Vaestfogg

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Die Vaestfogg ist ein feuchtes, kaltes Land; bedrückend und schweigsam. Während des gesammten Jahres hängen tiefe Wolken über ihren Bergen und Hügeln. Die Sonne erscheint hier nur als heller, matter Fleck am Firmament und der Mond ist kaum mehr als ein Schemen in der Nacht. Hitze, die aus dem Inneren der Erde stammt, lässt in den Seen das Wasser kochen; Geysire, die ihre Fontänen in den Himmel schießen und Löcher aus denen siedendheißer Schlamm emporsteigt. Und weil das Wasser niemals gefriert, liegt stets ein Dunstschleier über den vielen Inseln der Seen, der nur selten einmal aufreißt. Die Nebel dämpfen jedes Geräusch und verschlucken den einsamen Wanderer schon nach wenigen Metern oder verzerren seine Konturen zu den absonderlichsten Formen. Dies ist die unheimliche Heimat der Vaesten, gefürchtete Nebelwaldjäger und Krieger, die auch als „Nebelprinzen“ bekannt sind, sowie der Tharai, einer recht primitiv lebenden Echsenkultur, die eine hochkomplexe Sprache hervorgebracht hat. Abgesehen von den dichten Nebeln, dem heißen Wasser und den dicht gedrängten Klimazonen ist die bemerkenswerteste Besonderheit des Vaestfogg die Farbe seiner Vegetation. Als Anpassung an die bescheidenen Lichtverhältnisse sind viele Pflanzen von eigenartiger Färbung, von dunkelrot bis violett, selten sogar annähernd nachtschwarz. Der allgegenwätige und nie verwehende Hochnebel - Leib Fenthùns - beginnt im Mondlicht aus sich selbst heraus in einem geisterhaften, fahlen Licht zu Leuchten. Dies gibt dem Veastfogg in Vollmondnächten eine wirklich andersweltliche Erscheinung, welche die vielen alten Mythen und Legenden über dieses Land, die es in die Nähe verborgener Feenwelten gerückt sehen wollen zu bestätigen scheint.

Land und Klima

Während des kurzen Sommers im Norden werden die schwülen Niederrungen von Abermillionen Stechmücken und anderem vielbeinigen Geschmeiß bewohnt. Der Boden scheint sich in ein warmes feuchtes Wesen, das alles Lebende verschlingen will, zu verwandeln. Über die Hügel weht ein unablässiger, kalter Wind aus dem hohen Norden vom ewigen Eis herab. Die Flüsse und Seen treten ob der ständigen Regenfälle und der Unmengen Schmelzwasser aus den nördlichen Steppen und den Gletschern über die Ufer. Gleichzeitig scheint das Leben zu explodieren. In allen nur erdenklichen Formen tritt es ans Tageslicht. Alle Pflanzen versuchen in der kurzen Spanne, die ihnen der Sommer gewährt, aufs prächtigste zu erblühen, wobei sie vor allem durch ihre Gerüche bestechen und kaum durch ihre Farben - wozu auch, wo der Nebel sie doch schon nach wenigen Metern verschluckt? - und ihren Samen möglichst reichhaltig in alle Winde zu verstreuen. Die landbewohnenden Tiere nutzen die Zeit des Überflusses, um ihre Nachkommen großzuziehen und Fettpolster für den langen, kalten Winter anzulegen.

Der Übergang von Sommer zum Winter geht schlagartig und innerhalb weniger Wochen vonstatten. Innerhalb kürzester Zeit fallen die Temperaturen, die Wassermassen gehen zurück und die Vielfalt wird unter dem ersten Schnee begraben, der binnen weniger Tage zu einer dicken, weißen Schicht anwächst und spätestens nach zwei Wochen einen meterdicken Sargdeckel bildet, der alles Leben unter sich begräbt. In den Niederungen jedoch nahe der heißen Quellen und warmen Fluten der Seen und Flüsse bleibt der Boden unbedeckt, dafür aber schlammig und sumpfig. Die Seen bleiben trotz der bitteren Kälte, die das Land gefangen hält, eisfrei.

Die immergrünen Wälder sind Zufluchtsort all jener, die nicht in den warmen, die Luft mit Nebel schwängernden, Fluten leben. Ihre mächtigen Stämme und Äste halten zwar den eisigen Wind und den Schnee fern, aber den Nebel, der selbst während der kalten Wintermonate das ganze Land unnatürlich verschleiert, können auch sie nicht zurückhalten.

