sie regelmäßig regelrechte Jagdexpeditionen in die Tiefen des Dschungels. Begleitet werden diese dabei von kapitalen schwarzen Raubkatzen, die nur die Barbarenkrieger vom Feuersee zu bändigen wissen und die von ihnen Panthar genannt werden. Diese Expeditionen jagen ohne dabei die Stammesgrenzen zum Gebiet der geheimnisvollen Nebelwaldjäger zu übertreten, denn diese in uralten Verträgen festgesetzten Grenzen sind heilig und werden nur im Kriegsfall oder wenn gelegentlich Handel getrieben wird und die Ronthar ihre Bronzegusswaren und andere Handwerkserzeugnisse gegen Rohstoffe aus den Nebelseen tauschen, überschritten.

In den seltenen Zeiten, in denen ihre Nahrungsreserven knapp werden, rauben die Ronthar gelegentlich auch gezielt Vorräte oder Waren in den Siedlungen benachbarter Barbarenstämme außerhalb der Grenzen ihres Königreichs. Überhaupt sind exotische Delikatessen bei den Ronthar äußerst begehrt und gelten als sehr kostbar, weshalb ihnen bei Raubzügen fast ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie Gold und Geschmeide. In Friedenszeiten gibt es nur äußerst wenige Händler aus anderen Regionen des Kontinents, die die beschwerliche Reise durch die Steppe oder das Ödland wagen, um in Ronthar Köstlichkeiten aus fernen Ländern loszuschlagen. Wer es dennoch wagt, kann sich eine goldene Nase verdienen - sofern die Ware dann noch genießbar ist. Zwar versteht sich jeder Ronthar – egal ob Mann oder Frau – auch als Krieger, doch ihren Lebensunterhalt bestreiten die meisten primär durch das Ausüben eines Handwerks, sei es die Jagd oder das Hüten der Treiraks; wobei Frauen sich aber freiwillig häufiger der Kindererziehung als dem Schwert widmen.

Oberster Herrscher aller Ronthar ist der Rakshetos, der Barbarenkönig vom Feuersee, dessen Thron im uralten Königspalast der Hauptstadt steht. Zurzeit hat Rakshetos Cordros das Amt inne, nachdem er sich vor mehr als sechzig Frühlingen bei der Verteidigung Ronthars gegen einfallende Orkstämme aus dem Osten als großer Krieger und Stratege bewiesen hat. Beraten vom Rat der zwölf Stämme der Ronthar entscheidet der Rakshetos über alle Belange, die das Reich betreffen, spricht in der riesenhaften, schwarzen Thronhalle Recht bei Streitigkeiten und ist im Falle eines bewaffneten Konflikts der oberste Kriegsherr. Der Rat selbst setzt sich zusammen aus zwölf Häuptlingen, die - wie der König dem Rat - einem der zwölf Stämme vorstehen, aus denen sich das Volk Ronthars zusammensetzt. Jeder Ronthar ist stolz zu einem dieser Stämme zu gehören, wobei es weniger auf tatsächliche Blutsverwandtschaft ankommt, als auf die Akzeptanz durch die anderen Mitglieder eines Stammes. So ist es zum Beispiel auch für einen Nicht-Ronthar möglich in das Volk aufgenommen zu werden, wenn er denn von der kriegerischen Gemeinschaft anerkannt wird und seinen Wert „im Sinne Ronthars“ bewiesen hat, was allerdings nicht oft gelingt. Die wenigen alltäglichen Verwaltungsaufgaben werden - statt vom König oder vom Rat - von den Klerikern vom Feuersee verrichtet, die gleichzeitig auch die spirituellen Führer und Ratgeber der Ronthar sind.

Weltsicht und Glaube

Nach dem Glauben der Ronthar besteht diese Welt, ebenso wie viele andere Welten auch, seit Zeiten, die älter sind, als dass man sie sich vorstellen könnte. Die Götter haben diese Welten erobert und sich so als ihre wahren Herrscher legitimiert und verdienen daher Verehrung. Im Zentrum ihres Glaubens stehen die Tetralos, bestehend aus den vier göttlichen Herrschern: Ingror, der Vernichter, und seine drei Kinder.

