Teruldan

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„Juwel der Wüste“, so wird diese Stadt auch genannt. Schon von weitem sieht man die mächtigen Wehrmauern Teruldans und den schwindelerregend hohen Turmpalast des Sultans mit seinen bronzenen Kuppeln und leuchtend grünen Zwiebeltürmen. Als einzige große, sanskitarische Metropole hat Teruldan keinen direkten Zugang zu einem offenen Gewässer. Unter der Wüste Lath befindet sich fossiles Grundwasser, dass die Bewohner der Stadt mit einem ausgeklügelten Pumpensystem an die Oberfläche beförderten. Die uralten Anlagen sind zwar störanfällig und halb zerfallen, aber sie erfüllen immer noch ihren Dienst. Mit riesigen Pumpenrädern aus Holz und Dinosaurierknochen haben die Sanskitaren die alten metallenen Laufräder über die Jahrhunderte hinweg ersetzt. Damit eine Stadt dieser Größe versorgt werden kann, müssen die Artefakt-Pumpen ständig in Bewegung bleiben – dafür sorgen die unzähligen Sklaven, die die Laufräder in einem stupiden, ewig gleichen Trott vorantreiben. In letzter Zeit fallen allerdings immer mehr Teile der alten Wasserversorgung aus und das Wissen der Sanskitaren reicht leider nicht, die komplexe Mechanik reparieren zu können. Den jungen Sultan Kara-Jioshpa kümmert das wenig. Der jugendliche Despot schert sich kaum um Politik und überlässt die Regierungsgeschäfte des Sultanates seinen Wesiren und den Patriarchen der dynastischen Händlerfamilien Teruldans. Der Sultan hält sich für unglaublich intellektuell und bezeichnet sich gar als den „Größten Dichter-Philosophen der bekannten Welt“. Diese Selbstüberschätzung rührt vermutlich daher, dass niemand es wagt, dem Sultan zu sagen wie schlecht sein Geschreibsel in Wirklichkeit ist.

Momentan macht der Sultan eine „Schwarze Phase“ durch. Er ergießt sich in pseudophilosophischen Betrachtungen über Tod und Finsternis, trägt mit Vorliebe schwarze Seidenroben und legt Marascara auf. (Eine dunkle sanskitarische Schminke, die er mit weißem Puder für die Hautflächen kombiniert). Seine ohnehin schon kaum erträgliche Dichtkunst hat nun auch noch unüberhörbar depressive Untertöne, die das Zuhören zu einer ganz besonderen Qual machen. Zu seinen neuesten Flausen gehört die Idee, sich ein titanisches Grabmal errichten zu lassen – damit niemand in all den Jahrtausenden, die da kommen werden sein überragendes Genie vergessen wird. Aufgeschnappt hat er diese Idee in einem uralten, dubiosen Folianten in dem steht, dass die Gottkönige eines längst vergangenen und weit entfernten Reiches sich in riesigen Pyramiden begraben ließen, um der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. Seither plant der Sultan eine eigene Pyramide aus schwarzem Marmor.

Glücklicherweise konnten die Wesire den Baubeginn bisher immer wieder hinauszögern und es besteht gute Hoffnung, dass Kara-Jioshpas Pyramidentick bald von der nächsten Marotte abgelöst wird. Auch in der teruldanischen Zeitrechnung macht sich der Spleen des Herrschers bemerkbar. So deklarierte er, rückwirkend bis zum Tag seiner Geburt, die Monate zu Jahren um. Auf diese Weise zählt Kara-Jioshpa mit seinen 26 Sommern nun stolze 308 Jahre. Damit ist er sowohl der am längsten regierende Herrscher, den Teruldan je hatte, als auch seiner Zeit weit voraus. Während andere Chronisten noch das Jahr 3522 JK zählen, ist Teruldan bereits im Jahre 3804 JK. Davon, dass der Sultan ganz offensichtlich nicht mehr bei klarem Verstand ist, merkt das gemeine Volk jedoch so gut wie nichts.

Um die alltäglichen Belange kümmern sich die Patriarchen der reichen Händlerfamilien Teruldans. Die Stadt ist unter insgesamt 99 verschieden Händlerclans aufgeteilt, die auch die Karawanenstraßen zwischen den sanskitarischen Stadtstaaten und Amhas kontrollieren. Offene Auseinandersetzungen gibt es so gut wie keine, denn unter den Teruldanern gilt (offensichtliche) Gewaltanwendung als unkultiviert. Lieber stechen sie ihre Konkurrenten geschäftlich aus – oder heuern heimlich Meuchelmörder an. Dem großen Einfluss der Händler verdankt Teruldan auch seine strikte Neutralität in außenpolitischen Dingen. Da es im hohen Maße geschäftsschädigend wäre, führt Teruldan kaum jemals Krieg. Selbst mit den Amhasim machen die Teruldaner blendend gute Geschäfte. Tatsächlich haben sich die Herrscher der goldenen Kuppelstadt in den letzten Jahrzehnten sogar zum Haupthandelspartner Teruldans gemausert, da Teruldan Sklaven und Eisenwaren in großem Stil kauft und dafür Drogen, wertvolle Artefakte und exotische Nahrungsmittel in die Stadt am Totenwasser liefert. Lediglich mit einigen Stämmen xhulscher Wüstenräuber liegt der Stadtstaat im Zwist. Aber selbst diese braucht Teruldan nur selten zu fürchten, da die teruldanischen Karawanen schwer gerüstet sind. Die Teruldaner sind darüber hinaus die Einzigen, die es fertig gebracht haben, die in der Wüste Lath lebenden Knochenwüter zu zähmen und als Nutztiere zu verwenden. Entweder ziehen die großen Panzerechsen riesige Wagen, die auf mindestens sechs großen Scheibenrädern ruhen, hinter sich her, oder sie tragen Frachtgondeln auf dem Rücken. Die Reisegeschwindigkeit einer teruldanischen Karawane ist zwar nicht sehr hoch, aber dafür ist sie auch nur sehr schwer aufzuhalten. Auf einigen der Knochenwüter reiten Bogenschützen und der Zug wird von Speerträgern flankiert.

Offiziellen Quellen

  • Artikel in der Wiki-Aventurica: Teruldan
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