Aber nicht nur das extreme Klima und die urwüchsige Vegetation sind kennzeichnend für dieses Land, sondern auch die seltsamen, hier vorkommenden Kreaturen, die oftmals geradewegs aus einem Alptraum entsprungen zu sein scheinen. Blasse nebelhafte Drachen, durch die Fluten watende Riesen mit Moos im Haar und Raubkatzen, die scheinbar den Nebel zu lenken vermögen und selbst dann noch hervorragend sehen können, wenn die Schwaden eigentlich alles, was mehr als ein paar Meter entfernt ist, verschlucken. Blaue Weiden, die auf Inseln aus ihrem eigenen Wurzelwerk über die Seen gleiten und von den Sirenen angelockte Tiere und Menschen verspeisen. Schwarze, knorrige Bäume, die Tiere und Menschen in ihre tödliche Umarmung locken. Monströse Aale, gewaltige Sumpfechsen, wilde Waldschrate und viele andere, dem menschlichen Auge unbekannte Unholde und Monstren.

Im Süden dagegen kennt man Schnee nur aus den Erzählungen Weitgereister, denn hier ist die Luft aufgeheizt von den glühenden Winden des Feuermeeres, die sich mit dem klirrenden Odem des Nordens um die Vorherrschaft streiten und ihm gegenüber nur in den allerkältesten Wintern zurückstecken müssen. Auch die Vegetation ist eine andere. Schleichend wandeln sich die Firn- und urwüchsigen Moorwälder zunächst in verhangene Laubwälder, beherrscht von den gewaltigen Nebeleichen, urwüchsig und gewaltig, und immer schneller setzen sich fast undurchdringliche, die heißen Flussläufe säumende Mangroven durch, die weiter südwärts dann langsam in dampfend heiße Dickichte übergehen, welche von gewaltigen Baumriesen überschattet werden. Ein Dschungel mitten im Herzen des rakshazarischen Nordens, ganzjährig erfüllt mit Leben, wie es sonst wohl nur die Ipexco des weitenentfernten Südens kennen. Doch selbst hier ist der Nebel allgegenwärtig, als ob eine düstere Macht das gesamte Land unter ihren eisernen Willen zwingt. Die Tierwelt wandelt sich mit jedem Schritt den man Richtung Süden macht. Wo im Norden nur die dick Bepelzten überleben können, und man höchstens in vereinzelten, geschützten Tälern und großen, heißen Seen Geschuppte finden kann, sind hier, im wärmsten Teil des Vaestfogg, Geschuppte und Vielbeinige in einer ungekannten Vielfalt anzutreffen. Wenn man in den sommerwarmen Regionen des Vaestfogg Spuren großer Herden finden kann, so findet man im immerwarmen Süden Schneisen, die Abermillionen von Wanderameisen geschlagen haben. Denn auch hier verliert der Vaestfogg nichts von seinem Schrecken, einzig, dass man im Rest der Region wenigstens im Winter seine Ruhe finden kann, wohingegen der Süden ganzjährig von Gefahren belebt ist.

Noch weiter gen Süden schließlich, muss das Leben angesichts der Glut des Feuermeeres gänzlich in die Knie gehen und sein Haupt beugen. Zunächst geht das Land in eine erst noch feuchte dann zunehmend immer trockenere Savanne über, die sich schließlich, verbrannt vom sengenden Atem Ingrors, in eine karge Wüste verwandelt, bevor es schlußendlich über Steilklippen lotrecht ins Meer aus Feuer und Hitze abfällt.

Während die Regionen der winterkalten Nebel von den Vaesten durchwandert werden und sie dort mit den Naturgewalten ringen, verliert sich ihre Spur in gleichem Maße, in dem auch der Schnee zurückweicht, je weiter man sich nach Süden wendet. Nur wenige Clans, die noch verschrobener als ihre nördlichen Vettern sein sollen, leben in den Dschungeln und Mangroven des Südens, und teilen sie sich mit den hier heimischen Nebelwaldtharai und den Brokthar, die die weiter südöstlich gelegenen Ebenen von Ronthar beherrschen und deren Jäger gelegentlich bis in die südlichen Regionen der Vaestfogg vordringen.

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