Der gewaltige Feldherr Ingror ist der Herr der 1000 Welten und thront in seiner schwarzen Titanenfestung zwischen den Sternen. Auf Bildern wird er als riesenhafter, alter Brokthar mit einem schwarzen Helm, der sein Gesicht verdeckt dargestellt. Ingror hat Dere - wie viele andere Welten auch - aus den Händen ihres vorherigen Fürsten errungen, der sich seither vor dem Herrn der 1000 Welten in den Schatten verbergen muss. Doch da die hinterlistigen und feigen Bewohner dieser Welt sich ihm nicht fügen wollten, und es gar wagten ihm mit Hilfe finsterer Hexerei zu trotzten, beschloss er schließlich sie zu zerstören. So warf Ingror den Stern Kataklys hinab, der sich tief in die Eingeweide der Erde fraß und ein Land aus Asche und einen See aus Feuer hinterließ. Um auch die letzten Überlebenden zu vernichten, schickte er seine Kinder, die Zwillinge Teithros und Korthros und seine Tochter [[Rontja] aus, sein blutiges Werk zu vollenden. Doch während Teithros und Korthros verheerende Schneisen durch das Land schlugen, zögerte Rontja und beobachtete die Völker. Sie sah, dass nicht alle verdorben waren und bat ihren Vater (vorerst) Milde walten zu lassen. Sehr zum Missfallen ihrer Brüder, gewährte Ingror seiner Tochter die Bitte und verschonte diese Welt. Doch sie wird nur bestehen, so lange ihre niederen Bewohner sich der Gnade Ingrors als würdig erweisen und den Herrn der 1000 Welten als Herrscher über Erde, Himmel und Götter anerkennen.

Die Kleriker vom Feuersee achten daher mit feierlichem Ernst und komplexen Riten darauf, dass nichts den Zorn Ingrors so sehr errege, dass er seine Söhne ein weiteres Mal entfesselt und diese Welt endgültig verwüstet. Hierzu bringen alle Ronthar dem göttlichen Herrscher einmal im Jahr einen Tribut, der ihm durch die Kleriker im heiligen Kloster mitten im Feuersee dargebracht wird. Dieser besteht meist aus Schmuckstücken oder kostbaren Waffen, oder - bei ärmeren Ronthar - aus dem Fell oder der Haut eines Raubtiers. Die Kleriker vom Feuersee prüfen genau, ob eine Gabe passend ist und achten darauf, dass jeder Ronthar dem Vernichter den gebührenden Respekt zollt. Sie sind es auch, die darüber entscheiden, ob ein Gläubiger das heilige Kloster betreten darf, um einen Rat vom Grephonos - dem höchsten Orakel der Tetralos - zu erhalten, und die die Auserwählten während der gefährlichen Reise über das Feuermeer schützen. Darüber hinaus werden den Klerikern der Besitz vielerlei geheimnisvoller Gaben Rontjas zugeschrieben, die es ihnen beispielsweise ermöglichen sollen die Hitze des Feuermeers gegen Frevler zu wenden, die sich Ingrors Herrschaft nicht beugen wollen und dadurch zur Gefahr für alle Völker Rakshazars werden.

Im alltäglichen Leben kümmern sich die normalen Ronthar wenig um komplizierte religiöse Bräuche und verehren die Götter auf ihre Art. Korthros und Teithros, die auf Bildnissen als grobschlächtige Broktharkrieger mit Schwert oder Streitaxt dargestellt werden, werden gefürchtet, denn sie hassen die - in ihren Augen - schwächlichen Sterblichen. Daher wagen es nur die Abgebrühtesten direkt Gebete an sie zu richten. Auch ihren zornigen Vater wagen nur Wenige direkt anzusprechen. Größte Bedeutung für den Alltag hat daher Rontja, die als Schutzherrin aller Ronthar und aller freien Brokthar angesehen wird und die täglich um Beistand und Hilfe gebeten wird. Die junge, temperamentvolle Göttin, wird als schöne, jugendliche Brokthar mit feuerrotem Haar und einer beeindruckenden Axt dargestellt. Sie ist dabei meist nur mit einem kurzen, aus Metallplättchen geflochtenem Lendenschurz und einem Brusttuch aus demselben Material bekleidet. Rontja liebt Keilereien mit ihren Brüdern und Liebschaften mit Sterblichen. Aus ihrer ersten Liebschaft mit dem legendenumwobenen Troll Grothos sollen dereinst die Brokthar hervorgegangen sein. Trotz ihres gnadenvollen Wesens sind Verlogenheit und Hinterlist Rontja zutiefst verhasst und werden von ihr mit feurigem Zorn bestraft, wenn sie nicht gar gleich ihre Brüder zu Hilfe ruft. Neben der Tetralos kennen die Ronthar eine Vielzahl weiterer göttlicher Wesenheiten, die entweder einst von Ingror besiegt und vernichtet wurden, ihren Gehorsam verweigerten und sich feige vor dem göttlichen Herrscher verstecken oder ihm in seinem Eroberungsheer dienen. Zu welcher Gruppe sie die Götter ihrer rakshazarischer Nachbarvölker zählen, hängt neben den Überlieferungen der Kleriker allerdings nicht zuletzt auch von der gegenwärtigen politischen Lage ab. Nur selten beten Ronthar direkt einen dieser Diener Ingrors an, auch weil sie fürchten den göttlichen Feldherrn dadurch zu erzürnen. Dementsprechend werden Kulte und Riten anderer Völker in ihrem Reich auch nur widerwillig geduldet und sind immer wieder Anlass für Streitigkeiten.

Nach ihrem Tod erwarten die Ronthar in das Heer Ingrors aufgenommen zu werden. Wer sich allerdings Zeit seines Lebens dem Herrscher als nicht würdig und ungehorsam gezeigt hat, wird von ihm vernichtet und seine Überreste zwischen den Sternen verteilt.

Sitten und Bräuche

Die Ronthar sind stolz auf ihre persönliche Freiheit, was auch der Grund dafür ist, dass sie das Halten von Sklaven zutiefst verabscheuen. Ihr Rakshetos mag zwar Herrscher sein, doch jedem Ronthar steht es frei, seinem König gegenüber seine Meinung zu äußern, ohne dafür bestraft zu werden – auch wenn die Äußerung dem König nicht passen sollte. Denn wie soll ein Herrscher gerecht herrschen, wenn er die Meinung seines Volkes nicht kennt und achtet?

Gefolgschaft fußt bei den Ronthar nicht auf einem abstrakten Treueschwur, sondern auf Respekt vor dem Können des Herrschers. Er muss nicht immer der stärkste Krieger mit der größten Kampfkraft sein. Auch gute Strategen oder kluge Diplomaten haben sich in der Vergangenheit schon den Respekt und das Wohlwollen der anderen Ronthar sichern und so das Königreich beherrschen können. Solange der König seinem Volk zeigt, dass er es wert ist, auf dem Thron zu sitzen, wird es ihm folgen. Verhasst sind Leute, die über Intrigen und Betrug gegen ihren Herrscher vorzugehen versuchen. Solche Feiglinge werden in der Regel hingerichtet. Um seinen Wert als Rakshetos zu beweisen, muss der amtierende König nach jeweils zwölf Banas - wenn die vier Sterne der Zeit den Bereich des Himmels, den die Kleriker „Abbes“ nennen, zwölfmal durchschritten haben - eine Prüfung absolvieren. Ein jeder Bana symbolisiert hierbei einen der zwölf Stämme. Vier Banas entsprechen im Sternenkalender der Brokthar einem vollen Götterlauf, folglich muss der Rakshetos nach jeweils vier Frühlingen erneut seine Königswürde bestätigen. Die Prüfung wird vom Rat der zwölf Stämme abgehalten. Jeder Stammeshäuptling stellt jeweils eine Aufgabe, die der König lösen muss. Offiziell kann nicht nur der amtierende Rakshetos, sondern auch jeder andere erwachsene Ronthar an der Prüfung teilnehmen, sofern er hundert andere Ronthar findet, die für seine Teilnahme stimmen, dies kommt jedoch nur selten vor. Wenn der amtierende Rakshetos dennoch einmal Mitbewerber hat, sind es selten mehr als drei.

Der König kann die Prüfung auch nutzen, um zurückzutreten und einen würdigen Nachfolger zu bestimmen. In diesem Falle sitzt er zusammen mit den Häuptlingen im Rat und ernennt einen Kandidaten, der dann an seiner statt die Prüfung absolviert. Der amtierende Rakshetos Cordros ist mittlerweile seit 60 Jahren ungeschlagen, denkt aber darüber nach, bei der nächsten Prüfung zurückzutreten.

Ehen oder andere ähnliche, rituelle Institutionen gibt es bei den Ronthar nicht. Wenn ein Paar zusammenleben möchte, dann lebt es eben zusammen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sich ein Ronthar gleich mit mehreren Partnern arrangiert. Kinder werden meist von beiden Elternteilen gemeinsam erzogen, wobei die leibliche Mutter aber immer die wichtigste Bezugsperson für das Kind ist. Die unbekümmerte Kindheit eines Ronthar dauert bis zu seinem achten Lebensjahr. Dann beginnt die Ausbildung, die von älteren und erfahrenen Kriegern übernommen wird. Hier lernen die jungen Ronthar - Jungen und Mädchen gleichermaßen - die Geschichte ihres Volkes und die Grundzüge der Kampfkünste kennen. Die Besten werden ab dem vierzehnten Lebensjahr zu den auch außerhalb Ronthars berüchtigten Schwertbrüdern beziehungsweise -schwestern ausgebildet, die ihr ganzes Leben der Vervollkommnung ihrer Fähigkeiten im Kampf widmen und im Kriegsfall das Rückgrat des Heeres bilden.

Zwar erhalten auch die übrigen Ronthar allesamt zumindest eine grundlegende Kriegerausbildung, und sehen sich auch selber als solche, im Gegensatz zu den Schwertbrüdern und -schwestern aber, für die Kampf und die Kampfkünste einziger Lebensinhalt ist, erlernen die "gewöhnlichen" Ronthar zusätzlich auch noch ein Handwerk, welches sie primär ausüben.

Die klügeren Köpfe, die sich durch eine rasche Auffassungsgabe und gute Selbstbeherrschung auszeichnen, oder gar durch die Tetralos mit einer göttlichen Gabe beschenkt wurden, werden von den Klerikern vom Feuersee ausgewählt und erlernen die Künste des Lesen und Schreibens, um später ihrerseits Kleriker zu werden. Trotz dieser straff organisierten Erziehung bleibt der Umgang der Ronthar miteinander das ganze Leben lang sehr unkompliziert, ja auf den ersten Blick beinahe undiszipliniert. Es vergeht kaum eine Woche, in der die Ronthar nicht ausgelassene Feiern veranstalten. Zahlreiche Festtage sind legendären Kriegern oder Wesen aus Ingrors Gefolge gewidmet und werden - trotz der missbilligenden Blicke der Kleriker – gerne zum Anlass genommen, den- oder diejenigen mit einem angemessenen „Umtrunk“ zu ehren.

Handwerkskunst

Besonders bekannt ist Ronthar für seine hervorragenden Bronzegießer, die neben allerlei Alltagsgegenständen auch Waffen und die berühmten Ronthar-Schlachthelme aus dem bräunlichen Material fertigen. Die meisten Werkstätten befinden sich in der Hauptstadt selbst und die Kunst der Bronzemeister ist ebenso angesehen wie das Handwerk des Kriegers. Da sie aus zahlreichen Gefechten mit den Amhasim auch über eine beträchtliche Anzahl stählerner Beutewaffen verfügen, versuchen die Ronthar schon seit längerem hinter das Geheimnis ihrer Herstellung zu kommen. Bisher allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Viele weitere Dinge des täglichen Bedarfs werden aus dem hergestellt, was ihnen der Nebelwald oder ihre Treirakherden liefern: Lederne Kleidung, Bauhölzer oder Körbe aus Flechtwerk. Dabei fertigen die Ronthar ihre Waren fast ausschließlich für den Eigengebrauch. Nur mit den Nebelwaldjägern treiben sie ab und an etwas Handel. Die Wände ihrer kompakten, kastenförmigen Wohnbauten, die entweder direkt aus dem Fels geschlagen oder aus Holz und getrocknetem, dunklen Lehm erbaut werden, schmücken sie häufig mit Fellen. Zusätzlich werden in die wuchtigen, hölzernen Türrahmen häufig verspielte Muster geschnitzt oder aufgemalt. Überhaupt lieben die Ronthar ausgefallene und reiche Verzierungen. Überall in der Hauptstadt haben Steinmetze exotisch anmutende, geschwungene Ornamente in den Vulkanfels getrieben, die von größerer Kunstfertigkeit zeugen, als man sie von den Barbarenkriegern auf den ersten Blick erwarten würde.

Tracht und Bewaffnung

Die große Hitze in unmittelbarer Nähe des Feuermeeres und die schwüle Wärme des umgebenden Nebelwalds sorgen dafür, dass Ronthar in der Regel nur wenig Kleidung tragen. Männern wie Frauen legen normalerweise lediglich einen knappen Lederkilt und Sandalen an. Dazu binden sich Frauen oft noch lederne Brusttücher um – allerdings weniger um schamhaft zu verdecken, als vielmehr um sich zu schmücken. Selbst bei kriegerischen Auseinandersetzungen wird wenig mehr angelegt. Die einzigen, gelegentlich getragenen Rüstungsteile sind bronzene Helme mit einem charakteristischen Kamm aus einem geschlossenen Streifen Metall oder aus einer Reihe spitzer Stacheln.

Das immer tiefschwarze Haar tragen weibliche wie männliche Ronthar stets lang und meistens offen, gelegentlich auch als Zopf. Nur Kleriker rasieren sich die Haare bis auf einen langen, von vier Kupferreifen zusammengehaltenen Zopf am oberen Hinterkopf ab. Sie tragen - neben ledernen Kilts - ein tiefrotes Ornat bestehend aus einem aus Pflanzenfasern gewebten, umhangähnlichen Überwurf mit Kapuze, der mit schwarzen Ornamenten bemalt, und dessen Saum mit Pantharfell verbrämt ist. Ronthar tragen gerne Goldschmuck – vor allem, wenn sie ihn im Kampf erbeutet haben.

Besonders beliebt bei beiderlei Geschlecht sind schwere Ketten oder Ohrringe. Da ihre Hautfarbe etwas dunkler ist als die der anderen Brokthar, tragen Ronthar nur selten Hautmalereien. Fernab ihrer Heimat passen Ronthar ihre Kleidung durchaus den Erfordernissen ihrer Umgebung und dem vorherrschenden Klima an, wobei sie schwere lederne Reiseumhänge und Jacken sowie Fellstiefel favorisieren.

In kriegerischen Auseinandersetzungen bevorzugen Ronthar wuchtige Waffen wie das Schlachtschwert oder Äxte, die im Kampf Mann gegen Mann im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagende Wirkung entfalten. Bei der Jagd kommen häufig Wurfspeere und unterarmlange Bronzejagdmesser zum Einsatz.

Magie

Finstere Hexerei war es, die den großen Vernichter einst so sehr erzürnte, dass er den Stern der Vernichtung auf diese Welt hinab schmetterte. Daher sind die Ronthar von einer starken Abneigung, wenn nicht sogar Hass, gegen alles Magische erfüllt. Wenn überhaupt, dann dulden sie Magie in ihrer Nähe nur zähneknirschend. Auch wenn es für diese in der Nähe zum Feuermeer aufgrund der chaotischen astralen Bedingungen sowieso äußerst gefährlich ist ihren düsteren Frevel auszuüben, werden sie keine Sekunde aus den Augen und der direkten Reichweite einer gut geschliffenen Axt gelassen. Zwar werden einigen wenigen Klerikern vom Feuersee übernatürliche Kräfte nachgesagt, diese werden allerdings als göttliche Gaben angesehen und nicht als der verderblichen Macht der Hexerei entsprungen.

Darstellung

Ronthar nehmen kaum ein Blatt vor den Mund, gilt ihnen Ehrlichkeit doch als hohe Tugend. Auch lassen sie ihren Emotionen stets freien Lauf. Was immer ein Ronthar fühlt, er wird es seiner Umwelt - gut hörbar - mitteilen. Generell sind Ronthar keine Kinder von Traurigkeit, was man an ihren Trink- und Essgewohnheiten sowie ihrer großen Vorliebe für das jeweils andere Geschlecht erkennen kann. Einige Ronthar folgen dabei eher ihren spontanen Instinkten als ihrem Kopf. Ronthar fügen sich aufgrund ihrer Natur sehr gut in Abenteurergruppen ein, sofern sich darin nicht Wesen oder Personen befinden, die sie abgrundtief hassen, wie etwa „Hexer“ oder „feige Sklavenhalter“. Ansonsten ist ein Ronthar ein loyaler Freund und Mitstreiter, dessen Axt und dessen großmäuliger Mut einer Gruppe so manchen Weg bahnen, sie allerdings auch immer wieder in verzwickte Situationen führen kann.

Typische Namen

Viele Ronthar nutzen üblicherweise nur ihre Vornamen um sich gegenseitig zu rufen und anzusprechen. Nur bei Verwechslungsgefahr oder bei einer ordentlichen Vorstellung, nennt der Ronthar-Brokthar als Familiennamen zuerst seinen Vater und danach den Stamm, dem er angehört.

  • Männlich: Achaikos, Aegidios, Aison, Aristeides, Bakchos, Cambyses, Deimos, Eleutherios, Heliodoros, Hesperos, Kapaneus, Makarios, Pantheras, Phobos, Photios
  • Weiblich: Aella, Alkyone, Antheia, Athenais, Eirene, Euphrosyne, Hekabe, Ianthe, Iris, Kthonia, Klythaimnestra, Mneme, Persis, Rhea
  • Namen der 12 Stämme Ronthars: Acteon, Alexeon, Amyntheon, Bion, Cadmon, Chariton, Diodon, Errikon, Haimon, Iairon, Lazaron, Paion

Was denken die Ronthar über

  • Menschen allgemein: "Du kannst mit ihnen saufen, feiern und raufen und ihre Mädchen haben nicht nur hübsche Augen – was will man mehr?"
  • Orks: "Wenn sie nur endlich unsere Weidegründe anerkennen würden, könnten wir gut mit ihnen auskommen."
  • Magiewirker: "Sie spielen mit dem Feuer und bringen uns alle in Gefahr. Gib mir meine Axt; ich verspreche dir, wenn diese Kerle auch nur zucken, dann werde ich schon dafür zu sorgen wissen, dass sie niemals wieder auch nur wagen an ihre verdammte Hexerei zu denken, bei Korthros und Teithros!"
  • Vaesten: "Wir leben hier, sie dort drüben. Das war schon immer so, und solange wir alle uns an die Verträge der Altvorderen halten, kommen wir prima miteinander aus."
  • Amhasim: "Überhebliche Bastarde! Sie halten sich selbst für die Herrscher dieser Welt. Aber auch sie werden noch lernen sich vor Ingror zu verneigen, wie es ihm zusteht."
  • Cromor: "Große Kriegerinnen, auch wenn unsere Kleriker sagen, sie würden die Götter nicht so verehren, wie es sich geziemt."
  • Slachkaren: "Feige und hinterlistig. Sie haben nie verstanden, was wahre Tapferkeit bedeutet. Nimm dich in acht, ihren Worten ist nicht zu trauen."
  • Trolle: "Die Kleriker sagen, sie brachten einst Verderben über diese Welt, indem sie sich Ingror nicht beugten. Und sie tun es bis heute nicht. Halte dein Schwert immer griffbereit; der Tag wird kommen, an dem wir sie lehren werden, was es heißt sich dem Willen des Herrn der tausend Welten zu wiedersetzen."

Startwerte Ronthar

  • Generierungskosten: 11 GP
  • Modifikationen: KO +1, LeP +1, AuP +2
  • SO-Maximum: 12
  • Automatische Vor- und Nachteile: -
  • Empfohlene Vor- und Nachteile: Ausdauernd, Besonderer Besitz, Eisern, Hohe Lebenskraft, Kampfrausch, Schnelle Heilung, Vom Schicksal begünstigt, Zäher Hund / Aberglaube, Herrschsucht, Impulsiv, Rachsucht, Vorurteile
  • Ungeeignete Vor- und Nachteile: Akademische Ausbildung, Amtsadel, Ausrüstungsvorteil, Feenfreund, Koboldfreund / Blutdurst, Blutrausch, Glasknochen, Krankheitsanfällig, Kurzatmig, Niedrige Lebenskraft
  • Talente
    • Kampf: Anderthalbhänder oder Hiebwaffen oder Schwerter oder Zweihandhiebwaffen oder Zweihandschwerter/-säbel +3, ein weiteres +2, Dolche +2, Raufen +3, Ringen +2,
    • Körper: Athletik +4, Klettern +1, Körperbeherrschung +2, Reiten +1, Selbstbeherrschung +1, Zechen +2
    • Gesellschaft: Betören +1, Menschenkenntnis +1, Überreden +1
    • Natur: Orientierung +1, Wildnisleben +1
    • Wissen: Götter/Kulte +2, Pflanzenkunde +1, Sagen/Legenden +2, Tierkunde +1
    • Schriften/Sprachen: Muttersprache Kawash, Sprachen Kennen [Gmer] 2
    • Handwerk: Holzbearbeitung +1
  • Sonderfähigkeiten: Kulturkunde (Ronthar), Ortskenntnis (Ronthar-Stadt)
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